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1 Veranstaltung - Nachrichten , 28.01.2022 :

Tages-Chronologie von Freitag, 28. Januar 2022

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Veranstaltungskalender:



- Freitag, 28. Januar 2022 um 19.30 Uhr -


Vortrag von Gunter Demnig: "Stolpersteine - Spuren und Wege"


Veranstaltungsort:

Haus Münsterberg
Hornsche Straße 38
32756 Detmold


Hinweis: Einlass nur mit 2G-Plus-Nachweis, Geboosterte sind von der Test-Pflicht ausgenommen.


Gunter Demnig, der seit 1992 mit seinen Projekt "Stolpersteine" an das Schicksal der Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden, skizziert in dem Vortrag seinen künstlerischen Werdegang von 1968 bis heute. Er berichtet auch über sein Projekt "Stolpersteine", mit dem er über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt geworden ist:

www.gunterdemnig.de


Im Anschluss an den Vortrag steht Gunter Demnig für Diskussionen und Gespräche zur Verfügung.


Eine Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V. im Rahmen der Reihe "Erinnern und Gedenken 2022" vom 26. Januar bis 23. März 2022 der Buchhandlung Kafka & Co., Chorgemeinschaft Cantus - Novus und Freunde, Forum Offenes Detmold, Geschwister-Scholl-Gesamtschule Detmold, Stadt Detmold, Stadtarchiv Detmold, Stadtbibliothek Detmold, Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Detmold.

www.gfcjz-lippe.de

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Pressespiegel überregional


Jüdische Allgemeine Online, 28.01.2022:
Sachsenhausen-Prozess: Romani Rose hofft auf Schuldfeststellung

MiGAZIN, 28.01.2022:
NS-Überlebende / Die Nebenkläger im Sachsenhausen-Prozess

Jüdische Allgemeine Online, 28.01.2022:
RIAS-Meldestellen / 91-mal Antisemitismus auf Corona-Demos seit November

die tageszeitung Online, 28.01.2022:
Rückzug aus der AfD / Meuthen verlässt die Partei

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Freitag, 28. Januar 2022


Am 8. September 2021 wurde in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Lüneburg - gegen neun Männer, wegen Verdacht auf Bildung einer Neonazi-Wehrsportgruppe - auch eine Wohnung in Detmold durchsucht.

Am 28. Januar 2022 führten 15 Pandemie-Leugnende in Detmold, an der "Hornsche Straße", darunter der völkische Neonazi Gerd Ulrich aus Berlebeck, eine "Schilder-Aktion" gegen die Corona-Eindämmung durch.

Am 21. Januar 2022 führten 18 Pandemie-Leugnende im Detmolder Ortsteil Heiligenkirchen, darunter die Neonazis Gerd Ulrich sowie Burkhart Weecke eine "Schilder-Aktion" gegen die Corona-Eindämmung durch.

Am 21. Januar 2022 bezeichnete die extrem rechte Gruppe "Grundrechte Paderborn" die "Schilder-Aktion" in Heiligenkirchen auf "Telegram" als - so wortwörtlich - "friedlicher Protest aus der Mitte der Gesellschaft".


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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Neue Westfälische, 28.01.2022:
Ermittler finden Waffen bei Detmolder

die tageszeitung, 28.01.2022:
Wehrsportler mit besten Kontakten

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Neue Westfälische, 28.01.2022:

Ermittler finden Waffen bei Detmolder

Er soll Teil einer rechtsextremen Gruppe sein, in der sich unter anderem Reservisten sammeln

Lukas Brekenkamp

Bielefeld. Anfang September haben Ermittler mehrere Objekte unter anderem in NRW und Niedersachsen durchsucht. Der Verdacht: Eine Gruppe - unter anderem mehrere Reservisten - soll eine bewaffnete Vereinigung gegründet haben. Eine der Durchsuchungen fand damals auch in Detmold statt.

