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4 Veranstaltungen - Nachrichten: Beatrix von Storch und Co. am 25. Februar in Paderborn , 13.02.2018 :

Tages-Chronologie von Dienstag, 13. Februar 2018

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Veranstaltungskalender:



- Dienstag, 13. Februar 2018 von 08.00 bis 16.00 Uhr -


Ausstellung: "Detmold und das Warschauer Ghetto - Opfer und Täter"


Veranstaltungsort:

Landesarchiv NRW
Abteilung Ostwestfalen-Lippe
Willi-Hofmann-Straße 2
32756 Detmold


Ausstellungsdauer: Vom 16. Januar bis zum 27. April 2018; montags von 08.00 bis 19.00 Uhr, dienstags bis donnerstags von 08.00 bis 16.00 Uhr und freitags von 08.00 bis 13.00 Uhr.


Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Seit 1996 wird bundesweit dieses Ereignisses gedacht. Auch das Landesarchiv NRW - Abteilung Ostwestfalen-Lippe und das Stadtarchiv Detmold beteiligen sich regelmäßig mit Veranstaltungen und Ausstellungen daran.

In diesem Jahr erinnern wir an die Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto vor 75 Jahren. Aus Ostwestfalen-Lippe und auch aus Detmold wurde eine nicht geringe Zahl jüdischer Menschen nach Warschau deportiert. Nur ein Mann aus der Region überlebte.

Verantwortlich für die brutale Zerstörung des Ghettos und die Tötung tausender Menschen war ein Detmolder, Jürgen Stroop. Durch seine Taten wurde der Name der Stadt auf unrühmliche Weise vielerorts in der Welt bekannt.

Jürgen Stroop wurde durch ein polnisches Gericht zum Tode verurteilt und 1952 hingerichtet. An seine Taten erinnern Museen und Gedenkstätten in den USA, Polen und Israel.


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- Dienstag, 13. Februar 2018 von 08.00 bis 17.00 Uhr -


Ausstellung: Der alte jüdische Friedhof in Detmold - Grabsteine, die Geschichten erzählen

- Fotos von Ulrich Heinemann, Detmold


Veranstaltungsort:

Rathaus am Markt
Foyer / Großer Sitzungssaal
Marktplatz 5
32756 Detmold


Ausstellungsdauer: Vom 11. Januar bis zum 16. Februar 2018; montags bis donnerstags von 08.00 bis 17.00 Uhr und freitags von 08.00 bis 13.00 Uhr.


Der alte jüdische Friedhof an der heutigen Richthofenstraße / Spitzenkamptwete wurde erstmals 1724 erwähnt und bis 1880 belegt. Eine Tafel an der hohen Stützmauer erinnert an diesen historischen Ort in Detmold. 1939 musste das Gelände an die Stadt veräußert werden. Anfang der 1950er Jahre wurden die 99 erhaltenen Grabsteine und die nicht verwesten Gebeine begleitet von einem Rabbiner auf den 1883 neu angelegten Friedhof an der oberen Spitzenkamptwete umgebettet. Das Gelände wurde 1954 eingeebnet.

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. hat im Rahmen eines Dokumentationsprojektes von dem bekannten Detmolder Fotografen Ulrich Heinemann die 99 Grabsteine mit Zustimmung der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold ablichten lassen.

Die schwierigen hebräischen Texte wurden im Auftrag der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. von Nathanja Hüttenmeister, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Salomon Ludwig Steinheim-Institutes für deutsch-jüdische Geschichte e.V. in Essen, fachkundig übersetzt und teilweise erläutert. Jeder Stein erzählt seine individuelle Geschichte. Die Übersetzungen hat die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. auf ihrer Internetseite - www.gfcjz-lippe.de - veröffentlicht. Die Ausstellung präsentiert ausgewählte Fotografien.


Ausstellung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. in Kooperation mit der Stadt Detmold.

www.gfcjz-lippe.de


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- Dienstag, 13. Februar 2018 um 19.30 Uhr -


Vortrag: "Nationalsozialistischer Untergrund" - Aufklärung oder Feigenblatt?


- www.nrw.nsu-watch.info

- www.nsu-watch.info


Veranstaltungsort:

Fla Fla
Diebrocker Straße 2
32051 Herford

www.facebook.com/FlaFlaHerford


- Vortrag zur Arbeit und Ergebnissen des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum "NSU" in Nordrhein-Westfalen, dem aktuellen Stand des NSU-Prozesses in München und Informationen zu den Aktionen am Tag der Urteilsverkündung am Oberlandesgericht München


Am 6. April 2017, dem 11. Jahrestag der Ermordung von Mehmet Kubaşık, der im April 2006 mutmaßlich vom "NSU" in seinem Ladengeschäft in der Dortmunder Nordstadt erschossen wurde, legte der Parlamentarische Untersuchungsausschuss im Landtag von NRW seinen Abschlussbericht vor.

Landtag Nordrhein-Westfalen, Drucksache 16/14400: "Schlussbericht des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses III"; Datum des Originals: 31.03.2017 (1.150 Seiten).

Kurze zweieinhalb Jahre hatten sich die Ausschussmitglieder der Landtagsfraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90 / Die Grünen, FDP und Piratenpartei Zeit genommen. Sie befragten Zeuginnen und Zeugen sowie Expertinnen und Experten, hatten Neonazis geladen und den Verfassungsschutz um Aussagen und Akten gebeten.

Doch was ist aus dem Plan geworden, Aufklärung über ein "mögliches Fehlverhalten nordrhein-westfälischer Sicherheits- und Justizbehörden" mitsamt der dafür politisch Verantwortlichen und der zuständigen Behörden zu leisten?

Was hat der Ausschuss herausgefunden über die Ermittlungen zum Mord an Mehmet Kubaşık, zu den Sprengstoffanschlägen in der Kölner Probsteigasse und Keupstraße, zum bislang ungeklärten Tod des V-Mannes "Corelli", zum Mord an zwei Polizisten und einer Polizistin durch den Neonazi Michael Berger, zu rechten Netzwerken in NRW, und zuletzt auch zum Anschlag vom Düsseldorfer S-Bahnhof "Wehrhahn"?

Was bleibt also am Ende von der Forderung der Angehörigen und Überlebenden der Morde und Anschläge des "NSU": Warum war es möglich, dass der NSU über Jahre morden und brandstiften konnte?

Nicht zuletzt wollen wir auch über den aktuellen Stand im NSU-Prozess in München sprechen. Wann ist mit einem Urteil zu rechnen? Was ist übrig geblieben vom "Aufklärungsversprechen", das die Bundespolitik 2012 den Betroffenen gegeben hat?


Die Referentin ist aktiv bei der Initiative "NSU-Watch NRW".


Veranstaltung von "Antifa Tresens Herford": www.facebook.com/AntifaTresen


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- Dienstag, 13. Februar 2018 um 19.30 Uhr -


Vortrag von Dr. Karin Körber: Deutschland - wieder jüdische Heimat


Veranstaltungsort:

Forum Jacob Pins im Adelshof
Westerbachstraße 35 - 37
37671 Höxter

www.jacob-pins.de


Die Soziologin Karen Körber hat als erste Fellow des Jüdischen Museums Berlin von 2012 bis 2014 zum Thema "Lebenswirklichkeiten. Jüdische Gegenwart in Deutschland" geforscht.

