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1 Veranstaltung - Nachrichten , 13.03.2018 :

Tages-Chronologie von Dienstag, 13. März 2018

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Veranstaltungskalender:



- Dienstag, 13. März 2018 von 08.00 bis 16.00 Uhr -


Ausstellung: "Detmold und das Warschauer Ghetto - Opfer und Täter"


Veranstaltungsort:

Landesarchiv NRW
Abteilung Ostwestfalen-Lippe
Willi-Hofmann-Straße 2
32756 Detmold


Ausstellungsdauer: Vom 16. Januar bis zum 27. April 2018; montags von 08.00 bis 19.00 Uhr, dienstags bis donnerstags von 08.00 bis 16.00 Uhr und freitags von 08.00 bis 13.00 Uhr.


Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Seit 1996 wird bundesweit dieses Ereignisses gedacht. Auch das Landesarchiv NRW - Abteilung Ostwestfalen-Lippe und das Stadtarchiv Detmold beteiligen sich regelmäßig mit Veranstaltungen und Ausstellungen daran.

In diesem Jahr erinnern wir an die Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto vor 75 Jahren. Aus Ostwestfalen-Lippe und auch aus Detmold wurde eine nicht geringe Zahl jüdischer Menschen nach Warschau deportiert. Nur ein Mann aus der Region überlebte.

Verantwortlich für die brutale Zerstörung des Ghettos und die Tötung tausender Menschen war ein Detmolder, Jürgen Stroop. Durch seine Taten wurde der Name der Stadt auf unrühmliche Weise vielerorts in der Welt bekannt.

Jürgen Stroop wurde durch ein polnisches Gericht zum Tode verurteilt und 1952 hingerichtet. An seine Taten erinnern Museen und Gedenkstätten in den USA, Polen und Israel.

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Dienstag, 13. März 2018


Am 9. März 2018 ist der am 15. Juli 2015 - wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen - vom Landgericht Lüneburg verurteilte Auschwitz-"Buchhalter" Oskar Gröning, im Alter von 96 Jahren gestorben.

Am 17. Februar 2018 starb, im Alter von 87 Jahren, der Holocaust-Überlebende Bill Glied, Nebenkläger im Detmolder Auschwitz-Prozess gegen den ehemaligen "SS-Unterscharführer" Reinhold Hanning, in Toronto.

Am 30. Mai 2017 ist der einstige "SS-Unterscharführer" Reinhold Hanning (Lage) - am 17. Juni 2016 vom Landgericht Detmold wegen "Beihilfe zum Mord" in Auschwitz verurteilt, im Alter von 95 Jahren verstorben.

Am 17. Juni 2016 wurde der ehemalige "SS-Unterscharführer" Reinhold Hanning vom Landgericht Detmold wegen Beihilfe zum Mord in Auschwitz in mindestens 170.000 Fällen, zu 5 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Am 18. Februar 2016 sagte der 85 Jahre alte Bill Glied, jüdischer Auschwitz-Überlebender aus Toronto, als Zeuge beim Landgericht Detmold, im Prozess gegen den Ex-"SS-Unterscharführer" Reinhold Hanning aus.

Am 19. März 2018 präsentiert Ursula Kurze mit Konzertgitarre und Gesang, in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold, einen - "musikalisch-literarischen Abend mit Gedichten von Rose Ausländer".

Am 13. März 2018 berichtete die Deister- und Weserzeitung, dass in Hameln die Gedenktafel für Theodor Lessing - am 30. August 1933 von den Nationalsozialisten ermordet - zum dritten Mal verunstaltet wurde.

Am 15. März 2018 findet um 19.00 Uhr eine öffentliche Sitzung des Rates der Gemeinde Emmerthal - mit einem: "Sachstandsbericht" - über den beabsichtigten - "Dokumentations- und Lernort Bückeberg" - statt.

Am 13. März 2018 stimmte der Kreistag im Landkreis Hameln-Pyrmont, mit Mehrheit, für den zukünftigen Dokumentations- und Lernort Bückeberg - die Fraktionen von CDU und "AfD" votierten gegen das Projekt.

Am 1. März 2018 erzählte Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano - "Kultur- und Kommunikationszentrum Sumpfblume" in Hameln - über die NS-Zeit und sodann mit der "Microphone Mafia" auf der Bühne stehen.

