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29.01.2022 :
Tages-Chronologie von Samstag, 29. Januar 2022
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Veranstaltungskalender:
- Samstag, 29. Januar 2022 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung: "Eva, Simon und die Anderen" - Jüdische Geschichte und Kultur im Raum Herford
Veranstaltungsort:
Gedenk-, Dokumentations-
und Begegnungsstätte Zellentrakt
Rathausplatz 1
32052 Herford
www.kuratorium-herford.de
www.zellentrakt.de
www.instagram.com/gedenkstaettezellentrakthf/?hl=de
www.twitter.com/HFzellentrakt
Hinweis:
Jeweils samstags und sonntags ist die Gedenkstätte unter den jeweils aktuell geltenden Bedingungen der Corona-Schutzverordnung von 14.00 bis 16.00 Uhr für höchstens zehn Besucherinnen, Besucher gleichzeitig zugänglich. Erforderlich ist eine Anmeldung unter (05221) 189257 oder info@zellentrakt.de.
Die Ausstellung:
Die Ausstellung ist der Beitrag des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken e.V. und der Gedenkstätte Zellentrakt zum Festival-Jahr "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland": Am 11. Dezember 321 erlässt der römische Kaiser Konstantin ein Edikt. Es legt fest, dass jüdische Menschen städtische Ämter in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns, bekleiden dürfen und sollen. Dieses Edikt belegt eindeutig, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike wichtiger integrativer Bestandteil der europäischen Kultur sind. 2021 steht Deutschland in besonderem Fokus, denn in diesem Jahr werden Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1.700 Jahren auf dem Territorium des heutigen Deutschlands leben.
1988 wurde in Herford die Ausstellung "Juden in Herford - 700 Jahre jüdische Geschichte und jüdische Kultur in Herford" gezeigt, die erste umfassende Darstellung zum Thema. Aus Anlass des Festival-Jahres zeigt das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V., das in Folge der damaligen Ausstellung entstanden ist, eine um zahlreiche neue Forschungen und Aspekte ergänzte Ausstellung, die auch die Jüdischen Gemeinden Vlotho, Bünde und Enger mit in den Blick nimmt.
Das Design der Ausstellung nimmt sich das "Denkmal für die ermordeten Juden Europas", kurz "Holocaust-Mahnmal" in Berlin zum Vorbild. Graue Stelen versinnbildlichen den Verlust für Deutschland und den Raum Herford durch den Holocaust. In der Ausstellung stehen aber nicht die Verfolgungs- und Vernichtungs-Zeiten, sondern gerade die fragile "Normalität" und der Alltag der Juden in der Stadt Herford, in Bünde, Vlotho, Enger und Spenge im Mittelpunkt. Kulturelle und wirtschaftliche Höhen und Verluste werden dargestellt und der Beitrag der Juden zur Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft gezeigt. Der Wiederbeginn nach 1945 und die aktuelle Situation der jüdischen Gemeinschaft im Raum Herford sowie Entwicklungen des Antisemitismus in Deutschland und dem Raum Herford stehen am Ende der Ausstellung.
Die Ausstellung besteht aus zwölf chronologisch und thematisch angeordneten Stelen mit je vier Seiten. Der Rundgang in der Ausstellung ist markiert und die Stelen sind unten nummeriert. Sie sollten von rechts aus umgangen und betrachtet werden. In acht Vitrinen finden sich Exponate, die Beschriftungen dazu sind jeweils links neben / hinter den Vitrinen angebracht. Auf drei Touchscreen-Stationen können kurze Filmsequenzen zu verschiedenen Themen abgerufen werden. Im Flur außerhalb des Zellentraktes finden sich Tafeln zur historischen Juden-Feindschaft und dem aktuellen Antisemitismus.
Im Zellenflur verdeutlichen eine Installation und zahlreiche Exponate Beispiele der jüdischen Kultur: Ein gedeckter Tisch zum Shabbat-Mahl, eine Platte mit Mazzen für Pessach, das Modell der Herforder Synagoge und am Ende des Flurs das Heiligste in der Synagoge, die Thora. Der hier gezeigte, aus dem Feuer der Pogromnacht gerettete, Rest steht zugleich für den Versuch der Zerstörung der jüdischen Kultur ab 1933.
Ergänzungen zur Ausstellung:
Die Ausstellung im Zellentrakt wird ergänzt durch an 20 Orten jüdischen Lebens im Kreis Herford (Synagogen, Friedhöfen und Wohnorten) angebrachte QR-Codes mit Hörtexten zur Selbsterkundung, die auch über www.zellentrakt.de abgerufen werden können.
Auf www.youtube.com/watch?v=uD6KsDkeOfg sind erste Einblicke in die Ausstellung sowie zahlreiche Original-Dokumente und viele Exponate zur über 700-jährigen jüdischen Geschichte und Kultur im Raum Herford, die zu einem Besuch anregen sollen, zu sehen.
Schirmherrschaft der Ausstellung:
Landrat Jürgen Müller, Herford
Bürgermeister Tim Kähler, Herford
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung NRW und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.
Leihgeber und Unterstützerinnen:
Landesarchiv NRW Westfalen, Münster; Landesarchiv NRW Ostwestfalen, Detmold; Centrum Judaicum Berlin (CJ); The Central Archives for the History of the Jewish People Jerusalem; Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland, Heidelberg; Widukind-Museum Enger; Städtisches Museum Herford; Jüdisches Museum Westfalen in Dorsten; Netzwerk-Gruppe Bünde; Christina Whitelaw (NB); Werner Brakensiek, Enger; Norbert Sahrhage, Spenge; Günter Schölzel, Geschichte Vlotho; Jörg Militzer, Bünde; Lutz Brade, Herford
Kooperationspartnerinnen:
Jüdische Gemeinde Herford-Detmold
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Herford e.V.