Zentrale Ergebnisse der Untersuchung wurden erstmals auf der internationalen Konferenz "Contemporary Jewish life in a global modernity: Comparative European perspectives on a changing Diaspora" vorgestellt, die am 11. und 12. Dezember 2014 im Jüdischen Museum Berlin stattfand. Sie beschäftigte sich mit der Frage, welche Chancen, Herausforderungen und Konflikte sich für die jüdische Gegenwart in einem ethnisch, kulturell und religiös pluralen Europa stellen.

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Dienstag, 13. Februar 2018


Am 13. Februar 2018 stellten das Bielefelder "Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung" - (IKG), sowie die Stiftung EVZ die Studie "MEMO Deutschland - Multidimensionaler Erinnerungsmonitor" vor.

Am 23. November 2017 lehnte der - Verkehrsausschuss der Stadt Bünde - die Umbenennung der "Lettow-Vorbeck-Straße" ab, am 4. Dezember 2017 wurden Schilder der Bahnhofstraße beklebt: "Adolf-Hitler Str.".

Am 7. März lädt das "Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken", in der Herforder Gedenkstätte Zellentrakt, zu einem Künstlerin-Gespräch mit Myriam Thyes, ihre Videoarbeit "Sophie Taeuber-Arps Fluchtlinien", ein.

Am 15. Februar 2018 feiert die Jüdische Gemeinde Hameln e.V. das 21. Jahr seit der formalen Gründung, mit einem Geburtstagskonzert - Gruppen: "Schalom", "Chag Sameach" sowie "Simcha" - in der Synagoge.

Am 8. Juni 2017 unterzeichneten die "Elly-Heuss-Knapp-Schule", Gütersloh, der Verein "Heimatsucher e.V. - Schoah-Überlebende heute", und das Stadtarchiv Gütersloh eine Kooperationsvereinbarung für Projekte.

Am 10. Dezember 2018 berichtete das Westfalen-Blatt zur Kooperation Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) mit der mit Revanchismus-Vorwürfen bedachten: "Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung".

Im Jahr 2018 zahlt der Kreis Gütersloh dem Förderverein Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K), neben dem jährlichen Zuschuss in Höhe von 12.500 Euro, überdies noch 9.000 Euro für die Nachkriegsforschung.

Am 11. Oktober 2017 fand (Gelände der Polizeischule) eine außerordentliche Mitgliederversammlung, zur Änderung der Satzung (1993) vom Förderverein Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne e.V. statt.

Am 16. Dezember 2017 fand in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945 (zum ersten Mal) ein - Bildungspartner-Tag "Gedenkstätte und Schule" - unter dem Leitwort "Erinnern.Gestalten" statt.

Am 7. Februar 2018 beantwortete das NRW-Ministerium des Innern eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Christina Kampmann (SPD), über die Aktivitäten der völkischen "Ahnenstätte Seelenfeld", in Petershagen.

Am 9. Januar 2018 stellte die Bielefelder Abgeordnete Christina Kampmann (SPD), im Landtag Nordrhein-Westfalen eine Kleine Anfrage zu den Aktivitäten der völkischen "Ahnenstätte Seelenfeld" in Petershagen.

Am 27. September 2017 redete Julian Feldmann (in Petershagen) über die "Ahnenstätte" in Petershagen-Seelenfeld sowie über den völkischen "Bund für Gotterkenntnis" und den Verein "Ahnenstätte Seelenfeld".

Am 11. Juni 2017 fand in der - "Ahnenstätte Seelenfeld" - eine Zusammenkunft des Vereins "Ahnenstätte Seelenfeld" mit mehr als 80 Personen - dabei Wolfram Schiedewitz vom "Verein Gedächtnisstätte" - statt.

Am 6. Juni 2010 fand ein Treffen des "Freundeskreises Ahnenstätte Seelenfeld" mit über 120 Personen - darunter auch Neonazis wie Dennis Giemsch aus Dortmund - in der Gaststätte "Lindenhof" in Minden statt.

Am 20. März 2010 fand in Minden, Gaststätte "Lindenhof", ein Treffen des antisemitischen und völkischen "Bundes für Gotterkenntnis" ("Ludendorffer"), mit einem Vortrag von Gerhard Bracke (Braunschweig) statt.

Am 20. Juni 1992 veranstalteten die antisemitischen "Ludendorffer" ("Bund für Gotterkenntnis") am "Alter Salzweg" ("Jugendheim - Bund Deutscher Heimat") im Versmolder Stadtteil Loxten eine Sonnenwendfeier.

Für den 24. Februar 2018 ist ein "Vortrag" der notorischen Antisemitin Ursula Haverbeck-Wetzel (Vlotho) - "plus Balladenabend" - in "West-Niedersachsen" (" ... Weitere Infos über die üblichen Kanäle") beworben.

Am 12. Februar 2018 vermeldeten Neonazis im Internet, das OLG Celle habe die Revision der notorischen Antisemitin Ursula Haverbeck-Wetzel - Verurteilung des Landgerichts Verden, 28. August 2017, verworfen.

Am 30. Januar 2018 verwarf das OLG in Celle die Revision der notorischen Antisemitin: Ursula Haverbeck-Wetzel, Vlotho, gegen ein Urteil des Landgerichts Verden (28. August 2017) - Aktenzeichen: 3 Ss 50 / 17.

Am 28. August 2017 reduzierte das Landgericht Verden im Berufungsverfahren (Amtsgerichts Verden vom 21. November 2016) gegen Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho, das Urteil auf zwei Jahre Freiheitsstrafe.

Am 21. November 2016 wurde Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho wegen mehrfacher Volksverhetzung in der "Stimme des Reiches", vom Schöffengericht Verden zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Für den 25. Februar 2018 (um 10.00 Uhr) lädt die "Interessengemeinschaft Alternative Mitte" in der "AfD" zum "zweiten Deutschlandtreffen" unter anderem mit Beatrix von Storch in der "Nähe von Paderborn" ein.


www.uni-bielefeld.de/ikg

www.buginithi.de

www.strassennamen-westfalen-lippe.lwl.org

www.zellentrakt.de

www.jghreform.org

www.heimatsucher.de

www.geschichte-sozialwerk.de

www.stalag326.de

www.blumen-fuer-stukenbrock.de

www.wewelsburg.de

www.mobile-beratung-owl.de

http://aul-herford.de/projekte/nrweltoffen/

www.bgr-paderborn.de

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Westfalen-Blatt / Bünder Zeitung, 13.02.2018:
Politisch brisante Straßennamen

Neue Westfälische - Herforder Kreisanzeiger, 13.02.2018:
Im Gespräch mit der Künstlerin Myriam Thyes

Deister- und Weserzeitung, 13.02.2018:
Jüdische Gemeinde feiert Geburtstag

Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 13.02.2018:
Schüler halten die Erinnerung wach

Neue Westfälische - Tageblatt für Schloß Holte-Stukenbrock, 13.02.2018:
Sozialwerk - Zeitzeugen gesucht

Kreis Paderborn, 13.02.2018:
Pressemitteilung / "Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus setzen"

WDR-Nachrichten aus Westfalen-Lippe, 13.02.2018:
Völkische Szene in Ostwestfalen-Lippe

die tageszeitung Online, 13.02.2018:
Das Portrait / Ursula Haverbeck ist notorisch national

Norddeutscher Rundfunk, 13.02.2018:
Holocaust-Leugnerin muss in Haft

Hamburger Abendblatt Online, 13.02.2018:
Haft für Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck rückt näher

Radio Lippe, 13.02.2018:
Haverbeck wohl bald im Gefängnis

Blick nach Rechts, 13.02.2018:
Knast für Volksverhetzerin Haverbeck-Wetzel?

