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Zeitung für Bad Driburg und Brakel / Westfalen-Blatt , 08.12.2009 :

"Es darf nie wieder zu solch schlimmen Taten kommen" / Karl Brinkmöllers Einsatz für jüdische Mitbürger geehrt

Von Herbert Sobireg

Bad Driburg (WB). "Mit großem Einsatz hat sich Karl Brinkmöller in vorbildlicher Weise um unsere Gesellschaft verdient gemacht." Das hat Landrat Friedhelm Spieker bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an den Bad Driburger (wir berichteten gestern) gesagt.

Der Landrat würdigte Karl Brinkmöllers Einsatz für die jüdischen Mitbürger in Bad Driburg, die von den nationalsozialistischen Machthabern terrorisiert wurden. Nach dem Krieg habe er sich unermüdlich für Versöhnung und Verständigung eingesetzt, habe mitgewirkt das Fundament zu festigen, auf dem der deutsche freiheitlich-demokratische Rechtsstaat aufgebaut ist.

Am 22. Juni 1921 in Bad Driburg geboren, erlernte Brinkmöller später im väterlichen Betrieb den Beruf des Buchbinders. Nach Krieg und Gefangenschaft übernahm er die Firma, betrieb eine Buch- und Schreibwarenhandlung und heiratete seine Ehefrau Gertrud, mit der er zwei Söhne hat.

Schon bald suchte er Kontakt zu früheren jüdischen Mitbürgern und deren überlebenden Angehörigen, sammelte Erinnerungen und schrieb ein Buch. An der früheren Synagoge wurde auf seine Initiative eine Gedenktafel errichtet.

Auch für die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe engagierte sich Brinkmöller mehr als 45 Jahre, organisierte Spendenaktionen und Kampagnen. 1972 gründete er die kreisweit tätige Aktionsgemeinschaft. Für seinen Einsatz wurde er mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

"Das umfassende Wirken von Karl Brinkmöller - im Licht der Öffentlichkeit und auch im Verborgenen - ist stets zum Wohle der Bürger geschehen", würdigte auch Bürgermeister Burkhard Deppe den Einsatz Brinkmöllers. Die hohe Auszeichnung durch Bundespräsident Horst Köhler sei auch eine große Ehre für Bad Driburg.

"Ich freue mich, dass viele meiner Anliegen, denen ich ein gut Teil meines Lebens und meiner Kraft geschenkt habe, für wichtig erachtet und gewürdigt werden. Hier geht es nicht um meine Person, sondern um wichtige Aufgaben, die erfüllt werden mussten", sagte Karl Brinkmöller bescheiden. Sein Dank galt allen, insbesondere seiner Frau Gertrud, die ihn bei allen Aktivitäten unterstützt haben. Er schloss mit den Worten: "Mögen meine Bemühungen mithelfen, dass es nie wieder durch Verleumdung, Hetze, Fremdenhass und Antisemitismus zu solch schlimmen Taten kommt."

Musikalisch umrahmt wurde diese Feier im Rathaus von Lisa Henneböhl und Juliane Fröhling (Jahrgangsstufe 12) vom Gymnasium St. Xaver.

Bildunterschrift: Karl Brinkmöller ist Träger des Bundesverdienstkreuzes.


brakel@westfalen-blatt.de

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