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Westfalen-Blatt / Westfälisches Volksblatt , 01.11.2018 :

Kranzniederlegung für polnische Opfer

Gedenken auf dem Ausländerfriedhof in Sennelager - 663 Tote verschiedener Nationalitäten dort begraben

Sennelager (WV). Auf dem Ausländerfriedhof in Sennelager haben Vertreter aus der Politik und dem öffentlichen Leben der polnischen Kriegsopfer des Zweiten Weltkriegs gedacht. Neben Bürgermeister Michael Dreier waren Andrzej Dudziński, Konsul und Leiter des Auslandspolenreferats des Generalkonsulates der Republik Polen in Köln, und Karl-Ernst Neumann, Vorsitzender des Freundeskreises Paderborn-Przemysl, vor Ort.

Michael Dreier ließ die Entstehung des Friedhofes Revue passieren. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges im August 1914 wurde ein belgischer Kriegsgefangener erstmals dort bestattet. Bis 1921 haben 405 Tote in Sennelager ihre Ruhe gefunden. Durch eine Umbettungsaktion in den 1960er Jahren wurden ausländische Kriegstote, die auf Friedhöfen im Regierungsbezirk Detmold begraben waren, nach Sennelager umgebettet. Zum jetzigen Zeitpunkt sind es 663 Tote verschiedener Nationalitäten.

Dreier erzählte, dass Polen ein Opfer der Angriffskriege Hitlers geworden ist und die jüdische Bevölkerung dabei fast vollkommen ausgerottet wurde. Eine Versöhnung konnte erst mit der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit erfolgen. Der Bürgermeister freute sich über das 25-jährige Bestehen der Städtefreundschaft zur polnischen Stadt Przemysl. "Die Kriegsgräberstätte in Sennelager soll uns daran erinnern, wie wertvoll der Frieden ist", betonte Dreier.

Der polnische Konsul Andrzej Dudziński erinnerte an die Opfer der Weltkriege: "Auf dem Friedhof in Sennelager sind Kriegsgefangene, Soldaten und zum größten Teil Zwangsarbeiter begraben." Allerheiligen wird in Polen der Toten gedacht und ihnen die Ehre erwiesen. Mit dem bekannten Satz "Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart" vom ehemaligen Staatsoberhaupt Richard von Weizsäcker setzte der Generalkonsul während der Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof in Sennelager ein Zeichen. Auszubildende der Stadt Paderborn legten zwei Blumenkränze nieder, damit erwiesen sie Kriegsopfern die Ehre. Mitglieder der städtischen Musikschule unter Leitung des stellvertretenden Schulleiters Heiko Röder sorgten für Musik.

Bildunterschrift: Bürgermeister Michael Dreier, Andrzej Dudziński und Karl-Ernst Neumann (rechts) ehren die Opfer des Zweiten Weltkrieges auf dem Ausländerfriedhof in Sennelager.

01./02.11.2018

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