Wie die Tagesschau berichtet, soll sich die Gruppe um einen Oberstleutnant der Reserve aus dem Raum Hannover gesammelt und den Namen "Neigungsgruppe G." gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt gegen zehn Personen. Laut dem Bericht wird ihnen vorgeworfen, eine bewaffnete Gruppe befehligt oder sich ihr angeschlossen zu haben. Zudem sollen bei den Durchsuchungen drei illegale und zehn legale Schusswaffen sowie insgesamt 126 Hieb- und Stichwaffen gefunden worden sein.

Wie die Staatsanwaltschaft Lüneburg gegenüber dieser Zeitung bestätigt, wird auch gegen die Person aus Detmold ermittelt. Und: Auch bei dem Detmolder wurden bei den Durchsuchungen unter anderem Waffen gefunden - also gleich mehrere. Aktuell werde demnach geprüft, ob die Waffen strafrechtliche Relevanz haben, etwa im Hinblick darauf, ob der Besitz gegen das Waffengesetz oder Kriegswaffenkontrollgesetz verstößt. Doch warum dauert eine solche Bewertung so lange und ist noch immer nicht abgeschlossen? Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft berichtet: "Dass eine solche Bewertung in manchen Fällen einige Zeit in Anspruch nehmen kann, kann etwa dadurch bedingt sein, dass eine waffenrechtliche Einordnung teilweise nicht durch reine Inaugenscheinnahme möglich ist, sondern eine technische Begutachtung erfordert."

Laut Tagesschau gibt es bisher keine Hinweise, dass die Gruppe Anschläge geplant haben könnte. Zudem berichtet das Medium über verschiedene Verbindungen zu anderen rechtsextremen Gruppen. Ob der Beschuldigte aus dem Raum Lippe bereits durch rechte Aktivitäten in Erscheinung getreten ist, ließ die Staatsanwaltschaft auf Anfrage offen. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete bereits zuvor, dass der Mann allerdings in der Vergangenheit aufgefallen sei, da bei ihm Nazi-Utensilien gefunden worden seien.

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die tageszeitung, 28.01.2022:

Wehrsportler mit besten Kontakten

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt gegen eine Wehrsportgruppe / Die Verdächtigen, teils Reservisten, kommen auch aus völkischen Familien und rechten Bünden / Und sie haben Verbindungen ins Bundesaußenministerium

Von Andreas Speit und Andrea Röpke

Die Fahrzeuge auf dem Anwesen nahe Wedemark (Region Hannover) offenbaren die Neigung des Besitzers: Mehrere abgedeckte deutsche Militärfahrzeuge stehen auf dem Grundstück von Jens G. Eine lange Narbe an der linken Wange des Mannes deutet die politische Haltung an: Es ist der typische Schmiss einer schlagenden Burschenschaft, den er im Gesicht trägt.

Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft Lüneburg gegen den stellvertretenden Vorsitzenden der Reservisten-Kreisgruppe Hannover. Der Verdacht: Der Oberstleutnant der Reserve soll der Anführer einer rechtsextremen Wehrsport-Gruppe sein, die Migrantinnen, Migranten im Visier hatte. Hinzu kommt: Einige der Beschuldigten kennen sich nicht nur aus Reservisten-Verbänden, sondern auch aus rechtsextremen Kreisen.

"Der Kreis der Verdächtigen umfasst mittlerweile zehn Personen", sagt die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft, Wiebke Bethke, der taz. Die Auswertungen des umfangreichen, sichergestellten Materials dauere aber noch an, sagt Bethke. Dass die Ermittlungen nach einer Durchsuchung von acht Objekten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfallen und Berlin dauern könnten, betonten die Ermittelnden schon im September 2021. Knapp 250 Waffen waren damals nach Razzien sichergestellt worden. Hinzu kamen Waffenteile, Munition und Datenträger. Eine Liste mit ­Adressen von Politikerinnen, Politikern soll bei einem Beschuldigten aus Wriedel (Landkreis Uelzen) gefunden worden sein. Als "Neigungsgruppe" bezeichneten sich die Verdächtigen offenbar selbst.

