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Westfalen-Blatt , 15.05.2019 :

Ermittlungen gegen Pfarrer

Minden: Geistlicher hantierte an AfD-Plakat in Kirchennähe

Von Christian Althoff

Minden (WB). Ein Mindener Pfarrer hat möglicherweise versucht, ein AfD-Wahlplakat zu entfernen. Es hing an einem Laternenpfahl vor dem Gelände der St.-Lukas-Kirche. Weil es sich um eine politisch motivierte Tat handeln könnte, hat der Staatsschutz im Bielefelder Polizeipräsidium den Fall übernommen. Der Vorwurf: Sachbeschädigung an einem Kabelbinder.

Ein AfD-Wahlhelfer hatte am Montagabend die Polizei gerufen, nachdem er nach eigenen Angaben den Pfarrer Clemens Becht "auf frischer Tat ertappt" hatte. Der evangelische Pfarrer soll zu diesem Zeitpunkt auf einer Leiter gestanden und einen der Kabelbinder durchtrennt haben, die das Plakat hielten. Das Plakat blieb hängen. Die AfD erstattete Strafanzeige gegen den Pfarrer und verbreitete gestern ein Foto, das den Mann mit seiner Leiter zeigt.

Der Geistliche ist seitdem im Internet massiven Angriffen ausgesetzt. Die AfD-Co-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, veröffentlichte auf ihrer Facebook-Seite die Schlagzeile "Pfarrer stiehlt und zerstört AfD-Plakate" - obwohl es diese Vorwürfe nach Angaben von Polizeisprecher Ralf Steinmeyer nicht gibt. Bis gestern Abend wurde der Weidel-Beitrag ("Das 7. Gebot, das da lautet "Du sollst nicht stehlen", hat ausgerechnet ein Pfarrer augenscheinlich vergessen") etwa 1.850 Mal kommentiert. Dabei wurde der Pfarrer von einigen Usern in die Nähe pädophiler Priester gerückt. Ein User forderte Weidel auf, Namen und den Dienstort des Pfarrers zu nennen. Der Rechtsanwalt, Landtagsabgeordnete und AfD-Landessprecher Thomas Röckemann aus Minden schrieb, am Montag seien "dutzende AfD-Wahlplakate" in Minden gestohlen worden. "Nun wurde ein Täter erwischt."

Gegenüber Mindens Superintendenten Jürgen Tiemann gab der Pfarrer an, er habe das Plakat nicht abnehmen sondern drehen wollen, weil es auf das Kirchengrundstück geragt habe. Er habe niemals ein Plakat gestohlen. Der Superintendent: "Ich habe mit dem AfD-Kreisverband gesprochen und deutlich gemacht, dass wir eine Beschädigung oder den Diebstahl von Plakaten nicht akzeptieren. Der Kirchenkreis hat der AfD ein klärendes Gespräch angeboten." Er hoffe, die Sache bald aus der Welt zu schaffen.

Bildunterschrift: Die AfD bezeichnet den Pfarrer auf Facebook als Dieb.

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Mindener Tageblatt, 04.05.2017:

Erneut Vorfall um AfD-Plakat

Minden (mt/nec). Zum zweiten Mal ist es zu einem Zusammenstoß zwischen AfD-Plakatierern und Passanten gekommen. AfD-Direktkandidat Thomas Röckemann war am frühen Morgen des Feiertags 1. Mai selbst unterwegs, um am Markt Plakate aufzuhängen. Er sei dort von einem Anwohner angepöbelt worden, der junge Mann habe ihm das Plakat entrissen und "Kampfhaltung eingenommen". Röckemann wehrte sich mit Pfefferspray.

Die Polizei bestätigte den Eingang einer entsprechenden Anzeige. Diese sei an den Staatsschutz Bielefeld weitergeleitet worden. Dort wird auch der Fall eines anderen AfD-Mitgliedes bearbeitet, der Ostern Plakat-Abreißer mit einer Schreckschusspistole gestellt haben soll.

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Mindener Tageblatt, 18.04.2017:

Nächtlicher Streit um Plakatabriss / AfD-Mann stellt Täter mit Waffe

Von Monika Jäger

Minden (mt). Der Staatsschutz ermittelt seit dem Wochenende wegen eines Vorfalls, der sich in der Nacht zu Karfreitag in Minden ereignet hat. Gegen 2.40 Uhr morgens kam es zur Konfrontation zwischen einem Mindener Mitglied der Partei Alternative für Deutschland (AfD) und zwei jungen Männern, die nach eigenen Angaben über Ostern in Minden zu Besuch waren. Die Männer rissen ein Wahlplakat der AfD ab, wurden dabei vom AfD-Mitglied mit einer Schreckschusswaffe gestellt. Wie diese Waffe zum Einsatz kam, beschreiben beide Seiten unterschiedlich.

Jetzt ermittelt der Staatsschutz wegen schwerer Sachbeschädigung

Sicher scheint: Der AfD-Mann stellte die beiden Männer zur Rede und warf ihnen vor, Wahlplakate entfernt und beschädigt zu haben. Um diesen Vorwurf zu belegen, hat die heimische AfD auf ihrer Facebook-Seite ein Foto eingestellt, auf dem schemenhaft zwei Personen erkennbar sind, von denen einer ein Plakat hält. Einer der beiden Männer bestätigt gegenüber dem MT, das Plakat abgerissen zu haben - aus einem spontanen Impuls heraus, als "Streich".

Auch die AfD bestätigt gegenüber dem MT, dass das AfD-Mitglied eine Schreckschusswaffe bei sich hatte. Auf diese habe er verwiesen, indem er seine Hand darauf legte, und so habe er die beiden Männer per "Jedermann-Anhalte- und Festnahmerecht" festgehalten. Gezogen habe er die Waffe nicht. Einer der beiden jungen Männer erklärte gegenüber dem MT, sie hätten gerade das Plakat abgerissen, als der Mann auf dem Fahrrad auf sie zugekommen sei und "Stehenbleiben, Hände hoch" gerufen habe. Dann habe er die Waffe gezogen, später aber wieder weggesteckt. Beide Parteien verständigten die Polizei.

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Am 14. Mai 2019 verleumdete der völkisch-nationalistische "AfD"-"Kreisverband Minden-Lübbecke", einen evangelischen Pfarrer in Minden als "Plakatedieb auf frischer Tat ertappt: Es war der Pfarrer!" (Facebook).

Am 13. Mai 2019 stellte der völkisch-nationalistische "AfD"-"Kreisverband Minden-Lübbecke" Strafanzeige gegen einen evangelischen Pfarrer in Minden wegen der "Sachbeschädigung" an einem "AfD"-Wahlplakat.

Am 1. Mai 2017 attackierte "AfD"-Rechtsaußen-Politiker Thomas Röckemann (Platz 16 der "AfD"-Liste zur NRW-Landtagswahl) in Minden einen jungen Mann, der ihm ein Plakat entwendet hatte - mit Pfefferspray.

Am 14. April 2017, um 2.40 Uhr, bedrohte ein "AfD"-Mitglied in Minden zwei Männer - die ein "AfD"-Plakat abrissen, mit einer Schreckschusswaffe, und hielt sie per "Jedermann-Anhalte- und Festnahmerecht" fest.

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