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Veranstaltung - Nachrichten - Prozess gegen Dan Bittner, Daniel Bake, Christian Warnecke , 24.04.2014 :

Tages-Chronologie von Donnerstag, 24. April 2014

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Veranstaltungskalender:



- Donnerstag, 24. April 2014 um 20.00 Uhr -


"Da kann ja jeder kommen" - Premiere der Tanztheaterproduktion zum Thema Flucht


Veranstaltungsort:

AlarmTheater
Gustav-Adolf-Straße 17
33615 Bielefeld

www.alarmtheater.de


- Regie: Dietlind Budde und Harald Otto Schmid; Tanz: Adrian Look; Komposition: Willem Schulz.


"Aufrichtigkeit und Authentizität haben die Kraft die Herzen der Menschen zu bewegen."

Zusammen mit unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen, Kollegiaten, Kollegiatinnen und der eigenen Jungen Bühne unternimmt das AlarmTheater eine Reise durch die Themen Flucht, Begegnung und Angenommen werden. Sie konfrontieren sich mit Fragen wie: Warum habe ich keine Angst vor dem Tod? Warum habe ich Angst vor dem Sprechen? Wie willst Du das bewältigen? … und Aussagen: Ich habe keinen Platz in meinem Kopf. Ich habe selbst jede Menge Probleme.

Trotzdem wagen 18 junge Menschen ein Experiment und folgen Lebensgeschichten vom Weggehen und Ankommen. Was verbindet eigentlich diese jungen Menschen? Das Prinzip Hoffnung? Visionen einer besseren Zukunft? Unter der künstlerischen Leitung des AlarmTheaters entwickeln die Jugendlichen eine Tanztheaterproduktion und folgen ihrer eigenen Haltung: Wie schaffen wir es, dass aus dem Ankommen ein Zusammenkommen wird?


Weitere Vorstellungen jeweils um 20.00 Uhr: 25., 26., 27. und 30. April 2014; 2., 3. und 4. Mai 2014.


Eine Produktion in Kooperation mit dem Berufskolleg am Tor 6, dem Oberstufenkolleg der Universität Bielefeld und den Bielefelder Clearingstellen.

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Donnerstag, 24. April 2014


Ab der vierten Aprilwoche 2014 erinnern in Minden Zivilgesellschaft, Pädagogik und Politik durch das Putzen der verlegten 88 Stolpersteine an ermordete Jüdinnen und Juden, Sinti und Euthanasie-Opfer.

Am 15. Mai 2014, 20.00 Uhr, spricht Prof. Dr. Frank Crüsemann in Bielefeld im Rahmen der Ausstellung ""Drum immer weg mit ihnen!" - Luthers Sündenfall gegenüber den Juden" über "Luther und die Juden".

Vom 4. April bis zum 15. Juni 2014 ist im Paderborner "Museum in der Kaiserpfalz" die Sonderausstellung "Der Berliner Skulpturenfund. "Entartete Kunst" im Bombenschutt" mit sechzehn Kunstwerken zu sehen.

Für heute lud der revanchistische "Ostdeutsche Kreis", eine "lockere Zusammenkunft von ehemaligen Bewohnern der Ostdeutschen Provinzen", um 15.00 Uhr in die "Gelbe Schule" in Bad Salzuflen ein.

Heute begann vor dem Amtsgericht Stadthagen ein Prozess gegen die drei Neonazis Dan Bittner, Daniel Bake und Christian Warnecke wegen mehrfacher Körperverletzung; Az.: 11 Ls 407 Js 3106/13 (3/14).

Für heute lud der Kreisverband Minden-Lübbecke der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) zu einem Vortrag des Rechtsaußen-Professors Dr. Joachim Starbatty über "Die Zukunft des Euro" in Minden ein.

Für heute ab 19.30 Uhr kündigte der Kreisverband Gütersloh der rechtspopulistischen Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) einen offenen Stammtisch im Landgasthaus Heitmann in Herzebrock-Clarholz an.

Ende März 2014 wurde der ehemalige V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) Thomas Richter (39 Jahre), BfV-Deckname "Corelli", in einer Wohnung im Kreis Paderborn leblos aufgefunden.

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Minden: Erinnerung an NS-Opfer

Ab der vierten Aprilwoche 2014 erinnern in Minden Zivilgesellschaft, Pädagogik und Politik durch das Putzen der verlegten 88 Stolpersteine an ermordete Jüdinnen und Juden, Sinti und Euthanasie-Opfer. Darüber berichtet heute, am 24. April 2014, der WDR.

