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05.03.2022 :
Pressespiegel überregional
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Badische Zeitung Online, 05.03.2022:
"Königreich Deutschland" / Sächsischer Verfassungsschutz warnt vor Immobilienkäufen durch Reichsbürger
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Badische Zeitung Online, 05.03.2022:
"Königreich Deutschland" / Sächsischer Verfassungsschutz warnt vor Immobilienkäufen durch Reichsbürger
05.03.2022 - 14.00 Uhr
Die verfassungsfeindliche Gruppe "Königreich Deutschland" wolle ihre Aktivitäten in Sachsen ausbauen, so der Verfassungsschutz. Sie plane perspektivisch eine weitgehende Selbstversorgung.
Der sächsische Verfassungsschutz hat Kommunen und Bürger vor Immobilienkäufen durch die Reichsbürger-Gruppe "Königreich Deutschland" gewarnt. Die verfassungsfeindliche Gruppe wolle ihre Aktivitäten in Sachsen ausbauen und plane, "Gemeinwohldörfer" zu errichten, teilte das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) am Freitag in Dresden mit. Dafür suche der selbsternannte "König von Deutschland", Peter Fitzek, geeignete Immobilien.
Strohmänner sollen wahre Käufer verschleiern
Der Behörde seien bereits konkrete Immobilienkäufe bekannt geworden. "Das "Königreich Deutschland" sucht für seine extremistischen Aktivitäten speziell Grundstücke ab einer Größe von fünf Hektar mit Wald und Freiflächen für Landwirtschaft sowie Wasserzuläufen", erklärte LfV-Präsident Dirk-Martin Christian. Weil die Gruppe diese Grundstücke meist von Privateigentümern kaufe, richte sich die Warnung auch an diese. Die Reichsbürger schalteten Strohmänner ein und verschleierten so die wahren Käufer.
"In den "Gemeinwohldörfern" soll den Mitgliedern des "Königreichs" perspektivisch eine weitgehende Selbstversorgung abseits des nach ihrer Lesart "destruktiven Systems der Bundesrepublik Deutschland" ermöglicht werden", erklärte Christian. Mit Hilfe dieser neu errichteten Dörfer solle das "Staatsgebiet" des so genannten Königreichs erweitert werden. Neben einer Anwerbung neuer Interessenten bestehe die Gefahr, dass sich "weitere extremistische, sektenähnliche Siedlungsgemeinschaften herausbilden".
Im April 2021 hatte Fitzeks Gruppe in einer Dresdner Bäckerei eine Reichsbürger-Bank einrichten wollen. Fitzek sei zur Erreichung seiner Ziele auf die Ersparnisse seiner "Bewohner" angewiesen, so Christian. Bürgern, die in diese Parallelstrukturen investierten, drohe der Verlust ihrer Ersparnisse. 2021 habe der Verfassungsschutz in Sachsen rund 850 Reichsbürger und Selbstverwalter mehr registriert als 2020.
Bewegung erkennt Bundesrepublik nicht an
Fitzek hatte 2012 bereits ein eigenes "Königreich" ausgerufen und sich sogar krönen lassen. Er stand mehrfach vor Gericht und wurde unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt. Da er unerlaubt eine eigene Krankenversicherung betrieb, wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Sowohl die Reichsbürger-Bewegung als auch so genannte Selbstverwalter wie Fitzek werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Sie erkennen die Bundesrepublik nicht an.
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