Norddeutscher Rundfunk, 13.02.2018:
Gefängnisstrafe für Holocaust-Leugnerin Haverbeck: "Keine Fahnenflucht"

Redaktion Panorama, 13.02.2018:
Gefängnisstrafe für Haverbeck: Keine Flucht ins Ausland

Die Welt Online, 13.02.2018:
Holocaust-Leugnerin Haverbeck scheitert mit Revisionsantrag

Neue Westfälische - Paderborn Kreiszeitung, 13.02.2018:
Deutschlandtreffen der Alternativen Mitte

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Westfalen-Blatt / Bünder Zeitung, 13.02.2018:

Politisch brisante Straßennamen

Geschichtswerkstatt arbeitet Umbenennungen aus NS-Zeit auf

Von Hilko Raske

Bünde (BZ). Straßennamen können zum Politikum werden - das hat die Diskussion um die Lettow-Vorbeck-Straße gezeigt. Hier soll ein Zusatzschild die Rolle des Reichswehrgenerals kritisch darstellen. Dass derartige Information auch bei anderen Straßennamen möglicherweise Sinn machen würden, zeigt ein Blick in ein Internetportal, an dem Stadthistoriker Jörg Militzer mitgewirkt hat.

"Die Straßenbenennungspraxis in Westfalen und Lippe während des Nationalsozialismus" nennt sich die Homepage. Sie gehört zum Projekt "Westfälische Geschichte", ein Angebot, das das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und die Stiftung Westfalen-Initiative ins Leben gerufen hat. Federführend bei der kritischen Aufarbeitung der Straßennamen ist dabei der Historiker Marcus Weidner. "Vor einigen Jahren ist Marcus Weidner an mich herangetreten, um einen Überblick über Bünder Straßennamen und -umbenennungen während des Nationalsozialismus zu erhalten", sagt Jörg Militzer. Viele derartige Anfragen seien bei ihm als Leiter der Bünder Geschichtswerkstatt gelandet. Es sei ein glücklicher Zufall gewesen, dass die Historie der Straßennamen zum damaligen Zeitpunkt ein Schwerpunkt der Geschichtswerkstatt war. Insoweit hatten ihre Mitglieder schon umfassende Recherchearbeit betrieben. "Alles, was wir zu NS-Bezügen von Straßennamen hatten, stellten wir Weidner zur Verfügung", so Militzer. Dabei habe man auch auf die Forschungsergebnisse von Norbert Sahrhage zurückgreifen können. 17 Neu- oder Umbenennung seien so zusammengetragen worden. Etliche sind inzwischen längst wieder Geschichte wie die Wilhelm-Gustloff-Straße (heutige Gasstraße). Aber auch so harmlos klingende Bezeichnungen wie der Frühlingsweg, den es noch heute gibt, sind durchaus politisch. Der Name wurde 1933 durch Beschluss des damaligen Bünder Bürgermeisters anlässlich "des Geburtstages des Führers, der den neuen deutschen Frühling brachte", vergeben.

Diskussionen könnte es vielleicht aber auch um Straßen geben, die nicht im Internetportal aufgelistet werden - zum Beispiel um die Carl-Diem-Straße im Stadtteil Dünne. In der Stadt Münster ist eine Straße dieses Namens vor Jahren umbenannt worden. Und auch in Osnabrück gibt es derartige Bestrebungen. Der Grund: Der Sportfunktionär Carl Diem - erster Direktor der Sporthochschule in Köln und Begründer des Deutschen Sportabzeichens - gilt aus Sicht von Historikern, obwohl kein Mitglied der NSDAP, als Mittäter und Sympathisant des NS-Regimes.

www.strassennamen-westfalen-lippe.lwl.org

Bildunterschrift: Jörg Militzer hat mit Mitgliedern der Geschichtswerkstatt die Namensgebung von Bünder Straßen zur NS-Zeit unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist in einem Internetportal das Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe zu sehen.

Bildunterschrift: Die Carl-Diem-Straße könnte politisch brisant werden.

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Neue Westfälische - Herforder Kreisanzeiger, 13.02.2018:

Im Gespräch mit der Künstlerin Myriam Thyes

Treffen: Die Schweizerin zeigt in der Gedenkstätte Zellentrakt ihre Videoarbeit "Sophie Taeuber-Arps Fluchtlinien" sowie digitale Grafiken / Das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken lädt zu einem Austausch mit ihr ein

Herford (nw). Das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken lädt für Mittwoch, 7. März, zu einem Gespräch mit der Künstlerin Myriam Thyes in die Zellentrakt-Gedenkstätte am Rathausplatz 1 ein. Die Schweizerin zeigt im Zellentrakt als Begleitausstellung zu "Anne Frank war nicht allein" ihre Videoarbeit "Sophie Taeuber-Arps Fluchtlinien" sowie digitale Grafiken aus ihrer Serie "Linien im Krieg". In beiden Werken interagieren ungegenständliche Zeichnungen von Sophie Taeuber-Arp aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs mit Fotografien von Nationalsozialismus und Krieg. Im Gespräch wird die Künstlerin auf ihre im Zellentrakt ausgestellten Arbeiten eingehen und Fragen zu den Werken und zu ihrer künstlerischen Praxis beantworten. Zur Diskussion stellen möchte Thyes auch die Frage, ob und wie Künstler auf gesellschaftliche Missstände, Ungerechtigkeit, Gewalt, Krieg und Umweltzerstörung reagieren können oder sollen. Die Ausstellung ist noch bis Montag, 26. März, geöffnet. Informationen gibt es beim Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken unter Tel. (05221) 189257 oder info@zellentrakt.de.

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Deister- und Weserzeitung, 13.02.2018:

Jüdische Gemeinde feiert Geburtstag

Hameln. Die Jüdische Gemeinde feiert mittlerweile ihr 21. Jahr seit ihrer formalen Gründung. Am Donnerstag, 15. Februar, wird es aus diesem Anlass ein Geburtstagskonzert geben. Ab 17 Uhr musizieren die Gruppe "Schalom" unter der Leitung von Chormeister Petr Chrastina sowie die Gruppe "Simcha" aus der Jüdischen Gemeinde Bad Pyrmont. Ort der Veranstaltung ist die Synagoge am Synagogenplatz 1.

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Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 13.02.2018:

Schüler halten die Erinnerung wach

Schoah-Überlebende: Die Elly-Heuss-Knapp-Schule kooperiert mit Zeitzeugen des Holocausts

Gütersloh (nw). Am 30. Januar 1933 ergriff Adolf Hitler mit der NSDAP die Macht in Deutschland. In der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur geschahen viele Gräueltaten, und das europäische Judentum sollte in den Augen der Nationalsozialisten ausgelöscht werden. Daher hat sich die Elly-Heuss-Knapp-Schule entschieden, an diesem Tag durch ein Projekt mit ihrem Bildungspartner, dem Verein "Heimatsucher", und dem Stadtarchiv zur Erinnerung an Schoah-Überlebende ein Zeichen zu setzen.