Am 27. Februar 2018 empfahl der Ausschuss für Finanzen und Wirtschaft Kreisausschuss und Kreistag des Landkreis Hameln-Pyrmont, den Aufbau "Dokumentations- und Lernort Bückeberg gemeinnützige GmbH".

Am 23. Februar 2018 lud der - Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont - in das Veranstaltungszentrum: "Altes Hallenbad" in Hameln zum Fachforum "Erinnerungskultur Bückeberg" mit vier Diskussionsforen ein.

Am 22. Februar 2018 stimmten CDU / FWE im Rat der Gemeinde Emmerthal für den Antrag von der "AfD" zu dem zukünftigen Lern- und Erinnerungsort Bückeberg eine Befragung der Einwohnenden - abzuhalten.

Am 30. Januar 2018 stimmten CDU / FWE im Fachausschuss der Gemeinde Emmerthal für den Antrag der "AfD" - zum künftigen Lern- und Erinnerungsort Bückeberg eine Befragung der Einwohnenden abzuhalten.

Am 28. Dezember 2017, stellte Bernhard Gelderblom, der Leiter des Konzeptionsprojekts "Dokumentation Bückeberg", einen Entwurf eines Informationssystem der "Reichserntedankfeste", auf dem Bückeberg vor.

Für den 13. März 2018 war die Jahreshauptversammlung des (extrem rechten) "Ortsverbands Espelkamp" im revanchistischen "Bund der Vertriebenen", in der Gastwirtschaft "Schneiders Am Brunnen" angekündigt.

Am 20. Juni 2018, "Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung", kündigt der "Ortsverband Schloß Holte-Stukenbrock" im "BdV", am "Gedenkstein" Friedhof Stukenbrock-Senne eine Kranzniederlegung an.

Am 11. März 2018 fand eine Jahreshauptversammlung des "Ortsverbandes Schloß Holte-Stukenbrock" im revanchistischen "Bund der Vertriebenen" ("BdV"), im "Gasthof zur Post" mit dreißig Teilnehmenden statt.

Für den 9. Juni 2018 ist beim Neonazi-Event in Themar unter dem Titel: "Tage der nationalen Bewegung", ein Auftritt der Rechtsrock-Band "Sleipnir" um Sänger Marco Bartsch (geboren: Laszcz) aus Verl beworben.

Das für den 8. sowie 9. Juni 2018 beworbene Neonazi-Event in Themar ("Tage der nationalen Bewegung") wurde am 13. März 2018 - aus Naturschutzgründen - verboten - dagegen kann gerichtlich geklagt werden.

Im Jahr 2017 gab es im Kreis Gütersloh nach Angaben des NRW-Innenministeriums 46 "rechtsmotivierte" Straftaten, 16 in der Stadt Gütersloh - im Jahr 2016 waren es 62, in 2015 29 "rechtsmotivierte" Straftaten.

Der am 5. Oktober 2017 veröffentlichten "Jahresbilanz Politisch motivierte Kriminalität 2016" zufolge, sind im Kreis Gütersloh die "rechtsmotivierten" Straftaten auf 62 (29 im Jahr 2015 - in 2014: 17) angestiegen.

Am 17. März 2018 findet in Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945, von 10.00 bis 17.00 Uhr, ein: "Markt der Möglichkeiten - Gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Kreis Paderborn" statt.


www.youtube.com/watch?v=cuaT1ZN8LxI

www.nebenklage-auschwitz.de

www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/detmold/lg_detmold/j2016/4_Ks_45_Js_3_13_9_15_Urteil_20160617.html

www.youtube.com/watch?v=vCdMJb3OzhM

www.jg-hf-dt.de

www.antifahameln.blogsport.de

www.dokumentation-bueckeberg.de

www.geschichte-hameln.de

www.initiativegedenkortbueckeberg.wordpress.com

www.mobile-beratung-owl.de

www.wewelsburg.de

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Westfalen-Blatt, 13.03.2018:
Anwaltsschreiben: Früherer SS-Mann Gröning ist tot

Neue Westfälische - Herforder Kreisanzeiger, 13.03.2018:
Ein Abend mit Gedichten von Rose Ausländer

Deister- und Weserzeitung, 13.03.2018:
"Wir sind schon ziemlich verzweifelt"

Norddeutscher Rundfunk, 13.03.2018:
Bückeberg: Grünes Licht für NS-Dokumentationsstätte

radio aktiv e.V., 13.03.2018:
Kreistag stimmt für Dokumentations- und Lernort Bückeberg

Neue Presse Online, 13.03.2018:
Kreistag: Grünes Licht für NS-Dokumentationsort Bückeberg

radio aktiv e.V., 13.03.2018:
Heute entscheidet der Kreistag zum Thema Bückeberg

Deister- und Weserzeitung, 13.03.2018:
Wie entscheidet die Politik zum Bückeberg?

