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www.hiergeblieben.de: Veranstaltungskalender - Zur Zeit 91 Einträge ,
08.09.2010 :
Aktualisiert am Dienstag, 7. September 2010
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Übersicht Veranstaltungen:
- September 2010 -
07.09.2010: Osnabrück: Cafe Resistance - Offener antifaschistischer Treff
11.09.2010: Minden: Protest gegen den 17. "Kongress für Sicherheitspolitik"
11.09.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
12.09.2010: Bielefeld: Ausstellung "Kein Kinderspiel - Jüdische Kinder während des Zweiten Weltkrieges"
12.09.2010: Espelkamp: Jüdischer Friedhof: Führung mit Jürgen Heimsath
12.09.2010: Büren-Wewelsburg: Führung durch die Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS
12.09.2010: Lemgo: Ausstellung: Jüdisches Leben in Lemgo
13.09.2010: Bielefeld: Antifa-Cafe der Antifa-AG an der Universität Bielefeld
13.09.2010: Bielefeld: Antifa-Cafe im Infoladen Anschlag
13.09.2010: Paderborn: Treffen der Rabatz-Gruppe
13.09.2010: Paderborn: Treffen der Büren-Gruppe
14.09.2010: Bielefeld: Ausstellung "Kein Kinderspiel - Jüdische Kinder während des Zweiten Weltkrieges"
15.09.2010: Herford: Gedenkfeier zum 66. Jahrestag der Hinrichtung von Heiko Ploeger
15.09.2010: Hameln: Vortrag von Andrea Röpke: Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft
16.09.2010: Bielefeld: Offener Infoladen Anschlag mit Ermittlungsausschuss
16.09.2010: Büren-Wewelsburg: Vortrag: Überlebende des KZ Niederhagen und ihre Erinnerungen
16.09.2010: Hannover: Antifa-Info-Abend
17.09.2010: Werther: Ausstellung: Reichspogromnacht in OWL und Spuren. Jüdisches Leben in Werther
17.09.2010: Paderborn: Führung von Monika Schrader-Bewermeie: Stätten jüdischen Lebens
18.09.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
20.09.2010: Detmold: Treffen Litauen - christlich-jüdische Begegnungen in einem geschundenen Land
20.09.2010: Detmold: Treffen des Antifaschistischen Arbeitskreises
21.09.2010: Osnabrück: Cafe Resistance - Offener antifaschistischer Treff
21.09.2010: Schlangen: Treffen des Aktionskreis Freie Senne
23.09.2010: Hameln: Vortrag im Antifa-Café: "Antikriegstag" - Überfall der Hitler-Deutschen auf Polen
25.09.2010: Büren: Demonstration gegen den Abschiebeknast: Es reicht! Abschiebeknäste schließen!
25.09.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
26.09.2010: Büren-Wewelsburg: Führung durch die Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS
30.09.2010: Bielefeld: "Hope not hate" - Erfolgreiche antifaschistische Kampagne in Großbritannien
- Oktober 2010 -
01.10.2010: Horn-Bad Meinberg: Treffen des Arbeitskreis gegen Nazis
01.10.2010: Kassel: Aktionskonferenz Manometer. Antifaschistisches Familientreffen 2010
02.10.2010: Höxter: Führung durch das Jacob-Pins-Forum
02.10.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
04.10.2010: Detmold: Treffen des Antifaschistischen Arbeitskreises
06.10.2010: Büren-Wewelsburg: Verfolgung der europäischen Juden - Das Beispiel Theresienstadt
08.10.2010: Bielefeld: Berufungsverhandlung gegen die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck
08.10.2010: Paderborn: Führung über den jüdischen Friedhof an der Warburger Straße
09.10.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
12.10.2010: Bückeburg: "Ein Volk, ein Staat, eine Armee" - Jörg Schönbohm liest aus "Wilde Schwermut"
13.10.2010: Bielefeld: Berufungsverhandlung gegen die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck
16.10.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
22.10.2010: Ahlen: Braune Kompanien blockieren!
23.10.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
28.10.2010: Hameln: Vortrag im Antifa-Café: Thema wird noch bekanntgegeben
30.10.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
- November 2010 -
04.11.2010: Paderborn: Vortrag von Ruth Frenk: Vokalmusik im Konzentrationslager Theresienstadt
05.11.2010: Horn-Bad Meinberg: Treffen des Arbeitskreis gegen Nazis
06.11.2010: Höxter: Führung durch das Jacob-Pins-Forum
06.11.2010: Büren-Wewelsburg: Wissenschaftliches Symposium: über die SS
06.11.2010: Lübbecke: "Sitz-Führung" - Jüdisches Leben in Lübbecke
06.11.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
07.11.2010: Bünde: Rundgang mit Jörg Militzer: Orte jüdischen Lebens
10.11.2010: Vlotho: Schicksale jüdischer Kinder und Jugendlicher aus der Kultusgemeinde
11.11.2010: Hameln: Vortrag von Bernhard Gelderblom: Jüdische Häftlinge im Zuchthaus Hameln
11.11.2010: Soest: Vortrag von Kerstin Köditz: Die extreme Rechte in Sachsen und anderswo
13.11.2010: Detmold: Entfernung der Gedenktafel mit anschließendem Abriss des 55er-Denkmal
13.11.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
14.11.2010: Herford: Stadtrundgang mit Christoph Laue: Orte jüdischen Lebens
15.11.2010: Bünde: Filmvorführung: Die Geschichte der Bünder Juden im Dritten Reich
15.11.2010: Detmold: Treffen des Antifaschistischen Arbeitskreises
20.11.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
25.11.2010: Büren-Wewelsburg: Vortrag: Der Streit um die Erinnerung an die NS-Geschichte
25.11.2010: Hameln: Vortrag im Antifa-Café: Thema wird noch bekanntgegeben
27.11.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
29.11.2010: Detmold: Treffen des Antifaschistischen Arbeitskreises
- Dezember 2010 -
03.12.2010: Horn-Bad Meinberg: Treffen des Arbeitskreis gegen Nazis
04.12.2010: Höxter: Führung durch das Jacob-Pins-Forum
04.12.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
11.12.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
13.12.2010: Detmold: Treffen des Antifaschistischen Arbeitskreises
16.12.2010: Hameln: Vortrag im Antifa-Café: Thema wird noch bekanntgegeben
18.12.2010: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
- Januar 2011 -
08.01.2011: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
15.01.2011: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
22.01.2011: Herford: Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
29.01.2011: Herford: Letzter Tag der Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
30.01.2011: Bünde: Täterorte: Ein Rundgang mit Jörg Militzer
- März 2011 -
21.03.2011: Bünde: Heldenverehrung im Kreis Herford während des "Dritten Reiches"
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- Dienstag, 7. September 2010 ab 19.00 Uhr -
Cafe Resistance - Offener antifaschistischer Treff
Veranstaltungsort:
Im Substanz
Fraz e.V.
Frankenstraße 25a
49082 Osnabrück
www.myspace.com/caferesistance
Wenn Kaffee trinken etwas verändern würde, wäre es verboten …
Doch könnt ihr bei einem Kaffee oder einem Bier mit Menschen, die der gesellschaftliche Normalzustand auch ankotzt, ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und Kontakte knüpfen. Im "Cafe Resistance - Offener antifaschistischer Treff" findet ihr immer aktuelle Infos zu Demos und Aktionen, könnt in interessanten Zeitungen und Broschüren stöbern oder einfach nur der Mukke lauschen. Neben dem gemütlichen Zusammensein laufen gelegentlich Filme zu Themen rund um Antifaschismus.
Deutschland in den Kaffee kotzen!
Cafe Resistance: Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat: www.antifa-os.de
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- Samstag, 11. September 2010 ab 09.30 Uhr -
Protest gegen den 17. "Kongress für Sicherheitspolitik" - Antmilitaristische Informationen folegn in Kürze
- Kongress-Seite: www.kongress-minden.de/
Veranstaltungsort:
Stadthalle
Lindenstraße 16
32423 Minden
www.stadthalle-minden.de
Die Sicherheitspolitischen Kongresse in Minden begleiten die Ausrichtung der Bundeswehr auf weltweite
Kriegseinsätze. Sie unterstützten diese Entwicklung aktiv. Auf diesen Kongressen treten Führungskräfte aus dem Militär, der Politik, der Rüstungswirtschaft, aus Nachrichtendiensten und den Medien mit internationaler Teilnahme aus dem NATO-Raum auf.
Für den 17. Kongress haben bisher als Redner haben zugesagt:
- Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
- Oberst Ulrich Kirsch, Bundesvorsitzender des Deutschen BundeswehrVerbands (DBwV)
- General Egon Ramms, Commander Joint Forces Command
- Steffen Kampeter, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium
- Bernhard Gerwert, CEO Military Air Systems, EADS Defence & Security
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- Samstag, 11. September 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Sonntag, 12. September 2010 von 11.00 bis 18.00 Uhr -
Ausstellung "Kein Kinderspiel - Jüdische Kinder während des Zweiten Weltkrieges"
Ausstellungsort:
Bielefelder Bauernhaus-Museum
Dornberger Straße 23
33619 Bielefeld
www.bielefelder-bauernhausmuseum.de
Ausstellungsdauer:
Vom 12. September bis 19. Dezember 2010, dienstags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr und samstags und sonntags von 11.00 bis 18.00 Uhr.
Ausstellung "Kein Kinderspiel"
In der Ausstellung geht es um die schlimmen Lebensumstände jüdischer Mädchen und Jungen in der Zeit des Nationalsozialismus.
Die Ausstellung wurde von der "Stichting Vrienden van Yad Vashem Nederland" und Joop Levy, der als Kind selbst vor den Nationalsozialisten in den Niederlanden untertauchen musste, zusammengestellt. Auf 15 Tafeln ist die trostlose Lebensgeschichte jüdischer Kinder vor dem und während des Zweiten Weltkrieges dargestellt. Auch diese Mädchen und Jungen wurden während der NS-Herrschaft als minderwertig diffamiert, vom Leben in ihren Wohnorten abgeschnitten, öffentlich beschimpft und verstoßen und zum Schluss sogar, wie fast alle ihre Verwandten, deportiert. Viele kamen dann in den Konzentrationslagern um, andere wiederum überlebten die Verfolgung in Verstecken.
Nur ganz wenige kümmerliche Spielzeuge dieser Kinder sind erhalten geblieben. Aber gerade die in der Ausstellung gezeigten Exponate aus verschiedenen Ländern Europas - versehen mit "Erzähltexten" der Kinder und ergänzt um Fotos - vermitteln eindringliche Geschichten: Von dem jüdischen Puppenfabrikanten, der plötzlich nur noch Puppen für jüdische Kinder machen durfte und an die Kleider dieser Puppen einen gelben Stern nähen musste; vom "Ghettopoly" (einem Monopolyspiel über das Ghetto Theresienstadt) und von einem Knuffelbären, der auch eine Lagerkleidung tragen musste.
Oft war dies das einzige Spielzeug der Kinder - eine Erinnerung an das Leben vor dem Nazi-Terror und Trost in einsamen Stunden.
Für die Begleitung der Ausstellung zeichnet Joop Levy von der "Stichting Vrienden van Yad Vashem Nederland" verantwortlich. Sein Spielzeug, ein Holzflugzeug, ist in der Ausstellung zu sehen.
Zur Ausstellung wurde auch didaktisches Material erarbeitet, unter anderem eine DVD mit dem Titel "Ich bin ein echter Glücksvogel", in der Joop Levy in Bezug auf sein Holzflugzeug mit drei Schülerinnen über seine von schlimmen Erlebnissen geprägte Jugendzeit spricht.
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- Sonntag, 12. September 2010 um 15.00 Uhr -
Jüdischer Friedhof: Führung mit Jürgen Heimsath
Treffpunkt:
Auf der Heide
32339 Espelkamp
Altgemeinde
Der geschlossene jüdische Friedhof wurde am 20. März 1987 unter Denkmalschutz gestellt, ein Gottesacker mit Mauereinfriedung und wertvollem alten Baumbestand. Die Mauereinfriedung weist Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert auf.
Eine Führung am Tag des offenen Denkmals, der Friedhof ist von 14.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.
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- Sonntag, 12. September 2010 um 15.00 Uhr -
Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945: Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS"
Veranstaltungsort:
Kreismuseum Wewelsburg
Burgwall 19
Burgsaal
33142 Büren-Wewelsburg
www.wewelsburg.de
- Treffpunkt ist das Foyer im ehemaligen Wachgebäude der SS auf dem Burgvorplatz.
Bei der barrierefreien, multimedialen Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS" handelt es sich um die einzige ständige Ausstellung, welche ausführlich sowohl die ideologischen Grundlagen der Schutzstaffel, als auch deren radikale und verbrecherische Konsequenzen darstellt.
Inhaltlich endet die Dauerausstellung nicht 1945. Sie beleuchtet auch die Aufarbeitung des SS-Terrors nach dem Krieg, die heutige Rezeption des historischen Ortes Wewelsburg und das Nachkriegsleben von Tätern und Opfern.
Der Rundgang führt die Besucherinnen und Besucher durch die historischen Räume im ehemaligen Wachgebäude, in denen die Ausstellung auf 850 Quadratmetern die lokale Geschichte der SS in Wewelsburg und des hiesigen Konzentrationslagers in eine umfangreiche Gesamtdarstellung der Schutzstaffel einbettet. Die Führung beinhaltet auch die Besichtigung von zwei im Nordturm der Wewelsburg befindlicher und in NS-Architektur erhaltenen Räume.