"Heimatsucher" ist ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Geschichten von Schoah-Überlebenden zu sammeln und weiterzugeben. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen stehen in einem Kontakt zu den Zeitzeugen und werden zu deren Zweitzeugen. Warum das sinnvoll ist, erklärt Vanessa Eisenhart von "Heimatsucher" zu Beginn des dreistündigen Schülerworkshops in den zehnten Klassen: "Zeitzeugen sind mittlerweile alt und oft auch krank, dennoch wollen sie ihre Geschichte erzählen. Bei manchen geht das Erzählen ihrer Lebensgeschichte so sehr an die Substanz, dass sie Wochen vor und nach den Terminen krank sind. Jedes Mal, wenn sie ihre Geschichte erzählen, durchleben sie diese erneut." Die Mitarbeiter von "Heimatsucher" verbreiten die Geschichten der Zeitzeugen schülergerecht und entlasten diese so. Hinzu kommt, dass einige Zeitzeugen nicht mehr leben. Erst vor zwei Monaten ist ein Zeitzeuge des Programms gestorben. Seine Geschichte lebt nun in den Köpfen der Zehntklässler der Elly-Heuss-Knapp-Schule Gütersloh weiter.

Sie alle haben sich vorgenommen, die Geschichte weiterzuerzählen. Viele sagten, dass sie durch die Geschichte zum Nachdenken angeregt worden sind. Etwas ganz besonderes durften die Schüler zum Abschluss ihres Workshops noch tun: einen Brief an die Zeitzeugen verfassen. "Heimatsucher" schickt die Briefe einmal im Monat an die Zeitzeugen und in einem Video berichten diese davon, wie sehr sie diese Briefe berühren und wie viel sie ihnen bedeuten.

Durch Stadtarchivar Stephan Grimm erfuhren Schüler Genaueres über die Juden-Verfolgung und die Zeit des Nationalsozialismus in Gütersloh. Bei einem historischen Stadtrundgang werden Täter-Orte besucht und die Stolpersteine geputzt.

Bildunterschrift: Bildungspartnerschaft: Durch ein Schild wird die Zusammenarbeit von Schule, Heimatsuchern und Stadtarchiv sichtbar.

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Neue Westfälische - Tageblatt für Schloß Holte-Stukenbrock, 13.02.2018:

Sozialwerk - Zeitzeugen gesucht

Neue Sprechstunde: Joanna Poethke arbeitet jetzt in der Dokumentationsstätte Stalag 326, um mit der Aufarbeitung der Geschichte des Sozialwerks zu beginnen / Immer mittwochs ist sie telefonisch erreichbar

Von Sabine Kubendorff

Schloß Holte-Stukenbrock. Mehr als 100.000 Menschen haben im Sozialwerk Stukenbrock ihre Spuren hinterlassen. Auf der Suche nach diesen Menschen, nach deren Spuren ist jetzt Joanna Poethke. Die 29-jährige Berlinerin hat damit begonnen, die Geschichte des Auffanglagers für Flüchtlinge, Vertriebene und Aussiedler wissenschaftlich aufzuarbeiten. Dazu muss sie nicht nur in Archiven recherchieren, sondern mit ehemaligen Bewohnern jeden Alters sprechen. Ihre Arbeit ist Teil des neuen Gesamtkonzepts, wie aus der Dokumentationsstätte Stalag 326 eine Gedenkstätte von nationaler Bedeutung werden soll (die NW berichtete).

Vor neun Jahren hatte Konrad Thorwesten mit Hilfe der ehemaligen Soziallager-Bewohner Klaus Streck und Klaus Affeldt eine vielbeachtete Ausstellungen zusammengetragen. Die Neue Westfälische legte eine Serie mit Erinnerungen auf, denn viele Menschen, für die das Sozialwerk die Brücke zur neuen Heimat war, sind in SHS geblieben und haben die Entwicklung der Stadt mitgeprägt. Klaus Streck zum Beispiel, der lange CDU-Ratsherr war. Er hat viele Jahre in dem Auffanglager gelebt, weil sein Vater dort nach der Flucht aus der DDR als Verwaltungsangestellter arbeiten konnte. Er hat einen großen Fundus mit Fotos aus jener Zeit, den er vor gut einem Jahr der Dokumentationsstätte vermacht hat.

Diese Dokumentationsstätte arbeitet die Geschichte des ehemaligen Lagers für (überwiegend) russische Kriegsgefangene auf. Auf diesem Gelände wurde nach Kriegsende ein Internierungslager der Briten für NS-Führungskräfte und der Kriegsverbrechen verdächtigter Menschen eingerichtet. Vor 70 Jahren wurde diese Gelände umgewidmet. Es entstand das Sozialwerk Stukenbrock. Offiziell gab es das bis 1970, als die Polizeischule dort eröffnet wurde. Tatsächlich lebten dort viel länger Aussiedler und Flüchtlinge.

Das weiß Oliver Nickel, Geschäftsführer der Dokumentationsstätte, aus eigener Erfahrung. Er kam 1973 als Vierjähriger mit seiner Familie nach Stukenbrock-Senne, weil sein Vater als Lehrer in der Polizeischule unterrichtete. Und Nickel kann sich noch sehr gut daran erinnern, wie er mit seinem Kettcar zu seinen Kumpeln in den roten Baracken fuhr und Polizisten salutierten, wenn er vorbeidüste.

Joanna Poethke will sich aber erst einmal um die frühen Jahre im Sozialwerk Stukenbrock kümmern. Sie hat eine 32-Stunden-Stelle, noch befristet bis Ende Mai. Sie und Geschäftsführer Oliver Nickel sind aber optimistisch, dass sie ihre wissenschaftliche Arbeit fortsetzen kann. Denn vor Joanna Poethke liegt die Herkulesaufgabe, nicht nur die Archive zu durchforsten, zum Beispiel nach Lagerausweisen. Sondern auch die Zeitzeugengespräche zu führen, die nach Einschätzung von Oliver Nickel je 10 bis 20 Stunden in Anspruch nehmen werden. Sie auszuwerten, einzuordnen und zu archivieren. Das wird nach Einschätzung von Oliver Nickel viele Jahre beanspruchen.

Erfahrung hat die studierte Sozial- und Kulturwissenschaftlerin auf diesem Gebiet bereits. So war sie an verschiedenen Forschungsprojekten beteiligt, unter anderem an der Erinnerungsstätte "Notaufnahmelager Marienfelde" (Berlin) für Flüchtlinge aus der DDR. Der Kontakt zur Dokumentationsstätte ist über deren Historiker Jens Hecker zustande gekommen. Sie hatten sich kennengelernt auf einer Tagung in Friedland zum Thema "Flucht und Vertreibung".

Homepage und Sprechstunde

Joanna Poethke bittet Sozialwerk-Zeitzeugen sich bei ihr zu melden: mittwochs von 10 bis 12 sowie zwischen 17 und 19 Uhr unter Tel. (05257) 3000 oder via E-Mail: info@geschichte-sozialwerk.de.