Evangelische Erwachsenenbildung - Kirchenkreisverband Herford-Lübbecke-Minden-Vlotho
Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold
Fachstelle NRWeltoffen im Kreis Herford
Mendel-Grundmann-Gesellschaft e.V., Vlotho
Kreisheimatverein Herford
Museen und Archive im Kreis Herford
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- Samstag, 29. Januar 2022 von 14.00 bis 16.30 Uhr -
Jüdischer Friedhof in Lage vom 17. Jahrhundert bis heute - Begehung des Geländes mit Erläuterungen von Margarete Wißmann
Veranstaltungsort:
Jüdischer Friedhof
Flurstraße 9
32791 Lage
Hinweise:
Männer werden gebeten, beim Besuch des jüdischen Friedhofs eine Kopfbedeckung zu tragen
Eine Anmeldung unter Anmeldung@vhs-lw.de oder unter (05232) 95500 ist erforderlich.
Im Jahr 2012 / 2013 wurden durch Grabungsarbeiten zahlreiche Grabsteinfragmente mit hebräischen Inschriften freigelegt, restauriert und wieder zu vollständigen Grabsteinen zusammengesetzt. Zwischenzeitlich sind sowohl diese wieder ans Licht geholten sehr alten Grabsteine übersetzt, als auch die 98 Grabsteine des Friedhofteiles zur Flurstraße hin. Die dadurch möglichen Rekonstruktionen der Stammbäume der Familien, die in Lage gewohnt haben und hier beerdigt wurden, sind Bestandteil des Vortrages.
Die Referentin, Dipl.-Ing. Margarete Wißmann von der Fachteamleiterin Umweltplanung der Stadt Lage, kann dabei in die Geschichte des Friedhofs bis ins 17. Jahrhundert zurückblicken.
Bei schlechtem Wetter findet nur eine kurze Besichtigung des Friedhofes statt. Der Vortrag würde dann an Hand einer Power-Point-Präsentation im Gemeindehaus der selbst. ev.-luth. Christusgemeinde in der Flurstraße 17 ausführlicher folgen.
Veranstalterinnen: Volkshochschule Lippe-West in Kooperation mit der Stadt Lage anlässlich des Holocaust-Gedenktages.
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- Samstag, 29. Januar 2022 um 17.30 Uhr -
Mahnwache: Wir sind solidarisch in der Pandemie. Für ein respektvolles Miteinander. Lemgo hält zusammen!
www.facebook.com/hashtag/lemgoh%C3%A4ltzusammen
Veranstaltungsort:
Marktplatz
Mittelstraße
32657 Lemgo
Von 16.00 bis 18.00 Uhr findet zuvor eine weitere Aktion für Solidarität in der Pandemie statt. Stühle auf dem Marktplatz sollen ein Zeichen setzen: Wir sind solidarisch in der Pandemie. Lemgo hält zusammen. Für ein respektvolles Miteinander.
Aufruf: Lemgo hält zusammen!
Solidarisch in Gedenken an über 100.000 Opfer der Covid-Pandemie. Solidarisch mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen. Mit Kindern und Jugendlichen, die unter der Pandemie besonders verzichten mussten. Mit den Menschen, die unter den Einschränkungen beruflich und privat zu leiden haben. Mit den Menschen in den Ländern des Südens, die bisher kaum Impfstoff erhalten konnten.
Wir werben für ein solidarisches Verhalten. Wir wissen, dass es das Virus gibt und wir halten schützende Corona-Maßnahmen für notwendig, um
als Gesellschaft die Pandemie gemeinsam zu überstehen. Jede und jeder muss sich einschränken, damit wir diese Krise durchstehen, daran gibt es für uns keinen Zweifel. Meine persönliche Freiheit ist immer an die Gemeinschaft gebunden, in der ich lebe - im Großen wie im Kleinen.
Wir stehen zum Dialog mit denen, die Corona-Maßnahmen ablehnen und darüber diskutieren wollen. Jede und jeder hat das Recht, mit Entscheidungen der Regierung nicht einverstanden zu sein und auch gegen sie zu demonstrieren. Wir wenden uns aber gegen diejenigen, die unser Land in einer "Diktatur" wähnen, die wissenschaftliche Erkenntnisse leugnen, die mit absurden Vergleichen den Holocaust verharmlosen. Auf vielen Kundgebungen gegen die Corona-Politik marschieren Neonazis mit und Menschen, die gegen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind. Hier sagen wir klar: Neonazismus und Verschwörungstheorien haben in Lemgo keinen Platz!
Zeigen wir uns solidarisch in der Pandemie. Treten wir denen entgegen, die die Pandemie und das Virus leugnen und unsere Demokratie angreifen; zeigen wir ihnen, dass sie nicht die Meinung der Lemgoer Mehrheit widerspiegeln!
Anlass der Mahnwache:
Am 29. Januar 2022, 16.00 Uhr, ruft das die Pandemie leugnende "Bündnis für Freiheit und Gerechtigkeit" zu einer angemeldeten "Demonstration inklusive Spaziergang in Lemgo", ab dem Regenstorplatz als - "Pflichtveranstaltung für alle Lipper!" - auf.
