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AKE-Bildungswerk - Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold , 12.05.2014 :

Pressemitteilung / Montagsdemos in Herford bieten Anknüpfungspunkte für rechtes Gedankengut

Seit dem 21. April 2014 finden in Herford sich selbst als "Montagsdemos für den Frieden" bezeichnende Kundgebungen statt. Doch nicht nur in Herford versammelten sich in den letzten Wochen Menschen zu so genannten "Montagsdemonstrationen"; in fast allen größeren Städten der Bundesrepublik finden seit einigen Wochen derartige Veranstaltungen statt. Als Gesamt-Veranstalterin zeichnet eine selbst ernannte "Friedensbewegung 2014".

Vordergründig richten sich die Kundgebungen gegen einen drohenden Krieg in der Ukraine. Darüber hinaus werden jedoch eine Vielzahl weiterer Themen auf den "Montagsdemonstrationen" aufgegriffen. Dazu gehören auch krude Verschwörungstheorien, so etwa Kritik an den als "manipulativ" und "zentral gesteuert" dargestellten Medien. Als angebliche Ursachen für Kriege etwa werden zum Teil sogar offen antisemitische Verschwörungstheorien ins Feld geführt.

Auch rechts-esoterische Theorien - wie etwa die behauptete Kontrolle der Menschen durch Giftstoffe in den Flugzeug-Kondensstreifen (so genannte "Chemtrails") - haben hier Platz.

Das Prinzip des Open Mic (offenes Mikrophon) lässt alle Menschen zu Wort kommen, die sich zutrauen in der Öffentlichkeit zu sprechen, so dass die während der "Montagsdemonstrationen" gehaltenen Reden sehr unterschiedliche Inhalte und Ausrichtungen aufweisen. So wird etwa Angehörigen der extrem rechten "Reichsbürgerbewegung", die von einem Fortbestehen des Dritten Reichs ausgehen und die BRD als illegitime von Jüdinnen und Juden kontrollierte Besatzungsmacht sehen, die Möglichkeit gegeben, ihre Inhalte zu verbreiten.

Auch bei den Veranstaltungen in Herford traten unter anderem extrem rechte EsoterikerInnen auf sowie Personen, die zuvor in rechten und rechtspopulistischen Organisationen aktiv waren.

Fazit

Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold beobachtet die Entwicklung in Herford mit Sorge. Komplexe politische Prozesse wie beispielsweise der Konflikt in der Ukraine werden verkürzt und mit klaren Schuldzuweisungen erklärt. Derartige Verkürzungen öffnen antisemitischen Verschwörungstheorien und extrem rechten Argumentationen Tür und Tor.

Dieses lässt sich in Herford bereits beobachten. So war dort am 28. April 2014 mit Sascha Krolzig einer der führenden Neonazi-Aktivisten in NRW anwesend. Auch hier wurden in den Redebeiträgen etwa antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet und der Nationalsozialismus verharmlost. Die "Montagsdemo" bietet extrem rechten Akteurinnen und Akteuren unterschiedlichster Ausrichtung ein Forum, um ihre antisemitischen und demokratiefeindlichen Weltbilder zu propagieren. Eine einfache verbale Distanzierung der Veranstaltungsleitung von Rechten reicht hier nicht aus.


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