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Arbeitskreis wider die völkischen Schwarmgeister an den Externsteinen , 22.05.2012 :

Vorläufige Bilanz der "46. Externstein-Vortragstage": Kein Abrücken von völkischen Vordenkern und weiterhin Kontakte in die extreme Rechte

Am 20. Mai 2012 sind die völkisch verhafteten "46. Externstein-Vortragstage" des "Forschungskreises Externsteine e.V.", welche großteils im Rathaussaal der Stadt Horn-Bad Meinberg stattfanden, zu Ende gegangen. Nachdem schon im letzten Jahr der "Forschungskreis Externsteine" für die in der Vereinsgeschichte allgegenwärtige Rezeption völkischer Ideologen und die Verstrickungen mit der extremen Rechten oder gar des Neonazismus kritisiert worden war, hatte der Vorstand des Vereins eine umfassende Aufarbeitung dieser Vorwürfe angekündigt.

Aus Sicht des "Arbeitskreis wider die völkischen Schwarmgeister an den Externsteinen" haben die Vorträge und Diskussionen gezeigt, dass diese Aufarbeitung und Distanzierung fast durchweg als gescheitert anzusehen ist.

Die Mitglieder sind, von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, unbelehrbare alte und junge Germanophile. Bei ihnen besteht keinerlei Bereitschaft, auch nur einen Millimeter von den alten völkischen Vorbildern wie Wilhelm Teudt oder Herman Wirth abzurücken. Soweit wir feststellen konnten, gab es nicht einmal ansatzweise eine Auseinandersetzung zu dem Zusammenhang der Rezeption von Ur-Frühgeschichte und Germanen-Deutung mit rechten Weltbildern oder dem Nationalsozialismus. Stattdessen wurde beklagt, dass die nationalsozialistischen Grabungen an den Externsteinen heute aus politischen Gründen verschwiegen würden.

Der "Arbeitskreis wider die völkischen Schwarmgeister an den Externsteinen" wird in Kürze in einer weiteren Veröffentlichung den Verlauf der Tagung ausführlich bilanzieren.

Scheitern konkret

An dieser Stelle nur drei Beispiele: Der Referent Jürgen Mische bekannte sich nach seinem Vortrag "Widerstandsrecht und -Pflicht bei den Germanen" - unter Beifall des Saales - ausdrücklich zu dem NS-Germanenkundler Wilhelm Teudt. Rolf Speckner schaffte es in seinem Referat "Die Grabungen an den Externsteinen in den Jahren 1934 bis 1936 aus heutiger Sicht" nicht ein einziges Mal deren politisch-ideologischen Hintergrund zu benennen. Ein Büchertisch auf der Tagung, auf dem auch ein Buch von Herman Wirth aus dem "Volkstum-Verlag" - sowie Literatur des vom Verfassungsschutz als "rechtsextremistisch" eingestuften "Grabert Verlag" zu erwerben war, wurde von Burkhard Weeke aus Horn Bad-Meinberg, einem wichtigen Aktivisten des zur "Neuen Rechten" zählenden "Thule-Seminar", betrieben.

So ist festzustellen, dass von einer Läuterung des "Forschungskreises Externsteine" nicht gesprochen werden kann.

Wir fordern daher die Stadt Horn-Bad Meinberg erneut auf, sich glaubhaft vom "Forschungskreis Externsteine" zu distanzieren, und diesem ab sofort und zukünftig jegliche Unterstützung zu entziehen! Weiterhin fordern wir die die sofortige Entziehung der Gemeinnützigkeit des "Forschungskreises Externsteine" durch das zuständige Finanzamt!

In der Anlage dokumentieren wir eine E-Mail von K. Walter Haug vom 18. Mai 2012. In unserer Pressemitteilung vom 30. April 2012 "Vorne "Hui" und hinten "Pfui" - Kein völkisch-germanophiles Treiben im Rathaus von Horn-Bad Meinberg" hatten wir unter der Überschrift "Kontinuität völkischer Mythen" geschrieben:

"( ... ) Auch ein Blick in die "Rückschau 2011", die vom "Forschungskreis Externsteine" herausgegeben wird und die Tagungsbeiträge des Jahres 2011 dokumentiert, lässt erkennen, dass weiterhin völkische Mythen verbreitet werden. So behauptet K. Walter Haug in seinem Beitrag "Das wahre Alter der Externsteine": "Es gibt eine Hochkultur in Deutschland, die alles in den Schatten stellt, was die offizielle Archäologie den Menschen hierzulande vorgaukelt. Die "drei Kaiserberge" zwischen Schwäbisch Gmünd und Göppingen sind unsere "Pyramiden von Gizeh". Vor diesem Hintergrund erst kann man die Externsteine als das älteste und besterhaltene Relikt aus dieser grandiosen Epoche verstehen." (11)