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- Sonntag, 12. September 2010 von 15.00 bis 17.00 Uhr -
Ausstellung: Jüdisches Leben in Lemgo
Ausstellungsort:
Frenkel-Haus
Echternstraße 70
32657 Lemgo
www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/de/lemgo/ausstellung/index.html
Die Ausstellung vermittelt anhand von Bild- und Texttafeln einen Überblick über die Geschichte der Jüdinnen und Juden in der Stadt Lemgo. Der Schwerpunkt liegt auf der Zeit zwischen der Emanzipation Mitte des 19. Jahrhunderts und den Verfolgungsmaßnahmen in der NS-Zeit. Zur Ausstellung gehört eine kleine Sammlung von Judaica, die - wie zwei kleine Löwen und das Shofar - aus der Lemgoer Synagoge stammen und nach dem Krieg geborgen wurden, sowie von Erinnerungsobjekten aus dem Nachlass jüdischer Familien.
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse jüdischer Ansiedlung in Lemgo datieren aus dem 14. Jahrhundert. Aufgrund eines Privilegs, das im Jahre 1735 erneuert wurde, blieb die Zahl der Jüdinnen und Juden auf drei Familien beschränkt. Diese Niederlassungsbeschränkung auf drei Schutzjuden und ihre Angehörigen wurde bis zur Emanzipation der Jüdinnen und Juden im Fürstentum Lippe 1858 aufrecht erhalten.
Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkte sich der Zuzug jüdischer Männer, Frauen und Kinder in die Stadt Lemgo. Die Zugewanderten kamen überwiegend aus kleineren Gemeinden des Fürstentums Lippe sowie aus den benachbarten Kreisen der Provinz Westfalen. Ihren höchsten Stand erreichte die Gemeinde um 1900 mit ca. 110 Mitgliedern. Bis zum Jahre 1933 verringerte sich ihre Zahl vor allem durch Abwanderung auf etwa die Hälfte.
Im Jahre 1883 wurde die neuerbaute Synagoge eingeweiht. In den siebziger Jahren entstand ein neuer Friedhof in räumlicher Nachbarschaft zum christlichen Friedhof. Bis zum Jahre 1915 bestand eine jüdische Schule in der Stadt. Jüdische Vereine gab es in Lemgo nicht.
Die Gemeindemitglieder betätigten sich als Kaufleute, Unternehmer sowie Altwaren- und Produktenhändler. Am Vereinsleben der Stadt waren die meisten von ihnen aktiv beteiligt: im Jahre 1906 wurde Hugo Kabaker, ein jüdischer Unternehmer, zum Schützenkönig gewählt. Jüdische Honoratioren gehörten auch dem Stadtverordneten-Kollegium an. Bis zum Ersten Weltkrieg gab es wenig offenen Antisemitismus. Dennoch mussten sich auch die Lemgoer Jüdinnen und Juden mit antijüdischen Vorbehalten und Vorurteilen auseinandersetzen.
In der NS-Zeit zerbrach bis auf wenige Ausnahmen die christlich-jüdische Nachbarschaft. Zwar gab es Bürgerinnen und Bürger, die jüdische Nachbarn oder Freundinnen und Freunde heimlich unterstützten, aber einen Schutz vor Verfolgung bot die Kleinstadt nicht.
Eine Reihe von jüdischen Männern und Frauen verließen Lemgo in den Jahren 1933 bis 1938. Sie wanderten in die Großstädte ab, wo jüdische Vereine, Kultur- und Fürsorgeeinrichtungen Beschäftigung, Unterstützung und Ablenkung versprachen. Andere bemühten sich um die Emigration. Im Dezember 1941 und im Juli 1942 wurden die in Lemgo verbliebenen jüdischen Männer, Frauen und Kinder in das Ghetto Riga und das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.
In der Ausstellung werden am Beispiel von drei Biographien Schicksale jüdischer Menschen und ihrer Familien dokumentiert. Mordechai (Herbert) Gumpel ging im Jahre 1936 nach Dänemark und emigrierte von dort aus 1938 nach Palästina. Die Familie Frenkel blieb als letzte vollständige Familie in der Stadt. Nur Karla Raveh und ihre Großmutter haben den Holocaust überlebt. Adolf Sternheim kam nach der Befreiung nach Lemgo zurück. Er war Mitbegründer der FDP und einer der wenigen Repräsentanten der Jüdischen Gemeinde in der Nachkriegszeit.
Das Frenkel-Haus erfüllt nicht die Aufgabe eines jüdischen Museums, sondern ist eine Dokumentations- und Begegnungsstätte. In dem früheren Wohnhaus der jüdischen Familie Frenkel wird ein Überblick über die Geschichte der Jüdinnen und Juden in einer nordwestdeutschen Kleinstadt vermittelt. Die besondere Bedeutung des Frenkel-Hauses liegt darin, dass das Haus auf Grund des Engagements von Karla Raveh zu einem Ort der Begegnung und des Gesprächs geworden ist.
Das Haus ist ein Erinnerungsort, der das Entstehen der jüdisch-christlichen Nachbarschaft, aber auch ihr rasches Zerbrechen unter dem Druck der NS-Verfolgung verdeutlicht. Es erinnert an die jüdische Familie Frenkel, die das Haus erbaute, mit Leben erfüllte und es im Juli 1942 verlassen musste. Es erinnert an die Nachbarn und Mitbürgerinnen und Mitbürger und ihr Verhalten in der Zeit der Verfolgung, an Beispiele von Solidarität, aber auch an Teilnahmslosigkeit, an antijüdische Vorurteile bis hin zur Gewalttätigkeit in der so genannten Reichspogromnacht sowie an den Eigennutz, wie er in der so genannten Arisierung zum Ausdruck kam.
Schließlich aber ist das Haus auch ein Beispiel dafür, wie die Erinnerungsarbeit die Sprachlosigkeit und das Verdrängen überwinden und zu einer veränderten Gesprächskultur beitragen kann.
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- Montag, 13. September 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Antifa-Cafe der Antifa-AG an der Universität Bielefeld - www.antifaagbi.blogsport.de
Veranstaltungsort:
Universität
Universitätsstraße 25
AG-Raum auf der AStA-Galerie (C1-166)
33615 Bielefeld
www.uni-bielefeld.de
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- Montag, 13. September 2010 von 18.00 bis 21.00 Uhr -
Antifa-Cafe im Infoladen Anschlag
Veranstaltungsort:
AJZ Bielefeld
Heeper Straße 132
33607 Bielefeld
Diskutieren, lesen, Filme und Veranstaltungen bei Kaffee-Spezialitäten und Knabberei.
Internet: www.ajz-bielefeld.de - www.infoladen-anschlag.de
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- Montag, 13. September 2010 um 19.00 Uhr -
Treffen der Rabatz-Gruppe - www.rabatz.org
Veranstaltungsort:
BDP-Infoladen
Leostraße 75
33098 Paderborn
www.infoladenpaderborn.blogsport.de
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- Montag,13. September 2010 um 20.30 Uhr -
Treffen der Büren-Gruppe Paderborn - www.aha-bueren.de
Veranstaltungsort:
BDP-Infoladen
Leostraße 75
33098 Paderborn
www.infoladenpaderborn.blogsport.de
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- Dienstag, 14. September 2010 von 10.00 bis 18.00 Uhr -
Ausstellung "Kein Kinderspiel - Jüdische Kinder während des Zweiten Weltkrieges"
Ausstellungsort:
Bielefelder Bauernhaus-Museum
Dornberger Straße 23
33619 Bielefeld
www.bielefelder-bauernhausmuseum.de
Ausstellungsdauer:
Vom 12. September bis 19. Dezember 2010, dienstags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr und samstags und sonntags von 11.00 bis 18.00 Uhr.
Ausstellung "Kein Kinderspiel"
In der Ausstellung geht es um die schlimmen Lebensumstände jüdischer Mädchen und Jungen in der Zeit des Nationalsozialismus.
Die Ausstellung wurde von der "Stichting Vrienden van Yad Vashem Nederland" und Joop Levy, der als Kind selbst vor den Nationalsozialisten in den Niederlanden untertauchen musste, zusammengestellt. Auf 15 Tafeln ist die trostlose Lebensgeschichte jüdischer Kinder vor dem und während des Zweiten Weltkrieges dargestellt. Auch diese Mädchen und Jungen wurden während der NS-Herrschaft als minderwertig diffamiert, vom Leben in ihren Wohnorten abgeschnitten, öffentlich beschimpft und verstoßen und zum Schluss sogar, wie fast alle ihre Verwandten, deportiert. Viele kamen dann in den Konzentrationslagern um, andere wiederum überlebten die Verfolgung in Verstecken.
Nur ganz wenige kümmerliche Spielzeuge dieser Kinder sind erhalten geblieben. Aber gerade die in der Ausstellung gezeigten Exponate aus verschiedenen Ländern Europas - versehen mit "Erzähltexten" der Kinder und ergänzt um Fotos - vermitteln eindringliche Geschichten: Von dem jüdischen Puppenfabrikanten, der plötzlich nur noch Puppen für jüdische Kinder machen durfte und an die Kleider dieser Puppen einen gelben Stern nähen musste; vom "Ghettopoly" (einem Monopolyspiel über das Ghetto Theresienstadt) und von einem Knuffelbären, der auch eine Lagerkleidung tragen musste.
Oft war dies das einzige Spielzeug der Kinder - eine Erinnerung an das Leben vor dem Nazi-Terror und Trost in einsamen Stunden.
Für die Begleitung der Ausstellung zeichnet Joop Levy von der "Stichting Vrienden van Yad Vashem Nederland" verantwortlich. Sein Spielzeug, ein Holzflugzeug, ist in der Ausstellung zu sehen.
Zur Ausstellung wurde auch didaktisches Material erarbeitet, unter anderem eine DVD mit dem Titel "Ich bin ein echter Glücksvogel", in der Joop Levy in Bezug auf sein Holzflugzeug mit drei Schülerinnen über seine von schlimmen Erlebnissen geprägte Jugendzeit spricht.
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- Mittwoch, 15. September 2010 um 17.00 Uhr -
Kranzniederlegung und Gedenkfeier zum 66. Jahrestag der Hinrichtung von Heiko Ploeger
Treffpunkt um 16.45 Uhr:
Haupteingang
Friedhof "Zum Ewigen Frieden"
Straße: Zum Ewigen Frieden
32049 Herford
Zum Gedenken an den am 15. September 1944 hingerichteten Metallarbeiter Heiko Ploeger und zur mahnenden Erinnerung an den nationalsozialistischen Terror, laden der Deutsche Gewerkschaftsbund - Kreisverband Herford und Arbeit und Leben im Kreis Herford zur Gedenkfeier mit Kranzniederlegung ein.
Worte des Gedenkens spricht Christoph Laue, Kuratorium "Erinnern - Forschen - Gedenken", Herford.
66. Todestag von Heiko Ploeger
"Für Wahrheit, Freiheit und Gerechtigkeit" steht auf dem Grabstein des Herforder Arbeiters Heiko Ploeger.
Heiko Ploeger war ein einfacher, liebenswürdiger Mensch. Er war bescheiden, hilfsbereit und eher unauffällig. Auffällig wurde lediglich sein Streben für "ein freies Deutschland". Gemeinsam mit anderen Arbeitern hörte Heiko Ploeger ausländische Rundfunksender ab und tauschte heimlich Meinungen aus über die Auswirkungen des Krieges auf die Situation der Arbeiter.
Sie träumten nicht vom revolutionären Umsturz, waren aber davon überzeugt, dass Hitler den Krieg nicht gewinnen konnte und dass nach dem Zusammenbruch ein demokratisch-sozialistisches System aufgebaut werden würde, welches vor allem für die Arbeiter und Arbeiterinnen mehr Rechte und bessere Lebensbedingungen bedeutet hätte.
Am Abend des 18. Januar 1944 wurde Heiko Ploeger in seiner Wohnung in Herford verhaftet und in das Bielefelder Polizeigefängnis gebracht. Sein einziger Trost in dieser schlimmen Zeit im Gefängnis, aber auch Ausdruck seiner tiefen Verzweifelung und Leiden waren die Briefe an seine Frau Henny.
Heiko Ploeger wurde des Hochverrates angeklagt und Ende Juni 1944 in das Gefängnis nach Hamm verlegt. Für die Nationalsozialisten war er "ein gefährlicher Hetzer und Kriegsverbrecher".Die NS-Richter des Oberlandesgerichtes Hamm verurteilten Heiko Ploeger am 17. August 1944 zum Tode. Am 15. September 1944 wurde Heiko Ploeger gemeinsam mit anderen Widerstandskämpfern in Dortmund hingerichtet.
Er wurde ermordet auf der Grundlage eines Gerichtsurteils, das "im Namen des Volkes" gesprochen wurde. Es war die Absicht der NS-Machthaber, die Menschen, die Widerstand gegen ihr Regime leisteten, nicht nur physisch zu vernichten. Auch ihre Namen, so hatte es Propagandaminister Goebbels verlangt, sollten für immer aus der Geschichte gestrichen werden.
Es ist ein Anliegen dieser Veranstaltung zu zeigen, dass es unmöglich ist, die Spuren eines Menschen völlig auszulöschen.
Mit dieser alljährlichen Gedenkfeier, wie auch mit der Erneuerung des Grabsteines von Heiko Ploeger im Juni letzten Jahres, wollen der DGB-Kreisvorstand Herford, Arbeit und Leben im Kreis Herford und die Stadt Herford an diesem 66. Todestag an das Schicksal von Heiko Ploeger erinnern und mahnen, dass so etwas nie wieder geschieht.
