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Neue Westfälische - Bielefeld Süd , 11.10.2017 :

Gedanken zur Heimat

Tradition: Zum 45. Mal richtet der Bund der Vertriebenen ein Erntedankfest aus / Vorsitzender Tschacher: Deutsche Flüchtlingspolitik gefährdet unseren Wohlstand

Von Carolin Riethmüller

Sennestadt. Am Samstagnachmittag drehte sich im Sennestadthaus alles um die Ernte - und Schlesien. Der Bund der Vertriebenen feierte sein alljährliches Erntedankfest mit Kaffee und Kuchen, herbstlichen Liedern, Gedichten wie Ribbeck auf Ribbeck im Havelland und einer Verlosung. Die Preise waren von Sennestädter Geschäften gespendet worden.

Rund 70 Gäste hörten der Ansprache von Pfarrer Volker Gravemeier zu, in der es vor allem um Nachhaltigkeit ging. "Unsere Überlegungen und Taten müssen sich daran messen lassen, wie verträglich sie für folgende Generationen sind." Eckehard Tschacher, Vorsitzender des Bunds für Vertriebene in Sennestadt, hielt zunächst eine Rede über die Bedeutung der Landwirtschaft als Welternährer, dann aber mehr und mehr ein zur politischen Lage des Landes. "Wir Vertriebenen haben im Nachkriegsdeutschland entscheidend dazu beigetragen, dass in kurzer Zeit das deutsche Wirtschaftswunder durch Fleiß und Loyalität zu Volk und Vaterland geschafft wurde. Das darf nicht durch Leichtsinn und Unkenntnis der Politiker aufs Spiel gesetzt werden", so Tschacher. "Illegale Asylanten aus anderen Kulturen wollen sich nicht integrieren, sie missbrauchen unsere Willkommenskultur, das zeigen die vielen Attentate, die in unseren christlichen Ländern von Andersgläubigen rücksichtslos verübt wurden." Eckehard Tschacher machte die extremen Salafisten dafür verantwortlich.

Relativ abrupt kam der Wechsel zu Kaffee und Kuchen und zum Höhepunkt des Erntedankfestes: der traditionelle Auftritt des Volkstanzkreises Halle, der 13 Tänze unter anderem aus Schottland, Amerika und Ostwestfalen präsentierte und traditionell mit Erntegaben einrückte.

Bildunterschrift: In Trachten: Der Volkstanzkreis Halle präsentiert traditionelle Tänze aus verschiedenen Ländern.

Kommentar / Bitte mehr Verständnis

Carolin Riethmüller

Das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg solle nicht durch "Unkenntnis von Politikern aufs Spiel gesetzt" werden, denn: "Illegale Asylanten aus anderen Kulturen wollen sich nicht integrieren." Das sagte Sennestadts Vertriebenensprecher Eckehard Tschacher beim Erntedankfest.

Von einem Menschen, der selbst Krieg, Heimatverlust und Ablehnung erlebt hat, würde ich mir mehr Verständnis für die Geflüchteten wünschen, anstelle der Sorge, dass sie der Wirtschaft schaden. Zumal auch damals keiner erwartet hat, dass Millionen Vertriebene ohne Arbeit und Zuhause gut für die Wirtschaft sein würden. Dennoch hätten sie "entscheidend" dazu beigetragen, so Tschacher. Klar ist, dass die großen kulturellen Unterschiede heute mehr Vermittlung erfordern, damit Integration gelingt. Die Vertriebenen könnten dabei helfen.


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