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Neue Westfälische Online , 06.02.2022 :

Gegen die Impf-Pflicht: Corona-Kundgebung vor dem Rathaus in Halle geplant

06.02.2022 - 10.15 Uhr

Dirk Steinberger will die allgemeine Impf-Pflicht verhindern und lädt daher zur dritten Kundgebung ein. Sowohl Geimpfte als auch Ungeimpfte sind eingeladen.

Halle. Der Künsebecker Dirk Steinberger setzt sich weiterhin gegen die Einführung einer allgemeinen Impf-Pflicht ein. Daher ruft er nun bereits zum dritten Mal zu einer Kundgebung vor dem Haller Rathaus auf. Diese beginnt am Montag, 7. Februar, um 18 Uhr.

"Die Wirkung der Impfung rechtfertigt keine Besserstellung der Geimpften", teilt Steinberger in einer Pressemitteilung mit. Er fordert zudem, die einrichtungsbezogene Impf-Pflicht, wie sie etwa in Pflegeheimen ab dem 16. März vorgesehen ist, sofort zurückzunehmen.

Geimpfte und Ungeimpfte sind eingeladen

Eingeladen zu der Versammlung sind, so Steinberger, Geimpfte und Ungeimpfte. Die Versammlung unterstreiche das Recht auf eine freie Impf-Entscheidung. "Die einseitige Ausrichtung der Pandemie-Bewältigung durch Impfstoffe war genauso falsch wie alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens nur unter der Prämisse der Virus-Bekämpfung zu sehen", sagt Steinberger, der bei seinen ersten beiden Kundgebungen jeweils knapp 150 Teilnehmer verzeichnen konnte.

"Durch die restriktive Maßnahmen-Politik wurde auch viel falsch gemacht und dadurch neue Probleme erst geschaffen", teilt Steinberger mit. Er könne es nicht verstehen, dass ein "Impfstoff zur Pflicht gemacht werden soll, der weder die Ansteckung noch die Erkrankung verhindern kann". Der einzige Effekt sei, so der Künsebecker, ein Einfluss auf Häufigkeit und Schwere von Krankheitsverläufen. Dies falle jedoch in den Bereich des Eigenschutzes und damit eine Entscheidung im Bereich der persönlichen Lebensführung.

Bildunterschrift: Gut 150 Bürger kamen im Dezember zur ersten Corona-Kundgebung.

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Haller Kreisblatt, 08.12.2021:

Kommentar / Auch Freiheitsfreunde müssen Fakten akzeptieren

150 Menschen protestieren am Montagabend gegen die aus ihrer Sicht freiheitsraubenden Maßnahmen in der Corona-Pandemie / HK-Redakteur Marc Uthmann sieht diese Entwicklung mit Besorgnis

Mir bereiten diese Tage ein mulmiges Gefühl. Und zwar nicht nur auf Grund der aktuell dramatischen Corona-Lage. Dabei hätte die eigentlich schon genug zum Gruseln zu bieten: enorm hohe Inzidenzen, steigende Todeszahlen, überlastete Krankenhäuser - und am Horizont eine neue Variante Omikron, deren Auswirkungen noch nicht abzuschätzen sind.

Sie merken es an dieser Stelle schon: Ich bin überzeugter Impf-Befürworter. Und kann mit gutem Gewissen von mir behaupten, mich in den vergangenen Monaten intensiv aus seriösen Quellen informiert zu haben. Über die Gefährlichkeit der Krankheit, über den Nutzen der Impfung - auch über Reaktionen, die auftreten können, wenn man die Spritze bekommen hat. Hin und wieder war mein Umfeld schon genervt, wenn ich wieder über einem Artikel oder einer Statistik gebrütet habe. Doch mich beruhigt es, wenn ich mich eingehend mit Fakten versorgt fühle. Weil ich daraus klare Strategien des Handelns für mein Leben ableiten kann: Masken helfen, die Impfung tut es auch. Vor allem aber habe ich meinen Glauben in die Wissenschaft nicht verloren. Im Gegenteil: Für mich ist es eine Meisterleistung, wie Forscherinnen und Forscher rund um die Welt in Rekordzeit Wissen über diese Pandemie gesammelt haben.