Neue Westfälische - Tageblatt für Schloß Holte-Stukenbrock, 13.03.2018:
Nach 50 Jahren gibt es eine besondere Ehrung

Radio Gütersloh, 13.03.2018:
Weniger rechtsextreme Straftaten im Kreis

Westfalen-Blatt / Westfälisches Volksblatt, 13.03.2018:
Workshops befassen sich mit Rassismus

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Westfalen-Blatt, 13.03.2018:

Anwaltsschreiben: Früherer SS-Mann Gröning ist tot

96-Jähriger ersuchte bis zuletzt um Haftverschonung

Hannover (epd/dpa). Der wegen Beihilfe zum Mord verurteilte frühere SS-Mann Oskar Gröning ist laut einem Schreiben, das der Staatsanwaltschaft Hannover vorliegt, tot. Gröning sei am Freitag im Alter von 96 Jahren in einem Krankenhaus gestorben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Abend. Zuvor hatte der »Spiegel« berichtet.

Eine unabhängige Bestätigung lag nicht vor. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover sagte »Spiegel Online« zufolge gestern: »Wir haben einen entsprechenden Schriftsatz des Anwalts von Herrn Gröning erhalten.« Eine Sterbeurkunde liege seiner Behörde nicht vor.

Oskar Gröning wurde im Juli 2015 vom Landgericht Lüneburg wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen im Vernichtungslager Auschwitz zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Er stellte ein Gnadengesuch an die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza (CDU), über das die Ministerin bis Ende dieser Woche entscheiden wollte.

Gröning war verurteilt worden, ohne dass ihm eine konkrete Tötung nachgewiesen wurde. Er habe durch das Bewachen von Gepäck und das Verwalten der Gelder der Gefangenen die Morde gefördert, hieß es in dem Urteil, das seit September 2016 rechtskräftig ist. Mitte Januar lehnte die Staatsanwaltschaft Lüneburg ein Gnadengesuch Grönings ab, mit dem er seinen Haftantritt abwenden wollte. Davor hatte bereits das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass Gröning haftfähig sei. Der 96-Jährige hatte bei seinen Eingaben auf seinen Gesundheitszustand verwiesen.

Grönings Fall markierte in der deutschen Rechtsgeschichte eine Zeitenwende im Umgang mit den Verbrechen des Holocausts. Über Jahrzehnte hatten die Behörden zuvor nur die verfolgt, die zur Leitung der Konzentrationslager gehört, selbst gemordet hatten oder durch besondere Grausamkeit aufgefallen waren.

Bildunterschrift: Oskar Gröning wurde wegen Beihilfe zum Mord im Konzentrationslager Auschwitz im Juli 2015 zu vier Jahren Haft verurteilt.

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Neue Westfälische - Herforder Kreisanzeiger, 13.03.2018:

Ein Abend mit Gedichten von Rose Ausländer

Herford (nw). Die Gitarristin und Sängerin Ursula Kurze wird am Montag, 19. März, ab 19.30 Uhr in der Herforder Synagoge auftreten. Titel ihres Programms: "Ich will wohnen im Menschenwort - ein musikalisch-literarischer Abend mit Gedichten von Rose Ausländer."

Ausländer wurde 1901 im früheren Österreich-Ungarn geboren und wuchs in einer weltoffenen Familie auf, die die Traditionen eines liberalen Judentums wahrte. 1921 wanderte sie in die USA aus, wo sie mit dem Schreiben begann. Sie kehrte 1933 zurück und überlebte im Ghetto die Juden-Verfolgung. Die traumatischen Erlebnisse aber auch ihr Glaube an die Unzerstörbarkeit und Ganzheit des Lebens prägen ihr Werk.

Veranstalter ist die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit der Evangelischen Frauenarbeit im Kirchenkreis. Der Eintritts beträgt 7 Euro. Die Synagoge, Komturstraße 21 - 23, öffnet an diesem Tag um 19 Uhr.