- Informationen unter: www.stolpersteine-minden.de

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Bielefeld: "Luther und die Juden"

Am 15. Mai 2014 spricht Prof. Dr. Frank Crüsemann im Haus der Kirche in Bielefeld im Rahmen der Ausstellung ""Drum immer weg mit ihnen!" - Luthers Sündenfall gegenüber den Juden" vom 28. April bis 23. Mai 2014 zum Thema "Luther und die Juden". Darüber berichtet heute, am 24. April 2014, das Westfalen-Blatt.

- Informationen unter: www.gcjz-bielefeld.de

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Paderborn: Ausstellung "Der Berliner Skulpturenfund. "Entartete Kunst" im Bombenschutt"

Vom 4. April bis zum 15. Juni 2014 ist im Paderborner "Museum in der Kaiserpfalz" die Sonderausstellung "Der Berliner Skulpturenfund. "Entartete Kunst" im Bombenschutt" mit sechzehn Kunstwerken zu sehen. Darüber berichtet heute, am 24. April 2014, das Westfalen-Blatt.

Führungen und Veranstaltung

Am 13., 18., 20., 21. und 27. April bietet das Museum jeweils um 15.00 Uhr öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung an. Heute, am 24. April 2014, hielt Klaus Kösters um 18.00 Uhr einen Vortrag zum Thema "Entartete Kunst" - NS-Kunst - Trivialkunst. Westfälische Künstler im Nationalsozialismus".

Verschollen geglaubte Kunstwerke

Gezeigt werden in der Ausstellung Skulpturen der Künstler Otto Baum, Karl Ehlers, Otto Freundlich, Richard Haizmann, Will Lammert, Karl Knappe, Marg Moll, Karel Niestrath, Emy Roeder, Edwin Scharff, Naum Slutzky, Milly Steger, Gustav Heinrich Wolff und Fritz Wrampe.

- Informationen unter: www.kaiserpfalz-paderborn.de

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Bad Salzuflen: "Ostdeutscher Kreis"

Für heute, 24. April 2014, lud der revanchistische "Ostdeutsche Kreis", nach eigenen Angaben eine "lockere Zusammenkunft von ehemaligen Bewohnern der Ostdeutschen Provinzen", zu einem Treffen in die "Gelbe Schule" in Bad Salzuflen ein. Darüber berichtet aktuell die Lippische Landes-Zeitung.

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Stadthagen: Prozess gegen drei Neonazis

Heute, am 24. April 2014, begann vor dem Schöffengericht Stadthagen ein Strafprozess gegen die Neonazis Dan Bittner, Daniel Bake und Christian Warnecke wegen mehrfacher Körperverletzung, unter anderem nach einer Abiturfeier am 20. Januar 2013 in Stadthagen; das Verfahren wird am 25. April 2014 um 9.00 Uhr fortgesetzt, Aktenzeichen: 11 Ls 407 Js 3106/13 (3/14). Darüber berichtet aktuell die Online-Ausgabe der Schaumburger Nachrichten.

Rechtsanwalt Hendrik Schnelle

Der aus der Strafhaft aus der Justizvollzugsanstalt Vechta vorgeführte 24-jährige Christian Warnecke war geständig, er will nach eigenen Angaben aus der Neonazi-Szene ausgestiegen sein. Der unter Bewährung stehende 25-jährige Daniel Bake aus Obernkirchen wird in dem Verfahren durch den Düsseldorfer Szene-Anwalt Björn Clemens vertreten. Verteidiger des 22-jährigen Dan Bittner aus Stadthagen ist erneut Rechtsanwalt Hendrik Schnelle aus Detmold. Am 23. Januar 2002 wurde Schnelle, damals stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union Detmold, im Berufungsverfahren vor dem Landgericht Detmold wegen Volksverhetzung zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten und der Ableistung von 60 Sozialstunden verurteilt, rechtskräftig ist das Urteil seit dem 14. Mai 2002 (Verwerfung der Revision durch das Oberlandesgericht Hamm). Die Berufungskammer hielt es für erwiesen, dass Schnelle 1998 in einer Detmolder Gaststätte gegenüber einer Jungsozialistin erklärt habe, man müsse "alle Schwulen vergasen wie damals die Juden".

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Minden: AfD-Veranstaltung mit Tübinger Rechtsaußen-Professor

Für heute, 24. April 2014, lud der Kreisverband Minden-Lübbecke der rechtspopulistischen Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) um 19.00 Uhr zu einem Vortrag des Rechtsaußen-Professors Dr. Joachim Starbatty über "Die Zukunft des Euro" in Minden ein.

