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Zeitung für Gütersloh / Westfalen-Blatt ,
25.01.2006 :
(Rietberg) Hana darf nicht zurückkehren / Familie Davrishev hat Einreiseverbot
Von Meike Oblau
Rietberg (WB). Die Hoffnung der Rietberger Hauptschüler auf eine Rückkehr ihrer nach Georgien abgeschobenen Mitschülerin Hana Davrishev scheint trügerisch. "Die Familie hat ein dreijähriges Einreiseverbot, da wird es keine Ausnahme geben, da gibt es kein Zurück", stellte die Pressesprecherin des Kreises Gütersloh, Carola Adenauer, gestern klar.
Die Lehrerkonferenz der Rietberger Hauptschule hatte am Montag beschlossen, beim Ausländeramt zu beantragen, Hana noch einmal für drei Monate nach Rietberg zurückkehren zu lassen, damit die 16-Jährige die Mittlere Reife abschließen kann. "Ich bin stolz auf mein Kollegium", sagte Schulleiterin Ingeborg Brack-Joos gegenüber dem Westfalen-Blatt. Die Schule bemühte sich gestern bereits um die Finanzierung des Aufenthalts, hatte schon einige Dinge geklärt. Hana sollte bei ihrer Klassenkameradin wohnen, das gesamte Lehrerkollegium hatte zugesagt, Hanas Aufenthalt finanziell zu unterstützen. Außerdem wollte sich Ingeborg Brack-Joos auch an den bei der drohenden Abschiebung der Familie Adamjan gegründeten Verein "Hilfe für Menschen in Not" und an den evangelischen Pfarrer Dietrich Fricke aus Rietberg wenden. "Unser Schulsozialarbeiter hat sogar schon Kontakt mit der georgischen Botschaft aufgenommen", erläuterte Ingeborg Brack-Joos. Acht Wochen hätte Hana "beschult" werden müssen, um benotet werden zu können. "Die georgische Botschaft hat uns schriftlich bestätigt, dass es Hanas Chancen in Georgien wesentlich verbessern würde, wenn sie einen deutschen Schulabschluss vorweisen könnte", so die Rektorin. Das Lehrerkollegium war bereits mit der Suche nach einem günstigen Flug beschäftigt und hoffte auf Unterstützung seitens des Ausländeramtes.
"Das Mädchen hat keine Chance"
Die Bemühungen der Hauptschule werden aber offenbar nicht von Erfolg gekrönt sein. "Auch wenn es hart klingt: das Mädchen hat keine Chance. Die Familie wusste seit 2000, dass sie verpflichtet ist, auszureisen. Wäre sie dieser Aufforderung sofort nachgekommen, wäre es jetzt auch nicht zu diesem Härtefall gekommen, dass das Mädchen kurz vor dem Schulabschluss die Schule verlassen und nach Georgien zurückkehren muss", so Kreis-Pressesprecherin Carola Adenauer. Der Rechtsanwalt der Familie Davrishev, Werner Robbers aus Bielefeld, kündigte gestern eine Presseerklärung an, die ein Fax zusammenfassen wird, das die Familie aus Georgien schickte.
guetersloh@westfalen-blatt.de
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