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Lippische Landes-Zeitung Online ,
29.01.2022 :
Angemeldete Versammlungen in Lemgoer Innenstadt verlaufen laut, aber friedlich
29.01.2022 - 19.37 Uhr
Astrid Sewing
Lemgo. 150 Teilnehmer waren angemeldet, es kamen weitaus mehr. Bei der Demo, die unter dem Motto stand "Freiheitlich-demokratische Grundordnung, gegen Impf-Zwang und 2G / 3G-Diskriminierung"
brach sich eine große Unzufriedenheit gegen vieles Bahn: gegen Pharmakonzerne, die Riesengewinne mit den Impfstoffen machen, gegen Corona-Regeln, die aus Sicht der Demonstranten die Gesellschaft spalten, gegen einen Krieg in der Ukraine, gegen Politiker, die hinter verschlossenen Türen entscheiden, und gegen die, die damit Geschäfte machen.
Unter den Teilnehmern sah man Reichsadler auf den Jacken, junge Menschen, die eher der autonomen Szene zugeordnet werden können, Familien, die bürgerliche Mitte. Die Polizei war mit einer Einsatzhundertschaft zum Regenstor angerückt, das Ordnungsamt war ebenfalls vor Ort. Die Polizisten gingen durch die Schar und forderten die Demonstranten auf, Masken aufzusetzen. Vereinzelte weigerten sich, mussten die Personalien angeben und den Ort verlassen.
Die Demonstranten zogen über den Wall in Richtung Innenstadt, vorbei am Marktplatz, wo es zwei Gegendemonstrationen gab. Das Bündnis "Lemgo hält zusammen" aus CDU, SPD, Grünen, BfL und ESL und der Türkisch-Islamischen Gemeinde hielt Transparente hoch. "Dieser Marktplatz ist das Herzstück unserer Stadt, den wollen wir nicht denen überlassen, die an der demokratischen Grundordnung sägen, um den Staat zu zerlegen. Es ist ein Platz für unsere Bürger, für den Austausch", sagte Christiane Thiel (CDU). Man sei zu Diskussionen bereit, zu einem Austausch auf Augenhöhe im Sinne der Demokratie. Neben dem Bündnis war auch die Sozialistische Jugend auf dem Marktplatz, und da war der Protest deutlich lauter: "Man marschiert nicht mit den Rechtsradikalen."
Bildunterschrift: 150 Teilnehmer waren angemeldet, weit mehr demonstrierten in Lemgo gegen die Impf-Pflicht, die Einschränkung der Grundrechte, die Corona-Maßnahmen und gegen die Politik.
Bildunterschrift: Beim Marsch durch die Innenstadt kamen die laut skandierenden Demonstranten an zwei Gegendemonstrationen vorbei. Das Bündnis für Lemgo stand auf dem Marktplatz und zeigte Flagge. Auch die Sozialistische Jugend demonstrierte gegen und rief "Mit Rechten marschiert man nicht."
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- Samstag, 29. Januar 2022 um 17.30 Uhr -
Mahnwache: Wir sind solidarisch in der Pandemie. Für ein respektvolles Miteinander. Lemgo hält zusammen!
www.facebook.com/hashtag/lemgoh%C3%A4ltzusammen
Veranstaltungsort:
Marktplatz
Mittelstraße
32657 Lemgo
Von 16.00 bis 18.00 Uhr findet zuvor eine weitere Aktion für Solidarität in der Pandemie statt. Stühle auf dem Marktplatz sollen ein Zeichen setzen: Wir sind solidarisch in der Pandemie. Lemgo hält zusammen. Für ein respektvolles Miteinander.
Aufruf: Lemgo hält zusammen!
Solidarisch in Gedenken an über 100.000 Opfer der Covid-Pandemie. Solidarisch mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen. Mit Kindern und Jugendlichen, die unter der Pandemie besonders verzichten mussten. Mit den Menschen, die unter den Einschränkungen beruflich und privat zu leiden haben. Mit den Menschen in den Ländern des Südens, die bisher kaum Impfstoff erhalten konnten.
Wir werben für ein solidarisches Verhalten. Wir wissen, dass es das Virus gibt und wir halten schützende Corona-Maßnahmen für notwendig, um
als Gesellschaft die Pandemie gemeinsam zu überstehen. Jede und jeder muss sich einschränken, damit wir diese Krise durchstehen, daran gibt es für uns keinen Zweifel. Meine persönliche Freiheit ist immer an die Gemeinschaft gebunden, in der ich lebe - im Großen wie im Kleinen.
Wir stehen zum Dialog mit denen, die Corona-Maßnahmen ablehnen und darüber diskutieren wollen. Jede und jeder hat das Recht, mit Entscheidungen der Regierung nicht einverstanden zu sein und auch gegen sie zu demonstrieren. Wir wenden uns aber gegen diejenigen, die unser Land in einer "Diktatur" wähnen, die wissenschaftliche Erkenntnisse leugnen, die mit absurden Vergleichen den Holocaust verharmlosen. Auf vielen Kundgebungen gegen die Corona-Politik marschieren Neonazis mit und Menschen, die gegen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind. Hier sagen wir klar: Neonazismus und Verschwörungstheorien haben in Lemgo keinen Platz!
Zeigen wir uns solidarisch in der Pandemie. Treten wir denen entgegen, die die Pandemie und das Virus leugnen und unsere Demokratie angreifen; zeigen wir ihnen, dass sie nicht die Meinung der Lemgoer Mehrheit widerspiegeln!
Anlass der Mahnwache:
Am 29. Januar 2022, 16.00 Uhr, ruft das die Pandemie leugnende "Bündnis für Freiheit und Gerechtigkeit" zu einer angemeldeten "Demonstration inklusive Spaziergang in Lemgo", ab dem Regenstorplatz als - "Pflichtveranstaltung für alle Lipper!" - auf.
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Am 31. Januar 2022 um 18.00 Uhr, kündigt die extrem rechte "Telegram"-Gruppe "Lippe OWL Protest und Widerstand jetzt" eine angemeldete Demonstration, "Lemgo geht spazieren", Treffpunkt am Rathaus, an.
Am 29. Januar 2022 beteiligten sich in Lemgo - laut Polizei: "ca. 580" Pandemie-Leugnende, darunter die Neonazis Burkhart Weecke, Gerd sowie Anna-Maria Ulrich, an einem Aufmarsch ("Spaziergang") in Lemgo.
Am 29. Januar 2022, 16.00 Uhr, rief das "Bündnis für Freiheit und Gerechtigkeit", zu einer "Demonstration inklusive Spaziergang in Lemgo", ab dem Regenstorplatz als - "Pflichtveranstaltung für alle Lipper!" - auf.
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