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Neue Westfälische - Paderborner Kreiszeitung ,
01.03.2022 :
Als es bei Warstein zu Kriegsverbrechen kam
Forscher berichten im Burgsaal der Wewelsburg über ihre Ergebnisse
Büren-Wewelsburg. Im Langenbachtal bei Warstein verübte die "Division zur Vergeltung" zwischen dem 21. und 23. März 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, so genannte Kriegsendphaseverbrechen.
An drei Orten wurden insgesamt 208 polnische und russische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, darunter auch viele Frauen und Kinder ermordet, ihre Leichen vor Ort verscharrt.
Forscher des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) begaben sich auf Spurensuche, um dieses Massaker zu rekonstruieren.
Marcus Weidner vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und Manuel Zeiler von der LWL-Archäologie berichten am Donnerstag, 3. März, über ihre Forschungsergebnisse, die zeigen, dass diese Funde nicht nur von den letzten Stunden im Leben der Ermordeten zeugen, sondern auch Aufschlüsse über den Ablauf der grausamen Taten geben.
Beginn ist um 19 Uhr im Burgsaal der Wewelsburg, der Eintritt ist frei.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und aktuell ist ein 2G-Nachweis ab 18 Jahren Voraussetzung für die Teilnahme. Eventuelle Änderungen bezüglich der NRW-Corona-Vorgaben stehen tagesaktuell unter www.wewelsburg.de.
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- Donnerstag, 3. März 2022 um 19.00 Uhr -
Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945: Vortrag von Marcus Weidner und Manuel Zeiler: Kriegsendphaseverbrechen im Warsteiner Raum 1945
Veranstaltungsort:
Kreismuseum Wewelsburg
Burgsaal
Burgwall 19
33142 Büren-Wewelsburg
www.wewelsburg.de
Hinweise: 2G-Regelung ab 18 Jahren
Für die Teilnahme wird ein offizieller 2G-Nachweis benötigt. Der Nachweis ist nur in Verbindung mit einem Ausweisdokument gültig.
Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sind von Beschränkungen auf 2G ausgenommen. Schülerinnen und Schüler - auch soweit sie bereits volljährig sind - gelten auf Grund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schul-Testungen als getestete Personen. Kinder bis zum Schuleintritt sind getesteten Personen gleichgestellt.
Erwachsene, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, müssen ein ärztliches Attest (höchstens sechs Wochen zurückliegend) sowie einen tagesaktuellen Schnelltest (nicht älter als 24 Stunden) vorzeigen.
Die Masken-Pflicht bleibt bestehen.
Geschichte und Archäologie
Zwischen dem 21. und 23. März 1945 - kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs - verübten Angehörige der "Division zur Vergeltung" zwischen Warstein und Meschede im Sauerland eines der größten Kriegsendphaseverbrechen in Deutschland außerhalb von Konzentrationslagern und Gefängnissen. Hans Kammler, SS-Obergruppenführer, General der Waffen-SS und zuständig unter anderen für den Abschuss der V2-Waffe, ließ an drei Stellen im Arnsberger Wald 208 polnische und russische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ermorden. Bei Eversberg erschoss und verscharrte das Exekutionskommando auf einer Wiese 80 Opfer. Im Langenbachtal bei Warstein wurden weitere 71 Menschen umgebracht. In der Waldgemarkung "Im Stein" bei Suttrop erschoss ein Kommando 57 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Die Opfer ruhen heute in anonymen Gräbern auf dem Friedhof Fulmecke in Meschede.
Obwohl das Verbrechen seit 1945 bekannt ist, beschäftigt sich die historische Forschung erst seit wenigen Jahren eingehend mit dem Massaker. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster erforscht zur Zeit die Hintergründe und das Ereignis sowie die justizielle Aufarbeitung und das Gedenken an diesen Massenmord. Die LWL-Archäologie für Westfalen hat in Zusammenarbeit mit dem Institut die drei Erschießungsorte samt Friedhöfe archäologisch untersucht. Dabei wurden zahlreiche Funde - Täter-Werkzeuge ebenso wie Habseligkeiten der Opfer - geborgen und Informationen gewonnen, die zu einem besseren Verständnis der Ereignisse beitragen. Die Funde zeugen nicht nur von den letzten Stunden im Leben der Ermordeten, sondern geben auch Aufschlüsse über den Ablauf der grausamen Taten.
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Am 3. März 2022 referieren Marcus Weidner sowie Manuel Zeiler zum Thema: "Kriegsendphaseverbrechen im Warsteiner Raum 1945" um 19.00 Uhr in der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 - 1945.
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www.wewelsburg.de
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