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Pressespiegel überregional
Neue Westfälische, 29./30.01.2022:
Parteichef Meuthen tritt aus AfD aus
die tageszeitung, 29./30.01.2022:
AfD ohne Meuthen
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Samstag, 29. Januar 2022
Vom 25. November 2021 bis zum 4. März 2022 ist die Ausstellung "Von Steinen und Menschen - der neue jüdische Friedhof an der Rintelner Straße in Lemgo" im Lesesaal des Stadtarchiv in Lemgo noch zu sehen.
Am 1. Februar 2022 liest Barbara Stellbrink-Kesy in Detmold aus ihrem Buch "Unerhörte Geschichte: Frei - aber verpönt" (Dezember 2020) über Irmgard Heiss - die 1944 ein Opfer der NS-Euthanasie-Politik wurde.
Am 29. Januar 2022 wurden in Detmold gesamt sieben Stolpersteine für: Samuel, Hedwig, Hilde und Edith Valk; Hildegard Kleesiek; Anneliese und Margarete Lükermann durch den Künstler Gunter Demnig verlegt.
Am 4. Dezember 2017 wurde das - "Gedenkbuch für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Detmold" - der Historikerin Gudrun Mitschke-Buchholz aus Detmold, als digitale Fassung freigeschaltet.
Am 27. Januar 2022 nahm die Gedenkstätte Wewelsburg, zum Gedenken an die Opfer der NS-Verbrechen erneut an der bundesweiten Beleuchtungsaktion: "Lichter gegen Dunkelheit" (Lesungen, Rundgänge) teil.
Am 31. Januar 2022 um 18.00 Uhr, kündigt die extrem rechte "Telegram"-Gruppe "Lippe OWL Protest und Widerstand jetzt" eine angemeldete Demonstration, "Lemgo geht spazieren", Treffpunkt am Rathaus, an.
Am 29. Januar 2022 beteiligten sich in Lemgo - laut Polizei: "ca. 580" Pandemie-Leugnende, darunter die Neonazis Burkhart Weecke, Gerd sowie Anna-Maria Ulrich, an einem Aufmarsch ("Spaziergang") in Lemgo.
Am 29. Januar 2022, 16.00 Uhr, rief das "Bündnis für Freiheit und Gerechtigkeit", zu einer "Demonstration inklusive Spaziergang in Lemgo", ab dem Regenstorplatz als - "Pflichtveranstaltung für alle Lipper!" - auf.
Für den 31. Januar 2022 um 18.30 Uhr kündigt die extrem rechte Gruppe "Grundrechte Paderborn" - ohne Anmeldung - einen weiteren Aufmarsch ("Lichterumzug") "Für Einigkeit" in der Paderborner Innenstadt an.
Am 24. Januar 2022 nahm der völkische Neonazi Gerd Ulrich aus Detmold - Ortsteil Berlebeck - mit einem Plakatträger an dem "Spaziergang" von 2.000 Corona-Leugnenden, in der Innenstadt von Paderborn teil.
Am 24. Januar 2022 fand in der Innenstadt von Paderborn ein angemeldeter Aufmarsch ("Spaziergang"), der extrem rechten Gruppe "Grundrechte Paderborn" mit 2.000 teilnehmenden Corona-Leugnenden statt.
Am 21. Januar 2022 bezeichnete die extrem rechte Gruppe "Grundrechte Paderborn" die "Schilder-Aktion" in Heiligenkirchen auf "Telegram" als - so wortwörtlich - "friedlicher Protest aus der Mitte der Gesellschaft".
Am 21. Januar 2022 führten 18 Pandemie-Leugnende im Detmolder Ortsteil Heiligenkirchen, darunter die Neonazis Gerd Ulrich sowie Burkhart Weecke eine "Schilder-Aktion" gegen die Corona-Eindämmung durch.
Am 17. Januar 2022 nahmen in Paderborn nach Polizei-Angaben "1.500" Corona-Leugnende an einer von der (extrem rechten) Gruppe "Grundrechte Paderborn" angemeldeten Demonstration, "Lichterumzug" teil.
Für den 17. Januar 2022, 18.30 bis 20.30 Uhr, bewarb die extrem rechte Gruppe "Grundrechte Paderborn" eine (angemeldete) Demonstration gegen die Eindämmung der Pandemie, mit Auftakt am Maspernplatz.
Am 10. Januar 2022 nahmen in Paderborn "in der Spitze 2.500" (Polizei) Corona-Leugnende an einer von der (extrem rechten) Gruppe "Grundrechte Paderborn" angemeldeten Demonstration, "Lichterumzug" teil.
Am 3. Januar 2022 sagte der (extrem rechte) Influencer Tim Kellner (Horn-Bad Meinberg), als Redner bei dem Paderborner "Spaziergang": "Der Faschismus ist wieder da in Deutschland, zeigt seine wahre Fratze."
Am 3. Januar 2022 nahmen in Paderborn am "Spaziergang", der extrem rechten Corona-Leugnenden von "Grundrechte Paderborn", mit 600 Mitwirkenden, auch "Personen aus dem rechtsextremen Spektrum" teil.
