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Mindener Tageblatt , 01.03.2022 :

Die Zeit läuft

Wenig mehr als zehn Wochen bleiben den Kandidaten bis zur nächsten Landtagswahl / Zwei bekannte Namen fehlen auf dem Stimmzettel

Henning Wandel

Minden. In 75 Tagen wählt Nordrhein-Westfalen einen neuen Landtag. Mindestens zwei bekannte Namen der heimischen Politik werden den Mühlenkreis nicht mehr vertreten: Kirstin Korte (CDU) und Ernst-Wilhelm Rahe (SPD) treten am 15. Mai nicht mehr an. Beide waren zuletzt 2017 über die Landesliste eingezogen. Die Direktmandate gingen an Christina Weng (SPD) im Wahlkreis Minden-Lübbecke II, also in den Städten Minden, Porta Westfalica und den Bad Oeynhauser Stadtteilen Lohe und Rehme, sowie an Bianca Winkelmann (CDU) im Wahlkreis Minden-Lübbecke I, dem der Rest des Kreises mit Ausnahme des Oeynhauser Nordens angehört - der wiederum zählt mit zu einem Herforder Wahlkreis.

Bianca Winkelmann hatte ihr Direktmandat vor fünf Jahren mit 43,5 Prozent der Stimmen und damit deutlichem Vorsprung gegen Rahe (36,7) gewonnen. Jetzt schickt die SPD mit Andreas Schröder einen neuen Herausforderer ins Rennen. Winkelmann kann sich dabei neben ihrem guten Ergebnis von 2017 auch auf Listenplatz 8 stützen - wobei zuletzt selbst der nicht geholfen hätte: 2017 hat die CDU alle Sitze über ihre Direktmandate gewonnen.

Christina Weng lag mit 42,7 Prozent und damit zehn Punkten Vorsprung vor Kirstin Korte ebenfalls deutlich an der Spitze. Anders als die CDU im Westkreis setzt die SPD im Mindener Land hingegen voll auf das Direktmandat: Listenplatz 74 für Weng wäre ebenso aussichtslos wie Platz 99 für Winkelmanns Herausforderer Schröder. Jonas Horstmann, der für die CDU in Wengs Wahlkreis als Nachfolger Kortes antritt, steht nicht auf der Landesliste.

Zumindest einen sicheren Sitz im Landtag hat auch die AfD, die mit dem Bad Oeynhauser Markus Wagner als Spitzenkandidaten antritt. Auch der Mindener Thomas Röckemann hat mit Listenplatz 13 noch Chancen auf einen Einzug in den Landtag. Vor fünf Jahren reichte Platz 16 gerade noch aus, damals gewann die AfD landesweit 7,4 Prozent der Stimmen. Spannend dürfte auch werden, wie sich die Regierungsbeteiligung von Grünen und FDP auf die Landtagswahl auswirkt. Mit 12,6 Prozent war die FDP 2017 noch fast doppelt so stark wie die Grünen, Vertreter aus dem Mühlenkreis schafften den Sprung ins Parlament allerdings nicht. Im Mai kandidieren Prof. Dr. Matthias König im Wahlkreis II und Daniela Beihl im Wahlkreis I. Beihl kandidierte schon 2017 und kam auf 6,1 Prozent der Erststimmen. Die Grünen stellen mit Jana Sasse (Wahlkreis II) und Benjamin Rauer zwei erfahrene Wahlkämpfer. Sasse kandidierte 2017 bei der Bundestagswahl, Rauer im selben Jahr bei der Landtagswahl, wo er auf vier Prozent der Stimmen kam.

Die Linke verzichtet im Kreis auf Direktkandidaten

Die Linke hat keine Direktkandidaten nominiert. Zwar habe es Kandidaten gegeben. Allerdings habe sich der Kreisparteitag bei einer Enthaltung entschieden, niemanden aufzustellen. Zuletzt hatte die Linke mit 4,9 Prozent den Einzug knapp verpasst. Kandidaten kleinerer Parteien hätten kaum eine Chance auf ein Direktmandat, heißt es in der Begründung. Hauptgrund für eine Kandidatur sei die damit verbundene Aufmerksamkeit in Form von Anfragen und Einladungen zu Veranstaltungen. Das aber sei eine immense Herausforderung für Nichtberufspolitiker. "Die programmatischen Fragen müssen in den Vordergrund rücken und personelle Fragen zurückgestellt werden", sagt Sprecher Sebastian-Jerry Neumann.

Zuletzt wurde NRW von CDU und FDP regiert. Die CDU wurde 2017 mit 33,0 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft vor der SPD mit 31,2 Prozent. Es folgten die FDP mit 12,6, die AfD mit 7,4 und die Grünen mit 6,4 Prozent. Damit kommt die Koalition auf 100 von 199 Sitzen.

Der Autor ist erreichbar unter Henning.Wandel@MT.de.

Bildunterschrift: Mit einer Stimme Vorsprung regiert eine Koalition von CDU und FDP im Düsseldorfer Landtag. Am 15. Mai wird das Parlament neu gewählt.


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Am 6. Februar 2022 wurde die extrem rechte Politikerin Heliane Ostwald, aus Bielefeld, bei dem 19. NRW-Landesparteitag der "Alternative für Deutschland" in Siegen als Beisitzerin in den Landesvorstand gewählt.

Am 30. Oktober 2021 wurde auf der Landeswahlversammlung des "AfD"-"Landesverbands NRW" in Essen, Thomas Röckemann, Minden auf den - Listenplatz 13 für die NRW-Landtagswahl, 15. Mai 2022 - gewählt.

Am 23. Oktober 2021 wurde auf der Landeswahlversammlung des "AfD"-"Landesverbands NRW" in Essen, Markus Wagner, Bad Oeynhausen zum Spitzenkandidaten der NRW-Landtagswahl, 15. Mai 2022, gewählt.

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