Es geht um auch Erinnerungsgegenstände.

Die Homepage: www.geschichte-sozialwerk.de

Bildunterschrift: Neues Kapitel: Joanna Poethke kümmert sich jetzt in der Dokumentationsstätte um das Sozialwerk Stukenbrock. Sie und Geschäftsführer Oliver Nickel zeigen Fotos aus dem Auffanglager, das 1948 offiziell eröffnet wurde und bis in die 70er Jahren hinein existierte.

Bildunterschrift: Wegweiser: Im Sozialwerk engagierten sich neben dem Deutsche Roten Kreuz (DRK) mehrere soziale Träger. Im Hintergrund sind die Nissenhütten aus den Anfangsjahren zu erkennen.

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Kreis Paderborn, 13.02.2018:

Pressemitteilung / "Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus setzen"

"Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus setzen" / Bildungspartner-Tag in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg unter dem Motto Erinnern. Gestalten: Hannah-Arendt-Gesamtschule unterzeichnet Kooperationsvertrag, Kreismuseum Wewelsburg hat jetzt zwölf Bildungspartner unterschiedlicher Schulformen

Kreis Paderborn (krpb). Gedenkstätten sind Orte, an denen Geschichten unmittelbar erlebt werden kann. Sie sind auch für Schulen wichtig wie nie zuvor, weil immer weniger Zeitzeugen ihre Erinnerungen und Erfahrungen weitergeben können. Zum ersten Mal veranstaltete das Kreismuseum Wewelsburg einen Bildungspartner-Tag für jene Schulen, die ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Museum offiziell mit einem Bildungspartnervertrag "Gedenkstätte und Schule" besiegelt haben. Der Bildungspartner-Tag stand unter dem Motto "Erinnern.Gestalten": Auf einem Markt der Möglichkeiten stellten die teilnehmenden Schulen ihre Projekte vor, die von Film- oder Theaterprojekten über Gedenkfeiern bis hin zu Ausstellungen zu Biographien und Schicksalen von KZ-Häftlingen reichten. Am Nachmittag konnten die Teilnehmer in sechs Workshops in Zusammenarbeit mit den Gedenkstättenpädagogen sich austauschen und neue Ideen entwickeln.

Seit Mai 2014 fördert das Land NRW diese Bündnisse, die sich mit den Themen Nationalsozialismus und Erinnerungskultur auseinandersetzen. Bildungspartnerschaften sollen es Schulen und Gedenkstätten erleichtern, zeitgeschichtliche Erinnerung im Unterricht, in Schulfahrten oder in Projekten zu gestalten. Beide Bildungspartner profitieren davon: Die Gedenk- und Erinnerungsstätten machen durch Projekte mit Schulen in der Region auf ihre Arbeit aufmerksam und werden für Kinder und Jugendliche zu einem vertrauten Lern- und Begegnungsort. Die Schulen erweitern ihre außerschulischen Lernangebote und erhalten Ideen, wie sie Orte, Ausstellungen oder Gedenktage an den Lehrplan anknüpfen können.

Neu im Boot ist die Hannah-Arendt-Gesamtschule, die zu Beginn der Veranstaltung den Kooperationsvertrag unterzeichnete. Damit unterhält das Kreismuseum Wewelsburg jetzt 12 Bildungspartnerschaften (sieben Schulen aus dem Kreis Paderborn, fünf aus den Nachbarkreisen).

Der stellvertretende Landrat des Kreises Paderborn, Hans-Bernd Janzen, dankte den Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und den Gedenkstättenpädagogen für ihr Engagement. Janzen betonte, dass Schulen Orte der Sozialisation seien, an denen Jugendliche und Erwachsene einander begegneten. Es sei wichtig, gerade hier ein Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus zu setzen. Gedenkstätten seien zunächst Friedhöfe, hier könne man der Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Sie erfüllten humanitäre Aufgaben, denn Gedenkstätten fühlten sich allen Opfern, deren Angehörigen und ihren Nachkommen verpflichtet. "Sie sind auch Orte historischer Aufklärung und gesellschaftlicher Reflektion", so Janzen. Diesen Bildungsauftrag erfülle die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg seit ihrem Bestehen in 1982. Janzen erinnerte daran, dass bereits vor den offiziellen Bildungspartnerschaften, seit Jahrzehnten, intensive und nachhaltige Projekte mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden konnten und das Museum immer schon auf eine intensive Zusammenarbeit mit Schulen gesetzt habe.

Andreas Weinhold als Vertreter des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes NRW bezeichnete diese Bündnisse als "Brummer der Bildungspartnerschaft". Hier werde Zivilcourage gefördert, "die eigentlich im Lehrplan stehen müsste, was sie aber leider nicht tut", so Weinhold. Auch Rolf-Victor Sienhans von der Bezirksregierung Detmold betonte, dass dieses Wissen in der Gesellschaft dauerhaft verankert werden müsse. In Anlehnung an den Philosophen Søren Kierkegaard bekräftigte er, dass Geschichte vorwärts gelebt und rückwärts verstanden werden müsse.

Katharina Dehlinger als Koordinatorin der Bildungsarbeit in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg erläuterte, was Bildungspartnerschaft bedeutet. Die Arbeit mit Schulen "heißt für uns in der Gedenkstätte, ungewöhnliche und spannende Facetten aufgezeigt zu bekommen. Wir sehen immer wieder auch noch anders hin, entdecken selbst Neues. Und wir können Anregungen geben, Hintergrundinformationen und als Gesprächs- und Diskussionspartnerinnen und -partner zur Verfügung stehen", so Dehlinger.

Genau hier setzten die Workshops am Nachmittag an. Im Rahmen einer Schreibwerkstatt lernten die Lehrkräfte und Schüler beispielsweise die Methode des kreativen Schreibens kennen. "Die Schüler können ganz für sich, in Ruhe und ohne frontale Wissensvermittlung, ihre Gedanken und Gefühle zu Papier bringen", erläutert die Leiterin der Schreibwerkstatt, Annalena Müller. Auf Spurensuche begaben sich die Teilnehmer mit Norbert Ellermann, Gedenkstättenpädagoge des Kreismuseums Wewelsburg. Sie lernten Gebäude aus der NS-Vergangenheit in Wewelsburg kennen und konnten so die Einwirkung der SS auf die Entwicklung des Ortes in der Zeit von 1933 bis 1945 nachvollziehen. Im Workshop "Die Würde des Menschen … " von Monne Lentz beschäftigten sich die Teilnehmer mit der Frage, was einen Menschen davon abhalten kann, anderen Menschen die gleichen Rechte zuzugestehen, die er für sich selbst beansprucht. Wie man recherchiert und selbständig im Offenen Archiv forschen kann, erfuhren die Schüler von Dirk Bader. Im Workshop "Fußball im Nationalsozialismus" von Volker Kohlschmidt ging es um die Geschichte der Fußballvereine der 1. und 2. Bundesliga. Die Teilnehmer erfuhren, wie Vereine gleichgeschaltet wurden, welche Zwänge und Freiräume bestanden und welche Möglichkeiten zum Widerstand blieben. Sonja Bauer näherte sich mit dem "Biografischen Koffer" dem Schicksal des ehemaligen KZ-Häftlings Hans Zimmermann.