Am 27. Dezember 2021 löste die Polizei eine unangemeldete Versammlung, von etwa 300 Menschen mit Lichtern und Kerzen vor der Herz-Jesu-Kirche in Paderborn auf, es wurden mehrere Strafanzeigen gestellt.
www.stadtarchiv-lemgo.de
www.zba-buch.de/zeitgeschichtliche-reihe
www.gedenkbuch-detmold.de
www.stadtarchiv.detmold.de
www.jg-hf-dt.de
www.gfcjz-lippe.de
www.wewelsburg.de
www.gedenktag-2-april.de
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Lippische Landes-Zeitung, 29./30.01.2022:
Jüdischem Leben auf der Spur
Lippische Landes-Zeitung, 29./30.01.2022:
Großnichte eines Euthanasie-Opfers
Neue Westfälische - Paderborner Kreiszeitung, 29./30.01.2022:
Wewelsburg leuchtet gegen die Dunkelheit
Westfalen-Blatt / Westfälisches Volksblatt, 29./30.01.2022:
Lichter und Briefe erinnern
Lippische Landes-Zeitung Online, 29.01.2022:
Angemeldete Versammlungen in Lemgoer Innenstadt verlaufen laut, aber friedlich
Lippische Landes-Zeitung Online, 29.01.2022:
Angemeldete Versammlungen in Lemgoer Innenstadt verlaufen friedlich
Polizei Lippe, 29.01.2022:
Lemgo. Angezeigte Versammlungen in Lemgoer Innenstadt verlaufen friedlich und störungsfrei
Lippische Landes-Zeitung, 29./30.01.2022:
Samstag Demo und Gegen-Demo
Neue Westfälische - Paderborner Kreiszeitung, 29./30.01.2022:
Künstler zeigen Flagge gegen Rechts
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Lippische Landes-Zeitung, 29./30.01.2022:
Jüdischem Leben auf der Spur
Eine Ausstellung im Stadtarchiv beleuchtet die historischen Grabstätten auf dem Friedhof an der Rintelner Straße / Recherchen haben interessante Biografien zahlreicher Juden aus Lemgo ans Licht gebracht
Sandra Castrup
Lemgo. Der jüdische Friedhof an der Rintelner Straße hat noch nie im Fokus gestanden. Das Jubiläumsjahr "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" ist ein guter Grund, das zu ändern. Der Arbeitskreis Stadtgeschichte und das Stadtarchiv Lemgo laden deshalb zu der gemeinsam entwickelten Archiv-Ausstellung "Von Steinen und Menschen" ein.
"Seine / ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens", so lautet meist der Abschluss einer hebräischen Grabinschrift. Und auch sonst lassen sich auf den alten Grabsteinen interessante Informationen ablesen, was die Geschichte jüdischen Lebens in Lemgo angeht. "Für die Aufarbeitung konnten wir an Hand von Meldekarten und Personenstandsregistern etliche Biografien der Verstorbenen zusammenstellen", blickt Stadtarchivar Marcel Oeben zufrieden auf die umfangreichen Ergebnisse, die derzeit im Lesesaal präsentiert werden.
Während die älteste Grabplatte verrät, dass hier der am 2. Mai 1874 verstorbene Joseph Sternfeld begraben wurde, hält ein wesentlicher jüngerer Stein das Gedenken an die Familie Sternheim in Erinnerung. "Adolf Sternheim hat neben Karla Raveh das Konzentrationslager überlebt, er war der letzte Vorsteher der Jüdischen Gemeinde in Lemgo, hat hier das Rote Kreuz sowie die FDP mitbegründet und sich in der Stadt sehr verdient gemacht", weiß Marcel Oeben zu berichten.
Der Philanthrop starb im Alter von 78 Jahren und wurde 1950 auf dem Friedhof an der Rintelner Straße beigesetzt. "Dabei hatte es nach dem Zweiten Weltkrieg dort keine Beerdigungen mehr gegeben", so der Stadtarchivar. 44 Jahre später, im Jahr 1994, durfte dann jedoch auch seine Tochter Ilse, verheiratete Drucker, ihre letzte Ruhe in dem Familiengrab finden. "Auffällig ist zudem, dass nach dem Ersten Weltkrieg fast keine hebräischen Inschriften mehr auf den Gedenksteinen zu finden sind", ist Oeben dankbar, dass mit Unterstützung des Salomon-Ludwig-Steinheim-Institutes in Essen inzwischen alles in die deutsche Sprache übersetzt werden konnte.
Bei den Juden war es üblich, neben den Namen auch weitere Angaben zu den verstorbenen Personen zu machen. So findet man beispielsweise eingemeißelte Beschreibungen wie "tüchtige Gattin, Zierde ihres Gatten, ihrer Kinder und ihres Hauses" auf den Relikten. Die fotografische Dokumentation umfasst um die 70 Grabmäler von insgesamt ungefähr 100 Personen aus Lemgo, für die eine Grabliege nachgewiesen werden konnte.
"Zahlreiche Angehörige der jüdischen Familien sind in Konzentrationslagern oder Ghettos verstorben", verweist der Stadtarchivar auf die Schrecken des Holocaust. Neben dem in der Ausstellung beleuchteten jüdischen Friedhof an der Rintelner Straße gibt, beziehungsweise gab es, im Lemgoer Stadtgebiet noch zwei weitere. Zum einen den noch existierenden, älteren am Ostertorwall, dessen jetzige Grabsteine aber aus Hohenhausen stammen, wie nach umfangreicher Recherche festgestellt worden ist. Zum anderen den ehemaligen jüdischen Friedhof in Brake, dessen verbliebene Grabsteine heute als Gehwegplatten in einem privaten Garten dienen.
Die Archiv-Ausstellung "Von Steinen und Menschen - der neue jüdische Friedhof an der Rintelner Straße in Lemgo" ist noch bis Freitag, 4. März, zu den Öffnungszeiten im Lesesaal des Stadtarchivs (Rampendal 20a) kostenfrei zu sehen. Führungen finden im Ausstellungszeitraum jeweils donnerstags um 18 Uhr nach Bedarf statt. Für Schulklassen und Gruppen sind Führungen auch nach vorheriger Vereinbarung an anderen Wochentagen möglich. Aktuell gilt die 2G-Regel.