Extreme Rechte in bürgerlichem Gewand

Starbatty, Berliner Spitzenkandidat der AfD zur Bundestagswahl, war in den 1990er Jahren Mitglied und bei der Europawahl 1994 Listenkandidat der rechtspopulistischen und nationalliberalen Partei "Bund freier Bürger - Offensive für Deutschland". Er ist ein marktradikaler Rechter, der in der Grauzone zwischen der extremen Rechten in bürgerlichem Gewand und rechten bis nationalen Konservativen agiert. Starbatty ist gern gesehener Gesprächspartner rechtspopulistischer bis extrem rechter Medien, erst im Oktober 2013 veröffentlichte das neurechte Internetportal "Blaue Narzisse" ein Interview mit ihm. Das Starbatty beim AfD-Kreisverband Minden-Lübbecke auftritt, nimmt da nicht Wunder: Hier kommt zusammen, was zusammen gehört.

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Kreis Gütersloh: Stammtisch der AfD

Für heute, 24. April 2014, kündigte der Kreisverband Gütersloh der rechtspopulistischen Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) einen offenen Stammtisch im Landgasthaus Heitmann in Herzebrock-Clarholz an.

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Kreis Paderborn: Leiche von V-Mann obduziert

Ende März 2014 wurde der ehemalige V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) Thomas Richter (39, Deckname "Corelli") in einer Wohnung im Kreis Paderborn leblos aufgefunden. Darüber berichtet heute, am 24. April 2014, der WDR.

Zeuge im NSU-Prozess

Richter lieferte jahrelang Informationen aus der Neonazi-Szene an das BfV. Zeitweilig unterhielt er Kontakt zu Mitgliedern des "Nationalsozialistischen Untergrunds", seine Telefonnummer fand sich auf einer bereits 1998 gefundenen Liste des NSU-Mitglieds Uwe Mundlos, und sagte mehrmals als Zeuge im NSU-Prozess aus. Nach seiner Enttarnung im September 2012 lebte er offenbar zuletzt im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms in einer Wohnung im Kreis Paderborn, in der auch die Leiche gefunden wurde.

Toxikologische Untersuchung

Während in neonazistischen Internet-Foren über einen (staatlichen) "Mord" wild spekuliert wird, erbrachten die Ermittlungen nach Spiegel Online-Informationen bislang keine Hinweise auf eine "Fremdeinwirkung". Richter starb nach Aussage der Staatsanwaltschaft Paderborn an einem diabetischen Schock. Das habe die Obduktion seines Leichnams ergeben. Obwohl die Staatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden hat, läuft eine toxikologische Untersuchung des Leichnams am rechtsmedizinischen Institut in Münster.

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.04.2014:
Stolpersteine werden geputzt

Bielefelder Zeitung / Westfalen-Blatt, 24.04.2014:
Martin Luther und die Juden

Westfälisches Volksblatt / Westfalen-Blatt, 24.04.2014:
Vortrag über "entartete Kunst"

Lippische Landes-Zeitung, 24.04.2014:
Gefahrenpunkt Ukraine

Schaumburger Nachrichten Online, 24.04.2014:
Anträge / Nazi-Prozess unterbrochen

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.04.2014:
Rätsel um Tod eines V-Manns

WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.04.2014:
Leiche von angeblichem V-Mann "Corelli" obduziert: Todesursache war diabetischer Schock

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.04.2014:

Stolpersteine werden geputzt

24.04.2014 - 16.34 Uhr

Bürger, Schüler und Politiker in Minden erinnern in diesen Tagen an die Ermordung von Mitbürgern in der Nazi-Zeit. Sie putzen so genannte Stolpersteine. Die Steine aus Messing mit den Namen von Ermordeten wurden vor den Häusern der Opfer verlegt. Organisator der Aktion ist Hans Langescheid. Seit 2005 wurden in Minden 88 Stolpersteine verlegt und viele sind im Laufe der Jahre verschmutzt und nicht mehr gut lesbar. Die Stolpersteine erinnern an ermordete Juden, Sinti und Euthanasie-Opfer.

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Bielefelder Zeitung / Westfalen-Blatt, 24.04.2014:

Martin Luther und die Juden

Bielefeld (WB). Der evangelische Kirchenkreis lädt zu einer Ausstellung und einem Vortrag in das Haus der Kirche an der Markgrafenstraße 7 ein. Die Ausstellung beschäftigt sich von Montag, 28. April, bis Freitag, 23. Mai, mit dem Thema "Drum immer weg mit ihnen! Luthers Sündenfall gegenüber den Juden". Am Donnerstag, 15. Mai, beginnt um 20 Uhr ein Vortrag über diese Ausstellung.