Ein kritischer Geist ist unverzichtbar

Und jetzt komme ich wieder zum Punkt, warum mir eigentlich mulmig wird. Warum mir Demo-Abende wie der in Halle am Montagabend einen kalten Schauer über den Rücken jagen. Weil viele Menschen in diesen Zeiten ihren Glauben in sämtliche Institutionen zu verlieren scheinen. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ein kritischer Geist ist unverzichtbar für das Funktionieren demokratischer Gesellschaften. Dinge in Frage zu stellen, nachzufragen, zu recherchieren, sind dabei nicht nur journalistische Tugenden.

Doch die aktuelle Debatte hat in dieser Hinsicht jedes Maß verloren. Ein nicht unwesentlicher Teil der Menschen - das beweisen nicht zuletzt 150 Demonstranten in einer Kleinstadt wie Halle an einem Montagabend - hat das Vertrauen in die Wissenschaft scheinbar komplett aufgegeben.

Manchmal scheint es mir, als sei die Zahl der Mediziner, Virologen und ausgebildeten Statistiker binnen weniger Monate drastisch angestiegen. Wie absurd! Jeder - vom Architekten über den Post-Fahrer bis hin zum Friseur - kann plötzlich bei der Effektivität der Impfstoffe mitreden und die Gefährlichkeit des Virus einschätzen.

Journalisten bekommen übrigens auch etwas eingeimpft: eine gesunde Portion Skepsis und den Hang zu kritischen Nachfragen. Wir sind gehalten, in gesellschaftlichen Debatten beide Seiten der Argumentation darzustellen. Wir sollen uns aber auch an Fakten orientieren. Und das wird uns heute mitunter zum Vorwurf gemacht - weil die Fakten nun einmal nicht zu den Emotionen mancher Menschen passen.

Es zieht sich ein Riss durch die Gesellschaft

Ich habe in der vergangenen Woche etwas länger mit Dirk Steinberger telefoniert, dem Mann, der die Demonstration in Halle angemeldet hat. Es war, so habe ich es empfunden, ein angenehmes Gespräch in sachlichem, sogar freundlichem Ton. Und in einem Punkt bin ich mit ihm sogar einer Meinung: in der Sorge um die Spaltung unserer Gesellschaft. Menschen werden von Teilhabe ausgeschlossen, Freundschaften zerbrechen, die Risse ziehen sich durch Büros, Sportvereine, eigentlich jeden Bereich des öffentlichen Lebens.

Allerdings kommen Dirk Steinberger und ich im zentralen Punkt zu unterschiedlichen Schlüssen: Er beklagt einen spaltenden Staat. Ich kann nicht verstehen, wie die von ihm so geschätzten Freiheitsliebenden nur an sich denken und keine Verantwortung dafür übernehmen, dass unser Gesundheitssystem nicht kollabiert.

Er sei kein Corona-Leugner, beteuert Dirk Steinberger. Er wolle sachlich argumentieren. Und organisiert dann doch eine Veranstaltung, bei der jemand eine Tafel hochhalten darf, auf der steht: "Getäuscht, Geimpft, Getötet". Das ist widerwärtiger Unsinn. Und zeitgleich weist das DIVI-Intensivregister heute noch drei freie Intensivbetten für den gesamten Kreis Gütersloh aus, sechs für Bielefeld und zehn für den ganzen Landkreis Osnabrück. Auch Freiheitsliebende sollten langsam beginnen, sich mit Fakten zu befassen.

Bildunterschrift: Dirk Steinberger erzielte mit seinem Appell für die Freiheit große Resonanz. Allerdings wurden am Montagabend auch sehr fragwürdige Botschaften verbreitet - siehe Plakat.

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Für den 7. Februar 2022 um 18.00 Uhr ist vor dem Rathaus in Halle (Westfalen) die dritte - rechtsoffene - Versammlung "Für eine freie Impf-Entscheidung", vom Künsebecker Dirk Steinberger angemeldet worden.

Am 10. Januar 2022 nahmen "etwa 140" Personen vor dem Rathaus in Halle (Westfalen) an der zweiten - rechtsoffenen - von Dirk Steinberger angemeldeten Versammlung "Für eine freie Impf-Entscheidung" teil.

Am 6. Dezember 2021 nahmen 154 Personen am Rathaus in Halle (Westfalen) an der rechtsoffenen, von Dirk Steinberger angemeldeten, Zusammenkunft unter dem Motto "Für eine freie Impf-Entscheidung" teil.

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