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Schaumburger Zeitung Online ,
26.06.2012 :
Nazi-Schmierereien am Gedenkstein
26.06.2012 - 18.51 Uhr
Bad Nenndorf / Rodenberg (kcg). In Bad Nenndorf und Rodenberg sind in der Nacht zu Dienstag Schmierereien mit rechtsradikalem Inhalt aufgetaucht. Unbekannte sprühten mit schwarzer Farbe unter anderem Hakenkreuze, SS-Runen und die Parole "Sieg Heil" auf die Eingangstür des Jugendzentrums an der Kramerstraße und ein Hakenkreuz auf den Holocaust-Gedenkstein an der Kurhausstraße. Auch das Rodenberger Haus einer Privatperson, die sich im Bündnis "Bad Nenndorf ist bunt" und im Rodenberger Bündnis gegen Rechtsextremismus engagiert, sei nach Angaben der Polizei betroffen.
Wer für die Schmierereien verantwortlich ist, konnte bislang nicht geklärt werden. Die Polizei geht aber davon aus, dass die Täter die Einrichtungen und Institutionen kennen, die sich in Bad Nenndorf aktiv gegen Rechtsextremismus und den jährlichen Neonazi-Aufmarsch einsetzen. Ob die Täter aus der Kurstadt kommen, sei bisher nicht zu klären, sagte Kommissariatsleiter Michael-Andreas Meier.
Dass Nazi-Parolen und Nazi-Symbole binnen einer Nacht derart massiv geschmiert werden, ist nach Auskunft Meiers ein Einzelfall. Es sei möglich, aber nicht konkret zu klären, ob die Sprühereien in Zusammenhang mit dem "Internationalen" Kulturfest am kommenden Wochenende oder mit dem Neonazi-Aufmarsch Anfang August stehen. "In den vergangenen Jahren hatten wir keine Schmierereien vor den Aufmärschen."
An einen ähnlichen Vorfall kann sich auch Moran Dzang, Leiter des Jugendzentrums, nicht erinnern. Zwar würden immer wieder so genannte Spuckies, Aufkleber mit rechtsextremen oder linksextremen Sprüchen, am Gebäude auftauchen, eine großflächige Schmiererei sei aber noch nicht vorgekommen. Umso mehr ärgert sich Dzang über die Dreistigkeit der Täter, die ihre "Meinungsfreiheit falsch verstehen" und verbotene Symbole aufsprühen. "Dafür habe ich null Verständnis und null Toleranz." Einschüchtern lassen will sich Dzang von der Aktion nicht. "Das bestärkt uns, weiter an unserer Überzeugung und unserem Engagement gegen rechts festzuhalten." Die Stadtverwaltung kündigte an, die Schmierereien am Gedenkstein noch heute durch den Bauhof entfernen zu lassen.
Bildunterschrift: Will sich nicht einschüchtern lassen: Moran Dzang rückt den Nazi-Schmierereien mit Lappen und Putzmittel zu Leibe.
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