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Deister- und Weserzeitung, 13.03.2018:

"Wir sind schon ziemlich verzweifelt"

Gedenktafel in Lüders Park zum dritten Mal verunstaltet / Lessing wurde Opfer der Nazis

Von Philipp Killmann

Hameln. Wie er aussah, ist auf der Gedenktafel in Lüders Park am Alten Hallenbad nicht mehr zu erkennen; der Text über das Leben von Theodor Lessing wurde verunziert. Die Tafel wurde beschmiert, zerkratzt, beklebt. Zum Bedauern des interessierten Passanten - und der Hamelner Bibliotheksgesellschaft.

Schaden wird begutachtet und soll behoben werden

"Das ist das jetzt das dritte Mal, dass die Tafel verunstaltet wurde", teilt Bernd Bruns, der Vorsitzende der Bibliotheksgesellschaft, auf Anfrage der Dewezet mit. Bis dahin war ihm die erneute Verunstaltung noch gar nicht bekannt gewesen.

"Wir sind schon ziemlich verzweifelt", sagt er angesichts dieser Zerstörungswut. Er sagt aber auch: "Die Tafel soll erhalten bleiben." Der Schaden werde begutachtet und dann mit dem Vorstand geschaut, wie er sich beheben lässt.

2013 hat die Bibliotheksgesellschaft die Tafel installiert. Sie erinnert an Theodor Lessing (1872 - 1933), der einen Teil seiner Jugend in Hameln verbracht hat. Lessing wohnte von April 1891 bis September 1892 bei der Witwe Lüder, unweit des heutigen Lüder Parks, um am Schiller-Gymnasium sein Abitur abzulegen. Später arbeitete er als Hochschullehrer in Hannover. Er gilt als Pionier der Volkshochschulbewegung.

Am 30. August 1933 wurde der jüdische Intellektuelle von den Nazis in Marienbad ermordet.

Bildunterschrift: Die Tafel in Lüders Park, mit der Theodor Lessing gedacht wird: beschmiert, zerkratzt, beklebt.

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Norddeutscher Rundfunk, 13.03.2018:

Bückeberg: Grünes Licht für NS-Dokumentationsstätte

13.03.2018 - 20.30 Uhr

Der Weg für ein Dokumentationszentrum über die NS-Vergangenheit des Bückebergs bei Hameln ist frei. Das hat der Kreistag des Landkreises Hameln-Pyrmont am Dienstagabend entschieden. SPD, Grüne, FDP, Unabhängige und Linke stimmten für die Einrichtung, die Vertreter von CDU und AfD votierten gegen das geplante Konzept. Auch einige Anwohner wandten sich gegen das Projekt. Die Kritiker argumentieren unter anderem mit möglichen Folgekosten für den Landkreis. Die Debatte dauerte etwa drei Stunden. Landrat Tjark Bartels (SPD) sagte, es sei höchste Zeit, vor allem der jungen Generation zu zeigen, wie die Verführungsmechanismen der Nazis funktioniert hätten.

Nach dem Kreistagsbeschluss gibt es zwar grundsätzlich grünes Licht für das Dokumentationszentrum. Zunächst aber sollen nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen noch weitere Bürger-Foren folgen. Dazu soll der Bund als zusätzlicher Geldgeber für das Projekt gewonnen werden. Der Hügel war eine der zentralen Propagandastätten der Nationalsozialisten: Zwischen 1933 und 1937 veranstaltete die NSDAP auf dem von Albert Speer gestalteten Gelände mehrere so genannte Reichserntedankfeste - die größten Massenveranstaltungen neben den "Reichsparteitagen" in Nürnberg.

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radio aktiv e.V., 13.03.2018:

Kreistag stimmt für Dokumentations- und Lernort Bückeberg

13.03.2018 - 18.58 Uhr

Es gab ein großes Bürger- und Medieninteresse bei der Kreistagssitzung am Dienstag, bei der es unter anderem um den geplanten Dokumentations- und Lernort Bückeberg ging. Der Tagesordnungspunkt Bückeberg wurde extra vorgezogen. Nach mehr als dreistündiger Sitzung hat der Kreistag erwartungsgemäß dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt. Sowohl die Mehrheitsgruppe - aus SPD, Grünen, Linken, Helmuth Mönkeberg - als auch die FDP und die Unabhängigen stimmten zu. CDU und AfD votierten gegen das Projekt Bückeberg.