Klar, es muss schon eine Hochkultur sein, die es in Deutschland schon gab, als alle anderen noch in geistiger Umnachtung lagen. Das kann ein "gewöhnlicher Kunstlehrer" erkennen, wenn er ein paar "stilistische Vergleiche" anstellt. Könnte nach Auffassung von Haug auch jeder andere, doch da "offensichtlich ideologische Verbohrtheit Wissenschaft und Forschung derart knebelt, dass nicht einmal die elementarsten Erkenntnisse hierzulande Raum greifen dürfen", passiert das halt einfach nicht. Wer hier formuliert, dass auf Teufel komm raus der germanische Herrenmensch mit seiner Kulturhöhe konstruiert wird, der wird auf den scharfen Widerspruch des "Forschungskreises" treffen. Anders lässt sich so viel ideologischer Unsinn aber nicht bewerten. ( ... )"

Anlage:

Dokumentation: K. Walter Haug, 18.05.2012:

"Die seltsame Karikatur eines bedeutenden Kritikers faschistischer Umtriebe

Jan Raabe unterstellt in seinem in Horn verteilten Flugblatt "Vorne Hui und hinten Pfui", dass durch die staatlicherseits ignorierten Ergebnisse der Cairn-Forschung der germanische Herrenmensch auf Teufel komm raus konstruiert werden soll. Wie kommt dieser selbst ernannten Großinquisitor des reinen Antifaschismus zu diesem überraschenden Ergebnis? In keiner einzigen Publikation der Cairn-Forschung wurden die Germanen jemals als Herrenmenschen bezeichnet. Die Germanen waren lediglich ein kleiner Teilstamm der eisenzeitlichen Kelten. Tatsächlich gab es ein von antiken Autoren überliefertes, europaweites Reich "Celtica", das bislang noch in keiner Weise angemessen erforscht wurde und dem der Ursprung der von uns entdeckten Monumente zugesprochen werden kann. Alle Indizien und Beweise weisen in diese Richtung. Dieses Reich dürfte in Wirklichkeit sogar von asiatischen Skythen, also militanten Reiter-Nomaden und nicht von Germanen okkupiert und regiert worden sein.

Raab ist schlechterdings dafür bekannt, von den Forschungen an den Externsteinen so gut wie keine Ahnung zu haben. Ihn kümmert die Archäologie, die Archäo-Astronomie und Vorgeschichtsforschung rund um den Externstein einfach nicht, denn er argumentiert, wenn man das überhaupt so nennen darf, denn es handelt sich schlicht um blanke Polemik, rein ideologisch. Und mit diese Art der Kritik greift er tief in die Werkzeugkiste des Unmenschen.

Wer ernsthaft forschende Menschen in den Geruch der nazistischen Herrenmenschen rücken will, nur weil sie die Größe des erforschten Gegenstands in ihrem ganzen Ausmaß beschreiben, wer darauf hinweist, dass es hierzulande eine völlig übersehene Hochkultur gibt, die von einer privaten Forschungsgesellschaft ausgegraben wird, die mit Dr. Fomenko vom Chronologie-Institut an der Lomonossow-Universität in Moskau und mit dem bosnischen Pyramidenforscher Dr. Semir Osmanagich zusammenarbeitet, einer Hochkultur, die natürlich auch jeder Archäologe jederzeit mit ausgraben kann, wenn er nur wollte und nicht durch seine akademischen Scheuklappen am Erkennen der Wahrheit gehindert würde, der betreibt einfach nur das, was die klerikalen Folterknechte des Mittelalters mit den Wissenschaftlern ihrer Zeit getrieben haben.

Anti-wissenschaftliches Denken ist bei ungebildeten Menschen weit verbreitet; wenn sie überhaupt mit wissenschaftlichen Fragen belästigt werden, dann reagieren sie unwirsch und reflexhaft. Was der nicht so kluge Mensch nicht versteht, das lehnt er von vornherein ab.

Dieses Bild vermittelt Raab. Er hinterlässt tatsächlich einen sehr verheerenden Eindruck.

