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Polizei Minden-Lübbecke , 17.03.2007 :

Rechts-Demo verlief angespannt, aber ohne größere Ausschreitungen

Minden (ots) - Die unter dem Motto "Für Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung" durchgeführte Demonstration der rechtsgerichteten Gruppierung "Nationale Offensive Schaumburg" verlief angespannt, größere Ausschreitungen blieben jedoch aus: so die Einschätzung des Einsatzleiters Polizeidirektor Detlef Stüven.

Ca. 170 Rechte trafen am Samstagmorgen in der Zeit zwischen 08.44 Uhr und 10.30 Uhr am Bahnhof Minden ein. Sie machten sich anschließend auf den 800 Meter langen Weg in die Mindener Innenstadt. Im Bereich "Wesertor", einer zentralen Kreuzung in der Innenstadt, begannen sie um 12.08 Uhr mit ihrer Auftaktkundgebung. In Sichtweite hielten sich ca. 200 Demonstranten an der Mahnwache Bäckerstraße/Wesertor auf, die gegen den Nazi-Aufmarsch protestierten.

Während der Auftaktveranstaltung der Rechten formierten sich auf deren festgelegter Wegstrecke im Bereich der Hermannstraße/Fischerglacis 120 Linke, die den Marschweg blockierten.

Die Demonstranten wurden durch Polizeieinsatzkräfte nach Auflösung der Versammlung eingeschlossen, da weitere Straftaten dieser Gruppierung zu befürchten waren. Mit einer geringen Änderung der Wegstrecke konnten die Rechts-Demonstranten durch die Fischerstadt an der Blockade vorbeigeführt werden.

Um 12.47 Uhr fand eine Zwischenkundgebung der Rechten im Bereich Hermannstraße/Brühlstraße statt, anschließend kehrte der Demonstrationszug über die Hansa- und Dorotheenstraße wieder zurück zum Bahnhof. Gegen 14.15 Uhr wurde der Bahnhof erreicht, um 14.32 Uhr reisten die letzten Rechts-Demonstranten ab.

Bereits um 10.31 Uhr begann vor der Marienkirche die Demonstration "Aktionsbündnis Minden gegen Nazis". Ca. 530 Demonstranten nahmen an der friedlich verlaufenen Auftaktkundgebung und dem anschließenden
Marsch über die Stiftstraße und den Grimpenwall in die Nähe des Demonstrationsweges der Rechten teil. Gegen 12.16 Uhr wurde die Veranstaltung nach einer Abschlusskundgebung im Bereich des Zentrallagers beendet.

Insgesamt hielten sich ca. 800 Gegendemonstranten im Mindener Innenstadtbereich auf.

Der gesamte Marschweg der Rechten wurde von gewaltbereiten, zum Teil vermummten Gegendemonstranten begleitet. Es kam zu vereinzelten Flaschenwürfen in Höhe der Bäckerstraße. Es ist nur dem Zufall zu verdanken, dass weder Demonstranten noch Einsatzkräfte durch die Würfe verletzt wurden.

Mehrere Zwischenfälle verzeichnete die Einsatzleitung: Zweimal musste die Feuerwehr ausrücken um Müllcontainer und einen Mülleimer, offenbar von den Autonomen angezündet, zu löschen.

Die Beamten nahmen einen Flaschenwerfer , fünf Vermummte und zwei Personen wegen des Mitführens von verbotenen Gegenständen vorläufig fest. Gegen sie wird wegen begangener Straftatbestände ermittelt. Alle acht festgenommenen Täter stammten aus der linken Szene, darunter vier Männer und vier Frauen.

Ein Rechts-Demonstrant wurde von unbekannten Autonomen mit Steinen beworfen, er konnte von den Einsatzkräften in Sicherheit gebracht werden.

Der Polizei wurden neben den abgebrannten Müllcontainern und dem Mülleimer bis auf einen niedergerissenen Zaun an der Hermannstraße/Dorotheenstraße keine weiteren Sachbeschädigungen angezeigt.

Auch der Rechtenaufzug hatte gegen Auflagen verstoßen, hierzu werden seitens der Minden-Lübbecker Polizei Anzeigen vorgelegt. Die Piloten des eingesetzten Polizeihubschraubers Hummel 6 beobachteten auf dem oberen Parkdeck des Kaufhauses "Hertie" mehrere vermummte Linke. Das Parkhaus wurde daraufhin durchsucht, die Personen hatten sich jedoch bereits entfernt.

Eine Links-Demonstrantin brauchte ärztliche Hilfe. Infolge von Hyperventilation verlor sie kurzfristig das Bewußtsein. Sie musste mit dem Rettungswagen ins Mindener Klinikum gebracht und dort ambulant behandelt werden.

Insgesamt 43 Personen -29 Männer und 14 Frauen- nahm die Polizei mit zur Wache. Sie bildeten verbotenerweise die Sitzblockade an der Hermannstraße, ihre Personalien wurden ermittelt, Anzeigen folgen. Die weiteren Teilnehmer der Sitzblockade konnten nach der Personalienfeststellung und dem Wegfall des Einschließungsgrundes noch am Einsatzort wieder entlassen werden.

Gegen 15.40 Uhr konnte der Demonstrationseinsatz der Polizei beendet werden.

Die Minden-Lübbecker Beamten wurden während des gesamten Einsatzes von mehreren hundert Polizeibeamten aus Bereitschaftspolizeien des gesamten Landes NRW unterstützt. Die Kräfte sind bis aus Köln angereist.

"Dank des umsichtigen Einschreitens der Beamten verzeichnete die Polizei im gesamten Einsatz keinerlei verletzte Personen, auch die Zahl der Sachbeschädigungen blieb gering. Lediglich die Verkehrsbehinderungen, die in großem Maße von den Autofahrern ertragen werden mussten, konnten nicht verhindert werden", so Polizeidirektor Stüven zum Einsatzende.


ots Originaltext: Polizei Minden-Lübbecke
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