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Westfälisches Volksblatt / Westfalen-Blatt ,
07.08.2012 :
Wie die SS ein ganzes Dorf vereinnahmte / Ausstellung in der Wewelsburg
Kreis Paderborn (WV). Besucher der Wewelsburg können an diesem Sonntag, 15 Uhr, die Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS" kennen lernen. Treffpunkt ist das Eingangsfoyer (Führung: drei Euro, ermäßigt 1,50 Euro). Der Rundgang führt durch die historischen Räume im ehemaligen Wachgebäude, in denen die Ausstellung die lokale Geschichte der SS in Wewelsburg und des hiesigen Konzentrationslagers in eine umfangreiche Gesamtdarstellung der Schutzstaffel einbettet.
Während Heinrich Himmler, Reichsführer der SS, sein Projekt im Schloss vor jeglicher Einmischung von außen abschirmte, wollten die Mitarbeiter der "SS-Schule Haus Wewelsburg" das Dorf als Teil einer nationalsozialistischen "Volksgemeinschaft" instrumentalisieren. Zu diesem Zweck fand der Umbau der dreihundert Jahre alten Hofstelle "Ottens Hof" in Wewelsburg zum "ersten nationalsozialistischen Dorfgemeinschaftshaus in Westfalen" statt.
Von 1935 bis 1937 dauerten die Bauarbeiten unter der Leitung des SS-Schulungsleiters und Architekten Walter Franzius, der die Dorfbevölkerung für die Ziele des Nationalsozialismus und die Zwecke der SS in Wewelsburg vereinnahmen wollte. Die SS bemühte sich, großen Einfluss auf das Leben im Dorf zu nehmen. Sie spannte die Bewohner seit 1934 in ihren Reigen öffentlich gefeierter nationalsozialistischer Feste, Mythen und Symbole ein. Die Wewelsburger sollten lernen, sich als bäuerlichen Teil der nationalsozialistischen "Volksgemeinschaft" zu begreifen. Heute ist im ehemaligen NS-Dorfgemeinschaftshaus ein Landgasthaus untergebracht.
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