Hier bedient sich einer offenbar des primitivsten Klischees, das unsere Nachkriegsgesellschaft überhaupt zu bieten hat: Der böse Nazi. Damit fährt jeder gut, der eigentlich überhaupt keine Argumentationsbasis für seine üblen und dumpfen Ressentiments hat. Damit ist man gesellschaftlich immer auf der sicheren Seite. Die Dreckschleuder wirkt zuverlässig. Der vom Dreck getroffene schreit tief getroffen auf und unternimmt sofort alles, um sich ja vom geschleuderten Dreck reinzuwaschen und sein vorheriges Image wieder herzustellen, was ihm meist nicht mehr gelingt. Der Geruch, das Geschmäckle hat sein gepflegtes Selbstbild für immer zerstört. Abertausende, ja Millionen derart gesellschaftlich ruinierte Menschen wandern mittlerweile als Zombies und Parias inmitten von uns.

Raab schreibt vom Herrenmenschen und begreift nicht, dass es sich bei dieser abartigen Gestalt um eine historische Herrschergestalt handelt, die erforscht werden muss, wie die Zecken an Raabs Waldi oder sonst was, um Herrscher, die Tausende von Sklaven quälen durften, damit ihre einzigartigen Monumente errichtet werden konnten. Insofern ist jeder Pharao ein Herrenmensch. Doch kümmert das irgendeinen Esoteriker, der die Pyramid-Power erfühlt, der die magischen Kräfte leibhaftig zu erfahren meint, wenn er sich in den Bann vorgeschichtlicher Kultstätten und Heiligtümer begibt?

Diese weit verbreitete bigotte Haltung kritisiert Raabe keineswegs. Auch sind ihm die real regierenden Herrenmenschen unserer Zeit keinen einzigen Satz wert. Raabe erkennt gar nicht, um was es eigentlich geht in unserer Gesellschaft, um Pressure-Groups, die es schaffen, 6 Millionen Menschen von einem Tag zum anderen zu Außenseitern abzustempeln und in ihrer perspektivlosen Arbeitslosigkeit verwahrlosen zu lassen. Das Geld, das für effektive Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen da war und das durch Streichung und als Steuergeschenk den Reichen zugeschanzt wurde, vermehrt lediglich ein globales Vermögen, dass von seriösen Fachleuten auf insgesamt unfassbare 16,3 Trillionen geschätzt wird, Schwarzgeld, das von jeder Steuer befreit von einer Steueroase zur anderen verschoben wird.

Keine Frage, dass dieses Geld den darbenden Bevölkerungen dringend fehlt und viel Positives für qualitatives Wachstum weltweit bewirken könnte, man denke nur an die fehlenden Mittel in der dringend zu fördernden Bildung. Diese Kapital-Faschisten, denen er seinen niedrigen Bildungsstand eindeutig zu verdanken hat, wagt ein stromlinienförmig Agierender wie Raabe natürlich nicht zu kritisieren. Stattdessen fällt er über einen Verein her, der - nur noch zum geringeren Teil - einer Idee vorgeschichtlicher Größe frönt, die der Externstein durch seine pure Existenz verkörpert. Dass allein dieses Faszinosum als nazistisch und damit barbarisch und unmenschlich hingestellt werden kann, gibt es nur in Deutschland, denn welcher Ägypter würde in den Geruch eines Unmenschen geraten, wenn er auf die Größe der Cheopspyramide und damit auf die einzigartige Bedeutung und Leistungskraft seiner Vorfahren hinweist?

Die Herabwürdigung von Menschen, die absolut nichts mit Nazis zu tun haben und hatten, als derartige Unmenschen ist ein Verbrechen an Unschuldigen, das natürlich geahndet werden muss, das aber durch die herrschenden Verhältnisse keiner gerechten Strafe zugeführt wird. Die deutsche Nation als quasi 51. Staat des amerikanischen Imperiums hat gefälligst kein Nationalgefühl zu haben, wie andere Nationen es selbstverständlich besitzen. Deshalb wird alles Nationale als nazistisch diffamiert. Man kann froh sein, dass es das Ventil National-Fußballmannschaft überhaupt noch geben darf. Ansonsten haben wir Europäer und Weltbürger zu sein. Schon dem Wort deutsch und Deutscher haftet mittlerweile der unangenehme Geruch von Zyklon B an. Wer aber als kritisch Nachfragender an der Existenz von Gaskammern zweifelt, kann wegen Leugnung des Holocaust verurteilt werden. Gibt es ein ähnliches Gesetz in den USA, der Gleiches den Leugnern des Völkermords an den Indianern androht? Wurde der Völkermord an den türkischen Armeniern jemals ernsthaft geahndet?