Informationen und Anmeldung: stadtarchiv@lemgo.de oder Tel. (05261) 213413.
Bildunterschrift: Stadtarchivar Marcel Oeben hofft auf viele Besucher, die sich die Ausstellung im Lesesaal ansehen.
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Lippische Landes-Zeitung, 29./30.01.2022:
Großnichte eines Euthanasie-Opfers
Die Autorin Barbara Stellbrink-Kesy liest in Detmold
Detmold. "Unerhörte Geschichte - Frei, aber verpönt". Vom Leben und Leid einer Frau aus Detmold, die Opfer der "Euthanasie"-Politik der Nationalsozialisten wurde, liest Barbara Stellbrink-Kesy in einer Veranstaltung der Stadtbibliothek Detmold und des Stadtarchivs Detmold am Dienstag, 1. Februar, 19.30 Uhr, in der Schule am Wall.
Der erste Stolperstein, der in Detmold an ein Opfer der NS-Gewaltherrschaft erinnert, ist Irmgard Heiss gewidmet. Sie wurde 1944 Opfer der NS-Euthanasie-Politik. Ihre Großnichte Barbara Stellbrink-Kesy hat die in der Familie lange verschwiegene Geschichte in einem Buch zusammengefasst.
"In ihrem Detmolder Elternhaus fand die Autorin ein Päckchen mit Dokumenten, versteckt in einem Schrank mit doppeltem Boden", schreibt die Stadt Detmold in einer Pressemitteilung. "Es enthielt Briefe ihrer Großtante Irmgard Heiss, geb. Stellbrink aus verschiedenen Heil- und Pflegeanstalten." Damit begann für die Autorin eine Reise in die Vergangenheit. "Als Barbara Stellbrink-Kesy im Landesarchiv NRW auch noch die Krankenakte aus der Pflegeanstalt Lindenhaus einsehen konnte, gelang es ihr, aus vielen Puzzleteilen das Leben ihrer außergewöhnlichen Großtante zu rekonstruieren."
Irma Heiss war 18-jährig nach Berlin gegangen, hatte früh geheiratet und war Mutter dreier Kinder geworden. Da sie kein normales "bürgerliches" Leben führte, verlor sie den Rückhalt in der Familie. Sie verbrachte Jahre in psychiatrischen Anstalten und starb 1944 an einer Lungentuberkulose, die Folge von unzureichender Ernährung und medizinischer Versorgung war.
Auch ihr Bruder, Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink, überlebte die NS-Zeit nicht. Obwohl zunächst ein überzeugter Nationalsozialist, ging er in den Widerstand. Vom Volksgerichtshof verurteilt, wurde er 1943 hingerichtet. Er wird als "Märtyrer von Lübeck" geehrt.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Zugang zur Schule am Wall über das Residenz Hotel. Es gelten die 2G-Regeln.
Bildunterschrift: Barbara Stellbrink-Kesy.
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Neue Westfälische - Paderborner Kreiszeitung, 29./30.01.2022:
Wewelsburg leuchtet gegen die Dunkelheit
Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus beteiligt sich auch das Kreismuseum
Johannes Büttner
Büren-Wewelsburg. Der Verein "Gedenktag 2. April" in Wewelsburg hat am Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am Mahnmal des ehemaligen Appellplatzes des KZ Niederhagen einen Kranz niedergelegt und zu einer Führung eingeladen.
Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz. Im Zusammenhang mit der Gedenkfeier beteiligte sich auch das Kreismuseum Wewelsburg an der bundesweiten Aktion "Lichter gegen Dunkelheit". Hierzu wurden sowohl die Wewelsburg als auch das angrenzende ehemalige Wachgebäude der SS, die heutige Gedenkstätte, illuminiertet.
"Mit der Beleuchtung setzen wir ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit", sagte Museumsleiterin Kirsten John-Stucke. "Wir möchten zu einer bewussten Auseinandersetzung mit den aktuellen, demokratiefeindlichen Tendenzen in Staat und Gesellschaft einladen, wie zum Beispiel Verschwörungstheorien mit Bezug auf die NS-Zeit im Zusammenhang mit der Querdenker-Bewegung, antisemitische, rassistische, fremdenfeindliche und antidemokratische Äußerungen und Taten, bei denen ebenfalls Bezüge zur Geschichte hergestellt werden", fügte sie an.
Es gehe um das Gedenken, das Arbeiten gegen das Vergessen und das Lernen für die Zukunft an authentischen Orten.
Bei den angebotenen Rundgängen um die beleuchtete Wewelsburg wurden den rund 80 Teilnehmenden an drei Stationen Briefe von KZ-Häftlingen aus Wewelsburg vorgelesen. Dabei handelte es sich um Briefe des niederländischen Sozialdemokraten Gerrit Visser, des deutschen Zeugen Jehovas Georg Klohe und des Schriftstellers Karl Zimmermann.
Die Briefe zeigten trotz aller Zensur-Beschränkungen und formalen Einschränkungen die tiefe Verbundenheit zu den Angehörigen.
Meist durften die Häftlinge nur alle vier bis sechs Wochen Briefe nach Hause schreiben. Zum Teil wurde der Text vorgegeben.
Mancher Brief klingt daher unbedeutend und nichtssagend, war aber für die Angehörigen die Gewissheit, dass der Inhaftierte noch lebte.
Bildunterschrift: Anlässlich des Internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus wurden die Wewelsburg und das ehemalige Wachgebäude der SS angeleuchtet.