Dieser Beschluss bedeutet, dass die notwendigen Gelder für den Dokumentations- und Lernort Bückeberg in den Haushalt eingestellt werden, aber mit einem Sperrvermerk versehen werden. Zunächst soll eine mögliche Beteiligung des Bundes geprüft werden. Die Gründung der gemeinnützigen GmbH, die den Dokumentations- und Lernort Bückeberg betreuen soll, wird verschoben bis die Finanzierung geklärt ist. Außerdem soll das Projekt nochmals öffentlich diskutiert werden, allerdings gehe es dabei um die Ausführung, das Projekt selbst werde nicht in Frage gestellt, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Ulrich Watermann. Diskussionsgrundlage sei der Siegerentwurf des Gestaltungswettbewerbs.

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Neue Presse Online, 13.03.2018:

Kreistag: Grünes Licht für NS-Dokumentationsort Bückeberg

13.03.2018 - 18.44 Uhr

Der Bückeberg bei Hameln, auf dem in den 1930er Jahren Hunderttausende Adolf Hitler zujubelten, soll zu einem Dokumentations- und Lernort werden. Das hat der Kreistag des Landkreises Hameln-Pyrmont am Dienstagabend mit den Stimmen von SPD, Grünen, FDP, Unabhängigen und Linken beschlossen. CDU und AfD stimmten gegen das geplante Konzept.

Hameln. Der Hügel war eine zentrale NS-Propagandastätte: Zwischen 1933 und 1937 veranstalteten die Nationalsozialisten auf dem von Hitler-Architekt Albert Speer gestalteten Gelände das "Reichserntedankfest". Vor allem bei Anwohnern gibt es Widerstand gegen das Projekt, die Kritiker argumentieren unter anderem mit den Folgekosten für den Landkreis.

Bildunterschrift: Historiker Gelderblom steht am Bückeberg, wo die Nazis Feste feierten.

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radio aktiv e.V., 13.03.2018:

Heute entscheidet der Kreistag zum Thema Bückeberg

13.03.2018 - 08.28 Uhr

Der Kreistag Hameln-Pyrmont entscheidet heute über den geplanten Lern- und Dokumentationsort Bückeberg. Dieser soll über die Reichserntedankfeste aufklären, die dort in der Zeit des Nationalsozialismus abgehalten wurden. In die Beschlussvorlage wurden von der Verwaltung einige Punkte neu aufgenommen. So soll der Landkreis erst Geld für das Projekt bereitstellen, wenn klar ist, dass auch der Bund bereit ist, sich finanziell zu beteiligen. Die gemeinnützige GmbH unter Beteiligung des Kreises soll zudem erst gegründet werden, wenn die Finanzierung geklärt ist. Außerdem soll das Projekt nochmals öffentlich diskutiert werden. Dabei gehe es um die Ausführung, das Projekt selber werde nicht in Frage gestellt, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Ulrich Watermann.

Diskussionsgrundlage sei der Siegerentwurf des Gestaltungswettbewerbs. Er hoffe, dass die neue Beschlussvorlage auf eine möglichst breite Zustimmung im Kreistag treffen werde. Auch in den Reihen der Mehrheitsgruppe hatte es in den letzten Wochen Kritik am Projekt Bückeberg gegeben. Watermann geht aber davon aus, dass SPD, Grüne und Linke heute mit Ja stimmen werden. Die Sitzung des Kreistags beginnt um 15 Uhr im Forum der Handelslehranstalt.

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Deister- und Weserzeitung, 13.03.2018:

Wie entscheidet die Politik zum Bückeberg?

Bund soll nach Möglichkeit mitfinanzieren / Grünen-Landespartei und Kirchenkreis für Projekt

Von Philipp Killmann

Hameln-Pyrmont. Die Politik macht es sich mit dem Bückeberg nicht leicht: Beachtliche elf Punkte umfasst die Beschlussvorlage, über die heute der Kreistag zu befinden hat. Demnach soll am Bückeberg eine Dokumentationsstätte zu den Reichserntedankfesten der Nationalsozialisten entstehen. Doch unter welchen Bedingungen?

Wie aus der Vorlage hervorgeht, soll es nun einen Sperrvermerk geben, der erst dann aufgehoben werden soll, wenn geprüft worden ist, ob der Bund das Projekt mitfinanziert. Falls sich der Bund beteiligen sollte, wären die Kosten des Landkreises entsprechend zu reduzieren. In der Politik waren in den vergangenen Wochen wiederholt die Kosten infrage gestellt worden. Nachdem es Anfang März im Kreisausschuss zu "kontroversen Diskussionen" gekommen war, habe die Verwaltung im Nachgang "Gespräche mit politischen Vertretern geführt" und es für nötig erachtet, den Sperrvermerk in der Vorlage zu verankern, heißt es in der Begründung.