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- Mittwoch, 15. September 2010 um 18.00 Uhr -
Vortrag von Andrea Röpke: Neonazis in Nadelstreifen - Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft
Veranstaltungsort:
Haus der Kirche
Emmernstraße 6
31785 Hameln
In ihrem gleichnamigen Buch liefern Andrea Röpke und Andreas Speit einen aktuellen Überblick über das Auftreten und die politischen Strategien der NDP sowie über deren Finanzen und Wirtschaftsnetzwerke. Zunehmend gelingt es der rechten Partei in Teilen Deutschlands, sich als akzeptierte Partnerin in Politik und im alltäglichen Leben zu integrieren.
Die Journalistin Andrea Röpke wird von den Arbeitsergebnissen zu dem Buch berichten und aktuelle Schlaglichter weitergeben. Hierbei soll das gefährliche Doppelgesicht der Szene enttarnt werden, die sich einerseits dank eines politischen Strategiewechsels ein neues sauberes Image zu geben versucht - andererseits aber immer offener völkisch bis nationalsozialistisch agiert.
Eine Veranstaltung von: Bündnis "Bunt statt Braun" Hameln-Pyrmont.
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- Donnerstag, 16. September 2010 von 18.00 bis 20.00 Uhr -
Offener Infoladen Anschlag: Hier könnt ihr auch den Ermittlungsausschuss (EA) erreichen.
Veranstaltungsort:
Infoladen Anschlag
im AJZ Bielefeld
Heeper Straße 132
33607 Bielefeld
www.infoladen-anschlag.de/
Jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat.
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- Donnerstag, 16. September 2010 um 19.00 Uhr -
Vortrag mit Diskussion von Kirsten John-Stucke: "Wewelsburg, ich kann Dich nicht vergessen" - Überlebende des KZ Wewelsburg-Niederhagen und ihre Erinnerungen
Veranstaltungsort:
Kreismuseum Wewelsburg
Burgwall 19
Burgsaal
33142 Büren-Wewelsburg
www.wewelsburg.de
Seit der Einrichtung der ersten Dokumentation Wewelsburg 1933 - 1945 im Jahr 1982 werden die Berichte von ehemaligen KZ-Häftlingen gesammelt und Zeitzeugen-Interviews aufgezeichnet und archiviert. Die Aufzeichnungen und Erinnerungen der Überlebenden des KZ Niederhagen-Wewelsburg sind eine wichtige Quelle für das "Erfahrbarmachen" der Lebens- und Arbeitsbedingungen der KZ-Häftlinge in Wewelsburg.
Woran erinnern sich die Überlebenden, was war ihnen wichtig? Was haben sie als "Andenken" an die KZ-Haft über Jahrzehnte hinweg aufgehoben und bewahrt?
Kirsten John-Stucke berichtet in ihrem Vortrag von dem schwierigen Umgang der Zeitzeugen mit ihren Erinnerungen und von der Präsentation der Zeitzeugen-Erfahrungen in der neuen Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945.
Kirsten John-Stucke, M.A. ist Historikerin und stellvertretende Museumsleiterin des Kreismuseums Wewelsburg. Als Mitglied der wissenschaftlichen Projektgruppe zur Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS" hat sie vor allem die Themenbereiche zur Geschichte des Konzentrationslagers in Wewelsburg konzipiert.
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- Donnerstag, 16. September 2010 um 20.00 Uhr -
Antifa-Info-Abend
Veranstaltungsort:
UJZ Korn
Kornstraße 28 - 30
30167 Hannover
www.ujz-korn.de/
Antifa-Info-Abend: Monatliche Infoveranstaltung zu verschiedenen Themen aus Geschichte, Gegenwart und Zukunft in gemütlicher Atmosphäre.
Veranstaltet von: Antifaschistische Aktion Hannover (AAH) - www.antifa-hannover.de
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- Freitag, 17. September 2010 von 15.00 bis 18.00 Uhr -
Wanderausstellung "9.11.1938. Reichspogromnacht in OWL" und Ergänzungsausstellung "Spuren. Jüdisches Leben in Werther"
Ausstellungsort:
Begegnungsstätte Haus Werther
Schloßstraße 36
33824 Werther
www.stadt-werther.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten:
Vom 16. September (Eröffnung) bis 10. Oktober 2010, dienstags bis freitags von 15.00 bis 18.00 Uhr, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr und sonntags von 11.00 bis 13.00 Uhr.
Reichspogromnacht in OWL - Jüdisches Leben in Werther
Die Reichspogromnacht jährte sich 2008 zum siebzigsten Mal. Dies war Anlass für das Staatsarchiv NRW in Detmold - in Zusammenarbeit mit weiteren kommunalen Archiven in Ostwestfalen-Lippe - eine Ausstellung zu konzipieren, welche die Ereignisse des 09.11.1938 hier in der Region in den Mittelpunkt stellt. Brigitte Sonntag und Ute Dausendschön-Gay wurden im Rahmen ihrer Recherchen als Stadtführerinnen auf das Projekt aufmerksam und gewannen die Stadt Werther dafür, die Wanderausstellung auch in Werther zu zeigen.
Die Ausstellung zeichnet nach, wie sich in dem so genannten "Wendejahr 1938" der Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung der deutschen Jüdinnen und Juden bis hin zum Holocaust vollzog. In vier Phasen wird die Verschlechterung der Stellung der jüdischen Bevölkerung dargestellt, und die einzelnen Etappen werden an konkreten Ereignissen in der Region verdeutlicht.
Ein weiteres Thema ist die Aufarbeitung der Pogromnacht durch die Deutsche Justiz nach 1945. Hier wird beispielhaft gezeigt, dass es der deutschen Rechtsprechung zu dieser Zeit an Distanz zur nationalsozialistischen Ideologie fehlte.
Außerdem wird die jüngere Aufarbeitungsgeschichte betrachtet, die sich in Gedenkstättenarbeit oder in Erinnerungskultur allgemein manifestiert.
Ziel der Ausstellung ist es, den Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie Initiativen, die vor Ort arbeiten, durch den vergleichenden Blick auf die Ereignisse in der Region neue Impulse zu geben. Damit soll erreicht werden, dass das Gedenken nicht zu einem bloßen Ritual erstarrt.
Die Wanderausstellung besteht im Wesentlichen aus Bild- und Textdokumenten. Unter den wenigen Exponaten, die sich in der Ausstellung befinden, werden einige jedoch in besonderem Maße das Interesse der Wertheraner Bürgerinnen und Bürger auf sich ziehen: Ausgestellt werden Teile der Kultgegenstände aus der ehemaligen Synagoge in Werther, die sichergestellt und somit gerettet wurden. Es handelt sich um ein Thoraschild und zwei Thoraaufsätze; Schmuck von Thorarollen, die nach dem Krieg an die Jüdische Gemeinde Bielefeld übergeben wurden und bis heute beim Gottesdienst in Gebrauch sind.
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- Freitag, 17. September 2010 um 15.30 Uhr -
Führung von Monika Schrader-Bewermeie: Stätten jüdischen Lebens in Paderborn
Treffpunkt:
Mahnmal für die ermordeten
Jüdinnen und Juden
An der Alten Synagoge
33098 Paderborn
- Anmeldung erbeten, E-Mail: gcjz-paderborn@arcor.de
Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Paderborn e.V.
Internet: www.gcjz-paderborn.de
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- Samstag, 18. September 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Montag, 20. September 2010 um 19.00 Uhr -
Vortrag von Gertrud Wagner: Litauen - christlich-jüdische Begegnungen in einem geschundenen Land
Veranstaltungsort:
Martin-Luther-Kirche
Gemeindehaus
Schülerstraße 14
32756 Detmold
Still und nachdenklich kehrten 18 TeilnehmerInnen der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe am Donnerstag nach Ostern in ihre Heimatorte zurück. Vor unseren Augen hatten wir noch die Bilder der wunderbaren Städte Vilnius und Riga mit ihrer alten Kultur.
Daneben schieben sich allerdings Bilder des Schreckens.
Es sind Orte wie Paneriai oder das 9. Fort in Kaunas, an denen Tausende von Juden durch deutsche Besatzer und mit der Unterstützung williger einheimischer Helfershelfer erschossen wurden.
In unseren Ohren klingen noch immer die Lebensgeschichten, die Überlebende uns erzählt haben, so zum Beispiel Fania Braucouskaja, eine 88-jährige jüdische Partisanin, die uns mit Berichten in jiddischer Sprache durch das ehemalige Vilnaer Ghetto führte. Auch heute hat sie wieder mit antisemitischen Anfeindungen zu kämpfen. Bei einem Besuch in der Deutschen Botschaft erfuhren wir, dass Bundespräsident Horst Köhler sie durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, wozu er persönlich anreiste, unterstützt.
Auch Juliane Zarchis Geschichte haben wir noch im Ohr. Ihr Vater war zuletzt in Kaunas als jüdischer Journalist tätig und wurde von den Deutschen erschossen, wo, ist nicht bekannt. Ihre Mutter, eine gebürtige Düsseldorferin, denkt: Mir und dem Kind (Juliane) wird unter den Deutschen nichts passieren, ich komme ja aus Düsseldorf. Doch sie kann sich nur durch Verstecken retten. Ihr Kind, die dreijährige Juliane, kommt ins Ghetto, kann aber zum Glück herausgeschmuggelt werden. Nach dem Abzug der Deutschen kehrt die Rote Armee zurück und Mutter und Tochter werden wie etwa ein Viertel aller Litauer unter Stalin verschleppt, Juliane und ihre Mutter verschlägt es nach Tadschikistan. Sie kommen nach 16 Jahren zurück nach Kaunas. Noch heute sucht Juliane auf allen Fotos von erhängten oder erschossenen Juden nach dem Gesicht ihres Vaters, den sie kaum gekannt hat.
Im Tolerance Center in Vilnius zeigte uns der Leiter Markas Zingeris. ein in Litauen bekannter Schriftsteller, eine bewegende Ausstellung über Kinder im Ghetto. Diese Ausstellung, die unter anderem auch mit finanzieller Unterstützung durch unsere "Gesellschaft" zustande kam, ist einer der bisher wenigen Versuche, die Erinnerung an die Vernichtung der Litauer Juden wach zu halten.
Aber nicht nur jüdisches Leben hat uns auf dieser Reise beschäftigt. Wir trafen uns auch mit Vertretern der Evangelisch Reformierten Minderheit in Litauen. Sowohl in Vilnius wie auch in Birzai, dem Zentrum der Reformierten im Norden, hörten wir von der Präsidentin der Synode und vom Generalsuperintendenten Rimas Mikolauskas, wie trotz aller Schwierigkeiten ein zartes Pflänzchen des Vertrauens zwischen jüdischen und reformierten Gemeinden wächst. Beide befinden sich in ähnlichen Minderheitspositionen.
So kam uns bei dem Besuch des großen, verfallenen jüdischen Friedhofs in Birzai die Idee eines Projekts: Ein Sommerlager 50+, wie wir es von Aktion Sühnezeichen kennen, um den jüdischen Friedhof vor dem Verfall zu retten. Dies könnte ein Gemeinschaftsprojekt der Lippischen Landeskirche und ihrer Partnerkirche in Litauen werden!
Erfreut waren wir auch über den spontanen Beschluss des Superintendenten Mikolauskas und seines Kirchenvorstands, je einen Sonntagsgottesdienst im Jahr den vergessenen jüdischen Geschwistern zu widmen.
Nicht zuletzt sei Pfarrer Erhard Mische aus Bremen gedankt. Er ist Beauftragter des Reformierten Bundes für die kleine Litauische Reformierte Kirche. Er hat für uns das dichte Programm mit den vielen Begegnungen vorbereitet.
Am Ostersonntag erzählte er in einem zweistündigen Gottesdienst in der reformierten Kathedrale von Kedainiai eine Geschichte von Ignaz Bubis, die die Eindrücke dieser Reise gut zusammenfasst:
Nach dem Holocaust treffen sich überlebende Rabbiner und diskutieren die ganze Nacht die Frage: "Wie konnte Gott das zulassen?"
Sie kommen zu dem Ergebnis: "Es gibt keinen Gott."
Nach den langen Nachtstunden tritt schließlich einer der Teilnehmer ans Fenster und sieht die anbrechende Morgenröte. Da öffnet er das Fenster und sagt: "Lasst uns aufbrechen zum Morgengebet!"
Eine Veranstaltung der der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.
Internet: www.r-schleysing.de/
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- Montag, 20. September 2010 um 19.30 Uhr -
Treffen des Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold
Veranstaltungsort:
Fahrradbüro
Richthofenstraße 14.
32756 Detmold
www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-lippe/geschaeftsstelle.html
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- Dienstag, 21. September 2010 ab 19.00 Uhr -
Cafe Resistance - Offener antifaschistischer Treff
Veranstaltungsort:
Im Substanz
Fraz e.V.
Frankenstraße 25a
49082 Osnabrück
www.myspace.com/caferesistance
Wenn Kaffee trinken etwas verändern würde, wäre es verboten …
Doch könnt ihr bei einem Kaffee oder einem Bier mit Menschen, die der gesellschaftliche Normalzustand auch ankotzt, ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und Kontakte knüpfen. Im "Cafe Resistance - Offener antifaschistischer Treff" findet ihr immer aktuelle Infos zu Demos und Aktionen, könnt in interessanten Zeitungen und Broschüren stöbern oder einfach nur der Mukke lauschen. Neben dem gemütlichen Zusammensein laufen gelegentlich Filme zu Themen rund um Antifaschismus.