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Westfalen-Blatt / Westfälisches Volksblatt, 29./30.01.2022:
Lichter und Briefe erinnern
Holocaust-Gedenktag in Wewelsburg
Wewelsburg (eb). Der Verein "Gedenktag 2. April in Wewelsburg" hat am Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am Mahnmal am ehemaligen Appellplatzes des KZ Niederhagen während einer Feierstunde einen Kranz niedergelegt. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten die überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz.
"Mit der Beleuchtung setzen wir ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit."
Kirsten John-Stucke
Das Team des Kreismuseums Wewelsburg beteiligte sich in diesem Zusammenhang bereits zum dritten Mal an der bundesweiten Aktion "Lichter gegen Dunkelheit". Dabei wurden sowohl die Wewelsburg als auch das angrenzende ehemalige Wachgebäude der SS, die heutige Gedenkstätte, bunt beleuchtet. "Mit der Beleuchtung setzen wir ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit", erläuterte Museumsleiterin Kirsten John Stucke.
"Wir möchten zu einer Auseinandersetzung mit den aktuellen demokratiefeindlichen Tendenzen einladen, wie beispielsweise Verschwörungstheorien mit Bezug auf die NS-Zeit im Zusammenhang mit der Querdenker-Bewegung, antisemitische, rassistische, fremdenfeindliche und antidemokratische Äußerungen und Taten, bei denen ebenfalls Bezüge zur Geschichte hergestellt werden", ergänzte sie.
Bei Rundgängen um die beleuchtete Wewelsburg wurden den rund 80 Teilnehmern an drei Stationen Briefe von KZ-Häftlingen aus Wewelsburg vorgelesen. Dabei handelte es sich um Briefe des niederländischen Sozialdemokraten Gerrit Visser, den deutschen Zeugen Jehovas Georg Klohe und den Schriftsteller Karl Zimmermann. Die Briefe zeigten trotz aller Zensur-Beschränkungen und formalen Einschränkungen die tiefe Verbundenheit zu den Angehörigen. Meist durften die Häftlinge nur alle vier bis sechs Wochen Briefe nach Hause schreiben. Zum Teil wurde der Text vorgegeben. Mancher Brief klingt daher unbedeutend und nichtssagend, war aber für die Angehörigen die Gewissheit, dass der Inhaftierte noch lebte.
Bildunterschrift: Vor der beleuchteten Wewelsburg erinnerten die Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung an die Opfer des Holocaust.
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Lippische Landes-Zeitung Online, 29.01.2022:
Angemeldete Versammlungen in Lemgoer Innenstadt verlaufen laut, aber friedlich
29.01.2022 - 19.37 Uhr
Astrid Sewing
Lemgo. 150 Teilnehmer waren angemeldet, es kamen weitaus mehr. Bei der Demo, die unter dem Motto stand "Freiheitlich-demokratische Grundordnung, gegen Impf-Zwang und 2G / 3G-Diskriminierung"
brach sich eine große Unzufriedenheit gegen vieles Bahn: gegen Pharmakonzerne, die Riesengewinne mit den Impfstoffen machen, gegen Corona-Regeln, die aus Sicht der Demonstranten die Gesellschaft spalten, gegen einen Krieg in der Ukraine, gegen Politiker, die hinter verschlossenen Türen entscheiden, und gegen die, die damit Geschäfte machen.
Unter den Teilnehmern sah man Reichsadler auf den Jacken, junge Menschen, die eher der autonomen Szene zugeordnet werden können, Familien, die bürgerliche Mitte. Die Polizei war mit einer Einsatzhundertschaft zum Regenstor angerückt, das Ordnungsamt war ebenfalls vor Ort. Die Polizisten gingen durch die Schar und forderten die Demonstranten auf, Masken aufzusetzen. Vereinzelte weigerten sich, mussten die Personalien angeben und den Ort verlassen.
Die Demonstranten zogen über den Wall in Richtung Innenstadt, vorbei am Marktplatz, wo es zwei Gegendemonstrationen gab. Das Bündnis "Lemgo hält zusammen" aus CDU, SPD, Grünen, BfL und ESL und der Türkisch-Islamischen Gemeinde hielt Transparente hoch. "Dieser Marktplatz ist das Herzstück unserer Stadt, den wollen wir nicht denen überlassen, die an der demokratischen Grundordnung sägen, um den Staat zu zerlegen. Es ist ein Platz für unsere Bürger, für den Austausch", sagte Christiane Thiel (CDU). Man sei zu Diskussionen bereit, zu einem Austausch auf Augenhöhe im Sinne der Demokratie. Neben dem Bündnis war auch die Sozialistische Jugend auf dem Marktplatz, und da war der Protest deutlich lauter: "Man marschiert nicht mit den Rechtsradikalen."
Bildunterschrift: 150 Teilnehmer waren angemeldet, weit mehr demonstrierten in Lemgo gegen die Impf-Pflicht, die Einschränkung der Grundrechte, die Corona-Maßnahmen und gegen die Politik.
Bildunterschrift: Beim Marsch durch die Innenstadt kamen die laut skandierenden Demonstranten an zwei Gegendemonstrationen vorbei. Das Bündnis für Lemgo stand auf dem Marktplatz und zeigte Flagge. Auch die Sozialistische Jugend demonstrierte gegen und rief "Mit Rechten marschiert man nicht."