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Westfälisches Volksblatt / Westfalen-Blatt, 24.04.2014:

Vortrag über "entartete Kunst"

Paderborn (WV). Westfälische Künstler aus der Zeit des Nationalsozialismus stehen im Mittelpunkt eines Vortrags, den der Historiker und Kunsthistoriker Klaus Kösters heute, Donnerstag, in der Kaiserpfalz halten wird. Anlass ist die aktuelle Ausstellung von Berliner Skulpturen, die in der NS-Zeit als "entartete Kunst" eingestuft worden waren. Der Vortrag ""Entartete Kuns"t - NS-Kunst - Trivialkunst" beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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Lippische Landes-Zeitung, 24.04.2014:

Gefahrenpunkt Ukraine

Bad Salzuflen. Einen Vortrag zur Lage in der Ukraine hält Professor Karl-Hermann Krog am Donnerstag, 24. April, ab 15 Uhr beim Ostdeutschen Kreis. Im kleinen Saal der Gelben Schule spricht er über "Die Ukraine als Gefahrenpunkt im Blickfeld der Welt". Außerdem gibt es Informationen über den Jahresausflug des Ostdeutschen Kreises in den Spreewald vom 12. bis 14. Mai.

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Schaumburger Nachrichten Online, 24.04.2014:

Anträge / Nazi-Prozess unterbrochen

24.04.2014 - 20.12 Uhr

Die Verhandlung gegen drei mutmaßliche Neonazis vor dem Amtsgericht Stadthagen ist am Donnerstag vorerst ergebnislos zu Ende gegangen. Bevor der Prozess fortgesetzt werden kann, muss über zwei Befangenheitsanträge gegen Richter Kai Oliver Stumpe entschieden werden.

Stadthagen. Stumpe hatte zwei Polizisten als Zeugen "übersprungen". Eine Schöffin hatte die beiden Beamten dagegen anhören wollen. Stumpe sagte, erfahrungsgemäß käme bei solchen Aussagen nicht mehr heraus, als dass die in Frage stehenden Zeugen sich auf Grund der vergangenen Zeit kaum noch an etwas erinnerten. Zwei der drei Anwälte stellten daraufhin die Anträge. In einem davon heißt es, Stumpe habe seine Stellung als Vorsitzender missbraucht.

Die drei mutmaßlichen Rechtsextremen sollen zusammen mit weiteren Gesinnungsgenossen eine Schlägerei bei einer Abi-Fete in der Stadthäger Festhalle im Januar vergangenen Jahres begonnen haben. Zielscheibe waren Jugendliche, die aussagten, sich selbst "eher dem linken Spektrum" zuzurechnen. Bevor es handgreiflich wurde, sollen auch rassistische Beleidigungen wie "Schlitzauge" gefallen sein. Eines der Opfer hat asiatische Gesichtszüge.

Wer wann was gesagt und danach wie zugeschlagen hat, daran mochten sich auch die Betroffenen selbst nur schemenhaft erinnern. Die Anhörungen verliefen zäh. Ein 19-jähriger Mann aus Hannover, der sich nach eigenen Angaben "gegen Nazis" engagiert, gab an, sonst prinzipiell keine Aussagen bei der Polizei zu machen. Auf Grund der Schwere des Vorfalls hätte er sich entschieden, von dieser Linie abzuweichen.

Ein 24-jähriger mutmaßlicher Rechter, der derzeit in der JVA Vechta einsitzt, soll bei der Abi-Feier einen 19-Jährigen aus Wiedensahl niedergeschlagen haben. Danach traktierten angeblich weitere Rechtsextreme den jungen Mann mit Fußtritten. Der 24-Jährige stand auch wegen eines weiteren Faustschlags in Volksdorf am Vatertag vergangenen Jahres vor Gericht. Sein Pflichtverteidiger räumte gleich zu Beginn der Verhandlung ein, die Vorwürfe seien "im Wesentlichen richtig". Sein Mandant entschuldige sich aber und habe zugesagt, zukünftig "nicht mehr aktiv an Veranstaltungen aus dem politischen Bereich" teilnehmen zu wollen.

Wegen des Vorfalls in der Festhalle sitzen außerdem ein 22-jähriger Stadthäger und ein 25-Jähriger aus Obernkirchen auf der Anklagebank. Bei beiden soll es sich einem Zeugen zufolge um in Schaumburg und darüber hinaus bekannte "Autonome Nationalisten", Neonazis also, handeln. Der Stadthäger soll bei der Abi-Feier mit einem 21-jährigen "linken" Studenten aus Hannover gestritten haben. Daraufhin soll der Obernkirchener dem Opfer eine Bierflasche auf dem Kopf zerschmettert haben - die Schlägerei brach los. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung.