Deutschland in den Kaffee kotzen!
Cafe Resistance: Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat: www.antifa-os.de
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- Dienstag, 21. September 2010 um 19.30 Uhr -
Treffen des Aktionskreis Freie Senne
Veranstaltungsort:
Bürgerhaus
Rosenstraße 11
33189 Schlangen
Aktionskreis Freie Senne
In der vierteljährlichen Versammlung gegen die Kampfdörfer in der Senne kommen NaturschützerInnen, Friedensbewegte und BewohnerInnen aus den Anrainergemeinden zusammen, um gemeinsam Aktionen und Projekte zu organisieren.
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- Donnerstag, 23. September 2010 um 19.00 Uhr -
Vortrag im Antifa-Café: "Antikriegstag" - In Erinnerung an den Überfall der Hitler-Deutschen auf Polen
- Internet: Antifaschistische Aktion Hameln-Pyrmont: www.antifa-hm-py.immerda.ch/
Veranstaltungsort:
Kultur- und
Kommunikationszentrum
Sumpfblume e.V.
Kleiner Veranstaltungssaal
Am Stockhof 2a
31785 Hameln
www.sumpfblume.de
Mitglieder von neofaschistischen Parteien, Organisationen und Zusammenschlüssen, sowie Personen, die uns als Teilnehmerinnen oder Teilnehmer von neofaschistischen Veranstaltungen und Aufmärschen bekannt sind, erhalten zu dieser Veranstaltung keinen Zutritt.
Die Veranstaltung findet in der pädagogischen Verantwortung der gewerkschaftlichen Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen Mitte gGmbh statt.
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- Samstag, 25. September 2010 um 12.00 Uhr -
Demonstration gegen den Abschiebeknast Büren: Es reicht! Abschiebeknäste schließen - Abschiebungen stoppen!
- Aktuelle Informationen unter: www.aha-bueren.de
Auftaktkundgebung:
Justizvollzugsanstalt
Am Stöckerbusch 1
33142 Büren.
Zum Ablauf der Demonstration:
Anders als in den letzten Jahren werden wir nach der Kundgebung am Knast gemeinsam nach Paderborn fahren, um dort zu demonstrieren.
12.00 Uhr: Beginn der Kundgebung in Büren mit Redebeiträgen und Grußworten
13.00 Uhr: Autokorso nach Paderborn, Domplatz
14.00 Uhr: Beginn der Demonstration durch Paderborn, vorbei an Ausländerbehörde, Rathaus und Amtsgericht
16.00 Uhr: Voraussichtliches Ende
Der Aufruf zur Demonstration:
Es reicht! Abschiebeknäste schließen - Abschiebungen stoppen!
Ein Urlaub am Mittelmeer, ein Studienaufenthalt in den USA, ein beruflicher Neuanfang in Schweden - für viele Deutsche ist das Normalität und integraler Bestandteil ihres Lebens. Für die meisten Menschen jedoch ist das Recht auf Freiheit und Freizügigkeit nur ein Traum.
Vor zwanzig Jahren feierte der kapitalistische Westen den Fall der Berliner Mauer als einen Sieg der Freiheit. Endlich sollte der Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 Geltung erlangen: "Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren."
Doch während innerhalb Europas die Reisefreiheit zunahm, forcierten die EU-Innenminister eine Militarisierung der Grenzkontrollen - mit tödlichen Folgen. Im Osten verlangte die Europäische Union von ihren Beitrittskandidaten eine entschlossene Überwachung der Grenzen. Jeder dieser neuen Mitgliedstaaten sollte seine eigene Berliner Mauer errichten. Nach Süden wurde die Grenze schrittweise auf den afrikanischen Kontinent vorverlagert. Bis heute hat die Festung Europa mehr als 12.000 Opfer gefordert, die meisten im Mittelmeer.
Das Recht zu reisen und zu leben, wo man möchte, gilt nicht für Menschen mit der “falschen” Hautfarbe, Staatsangehörigkeit und niedrigem Kontostand. MigrantInnen werden abwechselnd als "Illegale" oder als "Opfer" eingestuft und wie international operierende Menschenhändler verfolgt, sobald sie einander beistehen.
Flucht und Migration sind einerseits Reaktionen auf die massive Ausplünderung und die fortgesetzten Verwüstungen nicht nur im globalen Süden. Sie drücken aber gleichzeitig den Anspruch auf ein besseres Leben und Einkommen aus, der sich in der Konfrontation mit dem globalen Apartheidregime zu einem Kampf um gleiche soziale Rechte verdichtet.
MigrantInnen hier und auf der ganzen Welt unterlaufen die staatlichen Versuche der Steuerung und Verhinderung von Wanderungsbewegungen. Indem die MigrantInnen gegen das globale Ausbeutungsgefälle wandern, wird ihre Bewegung zu einer vor allem sozialen, zumeist stillen und politisch nicht artikulierte (Wieder-)Aneignungsbewegung.
Abschiebehaft, Lager, Residenzpflicht
In Deutschland sind Flüchtlinge vielfachen rassistischen Diskriminierungen unterworfen. Mit dem Asylbewerberleistungsgesetz wurde ein Sonderrecht geschaffen, das die Rechte der Betroffenen in gravierender Weise mit Füßen tritt. Flüchtlinge im Asylverfahren unterliegen der so genannten Residenzpflicht, die sie daran hindert, den eigenen Landkreis ohne Genehmigung zu verlassen. Die Fahrt zum Arzt in die nächstgrößere Stadt wird so zur Straftat. Vielfach sind die Menschen gezwungen, in Lagern außerhalb von Dörfern und Städten zu leben, unter miserablen Bedingungen, versorgt nur mit Lebensmittelgutscheinen oder Esspaketen. Und nicht zuletzt steht über allem die ständige Drohung von Inhaftierung und Abschiebung.
Warum wir in Büren demonstrieren
Zwischen der Kleinstadt Büren im Kreis Paderborn und einer Autobahnauffahrt liegt versteckt im Wald der mit mehr als 300 Haftplätzen größte Abschiebeknast Deutschlands. Für 35 Millionen Mark ließ die nordrhein-westfälische Landesregierung vor 17 Jahren ein früheres Kasernengelände der belgischen Armee zum Hochsicherheitsknast umbauen. Die Menschen die hier eingesperrt sind, haben gegen kein Gesetz verstoßen.
Die meisten von ihnen sind vor Bürgerkrieg, Armut, Folter und Mord aus ihrer Heimat geflohen. Um einen Menschen in Abschiebehaft zu stecken, reicht allein der "begründete Verdacht" aus, dass sich dieser seiner Abschiebung entziehen will. Bis zu 18 Monaten kann dann die Inhaftierung dauern, was keine Seltenheit ist. Zur "Disziplinierung" von Gefangenen werden Arreststrafen verhängt, das heißt: bis zu vier Wochen Leben in totaler Isolierung, ohne Radio, Zeitung, Fernsehen, Bücher, Telefon, ohne Kontakt zu Mithäftlingen.
Am 30. August 1999 verbrannte Rachid Sbaai in einer Isolationszelle des Bürener Knastes, als einer von vielen Opfern in Abschiebehaft. Erst jüngst haben sich zwei Häftlinge in Hamburg und ein Inhaftierter in Hannover in Abschiebehaft das Leben genommen. Tote, die die herrschende Abschiebepolitik zu verantworten hat.
Abschiebungen stoppen!
Nach dem offiziellen Ende des Bürgerkrieges im ehemaligen Jugoslawien haben die europäischen Staaten damit begonnen, Menschen aus dieser Region rigoros dorthin zurück zu schieben. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange diese Menschen bereits hier leben. Für viele ist Deutschland zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden. Sie haben hier Arbeit und Freunde gefunden, Familien gegründet und Kinder bekommen, die hier zur Schule gehen.
Im Kosovo erwartet sie meist nichts. Besonders hart trifft es Angehörige von Minderheiten, Roma, Ashkali und Ägypter. Ihr Besitz ist im Krieg entweder zerstört oder geplündert worden, nach wie vor werden Minderheiten im Kosovo diskriminiert und rassistisch verfolgt. Sie sind gezwungen, in Flüchtlingslagern zu leben oder bei Verwandten unterzukommen, sich von Müll und Almosen zu ernähren. Viele Kinder lernen ihre angebliche "Heimat" zum ersten Mal in ihrem Leben kennen.
Die Abschiebung von Roma in das Kosovo steht beispielhaft für das Unrecht der zwangsweisen Deportation von Menschen aus Deutschland und der EU.
Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht
Immer wieder setzen sich Betroffene gegen Abschiebungen und Abschiebehaft zur Wehr. Dabei handelt es sich nicht nur um individuelle Widerstandshandlungen, sondern auch um kollektiv geführte Kämpfe. Im September 2007 traten etwa 60 Gefangene im Bürener Knast in einen Hungerstreik, um gegen ihre Inhaftierung und Abschiebung zu protestieren. Auch im Abschiebeknast Hannover-Langenhagen sind im Juli diesen Jahres mehrere Häftlinge in einen Hungerstreik getreten.
Wir beharren auf dem Recht zu wandern, auf dem Recht zu bleiben, auf dem Recht auf Bewegungsfreiheit. Unsere Solidarität gilt den Verfolgten, den Illegalisierten, den Ausgebeuteten, den Abenteurern. Wer kommen will, soll kommen dürfen; wer bleiben will, soll bleiben dürfen!
Schlagbäume zu Zahnstochern! Abschiebeknäste zu Lichtungen!
Globale Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle!
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- Samstag, 25. September 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Sonntag, 26. September 2010 um 15.00 Uhr -
Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945: Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS"
Veranstaltungsort:
Kreismuseum Wewelsburg
Burgwall 19
Burgsaal
33142 Büren-Wewelsburg
www.wewelsburg.de
- Treffpunkt ist das Foyer im ehemaligen Wachgebäude der SS auf dem Burgvorplatz.
Bei der barrierefreien, multimedialen Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS" handelt es sich um die einzige ständige Ausstellung, welche ausführlich sowohl die ideologischen Grundlagen der Schutzstaffel, als auch deren radikale und verbrecherische Konsequenzen darstellt.
Inhaltlich endet die Dauerausstellung nicht 1945. Sie beleuchtet auch die Aufarbeitung des SS-Terrors nach dem Krieg, die heutige Rezeption des historischen Ortes Wewelsburg und das Nachkriegsleben von Tätern und Opfern.
Der Rundgang führt die Besucherinnen und Besucher durch die historischen Räume im ehemaligen Wachgebäude, in denen die Ausstellung auf 850 Quadratmetern die lokale Geschichte der SS in Wewelsburg und des hiesigen Konzentrationslagers in eine umfangreiche Gesamtdarstellung der Schutzstaffel einbettet. Die Führung beinhaltet auch die Besichtigung von zwei im Nordturm der Wewelsburg befindlicher und in NS-Architektur erhaltenen Räume.
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- Donnerstag, 30. September 2010 um 20.00 Uhr -
Vortrag von Graeme Atkinson: "Hope not hate" - Beispiel einer erfolgreichen antifaschistischen Kampagne in Großbritannien
Veranstaltungsort:
Altes Rathaus
Rochdale-Raum
Niederwall 23 / 25
33602 Bielefeld
Nachdem die extrem rechte "British National Party" 2009 mit 16,5 Prozent ins Europaparlament eingezogen war, drohte bei den Unterhaus-Wahlen im Mai 2010 ein weiterer Erfolg dieser Partei. Ihr wurde sogar zugetraut, in einigen Regionen als stärkste Partei hervorzugehen.
Mittels der Kampagne "Hope not hate" gelang es AntifaschistInnen, die BNP zu stoppen. Bei der Wahl erreichte sie nur noch 2 Prozent der Stimmen. Die "Hope not hate"-Kampagne hatte einen in der antifaschistischen Bewegung bisher noch nicht erreichten Erfolg, auch im internationalen Vergleich und was die Beteiligung der Bevölkerung anbetrifft.
Der in Berlin lebende Europa-Redakteur der britischen antifaschistischen Zeitschrift "Searchlight", Graeme Atkinson, hat sich in diesem Zeitraum in England aufgehalten. Er wird in seinem Vortrag über die Situation in Großbritannien vor den Wahlen berichten, insbesondere aber darüber, wie es der Kampagne gelang, den drohenden Wahlsieg der BNP zu verhindern und gleichzeitig mit Hilfe der Gewerkschaften eine Grassroots-Organisation aufzubauen, die sich der Rechtsentwicklung entgegenstellte.
Eine Veranstaltung von: DGB-Jugend OWL, Bündnis 90 / Die Grünen - Kreisverband Bielefeld, Antifa-West und Antifa-Referat an der Fachhochschule Bielefeld.
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- Freitag, 1. Oktober 2010 um 18.00 Uhr -
Treffen des Arbeitskreis gegen Nazis
Veranstaltungsort:
Burgmuseum
Rittersaal
Burgstraße 13
32805 Horn-Bad Meinberg
Stadtteil Horn
www.burgmuseum-horn.de
Internet: www.gal-hbm.de/arbeitskreisgegennazis/
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- Von Freitag, 1. Oktober, 18.30 Uhr bis Sonntag, 3. Oktober 2010, 14.00 Uhr -
Aktionskonferenz Manometer. Antifaschistisches Familientreffen 2010 - www.manometer-familientreffen.org
- Anmelde-Deadline ist am Montag, 06.09.2010
Veranstaltungsort:
Universität
Mönchebergstraße 19
34109 Kassel
www.uni-kassel.de
Manometer! Der Druck auf unabhängige und gute Arbeit gegen (Neo-)Nazis und menschenfeindliche Ideologien nimmt zu, verstärkt seit dem Regierungswechsel 2009. Es ist deshalb höchste Zeit gehörigen Gegendruck und unabhängige Strukturen und Netzwerke aufzubauen. Dafür gibt es das Antifaschistische Familientreffen vom 1. bis 3. Oktober 2010 in den Uni-Räumen in Kassel unter dem Zeichen des Druckmessgerätes: Manometer!