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Lippische Landes-Zeitung Online, 29.01.2022:
Angemeldete Versammlungen in Lemgoer Innenstadt verlaufen friedlich
29.01.2022 - 19.37 Uhr
Lemgo. Am Samstagnachmittag haben in der Lemgoer Innenstadt drei angemeldete Versammlungen stattgefunden. Das "Bündnis für Freiheit und Gerechtigkeit" aus Paderborn traf sich gegen 16 Uhr am Regenstorplatz. Von dort starteten die etwa 580 Teilnehmer mit ihrem Gang durch die Lemgoer Innenstadt, zum Thema "Freiheitlich-demokratische Grundordnung, gegen Impfzwang und 2G / 3G-Diskriminierung". Der Aufzug ging über den Wall, die Mittelstraße, die Engelbert-Kämpfer-Straße, die Stiftstraße und Schuhstraße zurück zum Regenstorplatz. Gegen 17.40 Uhr wurde die Versammlung dort beendet.
Bei zwei stationären Gegen-Versammlungen trafen sich von etwa 16 bis 17.30 Uhr insgesamt rund 110 Personen auf dem Marktplatz.
Die nach der Corona-Schutzverordnung vorgeschriebene Masken-Pflicht bei Versammlungen wurde den Teilnehmenden größtenteils beachtet. Wie die Polizei mitteilt, wurden die vom Ordnungsamt der Stadt Lemgo und Polizei festgestellten Verstöße konsequent verfolgt. Nach Auswertung von Beweis-Videos werden im Nachgang noch weitere Ordnungswidrigkeitenanzeigen hinzukommen.
Alle drei polizeilich begleiteten Versammlungen verliefen friedlich. Durch die fristgerechten Anmeldungen der Versammlungen und die im Vorfeld geführten Kooperationsgespräche mit der Polizei konnte allen Teilnehmern ein sicherer Aufzugsweg und die einschränkungsfreie Ausübung des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit gewährleistet werden.
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Polizei Lippe, 29.01.2022:
Lemgo. Angezeigte Versammlungen in Lemgoer Innenstadt verlaufen friedlich und störungsfrei
29.01.2022 - 19.08 Uhr
Lippe (ots). Am Samstagnachmittag (29. Januar 2022) fanden in der Lemgoer Innenstadt drei angezeigte (angemeldete) Versammlungen statt. Nach der Anzeige einer Versammlung des "Bündnis für Freiheit und Gerechtigkeit" aus Paderborn mit einem Aufzug durch die Lemgoer Innenstadt zum Thema "Freiheitlich-demokratische Grundordnung, gegen Impfzwang und 2G / 3G-Diskriminierung" wurden zwei stationäre Gegen-Versammlungen auf dem Marktplatz angezeigt. Dort trafen sich von ca. 16.00 bis 17.30 Uhr insgesamt rund 110 Personen. Die ca. 580 Teilnehmenden des Aufzuges gegen die Corona-Maßnahmen trafen sich gegen 16.00 Uhr am Regenstorplatz. Von dort ging der Aufzug über den Wall, die Mittelstraße, die Engelbert-Kämpfer-Straße, die Stiftstraße und Schuhstraße zurück zum Regenstorplatz. Gegen 17.40 Uhr wurde die Versammlung dort beendet. Die nach der Corona-Schutzverordnung vorgeschriebene Masken-Pflicht bei Versammlungen wurde von den Teilnehmenden größtenteils beachtet. Die vom Ordnungsamt der Stadt Lemgo und Polizei festgestellten Verstöße beim Aufzug wurden gemeinsam konsequent verfolgt. Nach Auswertung von Beweis-Videos werden im Nachgang noch weitere Ordnungswidrigkeitenanzeigen hinzukommen.
Alle drei polizeilich begleiteten Versammlungen verliefen friedlich. Durch die fristgerechten Anzeigen (Anmeldungen) der Versammlungen und die im Vorfeld geführten Kooperationsgespräche konnte die Polizei alle Versammlungen schützen. Allen Teilnehmenden wurde dadurch ein sicherer Aufzugsweg und die einschränkungsfreie Ausübung des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit gewährleistet.
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Lippische Landes-Zeitung, 29./30.01.2022:
Samstag Demo und Gegen-Demo
Lemgo. Wer der angemeldeten Kundgebung sowie einem Demonstrationszug von Impf-Pflicht-Gegnern sowie der Gegenveranstaltung aus dem Weg gehen möchte, muss am heutigen Samstagnachmittag die Innenstadt meiden. Die Impf-Pflicht-Gegner versammeln sich um 16 Uhr auf dem Regenstorplatz, nach der dortigen Auftaktkundgebung wollen sie durch die Stadt ziehen. Am Marktplatz versammeln sich unterdessen von 16 bis 18 Uhr die Teilnehmer der "Aktion für Solidarität in der Pandemie". Montag folgt ihre wöchentliche Mahnwache ab 17.30 Uhr ebenfalls auf dem Marktplatz.
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Neue Westfälische - Paderborner Kreiszeitung, 29./30.01.2022:
Künstler zeigen Flagge gegen Rechts
Am Montag gibt es auf dem Marktplatz ein kulturelles Gegenprogramm zu den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen / Es wird Musik, Gesang, Poesie und Schauspiel geben
Holger Kosbab
Paderborn. Auch wenn der Protest gegen die Corona-Maßnahmen viele Gesichter hat: Einige davon sind der rechten Szene oder Rechtspopulisten zuzurechnen. Aus diesem Grund steht die nächste Gegen-Demo am Montag, 31. Januar, unter dem Motto "Kultur gegen Rechts". Dabei bleibt es auch, obwohl sich Grundrechte Paderborn als Veranstalter des Corona-Protests dazu entschlossen habe, "auf dem Maspernplatz keinen Aufzug anzumelden", wie Wilfried Schwarze am Freitag mitteilte.