Bildungspartner des Kreismuseums Wewelsburg sind das Berufskolleg Schloß Neuhaus, die Elly-Heuss-Knapp-Realschule Gütersloh, Sekundarschule Fürstenberg, Heinz-Nixdorf-Gesamtschule Paderborn, Leo-Sympher-Berufskolleg Minden, Liebfrauengymnasium Büren, Pelizaeus-Gymnasium Paderborn, Realschule in der Südstadt Paderborn, Realschule Steinhagen, Öffentlich-Stiftisches Gymnasium Bethel, Sekundarschule Bethel, beide Bielefeld, Hannah-Arendt-Gesamtschule Soest.

Hintergrund:

In den Jahren 1933 bis 1945 geriet die Wewelsburg in den Fokus von Heinrich Himmler, Reichsführer der SS, der das Renaissanceschloss mit seinem charakteristischen, dreieckigen Grundriss zu einer zentralen Versammlungsstätte für die SS ausbauen wollte. Die Pläne sollten von Häftlingen eines extra für die Bauvorhaben eingerichteten Konzentrationslagers in Wewelsburg umgesetzt werden. Dieses rangierte ab 1941 als eigenständiges Hauptlager KZ Niederhagen / Wewelsburg im nationalsozialistischen KZ-System auf derselben organisatorischen Stufe wie die Lager Buchenwald oder Sachsenhausen. Über 3.900 Häftlinge wurden in das KZ Niederhagen-Wewelsburg deportiert. Mindestens 1.229 Menschen starben vor Ort infolge der Arbeits- und Haftbedingungen sowie Misshandlungen und Willkür durch die SS-Wachmannschaften. Das Konzentrationslager in Wewelsburg war aber auch Exekutionsort der Gestapo. Mindestens 56 Menschen wurden auf dem Lagergelände oder einem unweit im Wald gelegenen Schießstand der SS ermordet. Im ehemaligen Wachgebäude wird die Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS" gezeigt. Dabei handelt es sich um die einzige museale Gesamtdarstellung der Geschichte und Verbrechen der SS. Inhaltlich endet die Ausstellung nicht 1945, sondern beleuchtet unter anderem die Aufarbeitung des SS-Terrors nach dem Krieg, die heutige Rezeption des historischen Ortes Wewelsburg und das Nachkriegsleben von Tätern und Opfern. Die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg ist die einzige KZ-Gedenkstätte in NRW.

Bildunterschrift: "Erinnern. Gestalten": Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Bildungs-Partnertages des Kreismuseums Wewelsburg, vorn im Bild (mit Anzug und Krawatte) der stellvertretende Landrat des Kreises Paderborn, Hans-Bernd Janzen, und Museumsleiterin Kirsten John-Stucke.

Bildunterschrift: Kirsten John-Stucke, Leiterin des Kreismuseums Wewelsburg, und Kerstin Haferkemper, Schulleiterin der Hannah-Arendt-Gesamtschule Soest, bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung, rechts im Bild der stellvertretende Landrat des Kreises Paderborn, Hans-Bernd Janzen.

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WDR-Nachrichten aus Westfalen-Lippe, 13.02.2018:

Völkische Szene in Ostwestfalen-Lippe

13.02.2018 - 05.51 Uhr

Die Landesregierung bestätigt vereinzelte Kontakte zwischen Vereinsmitgliedern der umstrittenen Ahnenstätte Seelenfeld in Petershagen und rechtsextremistischen Personen und Organisationen.

Das geht aus einer am Montag (12.02.2018) vorgestellten Antwort zu einer Kleinen Anfrage der Bielefelder SPD-Abgeordneten Christina Kampmann hervor. Mehrfach hatten sich auf und in der Nähe des Friedhofs Rechtsextremisten getroffen. Gegründet wurde der nicht-christliche Privatfriedhof 1929 von völkischen Ludendorffern. Die Betreiber der Begräbnisstätte sollen ihrer antisemitischen Ideologie noch heute nahestehen.

Laut Landesregierung ist die völkische Szene in Ostwestfalen-Lippe relativ stark präsent. Besonders ehemalige Mitglieder des 2008 verbotenen Collegium Humanums seien in der Region aktiv, aber ohne feste Strukturen. Die Stadt Petershagen ist zusammen mit dem Friedhofsverein dabei, die Geschichte der Ahnenstätte Seelenfeld aufzuarbeiten.

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die tageszeitung Online, 13.02.2018:

Das Portrait / Ursula Haverbeck ist notorisch national

Von Alexander Diehl

Jetzt könnte sie wirklich ins Gefängnis müssen, zum ersten Mal. Nachdem Ursula Haverbeck mit einem Revisionsantrag vor dem Oberlandesgericht Celle gescheitert ist, ist ein Urteil des Landgerichts Verden aus dem Oktober 2017 rechtskräftig: zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt - wegen Volksverhetzung. Für die öffentliche Leugnung, Billigung oder Verharmlosung nationalsozialistischer Verbrechen sieht das Strafgesetzbuch eine "Geld- oder aber Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren" vor.

Nicht das erste derartige Urteil gegen Haverbeck, ehemals Leiterin des 2008 verbotenen "Collegium Humanum" und zeitweise Vizechefin des "Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten". Eben das hat Ursula Meta Hedwig Haverbeck-Wetzel, geboren 1928 im hessischen Winterscheid, immer wieder getan: den Holocaust in Zweifel gezogen, die quasi-industrielle Ermordung von Millionen Menschen in ihrem Umfang oder gleich ganz infrage gestellt.

Erstmals verurteilt wurde die ehemalige Ehefrau von Werner Georg Haverbeck - einst führender Funktionär des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes und der NSDAP - dafür im Jahr 2004: 5.400 Euro Geldstrafe musste sie damals zahlen. Die Verdener Staatsanwaltschaft nun warf ihr 2016 vor, in der ebendort verlegten Stimme des Reichs den Holocaust erneut geleugnet zu haben. Zu ihrer Autorinnenschaft für die dabei herangezogenen Artikel hatte sie sich wiederholt bekannt.

Das Amtsgericht in der niedersächsischen Kreisstadt fand zweieinhalb Jahre Haft angemessen, Haverbeck ging in Berufung, juristisch vertreten von Wolfram Nahrath, der selbst schon diverse Funktionen im Neonazi-Spektrum innehatte. Das Landgericht reduzierte die Strafe zwar um ein halbes Jahr - setzte sie aber nicht zur Bewährung aus. Daneben kassierte Haverbeck im Herbst weitere sechs Monate auf Bewährung vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten sowie 14 Monate vor dem Landgericht Detmold; in beiden Verfahren sind noch Rechtsmittel anhängig.

Über die Haftfähigkeit der 89-Jährigen muss die Staatsanwaltschaft Verden entscheiden. Laut NDR äußerte sich Haverbeck gegenüber dem Fernsehmagazin Panorama: Unterstützer hätten ihr nahegelegt, ins Ausland zu gehen, aber: "Fahnenflucht" komme für sie "nicht infrage".

Bildunterschrift: Glaubt nicht an den Holocaust: Ursula Haverbeck.