In den zurückliegenden Jahren hat es wenig Möglichkeit und Gelegenheit gegeben, Projekte gegen Nazis, Rassismus und andere Ideologien der Ungleichwertigkeit miteinander zu vernetzen und im Erfahrungsaustausch gute Methoden, tragfähige Konzepte und brauchbare Ergebnisse zu sichern. Vieles lief parallel und nebeneinander her, man kannte sich von den zahllosen Seminaren, Tagungen und Vortragsabenden, die von den immer gleichen Veranstaltern, zu den immer gleichen Themen und meist auch noch mit den immer gleichen Referent_innen organisiert wurden.
Leute mit langer Recherche- und Bildungserfahrung, junge WissenschaftlerInnen und antifaschistische AktivistInnen waren in der zurückliegenden Dekade entweder in den Bundesprogrammen "gegen Rechts" beschäftigt und mit dem ironischen Vorwurf der "Staatsantifa" konfrontiert. Oder sie achteten strikt auf ihre Unabhängigkeit (vor allem von staatlicher Gängelung oder institutioneller Vereinahmung seitens Parteien, Stiftungen und Organisationen), um bisweilen in einem gewissen Autismus zu versinken. Wieder andere hatten - mit dem Rücken zur Wand in "No go areas" und "National befreiten Zonen" - nicht Zeit noch Muße, über Vernetzung und Erfahrungsaustausch nachzudenken. Schließlich pendelten einige zwischen akademischem Betrieb, Antifa-Recherche und den tausend Tagungen, Workshops und Seminaren hin und her.
Dennoch sind viel unbestechliche Expertise, profundes Wissen und kritische politische Erfahrung angehäuft worden, die es zu sichern, weiterzuentwickeln und zugänglich zu machen gilt. Zumal in einer Situation, in der die aktuelle Regierungspolitik sich wie ein heftiger reaktionärer Rollback darstellt und noch einiges an Verschärfung verspricht.
Über die intellektuell fragwürdige Extremismus-Debatte und die dahinter liegende, mit dem Kalten Krieg überwunden geglaubte Totalitarismus-Doktrin zur Gleichsetzung von "Rechts-" und "Linksextremismus" und Kriminalisierung von Antifa-Arbeit, werden entstandene Strukturen der Recherche, politischen Bildung und antifaschistischer Aktivität in ihrem Bestand und in ihrer Handlungsfähigkeit gefährdet, beschränkt und behindert. Umso wichtiger ist es, ein "ungezwungenes" und unabhängiges Zusammentreffen kritischer und erfahrener AkteurInnen antifaschistischer Politik, Bildungsarbeit, Publizistik und Wissenschaft sowie antifaschistischer Aktion zu ermöglichen. Diesem Ziel dient mit einem dichten und spannenden Workshop- und Veranstaltungsprogramm die Aktionskonferenz "Manometer. Antifaschistisches Familientreffen 2010", zu der ihr herzlich eingeladen seid.
VeranstalterInnen:
Rosa Luxemburg Stiftung, Berlin
Der rechte Rand
Antifaschistisches Infoblatt
Lotta - Antifaschistische Zeitung aus NRW
VertreterInnen und MitarbeiterInnen der Partei "Die Linke" Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum e.V. (apabiz), Berlin
Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle (a.i.d.a.), München
Zentraler Arbeitskreis gegen Rassismus und Rechtsextremismus (ZAKO) bei ver.di
Einzelpersonen
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- Samstag, 2. Oktober 2010 um 11.00 Uhr -
Führung durch das Jacob-Pins-Forum
Veranstaltungsort:
Forum Jacob Pins im Adelshof
Westerbachstraße 35 - 37
37671 Höxter
www.jacob-pins.de/
Einmal im Monat bietet das Forum Jacob Pins eine Führung durch die Räume und die Ausstellung. Jeweils am ersten Samstag eines Monats um elf Uhr startet die Führung, die über Pins, seine Kunst, das Schicksal der jüdischen Bürgerinnen und Bürger von Höxter und die Geschichte des Adelshofes informiert. Es wird auch ein Filmporträt des israelischen Fernsehens über Pins angeboten.
Jacob Pins
Der jüdische Maler und Grafiker Jacob Pins wurde am 17. Januar 1917 in Höxter geboren. Er floh vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Palästina. Seinen Eltern gelang die Ausreise nicht, sie wurden 1941 ins Ghetto Riga deportiert und später vergast. Pins hatte schon 1959 erstmals seine Heimatstadt wieder besucht und stiftete ihr 2003 einen umfangreichen künstlerischen Nachlass. Im September 2003 wurde ihm für sein Versöhnungswerk die Ehrenbürgerschaft der Stadt Höxter verliehen. Jacob Pins starb am 4. Dezember 2005 in Jerusalem.
Die Anfang 2003 gegründete Jacob Pins Gesellschaft – Kunstverein Höxter verwaltet die Hunderte von Werken umfassende Stiftung und hat sich zum Ziel gesetzt, neben der Dokumentation und Vermittlung des künstlerischen Schaffens von Jacob Pins auch ausgewählten zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Prägung ein Ausstellungsforum zu bieten.
Mit der Verwaltung der Stiftung übernimmt die Jacob Pins Gesellschaft zugleich die Verpflichtung, das Andenken an die Eltern Dr. Leo Pins und Ida Pins und an alle Jüdinnen und Juden aus Höxter, die Opfer der Shoah wurden, zu bewahren, zu dokumentieren und durch eine ständige Ausstellung wach zu halten.
Monographie über Jacob Pins
Die Monographie "Jacob Pins – Künstler Sammler Freund" von Christine Longère und Dr. Manfred Strecker kann über den Buchhandel oder bei der Jacob Pins Gesellschaft bezogen werden.
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- Samstag, 2. Oktober 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Montag, 4. Oktober 2010 um 19.30 Uhr -
Treffen des Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold
Veranstaltungsort:
Fahrradbüro
Richthofenstraße 14.
32756 Detmold
www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-lippe/geschaeftsstelle.html
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- Mittwoch, 6. Oktober 2010 um 19.00 Uhr -
Vortrag mit Diskussion mit Dr. Vojtech Blodig: Verfolgung und Deportation der europäischen Juden - Das Beispiel Theresienstadt
Veranstaltungsort:
Kreismuseum Wewelsburg
Burgwall 19
Burgsaal
33142 Büren-Wewelsburg
www.wewelsburg.de
Im November 1941 wurde in Theresienstadt (Terezín, etwa 60 Kilometer von Prag entfernt) ein Ghetto errichtet, das ein wesentlicher Teil der Maschinerie der nationalsozialistischen "Endlösung der Judenfrage" war. Waren anfangs "nur" Juden aus dem damaligen Protektorat Böhmen und Mähren in mehreren ehemaligen Kasernen untergebracht, so wurde Theresienstadt nach der berüchtigten Wannseekonferenz ein großes Sammel- und Durchgangslager, in das auch die jüdischen Menschen aus anderen europäischen Ländern deportiert wurden.
Annähernd 35.000 der 155.000 hier inhaftierten Männer, Frauen und Kinder fanden vor Ort den Tod, weitere 83.000 kamen nach der Deportation aus Theresienstadt in den Vernichtungslagern, in den Arbeitslagern oder auf den Todesmärschen gegen Kriegsende um.
Dr. Vojtech Blodig informiert in seinem Vortrag über die Geschichte Theresienstadts und seiner Opfer.
Dr. Vojtech Blodig ist Historiker und stellvertretender Leiter der Gedenkstätte in Theresienstadt. Zugleich ist er Präsident des Internationalen Komitees von Gedenkstätten für die Opfer von staatlichen Gewaltverbrechen und Genoziden (IC MEMO).
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- Freitag, 8. Oktober 2010 um 12.00 Uhr -
Berufungsverhandlung gegen die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel
- Fortsetzungstermin: Mittwoch, 13. Oktober 2010 um 12.00 Uhr im Saal 24
Verhandlungsort:
Landgericht Bielefeld
Niederwall 71
Saal 65
33595 Bielefeld
www.lg-bielefeld.nrw.de
Vor dem Landgericht Bielefeld will die mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilte Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho in der zweiten Instanz eine Geldstrafe wegen Beleidigung der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, aufheben lassen.
Die Holocaust-Leugnerin Haverbeck-Wetzel, ehemals Vorsitzende des im Mai 2008 durch den Bundesminister des Innern verbotenen Vereins "Collegium Humanum - Akademie für Umwelt und Lebensschutz e.V.", war am 30. Juni 2009 vom Amtsgericht Bad Oeynhausen zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu jeweils 30 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass Haverbeck-Wetzel die Präsidentin des Zentralrats der Juden in einem Brief beleidigt hatte.
Das Schreiben der Geschichtsrevisionistin Haverbeck ging im Januar 2008 beim Zentralrat ein, nachdem Knobloch ein Verbot des "Collegiums Humanum" gefordert hatte. Haverbeck forderte darin Charlotte Knobloch auf, sie solle in ihr "Ursprungsland, nach Innerasien" zurückkehren, falls es ihr in der Bundesrepublik Deutschland nicht gefalle. Außerdem "warnte" Haverbeck: "Machen Sie so weiter wie bisher, dann könnte sich ein neues Pogrom ereignen, das entsetzlich würde." Die Zentralratspräsidentin hätte sich außerdem nicht in "innerdeutsche Angelegenheiten" einzumischen. "Bereiten Sie sich auf den Tag der Wahrheit vor. Er ist nahe und nicht mehr aufzuhalten", so Haverbeck-Wetzel.
In neonazistischen Kreisen wurde im Vorfeld des ursprünglichen Verhandlungstermins am 2. Juni 2010, der kurzfristig wegen Erkrankung der Richterin abgesagt wurde, "ausdrücklich" um "Unterstützung" durch Prozess-Beobachter für Haverbeck in der Berufungsverhandlung gebeten. Eine koordinierende Rolle nahm dabei der Mindener Neonazi Mathias Schwier ("Kehrusker-Netz") ein.
Haverbeck-Wetzel engagiert sich seit langem in Holocaust leugnenden Kreisen. Zuletzt war sie am 14. August zum so genannten "Trauermarsch" in Bad Nenndorf angereist: Die Polizei strich sie dabei als Rednerin von der Liste, ebenso wie den wegen Volksverhetzung verurteilten NPD-Kreistagsabgeordneten Rigolf Henning aus Verden. Beide verbindet unter anderem die Autorenschaft in der "Stimme des Reichs", der Nachfolge-Publikation der "Stimme des Gewissens" des verbotenen "Collegium Humanum". In Bezug auf die Ausgabe der "Stimme des Reichs" von Januar / Februar 2010 (3. Jg - Nr. 1) erhob die Staatsanwaltschaft Verden Anklage gegen Haverbeck-Wetzel, stellte das Verfahren aber anschließend mit der skandalösen Begründung vorläufig wieder ein, weil Haverbeck schon wegen Volksverhetzung verurteilt worden sei und deshalb nur eine geringfügig höhere Geldstrafe zu erwarten habe. In Bad Nenndorf verlas der Initiator des "Trauermarsches", der ebenfalls wegen Volksverhetzung rechtskräftig verurteilte Neonazi Marcus Winter aus Minden, ihre Rede, ohne das die Polizei eingriff.
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- Freitag, 8. Oktober 2010 um 15.30 Uhr -
Führung über den jüdischen Friedhof an der Warburger Straße
Treffpunkt:
Warburger Straße
Ecke Uniparkplatz
33100 Paderborn
Seit 1887 beerdigt die Jüdische Gemeinde ihre Toten auf dem Friedhof an der Warburger Straße. Monika Schrader-Bewermeier führt in die jüdischen Begräbnissitten ein und erzählt zugleich die Geschichte Paderborner jüdischer Familien.
Anmeldungen bei der Katholischen Bildungsstätte unter (05251) 24612. Die Herren werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.
Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Paderborn e.V. in Zusammenarbeit mit der Katholische Bildungsstätte für Erwachsenen- und Familienbildung Paderborn.
Internet: www.gcjz-paderborn.de und www.kbs-paderborn.de
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- Samstag, 9. Oktober 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Dienstag, 12. Oktober 2010 um 19.00 Uhr -
"Ein Volk, ein Staat, eine Armee" (1) - Jörg Schönbohm liest aus "Wilde Schwermut"
Veranstaltungsort:
Rathaussaal
Marktplatz 2
31675 Bückeburg
Jörg Schönbohm (geb. 1937), zuletzt Innenminister des Landes Brandenburg, erinnert sich: Autor und Offizier Schönbohm als wild Gebliebener im Sinne von Ernst Jünger, auf den der Titel zurückgeht. 1990 übernimmt er als General der Bundeswehr die NVA. Er wird Staatssekretär in Bonn und Innensenator in Berlin. Mit vier Verteidigungsministern arbeitet Schönbohm eng zusammen. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der "Flucht" kehrt er nach Brandenburg zurück.