Die Weichen für die Doku-Stätte am Bückeberg sollen dennoch gestellt werden: Der Landkreis gründet mit dem Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte eine gemeinnützige GmbH. Die finanziellen Mittel in Höhe von 293.500 Euro werden zwar in den Haushaltsplan 2018 eingestellt - aber mit dem besagtem Sperrvermerk versehen. Erst nach Aufhebung des Sperrvermerks soll die gGmbH gegründet werden.

Außerdem soll der ausgewählte Gestaltungsentwurf der Arbeitsgemeinschaft Jung / Ermisch / Dröge & Kerck überarbeitet werden. Dabei geht es darum, den Bückeberg barrierefreier als bislang geplant zu erschließen sowie um die Einrichtung einer Sanitäranlage. Die Ergebnisse sollen im Rahmen eines Bürgerdialogs öffentlich präsentiert werden und für Anregungen offenbleiben. Dadurch entstehende höhere Kosten sollen durch weitere Drittmittel gedeckt werden.

Bereits Ende Februar hatte der Landrat dem Finanzausschuss ein Bekenntnis zu der Doku-Stätte am Bückeberg abgerungen. Es findet sich auch in der heute zur Debatte stehenden Vorlage wieder. "Der Kreistag des Landkreises Hameln-Pyrmont bekennt sich zu der Bedeutung des Bückebergs als einem der wichtigsten Orte der NS-Selbstinszenierung, dessen Zusammenhang zu den Verbrechen des NS-Gewaltregimes sowie der Notwendigkeit, einen Dokumentations- und Lernort zu schaffen", heißt es da. Alle Ausschussmitglieder bis auf Delia Klages von der Alternative für Deutschland stimmten für dieses Bekenntnis. Klages enthielt sich.

Unterstützung erfährt das Projekt jetzt auch von der Landespartei der Grünen. Sie sprach sich auf dem Parteitag in Oldenburg mit großer Mehrheit für die geplante Doku-Stätte aus. In einer Pressemitteilung befürwortet nun auch der Kirchenkreis Hameln-Pyrmont das Projekt.

Hinweis: Die öffentliche Sitzung des Kreistages findet heute ab 15 Uhr im Forum der Handelslehranstalt statt.

Bildunterschrift: Postkarte zum Bückeberg-Fest von 1933.

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Neue Westfälische - Tageblatt für Schloß Holte-Stukenbrock, 13.03.2018:

Nach 50 Jahren gibt es eine besondere Ehrung

Bund der Vertriebenen: Während der Jahreshauptversammlung war auch die nationale Gedenkstätte in Stukenbrock-Senne Thema

Von Renate Ibeler

Schloß Holte-Stukenbrock. Über Lieder aus der alten Heimat und ein anspruchsvolles Kulturprogramm mit Lesungen durften sich am Sonntagnachmittag rund 30 Mitglieder des heimischen Ortsverbands des Bunds der Vertriebenen (BdV) im Gasthof "Zur Post" freuen. Dieser Unterhaltungsteil gehörte mit zur diesjährigen Jahreshauptversammlung.

Vorsitzender Hans Lebersorger begrüßte die Gäste. Nach der gemeinsamen Kaffeetafel standen zunächst die üblichen Regularien auf dem Programm. Schriftführer Bringfried Schubert verlas einen ausführlichen Jahresbericht. Er teilte mit, dass geplant sei, am 20. Juni - am nationalen Gedenktag der Opfer von Flucht und Vertreibung - auf dem Friedhof in Stukenbrock-Senne am Gedenkstein für die Verstorbenen einen Kranz niederzulegen. "Das wird für uns zukünftig eine zentrale Gedenkstätte im Ortsteil Stukenbrock sein", so Schubert.

Ortsverband hat ein neues Ehrenmitglied

Zum Thema Mitgliederbewegung konnte der Schriftführer mitteilen, dass es zwei Neuaufnahmen gebe. Aktuell habe der BdV-Ortsverband 51 Mitglieder. Der stellvertretende BdV-Kreisvorsitzende, Ingo Eßler, übernahm die Wahlleitung der Vorstandswahlen.