An der Diffamierung und Verfolgung, an der Ermordung wehrloser Juden kann kein Mensch ernsthaft zweifeln. Doch sind dafür die Deutschen als Kollektiv verantwortlich? Es war eindeutig die Ideologie der Nationalsozialisten, die zu Einsatzgruppen und Konzentrationslagern führte, im Ursprung die Idee eines Österreichers.

Raabe wittert hinter den Forschungen am Externstein grundsätzlich die Ideologie der Nazis, die immer noch, nur leicht getarnt, ihre alten finsteren Pläne der Weltherrschaft verfolgen und dafür eine vorgeschichtliche Rechtfertigung für nicht vorhandene bzw. nachweisbare Größe dringend suchen und im Externstein finden. Ist das nicht reichlich paranoid? Jedes Volk hat ein Recht auf ein eigenes Selbstwertgefühl, das sich natürlich von dem anderer abheben soll. Wenn jetzt in Deutschland per Zufall Pyramiden entdeckt würden, die man bislang für einfache Berge hielt, dann hat die Nation natürlich ein Recht, dass diese erforscht werden. In Bosnien hatte der Entdecker Dr. Osmanagich diesbezüglich keine Probleme, diese Freiheit der Wissenschaft in Anspruch zu nehmen. Hierzulande wird man als Nazi diffamiert, wenn man nur drauf hinweist, dass es diese Art von Pyramiden offenbar auch in Deutschland gibt.

In welch perversen Verhältnissen müssen wir leben, dass wir die Wahrheit nicht mehr ermitteln dürfen, dass jeder, der sich mit so einem Thema nur beschäftigt, in den Geruch des Nazismus geraten kann? Das alles wirkt auf die betroffenen, unschuldig verfolgten Menschen wie finsterstes Mittelalter.

Eine bereuende Entschuldigung Raabes ist mehr als überfällig. Aber ob er jemals begreift, dass er sich selbst wie ein Unmensch zum Richter über unschuldige Menschen und ihre wissenschaftliches Wirken macht? Er genießt ja seine Wirkung auf die von ihm Verfolgten, sonnt sich geradezu in seiner Bedeutung, die er nur dadurch erlangen konnte, dass er Menschen skrupellos an den Pranger stellt, und dass er nun plötzlich jemand ist, der aus seiner Bedeutungslosigkeit auftauchen durfte und nun als kleiner Herrenmensch im Rampenlicht steht. So müssen sich auch die Inquisitoren in ihrer Allmacht über andere Menschen gefühlt haben. Nur wenige Menschen finden Spaß darin, sich am Leid anderer zu ergötzen. Raabe ist so ein Typ."

Im Internet ist der Schluss der Ausführungen von K. Walter Haug zu lesen, die er in der E-Mail unterdrückte:

"Teudt und Machalett mussten ihre Erfahrungen in zwei Weltkriegen machen. Wir heute verstehen kaum noch, was sich in deren Köpfen abgespielt haben muss. Wenn US-Soldaten heute von ihren Einsätzen zurückkommen, werden 100.000e von Dollar für die Therapie ihres posttraumatischen Belastungssyndroms ausgegeben. Unsere Väter und Großväter, die jahrelang durch ein Meer von Hass und Grausamkeit gehen mussten, wurden diese Segnungen nie zuteil. Man wundert sich, dass mit diesen schwer belasteten Menschen überhaupt der Aufbau einer neuen Republik möglich war. Wir können froh und munter sein, dank ihnen in derart gepämperten Verhältnissen leben zu dürfen.

Wie ekelhaft billig machen es sich Leute wie Raabe, diese Menschen und ihre Arbeit zu verdammen. Teudt und Machalett sind immer noch die bedeutendsten Erforscher der Externsteine. Sie erkannten die großen Zusammenhänge, in denen das Felsmonument steht, Teudt die zahllosen archäologischen Relikte im engen und weiten Umfeld, Machalett die unglaublich weit reichenden archäoastronomischen Orientierungen, die Kontinent-übergreifend bis nach Ägypten und den Kanaren reichen.

Wer wie Raabe ultimativ die Verdammung ihrer Werke fordert, unterscheidet sich in Nichts von den Nazis und ihren Bücherverbrennungen. Der derzeitige Vorstand Matthias Wenger hat sich durch diese zügellose Kampagne derart ins Boxhorn jagen lassen, dass er nun deren Werke aus dem Verkauf nehmen will. Man fasst es nicht... "

Quelle: www.sinossevis.de/upload1/_Wider_die_Idiotie.pdf


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