"Mit Nachrichten aus der Wirklichkeit widerspricht er den 'ewigen Linken' - Nachrüstungsgegnern, Hausbesetzern und DDR-Nostalgikern. Jörg Schönbohm, geprägt von Not und Überlebenskampf nach dem Zweiten Weltkrieg, macht Politik für die 'unpolitische' Seite des Lebens ... "
Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) - Sektion Minden.
(1) Jörg Schönbohm in einer Ansprache vor der Panzerbrigade 21 "Lipperland" beim "Augustdorfer Soldatentag" am 16. Mai 2009 in der "General-Feldmarschall-Rommel-Kaserne". Quelle: Lippische Landes-Zeitung, 18.05.2009: Kommentar / Au weia, Herr Minister
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- Mittwoch, 13. Oktober 2010 um 12.00 Uhr -
Berufungsverhandlung gegen die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel
- Fortsetzungstermin von Freitag, 8. Oktober 2010
Verhandlungsort:
Landgericht Bielefeld
Niederwall 71
Saal 24
33595 Bielefeld
www.lg-bielefeld.nrw.de
Vor dem Landgericht Bielefeld will die mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilte Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho in der zweiten Instanz eine Geldstrafe wegen Beleidigung der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, aufheben lassen.
Die Holocaust-Leugnerin Haverbeck-Wetzel, ehemals Vorsitzende des im Mai 2008 durch den Bundesminister des Innern verbotenen Vereins "Collegium Humanum - Akademie für Umwelt und Lebensschutz e.V.", war am 30. Juni 2009 vom Amtsgericht Bad Oeynhausen zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu jeweils 30 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass Haverbeck-Wetzel die Präsidentin des Zentralrats der Juden in einem Brief beleidigt hatte.
Das Schreiben der Geschichtsrevisionistin Haverbeck ging im Januar 2008 beim Zentralrat ein, nachdem Knobloch ein Verbot des "Collegiums Humanum" gefordert hatte. Haverbeck forderte darin Charlotte Knobloch auf, sie solle in ihr "Ursprungsland, nach Innerasien" zurückkehren, falls es ihr in der Bundesrepublik Deutschland nicht gefalle. Außerdem "warnte" Haverbeck: "Machen Sie so weiter wie bisher, dann könnte sich ein neues Pogrom ereignen, das entsetzlich würde." Die Zentralratspräsidentin hätte sich außerdem nicht in "innerdeutsche Angelegenheiten" einzumischen. "Bereiten Sie sich auf den Tag der Wahrheit vor. Er ist nahe und nicht mehr aufzuhalten", so Haverbeck-Wetzel.
In neonazistischen Kreisen wurde im Vorfeld des ursprünglichen Verhandlungstermins am 2. Juni 2010, der kurzfristig wegen Erkrankung der Richterin abgesagt wurde, "ausdrücklich" um "Unterstützung" durch Prozess-Beobachter für Haverbeck in der Berufungsverhandlung gebeten. Eine koordinierende Rolle nahm dabei der Mindener Neonazi Mathias Schwier ("Kehrusker-Netz") ein.
Haverbeck-Wetzel engagiert sich seit langem in Holocaust leugnenden Kreisen. Zuletzt war sie am 14. August zum so genannten "Trauermarsch" in Bad Nenndorf angereist: Die Polizei strich sie dabei als Rednerin von der Liste, ebenso wie den wegen Volksverhetzung verurteilten NPD-Kreistagsabgeordneten Rigolf Henning aus Verden. Beide verbindet unter anderem die Autorenschaft in der "Stimme des Reichs", der Nachfolge-Publikation der "Stimme des Gewissens" des verbotenen "Collegium Humanum". In Bezug auf die Ausgabe der "Stimme des Reichs" von Januar / Februar 2010 (3. Jg - Nr. 1) erhob die Staatsanwaltschaft Verden Anklage gegen Haverbeck-Wetzel, stellte das Verfahren aber anschließend mit der skandalösen Begründung vorläufig wieder ein, weil Haverbeck schon wegen Volksverhetzung verurteilt worden sei und deshalb nur eine geringfügig höhere Geldstrafe zu erwarten habe. In Bad Nenndorf verlas der Initiator des "Trauermarsches", der ebenfalls wegen Volksverhetzung rechtskräftig verurteilte Neonazi Marcus Winter aus Minden, ihre Rede, ohne das die Polizei eingriff.
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- Samstag, 16. Oktober 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Freitag, 22. Oktober um 18.30 Uhr -
Braune Kompanien blockieren!
- Aktuelle Informationen folgen in Kürze
Ort der NS-Verherrlichung:
Bahnhofstraße 1b
59227 Ahlen
Die "(Vorabend)-kundgebung" unter dem Motto "Die BRD zerstört unsere Zukunft - Volkstod stoppen!" der "Autonomen Nationalisten Ahlen" um 18.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz ist zur Zeit noch nicht verboten.
"Das System bringt uns den Volkstod!" ist die Demonstration in Hamm am folgenden Tag, 23. Oktober, überschrieben. Als Redner sind dort unter anderem Christian Worch und Axel Reitz angekündigt.
Die "Kameradschaft Hamm" und die "Autonomen Nationalisten Ahlen" hatten bei einer Saalveranstaltung am 17. August - nach eigenen Angaben - gemeinsam das Lied "Die Braune Kompanie" gesungen. In der zweiten Strophe heißt es dort wörtlich: "Schon mancher ist gefallen / Von unserm Hitlerkorps; / Die Glocken hör ich schallen / Und heb' den Arm empor. / Ich schwöre und erneue / Den Schwur, den Wessel schrie: / Ich diene dir in Treue, / Du braune Kompanie!"
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- Samstag, 23. Oktober 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Donnerstag, 28. Oktober 2010 um 19.00 Uhr -
Vortrag im Antifa-Café: Thema wird noch bekanntgegeben
- Internet: Antifaschistische Aktion Hameln-Pyrmont: www.antifa-hm-py.immerda.ch/
Veranstaltungsort:
Kultur- und
Kommunikationszentrum
Sumpfblume e.V.
Kleiner Veranstaltungssaal
Am Stockhof 2a
31785 Hameln
www.sumpfblume.de
Mitglieder von neofaschistischen Parteien, Organisationen und Zusammenschlüssen, sowie Personen, die uns als Teilnehmerinnen oder Teilnehmer von neofaschistischen Veranstaltungen und Aufmärschen bekannt sind, erhalten zu dieser Veranstaltung keinen Zutritt.
Die Veranstaltung findet in der pädagogischen Verantwortung der gewerkschaftlichen Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen Mitte gGmbh statt.
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- Samstag, 30. Oktober 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Donnerstag, 4. November 2010 um 19.30 Uhr -
Vortrag von Ruth Frenk: Vokalmusik im Konzentrationslager Theresienstadt
- www.ruth-frenk.de
Veranstaltungsort:
Jüdische Kultusgemeinde Paderborn
Pipinstraße 32
33098 Paderborn
Der Name Theresienstadt, tschechisch Terezín, wurde zum Synonym für die größte Propagandalüge des Terrorregimes der Nationalsozialisten. In der Zwangs-Gemeinschaft dieses Konzentrationslagers war fast die gesamte jüdische Kulturelite versammelt. Gelehrte aller Wissensgebiete, Künstler, Theaterleute, Literaten, Musiker, gewaltsam herausgerissen aus ihrem normalen Leben, fanden sich hier mit Massen alter Menschen im gemeinsamen Elend vereint.
Kultur gab es in Theresienstadt anfangs nur im Untergrund, da zunächst jede kulturelle Betätigung noch illegal und daher mit Strafen bedroht war. Als das Lager zum "jüdischen Siedlungsgebiet" deklariert wurde, erreichte fast alles, was als Kultur bezeichnet werden konnte, eine halblegale Grauzone, um dann Anfang des Jahres 1944 - zu propagandistischen Zwecken - völlig legalisiert zu werden. Die Theresienstädter Künstler erhielten das zynische Privileg, bis zu ihrer Ermordung nicht nur zur Unterhaltung ihrer Leidensgenossen beitragen zu dürfen, sondern auch noch als Statisten in einem groß angelegten Täuschungsmanöver mitwirken zu müssen.
Vor den Augen der Welt inszenierten die Nazis einen perfekten Vergnügungs-Zirkus: Theater, Konzerte, Oper, Operette, Kaffeehaus. Den Besuchern, darunter auch Inspektoren vom Internationalen Roten Kreuz, wurde ein Panoptikum lustiger Musikanten und Poeten vorgeführt. Der Trick funktionierte. Die Welt fiel auf den grausamen Schwindel herein, der in diesem "Potemkinschen Dorf" inszeniert wurde. In Wirklichkeit vegetierten die Gefangenen in einer schmalen Grenzzone zwischen Vernichtung durch Hunger, kombiniert mit Schwerstarbeit und knappem Überleben. In krassem Widerspruch dazu stand das ungeheuer vielfältige geistige Schaffen. Hier durfte sogar aufgeführt werden, was im nationalsozialistischen Machtbereich ansonsten verboten war.
Unter den Bedingungen ihrer physischen lebensbedrohenden Versklavung mit Zwangsarbeit erlebten die Häftlinge in Theresienstadt eine kulturelle Befreiung ungeahnten Ausmaßes. Auf diesem zwiespältigen Leben lastete die allgegenwärtige Todesdrohung in Gestalt jäh hereinbrechender "Osttransporte".
Der Vortrag beschäftigt sich mit den Komponisten Karel Berman, Hans Krasa, Pavel Haas, Viktor Ullmann, u. a. sowie mit den Kabaretttexten von u. a. Leo Strauss und Karel Svenk.
Ruth Frenk
In den Niederlanden geboren, studierte sie zunächst an den Universitäten Amsterdam und Genf und ging anschließend nach New York, wo sie an der Manhattan School of Music ich Gesangstudium mit Erfolg abschloss. Nach mehreren Jahren als Konzertsängerin (Mezzosopran) in den USA, Kanada und Israel kam sie nach Europa zurück und studierte bei Erika Köth weiter. Seit 1974 wohnt sie in Konstanz und war als Gesangspädagogin u.a. an der Musikschule Konstanz, dem American Institute of Musical Studies, Graz, so wie dem Istituto di Musica 'G. Verdi', Asti tätig und das Seminar "History, Music and Memory" in Israel tätig.
1986 nahm sie ihre ersten Schallplatten auf, 1988 folgte eine Rundfunkaufnahme beim Südwestfunk, 1990 die CD Jewish Songs ('Ruth Frenk singt Jüdische Lieder', mit Fabio Luz, Klavier; L'Art 30) und 1991 die CD Der letzte Schmetterling ('Lieder aus Theresienstadt', mit Karin Strehlow, Klavier; Erasmus Producties 035).
Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Paderborn e.V. in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Kultusgemeinde Paderborn.
Internet: www.gcjz-paderborn.de und www.jg-paderborn.de
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- Freitag, 5. November 2010 um 18.00 Uhr -
Treffen des Arbeitskreis gegen Nazis
Veranstaltungsort:
Burgmuseum
Rittersaal
Burgstraße 13
32805 Horn-Bad Meinberg
Stadtteil Horn
www.burgmuseum-horn.de
Internet: www.gal-hbm.de/arbeitskreisgegennazis/
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- Samstag, 6. November 2010 um 11.00 Uhr -
Führung durch das Jacob-Pins-Forum
Veranstaltungsort:
Forum Jacob Pins im Adelshof
Westerbachstraße 35 - 37
37671 Höxter
www.jacob-pins.de/
Einmal im Monat bietet das Forum Jacob Pins eine Führung durch die Räume und die Ausstellung. Jeweils am ersten Samstag eines Monats um elf Uhr startet die Führung, die über Pins, seine Kunst, das Schicksal der jüdischen Bürgerinnen und Bürger von Höxter und die Geschichte des Adelshofes informiert. Es wird auch ein Filmporträt des israelischen Fernsehens über Pins angeboten.
Jacob Pins
Der jüdische Maler und Grafiker Jacob Pins wurde am 17. Januar 1917 in Höxter geboren. Er floh vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Palästina. Seinen Eltern gelang die Ausreise nicht, sie wurden 1941 ins Ghetto Riga deportiert und später vergast. Pins hatte schon 1959 erstmals seine Heimatstadt wieder besucht und stiftete ihr 2003 einen umfangreichen künstlerischen Nachlass. Im September 2003 wurde ihm für sein Versöhnungswerk die Ehrenbürgerschaft der Stadt Höxter verliehen. Jacob Pins starb am 4. Dezember 2005 in Jerusalem.
Die Anfang 2003 gegründete Jacob Pins Gesellschaft – Kunstverein Höxter verwaltet die Hunderte von Werken umfassende Stiftung und hat sich zum Ziel gesetzt, neben der Dokumentation und Vermittlung des künstlerischen Schaffens von Jacob Pins auch ausgewählten zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Prägung ein Ausstellungsforum zu bieten.
Mit der Verwaltung der Stiftung übernimmt die Jacob Pins Gesellschaft zugleich die Verpflichtung, das Andenken an die Eltern Dr. Leo Pins und Ida Pins und an alle Jüdinnen und Juden aus Höxter, die Opfer der Shoah wurden, zu bewahren, zu dokumentieren und durch eine ständige Ausstellung wach zu halten.
Monographie über Jacob Pins
Die Monographie "Jacob Pins – Künstler Sammler Freund" von Christine Longère und Dr. Manfred Strecker kann über den Buchhandel oder bei der Jacob Pins Gesellschaft bezogen werden.
