www.hiergeblieben.de

Blick nach Rechts , 03.11.2008 :

Konzert auf früherem Militärgelände

Am vergangenen Samstag den 1. November fand auf einem ehemaligen Gelände der DDR-Grenztruppen bei Harbke im Bördekreis in Sachsen-Anhalt ein Skinheadkonzert statt.

Über den Schleusungspunkt, die Raststätte Waldkater an der A 2 Nähe Helmstedt, reisten etwa 400 Besucher vor allem aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein an. Für 15 Euro Eintritt sollen die Bands "Gesta Bellica", KBK, "Faustrecht" und Sturmwehr gespielt haben. Organisiert hatte die Veranstaltung ein bekannter Rechtsextremist aus Nienhagen im Landkreis Harz.

Das Konzert war konspirativ vorbereitet worden, es sollte zunächst in Niedersachsen in einem Lokal bei Stadthagen stattfinden. Dort kündigte die Wirtin nach einer Veröffentlichung in der Lokalzeitung und dem Bekanntwerden der Feier den Mietvertrag auf. Die Polizei in Niedersachsen war alarmiert, dennoch bekamen die Kollegen aus dem Nachbarland erst gegen halb sieben am Samstagabend Kenntnis von der braunen Großveranstaltung. Bevor sie sich "angemessen verstärken konnten", hatten die Neonazis bereits zu feiern begonnen.

Problematisch war die äußerst abgelegene und uneinsichtige Lage auf dem ehemaligen Militärgelände. Zudem befindet sich in unmittelbarer Nähe eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber, die geschützt werden musste. Die Beamten beklagten das "unkooperative Verhalten" der Besucher, es gab 31 Platzverweise. Noch vor Mitternacht soll dem Veranstalter die Beendigung des Skinheadkonzertes aufgetragen worden sein, wie es in der Pressemitteilung der Polizei Magdeburg heißt.

Nach Zeugenaussagen aber spielten die Bands noch bis gegen ein Uhr, als sich die Veranstaltung langsam aufzulösen begann. Im Anschluss daran kam es laut Polizeibericht im Bereich Helmstedt zu "erheblichen Problemen" in einer Gaststätte, als eine 30-köpfige Gruppe wegen Nötigung, Beleidigung und rechtsradikaler Parolen auffiel.


nandlinger@bnr.de

zurück