Auf G. kamen die Ermittler über Umwege. Bei einer Routineüberprüfung im Bundesverteidigungsministerium fiel dem Militärischen Abschirmdienst der Handy-Kontakt eines Referenten in der Abteilung "Strategie und Einsatz" auf. Der Referent war Burschenschaftler in Hannover. Gemeinsam mit Jens G. besuchte er 2004 ein "Ritterkreuz-Treffen", wie das ARD-Magazin "Kontraste" berichtet. Dort versammeln sich hochdekorierte Wehrmachtssoldaten. Zu den Verdächtigen der Wehrsportgruppe zählt der Referent nicht. Ein Blick auf die Facebook-Freunde von G. zeigt: Er kennt weitere Personen im Umfeld des Verteidigungsministeriums.

Auch den von der Staatsanwaltschaft Beschuldigten Wolfgang F. aus dem Wendland kennt G., - allerdings nicht aus dem Netz: F. verbrachte wie G. seine Jugend in einem Jugendbund namens "Deutsch-Wandervogel" (DWV). Der DWV wurde von einem "ehemaligen Waffen-SSler" aus Hodenhagen angeführt, sagt Odfried Hepp der taz. Der ehemalige Rechtsterrorist und spätere inoffizielle Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit wuchs mit Rechtsbündischen auf. "In einem der Zeltlager sagte mir ein alter SS-Mann: "Ich habe einmal einen Eid geschworen und den breche ich nicht bis an mein Lebensende"", sagt Hepp und hebt hervor: "Er meinte den auf Adolf Hitler."

In seiner Freizeit besuchte G. Militärfahrzeug-Treffen in Munster und war "Hobbykommandant" im örtlichen Panzermuseum

Unter den völkisch-antisemitischen Jugendgruppen war der DWV vermutlich die weltanschaulich radikalste Gruppe, betont der Potsdamer Politikwissenschaftler Gideon Botsch. Dieser sehr kleine Bund bestünde heute formal nicht mehr, doch manche Angehörige halten lebenslang die Treue.

G. nahm dann an bündischen Treffen teil, besuchte Polizei-Angaben zufolge die antisemitische "Artgemeinschaft - Germanische Glaubens-Gemeinschaft" in Ilfeld (Thüringen). Sein Freund Wolfgang F. schickte die eigenen Kinder zum rechtsextremen "Sturmvogel - Deutscher Jugendbund". 2016 kamen vier der mutmaßlich Beschuldigten im Dorf Edendorf (Landkreis Uelzen) zusammen.

Völkische Familien feierten dort mit Gleichgesinnten aus ganz Deutschland ihren "Maitanz". Eine Frau mit Stirnband und langem Rock stieg aus einem Auto mit der "88" im Kennzeichen. Sie nahm die Hand des Mannes aus Wriedel. Beide teilen bis heute eine Leidenschaft für Waffen. Der Mann, Christian G., ist Reservist. Die Frau war in der Vergangenheit liiert mit dem Anführer der inzwischen verbotenen Gruppierung "Combat 18". 2002 fuhr sie mit dem späteren Mörder von Walter Lübcke zu einem Nazi-Aufmarsch nach Bielefeld. Den Maitanz in Edendorf feiert das Paar gemeinsam mit Jens G. und Wolfgang F., der zum Tanz aufspielt.

Bis zu den Ermittlungen leitete G. Schießtrainings und Übungswochenenden mit Sanitäts-, Absicherungs- und Orientierungsinhalten. Für den "Heimatschutz" bildete der Zimmermann auch Zivilisten an Waffen aus. In seiner Freizeit besuchte er Militärfahrzeug-Treffen in Munster, war "Hobbykommandant" im Panzermuseum. Bündische führte er durch das Museum.

Die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft wies G. gegenüber "Kontraste" zurück.

Bildunterschrift: Er soll Anführer einer rechtsextremen Wehrsport-Gruppe sein: Jens G. bei einem Militaria-Treffen.

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