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Norddeutscher Rundfunk, 13.02.2018:

Holocaust-Leugnerin muss in Haft

13.02.2018 - 18.41 Uhr

Verden. Die Haftstrafe des Landgerichts für eine bekannte 89-jährige Holocaust-Leugnerin ist rechtskräftig. Das hat das Oberlandesgericht Celle jetzt entschieden und damit den Revisionsantrag der Frau zurückgewiesen. Sie hatte wiederholt Nazi-Verbrechen und den Holocaust bestritten. Nun müsse die Frau ihre Haftstrafe antreten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden. Als mögliche Haftanstalt nannte er die Justizvollzugsanstalt für Frauen in Vechta.

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Hamburger Abendblatt Online, 13.02.2018:

Haft für Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck rückt näher

Das Oberlandesgericht hat die Verurteilung zu zwei Jahren Haft bestätigt. Jetzt wird noch die Haftfähigkeit der 89-Jährigen geprüft.

Celle. Nachdem die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (89) bisher mit Berufungsanträgen verhindern konnte, dass sie nach Verurteilungen ins Gefängnis muss, ist nun ein erstes Urteil rechtskräftig geworden: Das Oberlandesgericht in Celle habe die Revision gegen eine Entscheidung des Landgerichtes Verden verworfen, sagte Gerichtssprecherin Jessica Laß am Dienstag dem epd (Az.: 3 Ss 50 / 17). Dabei geht es um ein Urteil des Landgerichtes Verden, mit dem Haverbeck zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde. Nun muss sie ins Gefängnis, wenn sie haftfähig ist.

Dem NDR-Politikmagazin "Panorama" sagte Haverbeck, sie wisse noch nicht genau, wie es nun weitergehe. Unterstützer hätten ihr eine Flucht ins Ausland nahe gelegt. "Fahnenflucht kommt für mich in meinem Alter aber nicht infrage", sagte Haverbeck nach Informationen des NDR.

Verdener Urteil ist jetzt rechtskräftig

Mit der Entscheidung des Oberlandesgerichtes, das vom 30. Januar stammt, ist das Verdener Urteil rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft in Verden prüfe nun wie bei allen anderen Urteilen mit einer Gefängnisstrafe die Haftfähigkeit, sagte ihr Sprecher Marcus Röske dem epd. Einen Zeitrahmen nannte er nicht.

Haverbeck ist mehrfach wegen Volksverhetzung zu Haftstrafen verurteilt worden, neben Verden auch in Detmold, Hamburg und in Berlin. Sie hatte unter anderem behauptet, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager für die Rüstungsindustrie gewesen sei. In Verden ging es um Beiträge, die 2014 und 2015 in der rechtsextremen Zeitschrift "Stimme des Reiches" erschienen waren.

Haverbeck hat sich nie von ihren Taten distanziert

Keiner der Gerichtsentscheide war bislang rechtskräftig, weil Haverbeck immer Berufung eingelegt hatte. Sie hatte sich von ihren Taten aber auch nie distanziert. Bei der Entscheidung des Verdener Landgerichtes im August vergangenen Jahres sagte der Vorsitzende Richter Joachim Lotz, die Kammer habe "nicht die Erwartung, dass Sie aufhören. Ihnen geht es um die Verbreitung ihrer Thesen."

Die Angeklagte hatte zusammen mit ihrem inzwischen gestorbenen Mann das "Collegium Humanum" in Vlotho als Treffpunkt für Holocaust-Leugner und Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet geleitet. Die in den 1960er Jahren gegründete rechtsextreme Vereinigung und deren Teilorganisation "Bauernhilfe e.V." wurden 2008 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) verboten.

Bildunterschrift: Die wegen Volksverhetzung angeklagte Ursula Haverbeck im Gerichtssaal.

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Radio Lippe, 13.02.2018:

Haverbeck wohl bald im Gefängnis

Die wegen Volksverhetzung verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho muss wohl ins Gefängnis. Die 89-Jährige scheiterte vor dem Oberlandesgericht Celle mit einem Revisionsantrag gegen ein Urteil. Sie war im Sommer vergangenen Jahres wegen Volksverhetzung in acht Fällen zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. In dem Verfahren seien keine Rechtsfehler festgestellt worden, sagte eine Gerichtssprecherin heute. Damit sei das Urteil gültig. Haverbeck wurde schon mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt - auch in Detmold. Wiederholt behauptete sie, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen sei. Im Allgemeinen wird in solchen Fällen der Betroffene zum Haftantritt geladen.

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Blick nach Rechts, 13.02.2018:

Knast für Volksverhetzerin Haverbeck-Wetzel?

Das Oberlandesgericht hat die Revision der unverbesserlichen Holocaust-Leugnerin zurückgewiesen. Der gerichtsnotorischen Ursula Haverbeck-Wetzel könnte jetzt möglicherweise eine zweijährige Haftstrafe bevorstehen. Am 24. Februar ist sie derweil zu einem Vortrag vor Neonazis an einem nicht näher bezeichnetem Ort in West-Niedersachsen angekündigt.

Die bereits mehrfach verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel muss jetzt vermutlich doch ins Gefängnis. Das Oberlandesgericht Celle hat eine Revision 89-Jährigen gegen eine Verurteilung durch das Landgericht Verden im August 2017 zu einer zweijährigen Haftstrafe zurückgewiesen. Das Urteil ist damit rechtskräftig. Haverbeck-Wetzel war wegen Volksverhetzung in acht Fällen vom Landgericht Verden schuldig gesprochen worden. In der Neonazi-Zeitschrift "Stimme des Reiches" hatte die Rechtsextremistin mehrfach den systematischen Massenmord an sechs Millionen Juden bestritten (Blick nach Rechts berichtete am 29.08.2017).

In eigener Mission in Neonazi-Kreisen unterwegs

Bisher hatte Ursula Haverbeck-Wetzel hatte alle gegen sie erstinstanzlich oder vor Landgerichten gefällten Urteile rechtlich angefochten. Daher ist es bisher noch zu keiner Inhaftierung der notorischen Holocaust-Leugnerin Jährigen gekommen. Die rüstige Greisin saß zuletzt vor dem Detmolder Landgericht auf der Anklagebank (Blick nach Rechts berichtete am 29.11.2017) und wurde dort zu einer 14-monatigen Haft verurteilt. Auch dagegen legte sie Revision ein, so dass der Fall nun vor das Oberlandesgericht Hamm kommt.

In eigener Mission ist Haverbeck-Wetzel in Neonazi-Kreisen immer wieder zu Vorträgen unterwegs. Der nächste wird für den 24. Februar in West-Niedersachsen angekündigt. Der genaue Ort wird nicht öffentlich publiziert. Zusätzlich wird ein Balladenabend beworben, ohne den oder die Interpreten zu nennen. Es heißt lediglich, weitere Informationen seien "über die üblichen Kanäle" zu erhalten. Zuletzt war insbesondere die Neonazi-Partei "Die Rechte" mit Solidaritätsaufrufen und -bekundungen für Haverbeck-Wetzel in Erscheinung getreten. Mit dem Verkauf von Tragebeuteln und T-Shirts wird Geld eingenommen, womit die rechtlichen Auseinandersetzungen der Holocaust-Leugnerin finanziell unterstützt werden sollen.

Bildunterschrift: Muss möglicherweise jetzt doch in Haft, Ursula Haverbeck-Wetzel.

