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Die Klingenbergbesetzer , 20.03.1981 :

Spendenaufruf

Dies ist ein Spendenaufruf der ehemaligen Klingenbergbesetzer. Wir haben im November 1980 die ehemalige Klingenbergfabrik besetzt. Unsere Forderungen waren:

- Errichtung eines autonomen Kultur- und Kommunikationszentrums;
- kein Abriss der Klingenbergfabrik.

Wir haben dort sechs Wochen lang gezeigt, wie nötig ein Kultur- und Kommunikationszentrum in Detmold ist, indem wir aufzuzeigen versuchten, was in so einem Zentrum alles passieren kann: Musikveranstaltungen, Feten, Diskussionen, Informationsveranstaltungen über die verschiedensten Themen, Treffpunkt zum Reden und einiges mehr. Praktiziert wurde das Kultur- und Komminikationszentrum Klingenberg in selbstbestimmter und selbstorganisierter Form. Es gab keine Chefs. Jeder konnte seine Vorstellungen und Möglichkeiten einbringen. Möglich war dies nur, weil wir uns bemühten, einander zuzhören und zu verstehen, und auch weil die Sympathie und Unterstützung aus der Bevölkerung viel stärker war, als die örtliche Presse es wahrhaben will.

Wir versuchten mehrmals Gespräche mit der Stadtvertretung zu führen, die aber an mangelnder Gesprächsbereitschaft scheiterten (seitens der Stadt). In der Nacht zum 12. Januar 1981 wurde die Fabrik mit einem riesigen Polizeieinsatz geräumt. Der Abriss begann sofort. Der Polizeieinsatz und der Abriss wurden begleitet von einer Pressehetze, die uns zu Terroristen und Drogensüchtigen machte.

Wir, die 85 Leute, die in dieser Nacht in der Klingenbergfabrik waren, haben jetzt alle Strafbefehle wegen Hausfriedensbruch erhalten. Wir müssen Prozesse führen, die viel Geld kosten. Dieses Geld wäre besser in einem Kultur- und Kommunikationszentrum aufgehoben. Wir werden diese Prozesse führen, obwohl wir meinen, dass das Gericht zwar über Hausfriedensbruch entscheiden kann, aber nicht über ein Kultur- und Kommunikationszentrum.

Wir schreiben diesen Brief an alle Leute, von denen wir denken, dass sie uns unterstützen wollen oder dieses schon getan haben. Wir können die Prozesskosten und die Rechtsanwälte nicht alleine finanzieren und brauchen dabei eure Unterstützung durch eure Anwesenheit bei den Prozessen und durch eure Geldspenden und vieles mehr.

Wir haben ein Spendenkonto eingerichtet:

PSchKto. Nr.: 188334-306
Postscheckamt Hannover
Sonderkonto Th. Schlingmann

Quittungen können wir euch leider nicht ausstellen, da Hausbesetzungen natürlich nicht gemeinnützig sind.

Falls ihr Zeit habt, kommt zu den Prozessen, da im Gerichtssaal Öffentlichkeit nötig ist.

Vielen Dank!



Termine:

Mehrere Prozesse sind schon gewesen.


27.03.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 205 15.00 Uhr
03.04.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 205 08.00 Uhr
07.04.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 114 08.30 Uhr
07.04.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 114 11.00 Uhr
07.04.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 114 14.00 Uhr
05.05.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 104 11.20 Uhr
12.05.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 114 08.30 Uhr
12.05.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 114 12.00 Uhr
14.05.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 114 12.00 Uhr
15.05.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 114 14.00 Uhr
19.05.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 114 10.20 Uhr
02.06.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 114 08.30 Uhr
09.06.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 104 09.45 Uhr
07.07.1981 Amtsgericht Detmold Zimmer 114 09.45 Uhr

Weitere Prozesse folgen.


soli@alte-pauline.de

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