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- Samstag, 6. November 2010 um 14.00 Uhr -
Wissenschaftliches Symposium: Die SS – Selbstverständnis, Mentalitäten, Karrieren
- Prof. Dr. Ulrich Herbert, Dr. Matthias Hambrock, Markus Moors, Dipl. Pol., Dipl. Arch.
Veranstaltungsort:
Kreismuseum Wewelsburg
Burgwall 19
Burgsaal
33142 Büren-Wewelsburg
www.wewelsburg.de
Das Kreismuseum Wewelsburg organisiert auch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Kreismuseums Wewelsburg ein wissenschaftliches Symposium. Wir laden Sie schon jetzt dazu ein, sich diesen Termin vorzumerken, detaillierte Informationen folgen.
Prof. Dr. Ulrich Herbert ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg im Breisgau und hat viel beachtete Studien zu Nationalsozialismus und Holocaust verfasst, unter anderem "Best" und "Fremdarbeiter".
Dr. Matthias Hambrock, Historiker, und
Markus Moors, Diplom-Politologe und Diplom-Archivar, haben als Mitglieder der wissenschaftlichen Projektgruppe die Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS" miterarbeitet.
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- Samstag, 6. November 2010 von 14.00 bis 15.30 Uhr -
"Sitz-Führung" - Jüdisches Leben in Lübbecke
Treffpunkt:
Kultur- und Medienzentrum
Altes Rathaus
Am Markt 3
32312 Lübbecke
www.luebbecke.de
Eine Präsentation von Stadtmarketing Lübbecke e.V. in Zusammenarbeit mit dem Museum der Stadt Lübbecke.
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- Samstag, 6. November 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Sonntag, 7. November 2010 von 11.00 bis 13.00 Uhr -
Rundgang mit Jörg Militzer: Orte jüdischen Lebens in Bünde
Treffpunkt:
Rathaus
Bahnhofstraße 13 - 15
32257 Bünde
Fast schon traditionell findet jeweils im November, dem Monat in dem der Pogromnacht von 1938 gedacht wird, ein Rundgang auf den Spuren der ehemaligen Bünder Synagogen-Gemeinde statt. Ob nun Wohn- oder Geschäftshäuser, Fabriken, der Ort an dem einst die Synagoge stand oder schließlich der Friedhof, zahlreiche Stationen liegen dabei auf dem circa zweistündigen Weg.
Dabei stehen nicht nur die Geschichte der Gebäude und die Schicksale der ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger im Mittelpunkt, ergänzt wird das Programm durch Einblicke in die jüdische Religion und Kultur.
Eine Veranstaltung der Volkshochschule im Kreis Herford in Kooperation Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Bünde und dem Kuratorium Erinnern - Forschen - Gedenken.
Internet:
www.vhsimkreisherford.de
www.buginithi.de
www.zellentrakt.de
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- Mittwoch, 10. November 2010 -
Vortrag von Manfred Kluge und Rico Quaschny: Schicksale jüdischer Kinder und Jugendlicher aus der Kultusgemeinde Vlotho
- Informationen in Kürze unter: www.mendel-grundmann-gesellschaft.de
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- Donnerstag, 11. November 2010 um 19.00 Uhr -
Vortrag von Bernhard Gelderblom: Jüdische Häftlinge im Zuchthaus Hameln - Delikte, Haftbedingungen und weiteres Schicksal
Veranstaltungsort:
Haus der Kirche
Emmernstraße 6
31785 Hameln
Am Beispiel der jüdischen Häftlinge soll die Rolle der Justiz bei der Umsetzung der rassistischen Politik des NS-Regimes thematisiert werden. Von den 10.000 Männern, die in der NS-Zeit das Zuchthaus Hameln "durchlaufen" haben, waren vergleichsweise wenig Juden. Die meisten von ihnen "saßen" wegen "Rassenschande", einer berüchtigten gesetzlichen Maßnahme, die sexuelle Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden unter Strafe stellte.
Die Richter verhängten äußerst harte Urteile von bis zu acht Jahren Zuchthaus. Das Zuchthaus lieferte jüdische Häftlinge nach Ablauf ihrer Strafzeit der Gestapo aus. 58 jüdische Männer wurden nachweislich in Konzentrationslager deportiert und dort zu allermeist ermordet. Ende 1942 war die Anstalt "judenfrei'".
Der Historiker, Pädagoge und Autor Bernhard Gelderblom arbeitete nach dem Studium der Fächer Evangelische Theologie, Geschichte und Politik bis 2006 am Albert-Einstein-Gymnasium in Hameln als Lehrer. Er hat sich intensiv mit der jüdischen und der NS-Geschichte der Region beschäftigt und zahlreiche Darstellungen verfasst.
Eine Veranstaltung von: Bündnis "Bunt statt Braun" Hameln-Pyrmont.
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- Donnerstag, 11. November 2010 um 19.30 Uhr -
Vortrag von Kerstin Köditz: Die extreme Rechte in Sachsen und anderswo
Veranstaltungsort:
Kulturhaus Alter Schlachthof e.V.
Ulrichtor 4
59494 Soest
www.schlachthof-soest.de
Die sächsische Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz (Die Linke) untersucht in ihrem Buch "Und morgen? Extreme Rechte in Sachsen'" (2009) die Strategien der NPD und anderer rechter Organisationen. Sie analysiert das Agieren der extremen Rechten, berichtet über Positionen und Personen und stellt Möglichkeiten der Gegenwehr dar. Auch klärt sie über Fehlentscheidungen der etablierten Politik im Umgang mit den Neonazis auf.
Der fundierte Bericht aus der politischen Praxis ist eine nützliche Handreichung für die demokratische Gegenwehr und schärft den Blick für die Veränderungen im deutschen Neofaschismus.
Eine Veranstaltung von: Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW e.V. in Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Hellweg.
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- Samstag, 13. November 2010 um 14.00 Uhr -
Öffentliche Entfernung der Gedenktafel mit anschließendem Abriss des 55er-Denkmal
Veranstaltungsort:
"55er-Denkmal"
Kaiser-Wilhelm-Platz
Paulinenstraße
32756 Detmold
3.000 Soldaten der Wehrmacht zählte das vor dem Krieg in Bielefeld, Detmold und Paderborn stationierte ehemalige Infanterie-Regiment 18 am Mobilmachungstag 1939. Am 16. November 1985 wurde unter Protesten und Demonstrationen eine Gedenktafel für die Kriegsverbrecher des IR 18 angebracht und danach jahrzehntelang der "nationalen Identität" gedacht. 25 Jahre später ist nun Schluss mit der NS-Verherrlichung: In der Jahreshauptversammlung im Juni 2010 des Bündnis gegen Geschichtsrevisionismus wurde beschlossen, das Kriegerdenkmal endlich abzureißen.
Die Kranzniederlegungen bei den zentralen Gedenkveranstaltungen am "Volkstrauertag" für den Kreis Lippe an einem Kriegerdenkmal "zu Ehren" des "Infanterieregiments 18 - Generalfeldmarschall v. Rundstedt" dienten dabei nicht nur dem Gedenken Hinterbliebener von Kriegstoten, sondern ausdrücklich auch einer offen formulierten Geschichtsumdeutung. Landrat Heuwinkel, gleichzeitig Vorsitzender des Kreisverbandes Lippe im "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge", formulierte dies zum Beispiel 2008 bei der Gedenkveranstaltung am "55er-Denkmal" beispielhaft:
"Der aufrichtige Umgang mit unserer Vergangenheit setzt voraus, dass wir aller Opfer gedenken, die durch Vernichtungskrieg und Völkermord, durch die Bombenangriffe, während der Flucht oder Kriegsgefangenschaft ums Leben kamen."
Zwecks Besinnung auf die "nationale Identität" (so Heuwinkel 2008) und getreu dem Motto, dass im Tode alle gleich sind, wurden so die Täter von gestern und vorgestern zu Opfern stilisiert und den Jüdinnen und Juden großzügig ein Platz im nationalen Familiengrab angeboten.
Bekanntlich ist ein Massenmord nicht nur ein Mord an, sondern eben auch ein Mord von Massen. Eike Geisel formulierte einst zutreffend, dass unter der Inschrift "Den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft" familiäre Bande zwischen dem Kriegsopfer Roland Freisler, dem bei einem Bombenangriff umgekommenen Henker des Volksgerichtshofs, und der in Bergen-Belsen elend verreckten Anne Frank geknüpft werden.
Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt
Die "Traditionsgemeinschaft des Infanterieregiments 18 - Generalfeldmarschall v. Rundstedt" ("Überlebende des zweimal im Ostfeldzug vernichteten Regiments 18") war bisherige Mitveranstalterin bei den Kranzniederlegung am "55er-Denkmal". Motto der Traditionsgemeinschaft: "Kein Regiment soll besser sein."
Rundstedt war Befehlshaber von militärischen Großverbänden (Heeresgruppen) im so genannten Polenfeldzug, im Westfeldzug und während des Angriffskrieg gegen die UdSSR ("Unternehmen Barbarossa"). Zuletzt war er als Oberbefehlshaber West eingesetzt und hatte damit die Aufgabe, die alliierte Invasion zu verhindern und später die Ardennenoffensive zu leiten.
Rundstedt war Vorsitzender des am 2. August 1944 errichteten Ehrenhofs der Wehrmacht. In dieser Funktion stieß er im Auftrag des NS-Regimes zahlreiche mit dem Attentat des 20. Juli 1944 kompromittierte Wehrmachts-Angehörige aus der Armee aus, sodass das Reichskriegsgericht für ihre Aburteilung nicht mehr zuständig war und sie vom Volksgerichtshof in Schauprozessen unter dem Vorsitz von Roland Freisler abgeurteilt werden konnten.
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- Samstag, 13. November 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Sonntag 14. November 2010 von 12.00 bis 15.00 Uhr -
Stadtrundgang mit Christoph Laue: Orte jüdischen Lebens in Herford
Treffpunkt:
Neuer Markt
32052 Herford
Die "Orte jüdischen Lebens" sind überall im Herforder Stadtgebiet zu finden. In dem Stadtrundgang mit Christoph Laue (Geschichtsvereins Herford) werden die unsichtbaren und sichtbaren Spuren jüdischen Lebens in Herford aufgesucht und erläutert.
Ein Rundgang des Geschichtsvereins Herford in Kooperation mit der Volkshochschule Herford, der Jüdischen Kultusgemeinde Herford-Detmold und dem Kuratorium Erinnern - Forschen - Gedenken (Herford).
Internet:
www.geschichtsverein-herford.de
www.vhsimkreisherford.de
www.jg-hf-dt.de
www.zellentrakt.de
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- Montag, 15. November 2010 um 19.00 Uhr -
Filmvorführung von Jörg Militzer: "Das waren Jahre, die man gar nicht schildern kann" - Die Geschichte der Bünder Juden im Dritten Reich
Veranstaltungsort:
Geschichtswerkstatt
im Hause SiSchu-Immobilien
Auf'm Tie 6
Vortragsraum
32257 Bünde
Der Titel dieses in den 1980er Jahren im Rahmen einer VHS-Projektgruppe entstandenen Films zitiert ein erhaltenes Interview mit Erna Spanier, der bis 1982 in Bünde lebenden letzten Angehörigen der hiesigen Jüdischen Gemeinde. Auch ihr Schicksal, das Schicksal einer Überlebenden des Nazi-Terrors, ist Inhalt des auf vielfachen Wunsch erneut im Rahmen der öffentlichen Veranstaltungsreihe der Geschichtswerkstatt gezeigten Films.
Darüber hinaus wurde aber auch versucht, die Lebenswege der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nachzuzeichnen, deren Dasein zum Teil bestialisch ein Ende gesetzt wurde und deren Spuren in der lokalen Erinnerung zu verblassen drohten.
Eine Veranstaltung der Volkshochschule im Kreis Herford in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Bünde.
Internet:
www.vhsimkreisherford.de
www.buginithi.de
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- Montag, 15. November 2010 um 19.30 Uhr -
Treffen des Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold
Veranstaltungsort:
Fahrradbüro
Richthofenstraße 14.
32756 Detmold
www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-lippe/geschaeftsstelle.html
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- Samstag, 20. November von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Donnerstag, 25. November 2010 um 19.00 Uhr -
Vortrag mit Diskussion von Wulff E. Brebeck: Der Streit um die Erinnerung an die NS-Geschichte - Das Beispiel Wewelsburg
Veranstaltungsort:
Kreismuseum Wewelsburg
Burgwall 19
Burgsaal
33142 Büren-Wewelsburg
www.wewelsburg.de
Die Auseinandersetzung um die Erinnerung an den Nationalsozialismus in Wewelsburg kann als Spiegel der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung angesehen werden. Die Prozesse von Trauer und Sprachlosigkeit, Schuldabwehr und Scham, Verdrängen und Schweigen, Aufarbeitung und Gedenken sind weder bundesweit noch in Wewelsburg abgeschlossen oder abschließbar.
Der Vortrag von Wulff Brebeck zieht einen Bogen von frühem Gedenken in Wewelsburg bei gleichzeitiger Relativierung über den langjährigen öffentlichen Streit über die Erinnerung an die hiesigen KZ-Opfer bis hin zur heutigen Erinnerungs- und Gedenkstätte und ihrer Stellung im Dorf. Es wird deutlich: je größer die Unwissenheit, umso schneller die Forderung nach einfachen Lösungen.
Wulff E. Brebeck ist Historiker und Museumsleiter des Kreismuseums Wewelsburg. Als Leiter der wissenschaftlichen Projektgruppe zur neuen Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS" hat er unter anderem den Bereich "Die Auseinandersetzung um die Erinnerung" konzipiert.
