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Bielefelder Tageblatt (MW) / Neue Westfälische
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18.10.2006 :
"Kritik an Verkauf der Kirche unredlich" / Kreissynodalvorstandsmitglied Haase nimmt Stellung
Mitte (NW/los). Als unehrlich, unredlich und feige hat Horst Haase, Mitglied des Kreissynodalvorstand und Vorsitzender des Presbyteriums der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde, Horst Haase, die Kritik des früheren Presbyters der Paul-Gerhardt-Gemeinde, Hermann E. Geller, am Verkauf des Gotteshauses an der Detmolder Straße bezeichnet. Haase reagiert damit auf unsere Berichterstattung über die von Geller und anderen betriebene Gründung einer Bürgerinitiative für den Erhalt der Paul-Gerhardt-Kirche (NW, 14. Oktober).
Haase wirft Geller vor, er sei erst gegen den Verkauf des Kirchengebäudes aufgetreten, seitdem mit der jüdischen Kultusgemeinde ein konkreter Kaufinteressent mit Namen und Gesicht aufgetreten sei. Zuvor habe sich Geller als Sprecher der Paul-Gerhardt-Gemeinde vor und nach der Fusion mit der Neustädter Marienkirchengemeinde im Jahr 2005 für einen Verkauf der Kirche ausgesprochen. Haase zitiert aus einem mit Geller "Wort für Wort" abgestimmten Ergebnis-Protokoll einer Besprechung der Innenstadt-Gemeinden im April 2005: "Die Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde weist darauf hin, dass sie bisher ohne Mittel aus dem Härtefonds ausgekommen ist. Sie sieht auch für die nähere Zukunft keine finanziellen Probleme und würde am liebsten ohne Veränderung des Ist-Zustandes auch nach der Fusion weiterarbeiten, bis ein Investor gefunden ist, der das Grundstück minus Abbruchkosten zu einem angemessenen Preis kauft – oder die Haushaltslage dies nicht mehr zulässt (Pfarrhaus und Kirche). Der Kindergarten soll erhalten bleiben ... Von dem Vertreter der Paul-Gerhardt-Gemeinde (das war Hermann E. Geller, die Red.) wird erklärt, dass man sich einig sei, dass das Gesamtprojekt der Nachbarschaft (der Innenstadt-Kirchengemeinden, die Red.) nicht an Forderungen oder Erwartungen der bisherigen Paul-Gerhardt-Gemeinde scheitern dürfe."
In keinem der Gespräche vor oder nach der Fusion habe die Forderung nach einem "Erhaltung eines Symbols christlichen Lebens" in Form des Kirchturms, wie sie jetzt von der von Geller betriebenen Bürgerinitiative erhoben werde, je eine Rolle gespielt. Eine Rolle spiele diese Forderung erst, seitdem bekannt sei, dass die jüdische Kultusgemeinde die Kirche kaufen wolle. "Für mich zeigt das, dass die Beweggründe der selbst ernannten Retter der Paul-Gerhardt-Kirche nicht ehrlich sind – sie sind nur zu feige, laut zu sagen, dass sie nicht wollen, dass aus der nicht mehr benötigten Kirche eine Synagoge wird", so Haase wörtlich.
Geller habe an der Fusion von Neustädter Marienkirchen- und Paul-Gerhardt-Gemeinde maßgeblich und zustimmend mitgewirkt, erklärte Haase. An der Fusion könne und werde sich nichts mehr ändern. Im Gegenteil: Wenn die Finanzentwicklung der Kirche so weitergehe, wie es sich abzeichne, werde schon in sehr kurzer Zeit die hier gefundene und vom damaligen Presbyterium der Paul-Gerhardt-Gemeinde mitgetragene Lösung als in besonderer Weise gelungen angesehen werden.
lok-red.bielefeld@neue-westfaelische.de
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