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Nachrichten , 11.01.2022 :

Tages-Chronologie von Dienstag, 11. Januar 2022

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Pressespiegel überregional


ntv.de, 11.01.2022:
Neonazi-Gruppe in den USA / Mitglied der Atomwaffen Division verurteilt

Zweites Deutsches Fernsehen, 11.01.2022:
Anleitung zu Terroranschlägen / Telegram-Gruppe kooperierte mit US-Neonazis

Norddeutscher Rundfunk, 11.01.2022:
Proteste gegen Corona-Politik: Neun Polizisten verletzt

MiGAZIN, 11.01.2022:
Mehr Licht ins Dunkel / Berlin startet Kampagne gegen Antisemitismus

die tageszeitung Online, 11.01.2022:
Rechtsextremer AfD-Richter Jens Maier / "Kleiner Höcke" ist noch zu stoppen

Blick nach Rechts, 11.01.2022:
Getrieben von Rassismus: Haftstrafe für CDU-Mann

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Dienstag, 11. Januar 2022


Am 21. Januar 2022, um 18.00 Uhr, Auftakt Kesselbrink, kündigen Corona-Leugnende einen neuen, nicht angemeldeten "Spaziergang", Motto: "Wir sind die rote Linie", um Bielefeld "zum Platzen" zu bringen, an.

Am 7. Januar 2022 demonstrierten in Bielefeld weit mehr als 2.000 Corona-Leugnende begleitet durch die Polizei ("verzichtete aus Verhältnismäßigkeitsaspekten auf Auflösung") in zwei Aufzügen zum Kesselbrink.

Am 5. Januar 2022 meldete eine Privatperson einen Umzug, das Motto: "OWL geht in Bielefeld spazieren gegen die Spaltung der Gesellschaft" - mit 749 Teilnehmenden, für den 7. Januar 2022 um 18.00 Uhr an.

Am 3. Januar 2022 zogen die verschwörungsideologischen Corona-Leugnenden von "Bielefeld steht auf!", ihre Anmeldung für eine - Großdemonstration am 7. Januar 2022 - bei der Versammlungsbehörde zurück.

Am 3. Januar 2022 fand in Bielefeld zunächst eine Corona-"Mahnwache" am Rathaus, mit anschließenden "Lichterspaziergang" mit dem Motto "Bielefeld geht spazieren" mit etwa 150 Pandemie-Leugnenden statt.

Am 31. Dezember 2021 fand in Bielefeld ein unangemeldeter ("Bielefeld steht auf") - und von der Polizei tolerierter - "Lichterspaziergang" von Pandemie-Leugnenden mit "etwa 350 bis 500" Teilnehmenden statt.

Am 27. Dezember 2021 haben "1.000 bis 1.500" (Polizei) Corona-Leugnende eine unangemeldete sowie nicht genehmigte Demonstration, erneut toleriert und begleitet durch die Polizei in Bielefeld durchgeführt.

In der Nacht zum 21. Dezember 2021 sind in Bielefeld an der Promenade, die hoch zur Sparrenburg führt, viele antisemitische Graffitis aufgesprüht worden, die der Pandemie leugnenden Szene zuzurechnen sind.

Am 17. Dezember 2021 durchbrachen in Bielefeld nach der beendeten Demonstration von "Bielefeld steht auf!" ("3G") - aus einer Menge von über 3.000 Corona-Leugnenden - zahlreiche Gruppen Polizei-Sperren.

Für den 17. Dezember 2021, um 18.00 Uhr, Kesselbrink, Bielefeld, hatten die Pandemie-Leugnenden von "Bielefeld steht auf!" eine neuerliche Demonstration "Für ein Ende der Corona-Maßnahmen" angekündigt.

Am 3. Dezember 2021 fand in Bielefeld eine Versammlung der Corona-Leugnenden von - "Bielefeld steht auf!" unter dem Motto: "Für ein Ende der Corona-Maßnahmen" - mit mehr als 1.500 Teilnehmenden statt.