Der neu gewählte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Hans Lebersorger, zweiter Vorsitzender Horst Dieter Schmelzer, Kassierer Dieter Militschke, stellvertretende Kassiererin Sigrid Schmelzer, Schriftführer Bringfried Schubert, stellvertretender Schriftführer Horst Dieter Schmelzer, Beisitzer Herbert Bergmann und Alfred Scholz. Zum Pressewart wurde Horst Dieter Schmelzer bestimmt. Neue Kassenprüfer sind Günter Scharbert und Herbert Bergmann. Zum erweiterten Vorstand "Kultur" gehören Johannes Reinhold, Lilo Volkmann und Sigrid Schmelzer. Eine besondere Ehrung wurde Johannes Reinhold zuteil. Ingo Eßler und Hans Lebersorger zeichneten ihn für seine 50-jährige aktive Mitarbeit aus und ernannten ihn zum Ehrenmitglied.

Das anschließende Kulturprogramm wurde von Akkordeonspieler Johannes Reinhold mitgestaltet. Anekdoten aus Pommern, Lesungen in schlesischer Mundart sowie gemeinsam gesungene Lieder rundeten die Versammlung ab.

Bildunterschrift: Der neu gewählte Vorstand: Hans Lebersorger (v. l.), Bringfried Schubert, Dieter Militschke, Lilo Volkmer, Horst Dieter Schmelzer und Sigrid Schmelzer reihten sich hinter Johannes Reinhold auf, der seine Ehrenurkunde präsentiert.

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Radio Gütersloh, 13.03.2018:

Weniger rechtsextreme Straftaten im Kreis

Im Kreis Gütersloh ist die Zahl rechtsextremer Straftaten im vergangenen Jahr gesunken. Das NRW-Innenministerium zählte 46 rechte Straftaten. Das sind rund 20 weniger als im Vorjahr. Die Landtagsfraktion der Grünen hatte die Zahlen angefordert. Die meisten rechtsextremen Straftaten gab es in Gütersloh, nämlich 16. Es folgen Schloß Holte-Stukenbrock mit sechs, Versmold mit 5 und Langenberg und Rheda-Wiedenbrück mit jeweils vier Fällen rechter Gewalt. Auffällig: In Werther gab es vergangenes Jahr gar keine rechtsextremen Straftaten. Im Vorjahr waren es noch sechs. Auch Borgholzhausen verzeichnete einen deutlichen Rückgang. Für die Grünen liegen die landesweiten Zahlen immer noch auf hohem Niveau. NRW habe ein klares Problem mit rechtsextremen Straftaten, so die Grünen.

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Westfalen-Blatt / Westfälisches Volksblatt, 13.03.2018:

Workshops befassen sich mit Rassismus

Wewelsburg (WV). Das Kreismuseum Wewelsburg beteiligt sich mit einem "Markt der Möglichkeiten" an den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Am Samstag, 17. März, stellen sich von 10 bis 15 Uhr 22 Organisationen, Vereine und Initiativen vor, die sich im Kreis Paderborn gegen Rassismus und Rechtsextremismus engagieren und für ein friedliches, tolerantes Miteinander einsetzen. Interessierte sind eingeladen. Mit dabei sind unter anderen das Paderborner Bündnis für Demokratie und Toleranz, Helden, die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus oder auch amnesty international.

Gleichzeitig werden ein Impulsvortrag und Workshops zu Cybermobbing, Institutioneller Rassismus: Impulse zur Selbstwahrnehmung und besondere Anforderungen an staatliche Organe, Fußball und Rechtsextremismus, Toolbox X – zur Prävention von Rassismus und Rechtsextremismus und Drei Steine angeboten, bei denen sich die Gäste mit den Themen Rechtsextremismus und Rassismus auseinandersetzen. Die Veranstaltung gehört zur Entwicklung eines kommunalen Handlungskonzepts gegen Rechtsextremismus und Rassismus für den Kreis Paderborn sowie der "Internationalen Woche gegen Rassismus". Es wird organisiert von den Koordinierungsstellen "NRWeltoffen" und "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" sowie dem Kreismuseum Wewelsburg.

Anmeldungen, auch für die Workshops, nimmt Tamari Herding unter Tel. 02955 / 762217 oder per E-Mail an herdingt@kreis-paderborn.de entgegen. Der Eintritt und die Teilnahme an den Workshops sind kostenfrei.

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