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Norddeutscher Rundfunk, 13.02.2018:

Gefängnisstrafe für Holocaust-Leugnerin Haverbeck: "Keine Fahnenflucht"

13.02.2018 - 12.24 Uhr

Hamburg (ots). Die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck muss nun doch ins Gefängnis: Nach mehreren Verurteilungen ist ein erstes Urteil gegen die 89-jährige Rechtsextremistin rechtskräftig geworden. Dem NDR-Politikmagazin "Panorama" im Ersten sagte sie, sie wisse noch nicht genau, wie es nun weitergehe. Unterstützer hätten ihr eine Flucht ins Ausland nahe gelegt. "Fahnenflucht kommt für mich in meinem Alter aber nicht in Frage", unterstrich Haverbeck.

Zwei Jahre Haft stehen der Auschwitz-Leugnerin Haverbeck jetzt bevor, weil sie wiederholt die Nazi-Verbrechen bestritten und damit die Herrschaft der Nationalsozialisten gerechtfertigt hatte. Das Oberlandesgericht Celle hat die Revision gegen ein Urteil vom Landgericht Verden zurückgewiesen, wie eine Sprecherin "Panorama" bestätigte. Damit ist das Urteil rechtskräftig und Haverbeck muss demnächst ihre Haftstrafe antreten. Über eine mögliche Haftunfähigkeit muss die zuständige Staatsanwaltschaft Verden entscheiden.

Das Landgericht Verden hatte Haverbeck im August vergangenen Jahres wegen Volksverhetzung in acht Fällen zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Hintergrund waren Beiträge der Rechtsextremistin im Neonazi-Blatt "Stimme des Reiches". Darin bestritt sie den Holocaust. "Wir haben nicht die Erwartung, dass Sie aufhören", sagte Richter Joachim Lotz bei der Urteilsverkündung zur Angeklagten. Haverbeck ist mehrfach vorbestraft und macht dennoch weiter. Haverbeck tritt nicht nur regelmäßig in rechtsextremen Kreisen als Referentin auf, sondern stellt den Massenmord der Deutschen an den Juden auch in ihren Schriften als "Lüge" dar. Auch im "Panorama"-Interview hatte sie den Holocaust mehrfach geleugnet. Ihre krude Argumentation, dass Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen sei, ist freilich widerlegt. Dennoch hat die Auschwitz-Leugnerin ihre Anhänger in weiten Teilen der rechtsextremen Szene. Unterstützer prangern im Rahmen der Prozesse gegen Haverbeck eine vermeintliche "Gesinnungsjustiz" an. Seit Ende 2015 sammelt Haverbeck Urteile mit Gefängnisstrafen ohne Bewährung. Zuletzt hatte das Berliner Amtsgericht sie wegen Volksverhetzung verurteilt. Weil die Rechtsextremistin stets durch alle Instanzen geht, ziehen sich die Verfahren. Mit dem Urteil aus Verden, das jetzt rechtskräftig ist, muss Haverbeck nun erstmals ins Gefängnis.

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Redaktion Panorama, 13.02.2018:

Gefängnisstrafe für Haverbeck: Keine Flucht ins Ausland

13.02.2018 - 11.52 Uhr

Von Robert Bongen und Julian Feldmann

Die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck muss nun doch ins Gefängnis: Nach mehreren Verurteilungen ist ein erstes Urteil gegen die Rechtsextremistin rechtskräftig geworden. Gegenüber dem Panorama sagte sie, sie wisse noch nicht genau, wie es nun weitergehe. Unterstützer hätten ihr eine Flucht ins Ausland nahegelegt. "Fahnenflucht kommt für mich in meinem Alter aber nicht in Frage", unterstrich die 89-jährige Frau.

Zwei Jahre Haft stehen der Auschwitz-Leugnerin Haverbeck jetzt bevor, weil sie wiederholt die Nazi-Verbrechen bestritten und damit die Herrschaft der Nationalsozialisten gerechtfertigt hatte. Das Oberlandesgericht Celle hat die Revision gegen ein Urteil vom Landgericht Verden zurückgewiesen, wie eine Sprecherin Panorama bestätigte. Damit ist das Urteil rechtskräftig und Haverbeck muss demnächst ihre Haftstrafe antreten. Über eine mögliche Haftunfähigkeit muss die zuständige Staatsanwaltschaft Verden entscheiden.

"Nicht den Eindruck, dass Sie aufhören"

Das Landgericht Verden hatte Haverbeck im August vergangenen Jahres wegen Volksverhetzung in acht Fällen zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Hintergrund waren Beiträge der Rechtsextremistin im Neonazi-Blatt "Stimme des Reiches". Darin bestritt sie den Holocaust. "Wir haben nicht die Erwartung, dass Sie aufhören", sagte Richter Joachim Lotz bei der Urteilsverkündung zur Angeklagten.

Haverbeck ist mehrfach vorbestraft und macht dennoch weiter. Die notorische Volksverhetzerin tritt nicht nur regelmäßig in rechtsextremen Kreisen als Referentin auf, sondern stellt den Massenmord der Deutschen an den Juden auch in ihren Schriften als "Lüge" dar. Auch in Panorama hatte sie den Holocaust mehrfach geleugnet.

Bildunterschrift: Ursula Haverbeck auf der Anklagebank beim Prozess in Verden.

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Die Welt Online, 13.02.2018:

Holocaust-Leugnerin Haverbeck scheitert mit Revisionsantrag

13.02.2018 - 10.52 Uhr

Celle / Verden (dpa). Die wegen Volksverhetzung verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck muss voraussichtlich ins Gefängnis. Die 89-Jährige scheiterte nach dpa-Informationen vor dem Oberlandesgericht Celle mit einem Revisionsantrag gegen ein Urteil des Landgerichtes Verden, das sie Ende August 2017 wegen Volksverhetzung zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt hatte.

Bei der Entscheidung des Oberlandesgerichtes sei das Urteil ausschließlich auf mögliche Rechtsfehler überprüft worden, sagte eine Sprecherin des Oberlandesgerichtes am Dienstag auf Anfrage. Diese seien aber nicht festgestellt worden. Damit sei das Urteil rechtskräftig. Haverbeck wurde schon mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt. Wiederholt behauptete sie, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen sei. Aus Sicht der Verteidigung sind die Äußerungen durch das Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt.

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Neue Westfälische - Paderborn Kreiszeitung, 13.02.2018:

Deutschlandtreffen der Alternativen Mitte

Paderborn (ber). Die Interessengemeinschaft Alternative Mitte der AfD will ihr zweites bundesweites Treffen am Sonntag, 25. Februar, in Paderborn abhalten. Als Gastredner haben demnach Beatrix von Storch und Albrecht Glaser bereits zugesagt. Auch Uwe Witt, arbeits- und sozialpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, wird in Paderborn erwartet. Nach NW-Informationen sollen insgesamt gut zehn Bundestagsabgeordnete an der Veranstaltungen teilnehmen. Sie sollen Einblicke in die Arbeit der ersten 100 Tage im Bundestag und einen Ausblick geben. Das Deutschlandtreffen ist eine geschlossene Veranstaltung nur für AfD-Mitglieder, teilen die Organisatoren mit.

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