Am 11. Januar 2022 nahmen 50 erwachsene Pandemie-Leugnende an einem "Spaziergang", in Barntrup - die "erste gemeinsame Runde" - teil, laut Chat der "Freiheitsboten Detmold" dabei auch "ordentlich laut".

Am 10. Januar 2022 nahmen in Paderborn "in der Spitze 2.500" (Polizei) Corona-Leugnende an einer von der (extrem rechten) Gruppe "Grundrechte Paderborn" angemeldeten Demonstration, "Lichterumzug" teil.

Am 3. Januar 2022 sagte der (extrem rechte) Influencer Tim Kellner (Horn-Bad Meinberg), als Redner bei dem Paderborner "Spaziergang": "Der Faschismus ist wieder da in Deutschland, zeigt seine wahre Fratze."

Am 3. Januar 2022 nahmen in Paderborn am "Spaziergang", der extrem rechten Corona-Leugnenden von "Grundrechte Paderborn", mit 600 Mitwirkenden, auch "Personen aus dem rechtsextremen Spektrum" teil.

Am 27. Dezember 2021 löste die Polizei eine unangemeldete Versammlung, von etwa 300 Menschen mit Lichtern und Kerzen vor der Herz-Jesu-Kirche in Paderborn auf, es wurden mehrere Strafanzeigen gestellt.


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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Neue Westfälische Online, 11.01.2022:
Corona-Protest in Paderborn wird immer lauter

Radio Hochstift, 11.01.2022:
Grüne verlangen Distanzierung von Demo-Teilnehmern in Paderborn

Radio Hochstift, 11.01.2022:
Rund 2.500 Menschen protestieren in Paderborn gegen Corona-Politik

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Neue Westfälische Online, 11.01.2022:

Corona-Protest in Paderborn wird immer lauter

11.01.2022 - 19.08 Uhr

Mit 2.500 Teilnehmern erreicht die Bewegung gegen die Einschränkungen durch die Pandemie einen bisherigen Höhepunkt. Die Polizei lobt die Veranstalter und lässt der Veranstaltung ihren friedlichen Verlauf.

Hans-Hermann Igges

Paderborn. "Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung" steht auf dem Transparent, das vor dem Demonstrationszug von mehreren Teilnehmern getragen wird. "Frieden, Freiheit, keine Diktatur" heißt jedoch der Slogan, der immer wieder skandiert wird. Schon ein Unterschied. Das Wort von der "Corona-Diktatur", unter der das Land angeblich ächzt, hört und liest man jedenfalls immer wieder. 12, 13 Minuten dauert es, bis alle "Spaziergänger" das Westerntor passiert haben, mit Sprechchören, Musik und Trillerpfeifen. Weit mehr als die 600 vor einer Woche. Die Polizei gibt die Zahl später mit "in der Spitze 2.500" an.

Vielleicht schon Tausend sind es, die sich zuvor auf dem Maspernplatz versammeln, auf Einladung der Gruppe "Grundrechte Paderborn". "Hier sind alle willkommen, egal ob rechts oder links", heißt es von den Veranstaltern. Doch Fahnen von politischen Parteien sollen nicht gezeigt werden. Damit reagiert man auf das Flagge zeigen zum Beispiel der Jugendorganisation der AfD vom vergangenen Montag. Mit der Polizei ist das im Vorfeld so abgesprochen worden. Was dann vereinzelt geschwungen wird, sind ein paar Deutschland-Fahnen und ein paar gelbe Flaggen, die wahrscheinlich kaum einer kennt, die aber von Fernsehbildern aus den USA bekannt sind. Donald Trump lässt grüßen.

Die Veranstalter geben sich in alle Richtungen offen, suchen öffentlich also ausdrücklich nicht die Nähe der Rechten. Auch wenn man sie andererseits gerne mitlaufen lässt. So wie noch vor ein paar Wochen in der gleichnamigen öffentlichen Telegram-Gruppe, wo es monatelang bisweilen verschwörungstheoretisch äußerst kreativ und auch ruppig zuging. Und wo immer wieder Video-Statements hochrangiger AfD-Vertreter auftauchten, so wie andernorts in entsprechenden Telegram-Gruppen.

