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Westfalen-Blatt / Lübbecker Kreiszeitung ,
01.03.2022 :
Widerstanden bis in den Tod
Ausstellung erinnert an vier Geistliche, die vom Hitler-Regime hingerichtet wurden
Nettelstedt (WB). Eine besondere historische Ausstellung ist von morgen, Mittwoch, an in der Nettelstedter Gabriel-Kirche zu sehen: "Sag immer vier".
Am 10. November 1943 wurden im Hamburger Gefängnis am Holstenglacis vier Geistliche hingerichtet: die katholischen Kapläne Hermann Lange, Eduard Müller und Johannes Prassek sowie der evangelische Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink. Gemeinsam hatten sie in Wort und Tat öffentlich Stellung bezogen gegen das nationalsozialistische Regime und die von ihm begangenen Verbrechen.
Da sie seinerzeit in Lübeck tätig waren, haben die vier Theologen als die "Lübecker Märtyrer" Eingang in die Geschichte des Widerstands gegen das NS-Regime gefunden.
In Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Nettelstedt und unter Mitwirkung des Diakons Oliver Soddemann widmet Kulturplus, das Kulturreferat des Kirchenkreises Lübbecke, der Erinnerung an Leben und Wirken der Geistlichen eine Veranstaltungsreihe.
Den Auftakt bildet am Mittwoch, 2. März, um 18 Uhr die Eröffnung einer Ausstellung unter dem Titel "Leben und Zeugnis der Lübecker Märtyrer", die von der "Erzbischöflichen Stiftung Lübecker Märtyrer" zur Verfügung gestellt wird. In Wort und Bild - verteilt auf 14 Info-Tafeln - können sich die Besucher bis zum 8. April mit der Geschichte der "Lübecker Märtyrer" vertraut machen.
Geplant sind - neben der Ausstellung - noch folgende Veranstaltungen, die alle in der Gabriel-Kirche zu Nettelstedt oder im Gemeindezentrum, Am Kindergarten 3, stattfinden:
Mittwoch, 2. März, bis Freitag, 8. April, Ausstellung "Leben und Zeugnis der Lübecker Märtyrer" (in der Regel täglich 9 bis 18 Uhr zugänglich, sonntags nach dem Gottesdienst, der um 10.30 Uhr beginnt, Kontakt über Pfarrer Giszas); Eröffnung am 2. März um 18 Uhr.
Sonntag, 20. März, 10.30 Uhr, "Sag immer vier!", Ökumenischer Gottesdienst mit Diakon Oliver Soddemann und Pfarrer Jürgen Giszas.
Donnerstag, 24. März, 19.30 Uhr, "Die "neuen Türme" Lübecks und ihre Strahlkraft bis heute", Vortrag des Historikers Prof. Dr. Peter Voswinckel.
Freitag, 10. Juni, 19.30 Uhr, Autorenlesung mit der Journalistin und Historikerin Dr. Maren Gottschalk, die aus ihrem Buch "Sophie Scholl. Wie schwer ein Menschenleben wiegt" liest.
Der Titel der Reihe - "Sag immer vier" - bezieht sich auf ein Zitat von Adolf Ehrtmann. Mit Blick auf das ökumenische Miteinander der "Lübecker Märtyrer" äußerte sich der Katholik, der ebenfalls im Widerstand tätig war, auf dem Sterbebett mit den Worten: "Sag niemals drei, sag immer vier!"
Für alle Veranstaltungen gilt, dass die jeweils gültigen Covid-19-Schutzmaßnahmen zu beachten sind.
Bildunterschrift: Die vier Geistlichen Hermann Lange, Eduard Müller und Johannes Prassek sowie Karl Friedrich Stellbrink haben öffentlich Stellung gegen den Nationalsozialismus bezogen und wurden 1943 hingerichtet. Eine Ausstellung in Nettelstedt erinnert an die christlichen Märtyrer.
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Vom 2. März bis zum 8. April 2022 in der Gabriel-Kirche in Nettelstedt die Ausstellung "Leben und Zeugnis der Lübecker Märtyrer", über den Widerstand der Geistlichen aus Lübeck gegen das NS-Regime zu sehen.
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www.luebeckermaertyrer.de/de/index.html
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