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- Donnerstag, 25. November 2010 um 19.00 Uhr -
Vortrag im Antifa-Café: Thema wird noch bekanntgegeben
- Internet: Antifaschistische Aktion Hameln-Pyrmont: www.antifa-hm-py.immerda.ch/
Veranstaltungsort:
Kultur- und
Kommunikationszentrum
Sumpfblume e.V.
Kleiner Veranstaltungssaal
Am Stockhof 2a
31785 Hameln
www.sumpfblume.de
Mitglieder von neofaschistischen Parteien, Organisationen und Zusammenschlüssen, sowie Personen, die uns als Teilnehmerinnen oder Teilnehmer von neofaschistischen Veranstaltungen und Aufmärschen bekannt sind, erhalten zu dieser Veranstaltung keinen Zutritt.
Die Veranstaltung findet in der pädagogischen Verantwortung der gewerkschaftlichen Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen Mitte gGmbh statt.
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- Samstag, 27. November 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Montag, 29. November 2010 um 19.30 Uhr -
Treffen des Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold
Veranstaltungsort:
Fahrradbüro
Richthofenstraße 14.
32756 Detmold
www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-lippe/geschaeftsstelle.html
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- Freitag, 3. Dezember 2010 um 18.00 Uhr -
Treffen des Arbeitskreis gegen Nazis
Veranstaltungsort:
Burgmuseum
Rittersaal
Burgstraße 13
32805 Horn-Bad Meinberg
Stadtteil Horn
www.burgmuseum-horn.de
Internet: www.gal-hbm.de/arbeitskreisgegennazis/
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- Samstag, 4. Dezember 2010 um 11.00 Uhr -
Führung durch das Jacob-Pins-Forum
Veranstaltungsort:
Forum Jacob Pins im Adelshof
Westerbachstraße 35 - 37
37671 Höxter
www.jacob-pins.de/
Einmal im Monat bietet das Forum Jacob Pins eine Führung durch die Räume und die Ausstellung. Jeweils am ersten Samstag eines Monats um elf Uhr startet die Führung, die über Pins, seine Kunst, das Schicksal der jüdischen Bürgerinnen und Bürger von Höxter und die Geschichte des Adelshofes informiert. Es wird auch ein Filmporträt des israelischen Fernsehens über Pins angeboten.
Jacob Pins
Der jüdische Maler und Grafiker Jacob Pins wurde am 17. Januar 1917 in Höxter geboren. Er floh vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Palästina. Seinen Eltern gelang die Ausreise nicht, sie wurden 1941 ins Ghetto Riga deportiert und später vergast. Pins hatte schon 1959 erstmals seine Heimatstadt wieder besucht und stiftete ihr 2003 einen umfangreichen künstlerischen Nachlass. Im September 2003 wurde ihm für sein Versöhnungswerk die Ehrenbürgerschaft der Stadt Höxter verliehen. Jacob Pins starb am 4. Dezember 2005 in Jerusalem.
Die Anfang 2003 gegründete Jacob Pins Gesellschaft – Kunstverein Höxter verwaltet die Hunderte von Werken umfassende Stiftung und hat sich zum Ziel gesetzt, neben der Dokumentation und Vermittlung des künstlerischen Schaffens von Jacob Pins auch ausgewählten zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Prägung ein Ausstellungsforum zu bieten.
Mit der Verwaltung der Stiftung übernimmt die Jacob Pins Gesellschaft zugleich die Verpflichtung, das Andenken an die Eltern Dr. Leo Pins und Ida Pins und an alle Jüdinnen und Juden aus Höxter, die Opfer der Shoah wurden, zu bewahren, zu dokumentieren und durch eine ständige Ausstellung wach zu halten.
Monographie über Jacob Pins
Die Monographie "Jacob Pins – Künstler Sammler Freund" von Christine Longère und Dr. Manfred Strecker kann über den Buchhandel oder bei der Jacob Pins Gesellschaft bezogen werden.
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- Samstag, 4. Dezember 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Samstag, 11. Dezember 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Montag, 13. Dezember 2010 um 19.30 Uhr -
Treffen des Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold
Veranstaltungsort:
Fahrradbüro
Richthofenstraße 14.
32756 Detmold
www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-lippe/geschaeftsstelle.html
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- Donnerstag, 16. Dezember 2010 um 19.00 Uhr -
Vortrag im Antifa-Café: Thema wird noch bekanntgegeben
- Internet: Antifaschistische Aktion Hameln-Pyrmont: www.antifa-hm-py.immerda.ch/
Veranstaltungsort:
Kultur- und
Kommunikationszentrum
Sumpfblume e.V.
Kleiner Veranstaltungssaal
Am Stockhof 2a
31785 Hameln
www.sumpfblume.de
Mitglieder von neofaschistischen Parteien, Organisationen und Zusammenschlüssen, sowie Personen, die uns als Teilnehmerinnen oder Teilnehmer von neofaschistischen Veranstaltungen und Aufmärschen bekannt sind, erhalten zu dieser Veranstaltung keinen Zutritt.
Die Veranstaltung findet in der pädagogischen Verantwortung der gewerkschaftlichen Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen Mitte gGmbh statt.
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- Samstag, 18. Dezember 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Sonntag, 30 Januar 2011 von 11.00 bis 13.00 Uhr -
Täterorte: Ein Rundgang in Bünde mit Jörg Militzer
Treffpunkt:
Gymnasium am Markt
Marktstraße 12
32257 Bünde
Nachdem traditionell jeweils im November mit einem Rundgang zu den "Orten jüdischen Lebens" die lokale Geschichte der größten Opfergruppe des nationalsozialistischen Terror-Regimes ins öffentliche Bewusstsein gerückt wird, soll während dieses Rundgangs an verschiedenen Orten der Stadt auch die Geschichte der Täter aufgezeigt werden.
Es geht hierbei jedoch weniger darum mit erhobenem Zeigefinger auf Einzelpersonen zu verweisen, sondern an Hand der "Täterorte" die allgegenwärtige Präsenz und Organisationsstruktur des NS-Staates auch in einer ostwestfälischen Kleinstadt wie Bünde aufzuzeigen. Eine Präsenz, die sich nicht nur auf den öffentlichen Raum beschränkte, sondern auch Einfluss auf die privaten Bereiche des örtlichen Lebens ausübte.
Eine Veranstaltung der Volkshochschule im Kreis Herford in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Bünde.
Internet:
www.vhsimkreisherford.de
www.buginithi.de
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- Samstag, 8. Januar 2011 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Samstag, 15. Januar 2011 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Samstag, 22. Januar 2011 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Samstag, 29. Dezember 2010 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Letzter Tag der Ausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens … " - Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in Herford
Ausstellungsort:
Zellentrakt im Rathaus
Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte
Rathausplatz 1
D-32052 Herford
www.zellentrakt.de
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten: Vom 11. September 2010 bis 29. Januar 2011, samstags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
"Wir lebten in einer Oase des Friedens … "
Die multimediale Ausstellung dokumentiert die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule in den Jahren zwischen 1926 und 1938.
Diese vom jüdischen Frauenbund Wolfratshausen (Bayern) gegründete Hauswirtschaftsschule war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier Mädchen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten. Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Frauen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen. oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einen besonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland. Am 9./10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Im Zentrum stehen dabei die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden. Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nazis ermordet wurden.
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team des Historischen Vereins Wolfratshausen unter der Leitung des Historikerin Dr. Sybille Krafft und der evangelischen Pfarrerin Kirsten Jörgensen die Geschichte der Schule und hat dazu die letzten noch lebenden Schülerinnen interviewt. Das Projekt wurde im April 2008 mit dem renommierten Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung ausgezeichnet.
Die Herforder Schülerinnen
Auch aus Herford schickten jüdische Familien ihre Kinder nach Wolfratshausen: Ruth und Inge Obermeier, Ruth Goldmann und Gisela Ruben besuchten die Schule in den Jahren 1929 bis 1936 jeweils für ein Jahr. Ihre Schicksale und die Schulische Situation für jüdische Kinder und Jugendliche nach 1933 werden in der Herforder Ausstellung präsentiert.
Ruth Lilli Goldmann wurde als Tochter des Herforder Rabbiners Siegmund Goldmann und seiner Frau Else 1912 in Herford geboren. Ruth besuchte bis 1929 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) in Herford, 1930 bis 1931 die Schule in Wolfratshausen und ab 1931 das Kindergärtnerinnenseminar am Froebel-Seminar in Berlin. Bis 1939 arbeitete sie als Kindergärtnerin im Raum Berlin und kehrte danach wieder nach Herford zu ihrer Mutter zurück. Der Vater war Vater am 30. Januar 1935 in Herford verstorben. Zusammen mit ihrer Mutter wurde sie am 28. März 1942 zum "Arbeitseinsatz Ost" nach Warschau deportiert. Ruth starb im Alter von 31 Jahren 1943 in Riga, Lettland.
Ruth Obermeier wurde 1912 als Tochter des Fabrikanten Adolf Obermeier und seiner Frau Elsa in Herford geboren. Sie lebte mit ihrer Familie in der Villa Lübbertorwall 18 in Herford. Ruth besuchte in den Jahren 1929 bis 1930 die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen, lebte danach wieder in Herford und schloss 1933 ein Examen als staatlich geprüfte Diätassistentin ab. Sie erhielt nach der NSDAP-Machtübernahme keine Anstellung. 1936 heiratete sie und emigrierte nach Holland. Sie und von ihr getrennt ihre beiden Kinder tauchten 1942 in Holland unter. Ruths Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Ruth überlebte im Versteck. Nach Zusammenführung mit ihren Kindern 1945 kehrte Ruth im Oktober 1947 nach Herford zurück. Wegen ihrer verfolgungsbedingten körperlichen und seelischen Schäden war sie in ständiger Behandlung. Ruth Obermeier verstarb 1960 bei einem Aufenthalt in den Niederlanden.
Inge Obermeier - die jüngere Schwester von Ruth - wurde 1920 in Hannover geboren. Inge besuchte ab 1930 das Herforder Oberlyzeum (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und verließ die Schule 1936 wegen rassistischen Anfeindungen. Inge besuchte danach die jüdische Haushaltungsschule in Wolfratshausen und eine jüdische Handelschule in Berlin. Inge gelang es, am 4. Mai 1939 zunächst nach England zu flüchten. Am 15. Januar 1941 konnte sie in die U.S.A. auswandern. Inges Vater starb im April 1942 in Herford, ihre Mutter wurde im Juli 1942 aus Herford nach Theresienstadt deportiert und starb am 31. Juli 1942. Sie ist die einzige noch lebende Augenzeugin unter den Herforderinnen in Wolfratshausen. Über ihren Aufenthalt in Wolfratshausen berichtete sie 2010 in einem Interview, das in der Ausstellung zu hören sein wird.
Gisela Ruben wurde 1921 als Tochter des Fabrikanten Hugo Ruben und seiner Frau Erna in Herford geboren. Sie lebte mit der Familie in einer Villa an der Goebenstraße nahe beim elterlichen Betrieb, Herrenkleiderfabrik Abraham) Ruben in der Luisenstraße. Gisela besuchte bis 1937 die Höhere Töchterschule (das heutige Königin-Mathilde-Gymnasium) und schloss diese mit dem 1jährigen (der Mittleren Reife) ab. 1937 bis 1938 war sie in Wolfratshausen und begann danach eine Schneiderlehre in Frankfurt am Main. Sie emigrierte am 2. März 1939 mit einem Kindertransport nach Holland und ging im Dezember 1939 weiter in die USA, wohin auch ihre Eltern und ihr Bruder Herbert sich retten konnten. Sie ist dort verstorben.
Neben den Portraits der Herforder Schülerinnen in Wolfratshausen wird auch über die schulische Situation der Herforder jüdischen Kinder und Jugendliche nach 1933 informiert. Die Ausstellung für Herford wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Herford, die Stiftung Zukunft im Wittekindland des Kreises Herford und die GEW Herford Stadt und Kreis. Die Ausstellung ist Samstag von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung für Schulklassen und Gruppen geöffnet.
In der Ausstellung sind das Begleitbuch und umfangreiche pädagogische Materialien erhältlich.
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- Montag , 21. März 2011 um 19.00 Uhr -
Vortrag von von Jörg Militzer: Heldenverehrung im Kreis Herford während des "Dritten Reiches" - Die Funktion lokaler Heldenkulte zur Stabilisierung von Herrschaft
Veranstaltungsort:
Geschichtswerkstatt
im Hause SiSchu-Immobilien
Auf'm Tie 6
Vortragsraum
32257 Bünde
Im "Dritten Reich" erlebte die Heldenverehrung eine neue Blütezeit, auch in der Region. Dahinter stand nicht nur die Absicht, Jugendlichen Vorbilder zu geben und sie dadurch nationalsozialistisch zu indoktrinieren, es ging den neuen Machthabern auch darum, die nationalsozialistische Ideologie durch gezielte Rückgriffe auf die Vergangenheit zu legitimieren.
Am Beispiel des sächsischen Anführers Widukind, des im Ersten Weltkriegs zu Ruhm gelangten U-Boot-Kommandeurs Otto Weddigen und des im März 1933 tödlich verunglückten SA-Führers Hermann Pantföder soll genauer untersucht werden, in welcher Weise die im Kreis Herford bestehenden Heldenkulte im Sinne des Regimes umgeformt, ausgebaut oder neu geschaffen wurden.
Eine Veranstaltung der Volkshochschule im Kreis Herford in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Bünde.
Internet:
www.vhsimkreisherford.de
www.buginithi.de
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