So wie auch die Rocker-Truppe von Timm Kellner aus dem Lippischen. Der selbst ernannte Internet-"Love-Priest" mit ansonsten eher martialischem Auftreten wird unter seinem Kosenamen zwar wärmstens begrüßt. Doch die Rocker mussten brav in Zivil kommen, und Sprechzeit hatte Kellner auch nicht - anders als beim letzten Mal. Da schwadronierte er noch von einem neuen Faschismus, der heraufziehe. Diesmal räumen die Rocker sogar vorzeitig das Feld, als nämlich auch sie eine Schutzmaske aufziehen sollen, weil die Veranstaltung längst die von den Corona-Regeln gesetzte Marke von 750 Teilnehmern überschreitet.

Die Diktatur als Drohkulisse

Tatsächlich kommen während der Veranstaltung immer wieder Hinweise von den Veranstaltern, sich doch - bitteschön - an Mindestabstand und Masken-Pflicht zu halten - "auch wenn das Tinneff ist". Diktatur und Faschismus als Drohkulisse werden dafür in den Redebeiträgen anderer Teilnehmer nach dem Demonstrationszug wieder reichlich bemüht. Zusammen mit Feindbildern wie "übergriffigen Machteliten", "Medien" und der "Staatsgewalt", der man im Zweifel unterlegen sei, weshalb man unbedingt friedlich bleiben solle.

Doch die Masse der Teilnehmer, ob aus dem Kreis Paderborn oder von außerhalb angereist, sieht ohnehin nicht so aus, als habe sie es auf Krawall angelegt. Es sei denn, man betrachtet bunte Regenschirme, die mit Lichterketten bespannt sind, und ebenfalls mit Birnchen bis zur Unleserlichkeit umrahmte Plakat-Schilder als potenzielle Schlagwaffen. Man solle sich "bei den Russlanddeutschen erkundigen", sagt ein Daniel, der sich als Student vorstellt. Die wüssten Bescheid, weil sie Diktatur-Erfahrung hätten. Ein anderer vergleicht die eigene Haltung gar wieder öffentlich mit NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Auch er wird beklatscht.

Das Reizthema Impfen mobilisiert

Ist das nur Volksverdummung oder fällt es schon unter Volksverhetzung? Über Twitter erreicht die Polizei der Hinweis, ein Redner habe den Hitlergruß gezeigt. Das habe sich bisher nicht bestätigt, Filmaufnahmen würden jedoch noch weiter ausgewertet, sagt dazu später die Paderborner Polizeisprecherin Corinna Koptik. Man sei froh, dass die von der gleichen Einsatzhundertschaft aus Gelsenkirchen wie am vorigen Montag begleitete Veranstaltung so friedlich verlaufen sei, was im Übrigen auch dem besonnenen Verhalten der Veranstalter anzurechnen sei. Deshalb habe man auch nicht eingegriffen, als mit dem Erreichen der 750-Teilnehmer-Grenze eigentlich die 3G-Regel galt. Man habe das Bemühen der Teilnehmer erkannt, Abstände einzuhalten und an Engstellen Masken zu tragen und am Ende zwischen dem Grundrecht auf Meinungsäußerung und den Corona-Regeln abgewogen - mit dem Ergebnis, nicht einzuschreiten, auch nicht gegen einzelne Verstöße.

Sieht so die Diktatur aus?

Was die Menschen mobilisiert, ist auf jeden Fall das Thema Impfen. Darum kreisen viele Gespräche. Gerade wird geboostert, und die Rede ist schon vom vierten Piks und neu angepassten Impfstoffen. Und dann immer so weiter? Das fragen sich viele. Skeptiker und Gegner bejubeln einen Redner, der sich als doppelt geimpfter nun aber von der FDP enttäuschter Liberaler bezeichnet. Das "Omikrönchen" sei "nur noch ein Schnupfen", sagt er, und die Impfungen nun "völlig überflüssig und sinnlos".

Was Mediziner dazu sagen, muss an ihm vorbei gegangen sein.

