www.hiergeblieben.de

Neue Westfälische - Herforder Kreisanzeiger , 16.05.2019 :

Staatsschutz ermittelt wegen Witze-Seite in Vereinsheft

Bünder erstattet Strafanzeige: Zuvor hatte das neue Heft des TuS Dünne bereits für Ärger gesorgt / Großteil der Broschüre ist nunmehr in den Altpapiercontainer gewandert

Von Stefan Boscher

Bünde. So richtig lustig fand wohl kaum jemand die Witze-Seite, die im aktuellen Vereinsheft des TuS Dünne erschienen ist. Von "geschmacklos" über "unpassend" bis hin zu "kann doch wohl nicht wahr sein" waren die Rückmeldungen zahlreicher Leser auf den entsprechenden Artikel Ende April. Jetzt hat die Seite ein juristisches Nachspiel.

"So etwas ist verwerflich. Das darf man nicht durchgehen lassen", echauffierte sich ein Bünder gegenüber der Neuen Westfälischen. Er wolle nicht, dass die Sache im Sande verlaufe und habe deshalb bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Auf Anfrage von nw.de bestätigte Polizeisprecherin Simone Lah-Schnier den Eingang der Anzeige und auch, dass in diesem Fall nun ermittelt werde. Es gehe um den Vorwurf der Beleidigung, offenbar habe sich der Anzeigeerstatter persönlich beleidigt gefühlt, so die Polizeisprecherin.

Ermittelt wird in dem Verfahren nicht von den Herforder Beamten. Alle Vorgänge, die potenziell volksverhetzend sein können, werden beim Staatsschutz gebündelt. So sei auch dieser Fall an die Beamten des Staatsschutzes in Bielefeld weitergeben worden, so Lah-Schnier.

Neben sexistischen Scherzen und abwertenden Aussagen über kleinwüchsige Menschen werden auf der Seite Juden, Schwarze, Chinesen und Schwule beleidigt. Der TuS Dünne hatte sich gleich nach Bekanntwerden des Vorfalls von den Witzen distanziert: "Gegen Witze habe er grundsätzlich
nichts, so der Vereinsvorsitzende Martin Lohrie damals: "Aber wie man in einem einzigen Witz Antisemitismus, Rassismus und Schwulen-Feindlichkeit verbinden kann, das ist schon bemerkenswert."

Besonders ärgerlich ist für den Verein, dass die Witze-Seite in dem Heft nicht einmal geplant war. Beim Korrekturlesen sei aufgefallen, dass eine Anzeigenseite doppelt geplant war, so Lohrie. Die vom Verein beauftragte externe Layouterin habe daraufhin eine der Anzeigenseiten gegen die Witze-Seite ausgetauscht. Anschließend sei das Heft in den Druck gegangen, ohne dass es der Verein noch einmal abgenommen habe. Von einem "Desaster" sprach Lohrie vor einer Woche.

Von der dreistelligen Auflage der Broschüre sei ein Großteil in den Altpapiercontainer gewandert. Lohrie: "Solange ich hier noch im Verein bin, wird so etwas nicht mehr vorkommen. Das ist 100-prozentig sicher."

Bildunterschrift: Geschmacklos: Die Witze-Seite, die nun sogar die Polizei beschäftigt.

_______________________________________________


Am 16. Mai 2018 publizierte die "Neue Westfälische", dass der Staatsschutz wegen Beleidigungen, auf der "Witze-Seite" im neuen Vereinsheft des Fußballvereins "TUS FA Dünne", wegen Volksverhetzung ermittelt.

_______________________________________________


www.gegenrechts.info

www.mobile-beratung-owl.de


zurück