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Lippische Landes-Zeitung ,
21.01.2022 :
600 Demonstranten fordern Solidarität
Eine Menschenkette stellt sich gegen AfD
Detmold (jk). Die Kräfteverhältnisse in Detmold sind klar gesetzt: Rund 600 Menschen eines breiten Bündnisses gegen Hass und Hetze haben gestern Abend einer Gruppe aus etwa 60 Sympathisanten des AfD Stadtverbandes bei dessen Kundgebung auf dem Marktplatz entgegengestanden. Vier vereinzelte Deutschland-Fahnen verblassten neben den starken, wiederkehrenden Rufen nach Solidarität - auch im Kampf gegen die Pandemie. Das Aufeinandertreffen blieb laut Polizei friedlich. Beide Gruppen wurden räumlich strikt getrennt.
"Es ist ein gutes Gefühl, dass wir so viele sind", sagte Brigitte van Ahee als Organisatorin von "Omas gegen Rechts". Die Seniorin hielt wahrlich stolz Anfang und Ende des Flatterbandes in den Händen, an dem sich kurz nach 18 Uhr eine Menschenkette von der Erlöserkirche hinauf zum Bruchberg und wieder zurück bildete. Die Menschen wollten mit ihrem gemeinsamen Auftreten ein klares Zeichen gegen die Inhalte der AfD-Kundgebung und damit aus ihrer Sicht gegen "Hass, Hetze und Fake-News" setzen.
Kaum hatte sich der erste geladene AfD-Redner ans Mikrofon auf der anderen Seite des Marktplatzes gestellt, begannen auch schon die Glocken der Erlöserkirche lautstark und ausgiebig zu läuten. Hier fand parallel ein ökumenisches Friedensgebet für Solidarität und Verantwortung innerhalb der Pandemie statt.
Die lippische Polizeisprecherin Dr. Laura Merks war am Ende zufrieden: Beide Seiten seien ruhig geblieben und selbst die "Corona-Skeptiker" hielten sich weitestgehend an die Masken-Pflicht; die Stadt ahndete nur drei Verstöße. Weil ein 64-Jähriger den Stecker einer Beschallungsanlage gezogen hatte, wurde ihm ein Platzverweis erteilt.
Bildunterschrift: Eine große Gruppe Gegendemonstranten steht an der Erlöserkirche. Die Polizei hat die Lage im Griff.
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Am 20. Januar 2022 fand der genehmigte "Spaziergang" von "AfD"-"Stadtverband Detmold" sowie "Junge Alternative OWL", nach der Kundgebung "Grundrechte wiederherstellen, Impf-Zwang beenden" nicht statt.
Am 20. Januar 2022 fand eine Kundgebung "Grundrechte wiederherstellen", von "Junge Alternative OWL", "AfD"-"Stadtverband Detmold" in Detmold, mit 52 Teilnehmenden, dabei Neonazi Burkhart Weecke, statt.
Am 20. Januar 2022 sprühten Unbekannte in einer Gasse hinter dem Detmolder Rathaus Parolen: "Antifa Faschisten - Sie lügen und sind rassistisch", "Freie Gesellschaft nur ohne Masken mit Selbstbestimmung".
Am 17. Januar 2022 beteiligten sich in Detmold 302 erwachsene Pandemie-Leugnende im Schulterschluss mit beispielsweise Neonazi Gerd Ulrich oder Rolf-Arno Maertzke ("AfD") am sechsten "Lichterspaziergang".
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