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Neue Westfälische 07 - Gütersloh ,
24.05.2012 :
Amokläufer soll in die Psychiatrie / Gutachter für Unterbringung von Matthias G.
Rheda-Wiedenbrück/Bielefeld (joh). Der Lebenslauf des Angeklagten und die Gutachten der Sachverständigen standen am vierten Verhandlungstag im Prozess gegen den 27-jährigen "Amokläufer" Matthias G. aus Rheda-Wiedenbrück im Mittelpunkt. Wie berichtet, wirft Staatsanwalt Torsten Polakowski dem Angeklagten unter anderem Verstöße gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz vor.
In den frühen Morgenstunden des 15. November 2011 hatte G. auf dem Gelände des Bahnhofs Rheda-Wiedenbrück aus zwei Karabinern wild um sich geschossen. Bereits im Juni soll er ein stillgelegtes Klärwerk mit zwei selbstgebastelten Sprengsätzen in eine Ruine verwandelt haben.
Die Gutachten des Psychiaters Dr. Miroslav Brkanovic und des Diplom-Psychologen Siegfried Binder ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Übereinstimmend befürworteten die Sachverständigen die Unterbringung des Angeklagten in der forensischen Psychiatrie, weil von Matthias G. in Freiheit künftig weitere ähnliche Taten zu erwarten seien.
"Todeslauf, um Zeichen zu setzen"
Bereits vor vier Jahren, so die Experten, sei beim Angeklagten eine schwere Angstneurose beziehungsweise soziale Phobie festgestellt worden. Der durchschnittlich intelligente Mann fühlte sich schon als Kind ungeliebt und von seinen Mitmenschen zurückgewiesen. Die daraus entstandene Frustration führe dann bei G. der ein stark ausgeprägtes Bedürfnis nach Liebe, Partnerschaft und Sexualität habe, zu Aggressivität sich selbst und anderen gegenüber.
Als der Angeklagte am Tattag von einem Mädchen versetzt worden war, sei sein inneres Gleichgewicht völlig zusammengebrochen. "Er wollte in grandioser Manier mit einem Todeslauf ein Zeichen setzen", so Binder. Diese Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert habe sich zunehmend "dynamisiert". Der Prozess wird am 5. Juni fortgesetzt.
guetersloh@neue-westfaelische.de
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