Um 18 Uhr soll die Gegen-Demo auf dem Paderborner Marktplatz - auf gedruckten Info-Karten ist versehentlich Rathausplatz gedruckt - los gehen. Bis etwa 19.30 Uhr ist dann ein Programm mit Musik, Gesang, Poesie und Schauspiel vorgesehen. Veranstalter sind die Parents for Future gemeinsam mit dem Bündnis für Toleranz und Demokratie. Organisator Stefan Wisbereit rechnet mit 500 Teilnehmern. Dass die Corona-Maßnahmen-Kritiker diesmal offiziell nichts angemeldet hätten, ändere am Vorgehen nichts, sagte Wisbereit. Man sei nicht gegen eine einzelne Aktion, sondern gegen die gesamte Tendenz.
"Wir als Klima-Aktivisten setzen uns deshalb gegen Populismus aus dem rechten Umfeld ein, da die Mechanismen der Corona-Leugner und Leugner des Klimawandels fast deckungsgleich sind", so Wisbereit. "In vielen Fällen sind es sogar die gleichen Personen, die krude Thesen zu beiden Themen verbreiten. Insbesondere die so genannten Spaziergänge werden derzeit aus dem rechten Umfeld als Basis genutzt." Dabei hielten auch die Parents for Future nicht alle Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen in der Pandemie für richtig. "Die Probleme bei der Masken- und Impfstoff-Beschaffung, die fehlenden Schutzkonzepte und -Maßnahmen in den Schulen und Kitas kritisieren wir", sagt Marcus Zauner.
"Kultur hat die besondere Kraft, Akzente zu setzen, Perspektiven neu zu eröffnen und Brücken zu schlagen. So wollen wir in Dialog kommen mit denen, die die Ängste und Sorgen um sich selbst oder ihre Angehörigen haben", so Johannes Menze vom Bündnis für Demokratie und Toleranz. "Wir kritisieren weiterhin diejenigen, die jenseits fundierter Diskussionen Zweifel säen und die Demokratie zu unterminieren versuchen."
Die Inspiration zu dieser Veranstaltung sei Wisbereit bei dem Gedicht "Impf-Pflicht" von Thomas Gsella gekommen. "Als ich das gehört habe, dachte ich, dass wir mit Wortwitz den stumpfen Parolen etwas entgegen setzen können." Durch die Kuppel, den Dachverband der Paderborner Kulturinitiativen, bekam er die Kontakte zu lokalen Künstlern.
Zum Auftakt werden Andreas Hörstmann von der Paderborner Band Deutsche Botschaft und Tanja Roloff den Song "Geist ist geil" singen, so wie sie es schon bei der Gegen-Demo am Rathaus vor knapp zwei Wochen gemacht haben. Danach wird Schauspieler Max Rohland, ehemaliges Ensemblemitglied des Theaters Paderborn, Texte vortragen, die auf das aktuelle Geschehen rund um Corona und die Proteste reagieren.
Die in verschiedenen Organisationen wie der Seebrücke und bei den Grünen in Bad Wünnenberg aktive Nadine Dubberke tritt als Nadu mit Band auf. Musik gibt es auch vom Paderborner Volker Kukulenz. Möglicherweise wird Kukulenz auch etwas zusammen mit Max Rohland machen. Voll aufs Wort setzen die beiden Poetry-Slammer August Klar und Jann Wattjes.
Außer für die Eröffnungsnummer sind für die einzelnen Akteure jeweils 10 bis 20 Minuten eingeplant. Eine halbe Stunde dürfen am Schluss die Punch Drunk Poets auf der Bühne stehen und ein Potpourri ihrer Songs spielen. Die Band mit Paderborner Wurzeln trifft sich hier zu einem Probenwochenende und hängt einen Tag dran, um klare Kante zu zeigen - so wie alle Künstler am Montagabend auf dem Marktplatz.
Vielleicht wird es auch eine Wiederholung geben. "Da ist eine große Bereitschaft in der Kunst-Szene, sich für das Thema zu engagieren", sagt Wisbereit. Die Bereitschaft, Flagge gegen Rechts zu zeigen.
Bildunterschrift: Der Musiker Volker Kukulenz steht am Montag mit auf der Bühne.
Bildunterschrift: Der Schauspieler Max Rohland wird Texte vortragen.
Treffen trotz Verzicht auf Anmeldung nicht ausgeschlossen
Wie Wilfried Schwarze von Grundrechte Paderborn mitteilt, sei für den kommenden Montag, 18.30 Uhr, "aus verschiedenen Gründen" auf eine Anmeldung für eine Versammlung auf dem Maspernplatz verzichtet worden. "Vor allem die 3G-Forderung ab 750 Teilnehmer halten wir für einen absolut untragbaren Eingriff in die Versammlungsfreiheit."
Corinna Koptik, Sprecherin der Polizei Paderborn bestätigt, dass es bisher keine Anzeige - so der neue offizielle Begriff - für eine Versammlung gebe. Die Polizei könne aber nicht ausschließen, dass sich dennoch Leute treffen. Deshalb sei sie auch weiterhin darauf eingestellt.
"Wenn sich dennoch Leute treffen, genießen sie nicht den Schutz einer Versammlung", sagt sie. Von der Polizei erfolge dann "eine Rechtsgüterabwägung vor Ort", wie die Versammlung oder der Spaziergang bewertet werde und wie sich die Polizei verhalte. Koptik betont: "Wer als Veranstalter oder Leiter ohne Anzeige eine Versammlung durchführt, der begeht eine Straftat." Diese werde, wie alle Verstöße bei Protesten, geahndet. (hko)
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