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Lippische Landes-Zeitung ,
05.02.2022 :
Realschüler drehen Film über jüdisches Leben in Lemgo
Das zdi-Zentrum Lippe.MINT, die Realschule, die Rapschool NRW, die Stadt und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe initiieren ein Projekt
Lemgo. Der Name Karla Raveh ist in Lemgo bekannt. Auch die Schüler der "Jüdisch hier"-AG der Realschule Lemgo kennen diesen Namen. Doch was steckt genau dahinter? Wie war das eigentlich hier in Lemgo zur Zeit des Nationalsozialismus? Wurden auch hier Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung begangen? Gab es in Lemgo auch eine Synagoge?
Diese Fragen haben sich die Schüler der AG gestellt, heißt es in einer Mitteilung. Schnell sei die Idee geboren gewesen, daraus einen Film zu drehen, um die Erkenntnisse mit anderen Jugendlichen teilen zu können. Für den Film habe sich das Team an vielen Orten in der Heimatstadt informiert. So sei im Stadtarchiv recherchiert, an einer Führung im Museum Hexenbürgermeisterhaus teilgenommen, ein Stadtrundgang für weitere Information genutzt und der jüdische Friedhof besichtigt worden, bevor es an den Filmdreh ging, der mit den Profis der Rapschool NRW produziert wurde.
Im Film werden Zeugnisse des jüdischen Lebens in Lemgo an verschiedenen Drehorten eindrucksvoll dargestellt, heißt es weiter. So werde das Synagogen-Mahnmal in der Lemgoer Neuen Straße und die Gedenkstätte Frenkel-Haus ins Bild gesetzt. Auch die Recherche im Stadtarchiv Lemgo sei mit der Kamera begleitet worden.
An den Drehorten hätten die Mitarbeiter der Institutionen deren Bedeutung erklärt und Antworten auf die Fragen der Schülergruppe zu den Hintergründen des jüdischen Lebens und der Verbrechen zur Zeit des Nationalsozialismus gegeben.
Lehrer Thorsten Holling habe die Idee zu dem Projekt gehabt, nachdem er vom Wettbewerb "Jüdisch hier" des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe gehört hatte. Mit der Idee, mit Schülern zur ehemaligen Synagoge in Lemgo zu recherchieren, bewarb er sich. Groß sei die Freude gewesen als feststand, dass dieses Projekt mit 24 weiteren Projekten ausgewählt wurde. Daraufhin sei die AG gebildet worden.
"Unsere Schüler haben freiwillig und zusätzlich zum normalen Unterricht an der AG teilgenommen. Sie haben mit großem Engagement an diesem Thema gearbeitet. Heraus gekommen ist ein Film, der auch andere junge Menschen anspricht und zeigen soll, dass die Gräueltaten gegen die jüdische Bevölkerung nicht weit weg sind, sondern auch hier bei uns in Lemgo stattgefunden haben", teilt er mit.
"Ein toller Film zu einem sehr wichtigen Thema, gerade auch wieder in dieser Zeit. Als wir von der Idee erfahren haben, haben wir sofort zugesagt, zu unterstützen. Wir freuen uns, dass wir neben der genutzten Medientechnik und der entsprechenden Berufsorientierung für die Schülerinnen und Schüler ein so wichtiges Thema transportieren können", wird Thomas Mahlmann vom zdi-Zentrum Lippe.MINT zitiert. Die Kurse wurden mit Mitteln der Bundesagentur für Arbeit und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes gefördert.
Der Film ist über den YouTube-Kanal des zdi-Zentrums Lippe.MINT abrufbar.
Bildunterschrift: Marcel Oeben (Stadtarchiv, von links), Dana Wegwerth-Jansen (Stadtarchiv), Thorsten Holling (Realschule), Fabian Schröder (Gedenkstätte Frenkel-Haus), Leonie Tausendfreund (Schülerin), Thomas Mahlmann (zdi-Zentrum Lippe.MINT), Dorit Meier (Schulleiterin Realschule) ,Joel Handlanger (Schüler), Sara Elkmann (Gedenkstätte Frenkel-Haus), Kaius Sturhan (Schüler), Liza Hoffmann (Schülerin), Daniel Schneider (Rapschool NRW), Max Schäfer (Schüler), Lukas Höhrmann (Schüler) und Amy Schmidt (Schülerin) vor dem Frenkel-Haus.
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Am 3. Dezember 2021 wurde auf YouTube der "Schülerfilm der Realschule Lemgo über jüdisches Leben in Lemgo" - zdi-Zentrum Lippe.MINT in Kooperation mit Rapschool NRW / Realschule Lemgo - veröffentlicht.
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www.youtube.com/watch?v=tP4XBN_nNyQ
www.museen-lemgo.de/frenkelhaus
www.stadtarchiv-lemgo.de
www.gfcjz-lippe.de
05./06.02.2022
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