Kommentar / Wenn nur noch Bauchgefühl zählt

Hans-Hermann Igges

Wann waren in Paderborn zuletzt 2.500 Menschen auf der Straße? Das schafften vor mehr als zehn Jahren nur die Bewegungen gegen eine Müllverbrennungsanlage oder anreisende Neonazis. Es muss auch diesmal etwas dran sein am Protest.

Was um sich greift, sind Verunsicherung und Unbehagen. Ach, Impfen bedeutet nicht automatisch das Ende der Pandemie? Soll man sich jetzt alle drei Monate gegen neue Varianten boostern lassen?

Schon lange geht es nicht mehr um den Schutz von Alten und Schwachen, sondern gleich ums ganze Gesundheitssystem, ja das Funktionieren von Feuerwehr, Rettungskräften, Nahverkehr, Nahrungsmittelversorgung - also von Allem und Jedem. Geht’s auch eine Nummer kleiner?

Doch sind das nicht sogar eigentlich sehr gute Gründe? So mancher sieht darin leider eher Totschlag-Argumente. Und hört dann lieber auf sein Bauchgefühl. So wie der Redner am Montag, der dafür plädierte, genau darauf zu achten. Die hätten immer recht.

Aber genau das ist völlig falsch in dieser Lage. Denn im Bauch wohnt die Angst. Und wer Angst hat, flüchtet instinktiv, handelt dann oft irrational. Dieser Protest ist vor allem eines: Flucht und Realitätsverweigerung. Schlimmer: Berechtigte Kritik an Maßnahmen wird von rechtsextremen Kreisen befeuert, um eigene Süppchen zu kochen.

Und die würden den allermeisten Spaziergängern mit Sicherheit so gar nicht schmecken.

Bildunterschrift: Auf dem Maspernplatz versammelten sich nach dem "Spaziergang" rund 2.500 Teilnehmer. Mit dem Smartphone filmend in der ersten Reihe links ist Marvin Weber, Sprecher des AfD-Stadtverbandes, zu sehen.

Bildunterschrift: Brav in grauer Weste: Timm Kellner, YouTube-Star der rechten Szene, inmitten seiner Anhänger während des Protestzuges

Bildunterschrift: Tausende Teilnehmer beim Spaziergang der Corona-Gegner durch Paderborn am 10. Januar.

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Radio Hochstift, 11.01.2022:

Grüne verlangen Distanzierung von Demo-Teilnehmern in Paderborn

Die Grünen im Kreis Paderborn kritisieren Teilnehmer der Anti-Corona-Demonstrationen. Es sei unverständlich, dass viele Menschen mitgehen, ohne sich von den beteiligten Rechtsextremen abzugrenzen.

Wer bei den Demos die Lage in Deutschland mit einer Diktatur vergleiche, verhöhne die Menschen, die tatsächlich in einer leben. Das Grundrecht auf Demonstration und Meinung werde an keiner Stelle eingeschränkt, schreiben die Grünen.

In Paderborn gingen gestern Abend rund 2.500 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße.

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Radio Hochstift, 11.01.2022:

Rund 2.500 Menschen protestieren in Paderborn gegen Corona-Politik

Der Protest gegen die Corona-Maßnahmen erhält auch in Paderborn immer mehr Zulauf. Am Abend trafen sich in der Innenstadt rund 2.500 Menschen zu einem so genannten Spaziergang.

Auf Radio Hochstift-Nachfrage erklärte die Polizei, dass alles friedlich blieb. Angemeldet waren nur rund 400 Teilnehmer. Viele der 2.500 Protestierenden hielten sich nicht an die Masken-Pflicht. Trotzdem ließ die Paderborner Polizei die Teilnehmer gewähren - aus Gründen der Verhältnismäßigkeit, so die Erklärung. Zwischenzeitlich soll der Demonstrationszug mehrere hundert Meter lang gewesen sein.

Auch in Salzkotten, Bad Driburg, Höxter, Warburg und Beverungen gingen dutzende Menschen auf die Straße, um gegen die Corona-Politik und die geplante allgemeine Impf-Pflicht zu protestieren. In Bad Driburg gab es auch wieder eine Gegenkundgebung.

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