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.04.2014:

Rätsel um Tod eines V-Manns

24.04.2014 - 16.54 Uhr

Der Tod eines Rechtsextremisten im Kreis Paderborn wirft weiterhin Fragen auf. Der 39-Jährige hat als V-Mann für den Verfassungsschutz gearbeitet und wurde Anfang April tot in einer Wohnung aufgefunden. Den genauen Ort will die Staatsanwaltschaft nicht nennen. Nur die Todesursache wurde heute vorläufig bestätigt. Der Mann starb an einem diabetischen Schock. In zwei bis drei Wochen werden die Ergebnisse einer toxikologischen Untersuchung erwartet.

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 24.04.2014:

Leiche von angeblichem V-Mann "Corelli" obduziert: Todesursache war diabetischer Schock

24.04.2014 - 15.33 Uhr

Die Todesursache des 39-jährigen Rechtsextremisten, der Anfang April im Kreis Paderborn tot aufgefunden wurde, ist zwar bestätigt, doch der Fall wirft weiter Rätsel auf. Wer war dieser Mann?

Der 39-Jährige soll als V-Mann unter dem Decknamen "Corelli" für den Verfassungsschutz gearbeitet haben und sollte als Zeuge im Prozess gegen den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) aussagen, schreibt Der Spiegel. Doch bevor es dazu kam, starb er. Wo genau im Kreis Paderborn seine Leiche gefunden wurde, will die Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt geben, auch nicht, wer ihn gefunden hat. Allein die Todesursache wurde heute (24.04.2014) vorläufig bestätigt: Der Rechtsextreme starb nach Aussage der Staatsanwaltschaft Paderborn an einem diabetischen Schock. Das habe die Obduktion seines Leichnams ergeben.

Viele offene Fragen

Obwohl die Staatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden hat, läuft eine toxikologische Untersuchung des Leichnams am rechtsmedizinischen Institut in Münster. Das sei ein übliches Verfahren, heißt es. In zwei bis drei Wochen soll es dazu Ergebnisse geben. Rätselhaft ist auch, dass seine Zuckererkrankung scheinbar weder den Behörden, noch seiner Familie bekannt war, so Der Spiegel.

Unklar ist außerdem, wie tief der 39-Jährige in der rechtsextremen Szene steckte und welche Verbindungen er tatsächlich zum Nationalistischen Untergrund hatte. Hier kommt eine geheimnisvolle CD ins Spiel, die der Verfassungsschutz Anfang März erhalten hat. Darauf sollen laut Spiegel-Informationen 15.000 Daten, wie Bilder, Karikaturen und Plakate aus der rechtsextremen Szene sein. Der V-Mann "Corelli" soll Urheber einiger dieser Daten sein. Die Generalbundesanwaltschaft bestätigt den Erhalt der CD. Das Bundeskriminalamt habe diese untersucht, aber bisher keine Bezüge zum NSU feststellen können. Man habe den Neonazi im Rahmen der NSU-Ermittlungen vernommen, aber das sei nicht ergiebig gewesen.

Aufklärung gefordert

Zweifel an den Aussagen der Sicherheitsbehörden äußert die Obfrau der Linken im NSU-Ausschuss, Petra Pau. In einer Presseerklärung schreibt sie: "Die aktuellen Berichte legen nahe, dass "Corelli" als V-Mann näher am "NSU-Trio" dran war, als offiziell bislang eingeräumt wird." Sie äußert außerdem den Verdacht, dass der NSU-Untersuchungsausschuss hingehalten und ausgebremst wurde. Dem WDR sagte Pau, dass sie heute (24.04.2014) eine parlamentarische Anfrage zu den Umständen des Todes von "Corelli" und dem Zeugenschutzprogramm gestellt habe. Sie geht davon aus, dass der Innenausschuss des Bundestages den Fall "Corelli" thematisieren wird.

Staatsanwaltschaft Paderborn ermittelt weiter

Etwas mehr Licht ins Dunkel bringen, könnten auch Aussagen der Staatsanwaltschaft Paderborn. Sie will sich eventuell in der kommenden Woche dazu äußern, wer den 39-Jährigen gefunden hat und ob am Fundort Unterlagen sichergestellt werden konnten. Bisher könne man auch ermittlungstaktischen Gründen nichts dazu sagen.

Bildunterschrift: Hatte "Corelli" Kontakt zu Beate Zschäpe und den beiden anderen Mitgliedern des NSU?

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