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Westfalen-Blatt , 17.10.2017 :

Schon wieder verurteilt

Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck (88) in Berlin vor Gericht

Berlin / Vlotho (WB/bex). Die notorische Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho ist gestern erneut wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhängte eine sechsmonatige Haftstrafe ohne Bewährung. Die heute 88 Jahre alte Haverbeck soll am 30. Januar 2016 auf einer Veranstaltung des rechtsextremen "Hoffmann-von-Fallersleben-Kreises" in einer Gaststätte in Berlin-Lichtenrade den Holocaust geleugnet habe. Die Angeklagte wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete den Prozess als nicht nachvollziehbar. Sie sagte, die ihr vorgeworfenen Äußerungen seien Zitate aus einem Buch, das sie dort vorgestellt habe. Im Prozess gezeigte Filmaufnahmen eines Journalisten widerlegten dies laut Gericht jedoch. Demnach äußerte Haverbeck, dass "nichts echt" sei an den Gaskammern in Auschwitz und dass dort "keine Millionen und auch keine Hunderttausende umgebracht" worden seien. Nach dem Urteil kündigte Haverbeck umgehend Berufung an.

Gegen sie waren in den vergangenen Jahren deutschlandweit ähnliche Prozesse geführt worden. Zuletzt verhängte das Landgericht Verden (Niedersachsen) im August zwei Jahre Haft, weil sie die Nazi-Verbrechen in Abrede gestellt habe. Bislang ist jedoch kein Urteil rechtskräftig. Am 23. November steht Haverbeck erneut in Detmold vor Gericht. In dem Berufungsprozess vor dem Landgericht geht es um zwei Verurteilungen des Amtsgerichts zu acht Monaten auf Bewährung und zehn Monaten Haft ohne Bewährung wegen Volksverhetzung. Der Prozess war für Juni geplant. Haverbeck hatte sich krank gemeldet.

Bildunterschrift: Ursula Haverbeck mit ihrem Anwalt Wolfgang Nahrath in Berlin.


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