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Westfalen-Blatt / Rahdener Zeitung , 17.05.2017 :

Bald "Platz der Synagoge"?

Antrag des Arbeitskreises Jüdisches Leben in Rahden - Ausschuss berät

Rahden (mama). Der Arbeitskreis Jüdisches Leben in Rahden hat beantragt, dass der Parkplatz neben dem Rathaus offiziell als "Platz der Synagoge" benannt wird. Vom 10. September 1852 bis zum 10. November 1983 stand hier eine Synagoge.

Mit diesem Antrag beschäftigt sich der Ausschuss für Soziales, Kultur und Tourismus in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 24. Mai, in öffentlicher Sitzung. Beginn 17 Uhr in der Aula der Grundschule Rahden.

"Die Grundrisse der einstigen Synagoge werden jetzt herausgepflastert und geben diesem Platz neben dem Obelisken und der Infotafel eine ganz besondere Bedeutung", formuliert es Claus-Dieter Brüning vom Arbeitskreis Jüdisches Leben in Rahden in einem Schreiben an Bürgermeister Dr. Bert Honsel. "Die meisten Stadtführungen beginnen und enden in der Regel auf dem "Platz der Synagoge". Die bisherigen Veranstaltungen des Arbeitskreises fanden auch über die Stadtgrenzen hinaus größere Beachtung und belegen den offenen Umgang Rahdens mit seiner Geschichte", schreibt Brüning weiter.

Die Stadtverwaltung empfiehlt, dass die Fraktionen über dieses Thema beraten und der Rat in seiner nächsten Sitzung über den Antrag abschließend entscheiden soll. Zur Begründung hieß es seitens der Verwaltung: Bereits im Jahr 2011 sei ein gleichlautender Antrag im Rahmen des 160. Jahrestages der Grundsteinlegung zum Bau der Synagoge vom Rahdener Ortsheimatpfleger Claus-Dieter Brüning gestellt worden. Seinerzeit sei daraufhin ein Arbeitskreis gegründet worden, der damit beauftragt wurde, den Platz direkt um den Gedenkstein optisch aufzuwerten und würdevoller zu gestalten. Die Grundrisse der einstigen Synagoge wurden durch Kopfsteine optisch sichtbar gemacht. Von einer Benennung als "Platz der Synagoge" wurde damals aber zunächst abgesehen. Grund hierfür seien die bevorstehenden Umarbeiten im Rathaus.

Durch die mittlerweile regelmäßig durchgeführten Stadtführungen, die an dem Gedenkstein beginnen und enden, sowie weitere Veranstaltungen des Arbeitskreises habe der Platz immer weiter an Bedeutung gewonnen.

Bei der Sitzung des Sozialausschusses sollen auch aktuelle Zahlen zur Flüchtlingssituation bekannt gegeben werden. Nach Stand vom 1. Mai 2017 leben in Rahden laut Michael Duffe (Sozialamt der Stadt) 322 Flüchtlinge. Davon sind 71 Personen anerkannt. 198 Personen befinden sich im Asylverfahren, 46 werden geduldet.

Bei 91 Personen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit der Anerkennung, sagte Duffe.

Bildunterschrift: "Hier stand von 1852 - 1938 die Rahdener Synagoge", lautet die Inschrift des Gedenksteins am Rande des Parkplatzes neben dem Rathaus. Auch eine Infotafel gibt es dort.

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Stadt Rahden - Der Bürgermeister, 09.05.2017:

Mitteilungsvorlage - Drucksachen Nr.: 66/2017

Beratungsfolge:

Ausschuss für Soziales, Kultur und Tourismus: 24.05.2017

Rat: 13.07.2017

Betreff:

Antrag des Arbeitskreises "Jüdisches Leben in Rahden" auf Benennung des Parkplatzes neben dem Rathaus als "Platz der Synagoge"

Beschlussvorschlag:

Ohne

Sachdarstellung:

Der Arbeitskreis "Jüdisches Leben in Rahden" beantragt die Benennung des Parkplatzes neben dem Rathaus in "Platz der Synagoge". Bereits im Jahr 2011 wurde ein gleichlautender Antrag im Rahmen des 160. Jahrestages der Grundsteinlegung zum Bau der Synagoge vom Rahdener Ortsheimatpfleger Claus-Dieter Brüning gestellt. Seinerzeit wurde durch einen Beschluss des Ausschusses für Soziales, Sport, Kultur und Tourismus ein Arbeitskreis gegründet, der damit beauftragt wurde, den Platz direkt um den Gedenkstein optisch aufzuwerten und würdevoller zu gestalten. Die Grundrisse der einstigen Synagoge wurden durch Kopfsteine optisch sichtbar gemacht. Von einer Benennung als "Platz der Synagoge" wurde auf Grund der bevorstehenden Umbauarbeiten im Rathaus sowie der damit verbundenen Neugestaltung der Außenanlagen zunächst abgesehen.

Wie im Antrag des Arbeitskreises angegeben, hat der Platz durch die mittlerweile regelmäßig stattfindenden Stadtführungen, die an dem Gedenkstein beginnen und enden sowie weitere Veranstaltungen des Arbeitskreises immer weiter an Bedeutung gewonnen. Die offizielle Benennung als "Platz der Synagoge" würde den offenen Umgang Rahdens mit seiner Geschichte weiter verdeutlichen.

Der Ausschuss nimmt den Antrag zur Kenntnis. Nach Beratung in den Fraktionen sollte der Rat in seiner nächsten Sitzung über den Antrag abschließend entscheiden.

Anlage:

Antrag des Arbeitskreises "Jüdisches Leben in Rahden"

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Arbeitskreis "Jüdisches Leben in Rahden", 04.05.2017:

Herrn
Bürgermeister
Dr. Bert Honsel
Lange Straße 9
32369 Rahden

Antrag auf Benennung des Parkplatzes neben dem Rathaus als "Platz der Synagoge"

Sehr geehrter Herr Dr. Honsel,

der Arbeitskreis "Jüdisches Leben in Rahden" beantragt hiermit, dass der Parkplatz neben dem Rathaus (wo dort einstmals die Synagoge stand) offiziell als "Platz der Synagoge" benannt wird.

Vom 10. September 1852 bis zum 10. November 1938 stand die Rahdener Synagoge unmittelbar neben dem Rathaus.

Die Grundrisse der einstigen Synagoge werden jetzt herausgepflastert und geben diesem Platz neben dem Obelisken und der Infotafel eine ganz besondere Bedeutung. Die meisten Stadtführungen beginnen und enden in der Regel auf dem "Platz der Synagoge". Die bisherigen Veranstaltungen des Arbeitskreises "Jüdisches Leben in Rahden" fanden auch über die Stadtgrenzen hinaus größere Beachtung und belegen den offenen Umgang Rahdens mit seiner Geschichte.

An dieser Stelle bedanken wir uns bei Ihnen, dem Stadtrat und der Verwaltung für die bisherige Unterstützung unserer Arbeit und würden uns freuen, wenn Fachausschuss und Rat unserem Antrag entsprechen könnten.

Mit freundlichem Gruß

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Neue Westfälische 13 - Lübbecke (Altkreis), 05.10.2011:

Gedenkstein am Ort der Eingangstür aufstellen

Rahden (nw). Ortsheimatpfleger Claus-Dieter Brüning regt an, den Platz zwischen dem Rathaus und Rehmann "Platz der Synagoge" zu nennen. Hier stand einst die Rahdener Synagoge. Dazu nimmt ein Leser Stellung.

Es ist eine gute Idee, wenn der Ortsheimatpfleger, Herr Brüning, die Wiederkehr des Tages der Grundsteinlegung der Synagoge zum Anlass nimmt, an das Schicksal der Juden in Rahden zu erinnern. Bislang gilt nämlich wie berichtet: "1980 wurde am äußeren Rand des Parkplatzes ein Gedenkstein errichtet."

Diese Anordnung ist eine symbolische Aussage: "Diese Synagoge ist auch angesteckt worden, wir wollen wohl daran erinnert werden, aber bitte nur ganz am Rande."

Ich schlage deshalb vor, den Gedenkstein dort aufzustellen, wo einmal die Eingangstür der Synagoge war. Dann wird auch wahr, was auf dem Gedenkstein steht. "Hier stand von 1852 bis 1938 die Rahdener Synagoge."

Wilfried Focken
Rahden


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