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Nachrichten ,
10.01.2022 :
Tages-Chronologie von Montag, 10. Januar 2022
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Pressespiegel überregional
MiGAZIN, 10.01.2022:
Trauer / Holocaust-Überlebende Trude Simonsohn gestorben
MiGAZIN, 10.01.2022:
Prozess gegen KZ-Wachmann / "Hinter jeder Zahl steht ein Mensch"
MiGAZIN, 10.01.2022:
Verfassungsschutz / Brandenburg, Heimat des Rechtsextremismus
Westfalen-Blatt, 10.01.2022:
Meldestelle für rassistische Taten
MiGAZIN, 10.01.2022:
Sachsen / Früherer AfD-Bundestagsabgeordneter darf wieder Richter sein
Jüdische Allgemeine Online, 10.01.2022:
Debatte / Zentralrat der Juden hält Maaßen Antisemitismus vor
MiGAZIN, 10.01.2022:
Polizei-Mord? / Demonstranten fordern Ermittlungen bei Gedenkmarsch für Oury Jalloh
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Montag, 10. Januar 2022
Am 6. Januar 2022 wurde die Ausstellung: "Krankenmorde und Deportationen aus Bielefeld und Bethel in der NS-Zeit", "Forschungsgruppe Bethel im Nationalsozialismus an der Fachhochschule Bielefeld" eröffnet.
Am 10. Januar 2022 schrieb das "Recherche Kollektiv Ostwestfalen" - dass sich um den "Neonazi Lennard Sanner" - (Horn-Bad Meinberg), mit der "Aktion Hermannsland" eine neue OWL-Gruppierung gebildet hat.
Am 6. Mai 2021 wurde Lennard Sanner (Rechtsbeistand: Hendrik Schnelle) vom Amtsgericht Hannover, im Zusammenhang mit einer NDP-Demonstration in Hannover (23. November 2019) zu 1.600 Euro verurteilt.
Am 8. Januar 2022 fand in Lübbecke eine von "Lübbecke zeigt Gesicht" veranstaltete Menschenkette, mit "300 bis 400" Teilnehmenden, für die Corona-Schutzmaßnahmen - sowie gegen die "Spaziergänge" statt.
Am 3. Januar 2022 stoppte die Polizei in Minden bei einer nicht angemeldeten Versammlung eine Gruppe von beinah 70 Pandemie-Leugnenden, erst in der Nähe des Hauses von Landrätin Anna Katharina Bölling.
Am 3. Januar 2022 rief der Zahnarzt Dr. Oliver Samson beim "Spaziergang" in Minden - mit "150 bis 200" Personen - zur Demonstration vor das Haus von Landrätin Bölling - einer: "Gau-Leiterin der Herzen" - auf.
Am 10. Januar 2022 nahmen "etwa 140" Personen vor dem Rathaus in Halle (Westfalen) an der zweiten - rechtsoffenen - von Dirk Steinberger angemeldeten Versammlung "Für eine freie Impf-Entscheidung" teil.
Am 6. Dezember 2021 nahmen 154 Personen am Rathaus in Halle (Westfalen) an der rechtsoffenen, von Dirk Steinberger angemeldeten, Zusammenkunft unter dem Motto "Für eine freie Impf-Entscheidung" teil.
Am 7. Januar 2022 demonstrierten in Bielefeld weit mehr als 2.000 Corona-Leugnende begleitet durch die Polizei ("verzichtete aus Verhältnismäßigkeitsaspekten auf Auflösung") in zwei Aufzügen zum Kesselbrink.
Am 5. Januar 2022 meldete eine Privatperson einen Umzug, das Motto: "OWL geht in Bielefeld spazieren gegen die Spaltung der Gesellschaft" - mit 749 Teilnehmenden, für den 7. Januar 2022 um 18.00 Uhr an.
Am 3. Januar 2022 zogen die verschwörungsideologischen Corona-Leugnenden von "Bielefeld steht auf!", ihre Anmeldung für eine - Großdemonstration am 7. Januar 2022 - bei der Versammlungsbehörde zurück.
Am 3. Januar 2022 fand in Bielefeld zunächst eine Corona-"Mahnwache" am Rathaus, mit anschließenden "Lichterspaziergang" mit dem Motto "Bielefeld geht spazieren" mit etwa 150 Pandemie-Leugnenden statt.
Am 31. Dezember 2021 fand in Bielefeld ein unangemeldeter ("Bielefeld steht auf") - und von der Polizei tolerierter - "Lichterspaziergang" von Pandemie-Leugnenden mit "etwa 350 bis 500" Teilnehmenden statt.
Am 27. Dezember 2021 haben "1.000 bis 1.500" (Polizei) Corona-Leugnende eine unangemeldete sowie nicht genehmigte Demonstration, erneut toleriert und begleitet durch die Polizei in Bielefeld durchgeführt.
In der Nacht zum 21. Dezember 2021 sind in Bielefeld an der Promenade, die hoch zur Sparrenburg führt, viele antisemitische Graffitis aufgesprüht worden, die der Pandemie leugnenden Szene zuzurechnen sind.
Am 17. Dezember 2021 durchbrachen in Bielefeld nach der beendeten Demonstration von "Bielefeld steht auf!" ("3G") - aus einer Menge von über 3.000 Corona-Leugnenden - zahlreiche Gruppen Polizei-Sperren.
Für den 17. Dezember 2021, um 18.00 Uhr, Kesselbrink, Bielefeld, hatten die Pandemie-Leugnenden von "Bielefeld steht auf!" eine neuerliche Demonstration "Für ein Ende der Corona-Maßnahmen" angekündigt.
Am 3. Dezember 2021 fand in Bielefeld eine Versammlung der Corona-Leugnenden von - "Bielefeld steht auf!" unter dem Motto: "Für ein Ende der Corona-Maßnahmen" - mit mehr als 1.500 Teilnehmenden statt.
Am 10. Januar 2022 fand in Lage eine antisemitische Straftat - Volksverhetzung - im "Phänomenbereich" "Nicht zuzuordnen" - laut Auskunft der Bundesregierung vom 11. Mai 2022 - Drucksache: 20/1801 - statt.
Am 10. Januar 2022 beteiligten sich in Detmold 281 erwachsene Pandemie-Leugnende im Schulterschluss mit beispielsweise den Neonazis Gerd Ulrich sowie Burkhart Weecke an dem fünften "Lichterspaziergang".
Für den 10. Januar 2022 (18.00 Uhr) kündigte der "Telegram"-Chat "Lippe OWL Protest und Widerstand", eine unangemeldete Demonstration unter dem Motto "Detmold geht spazieren", Treffpunkt: Rathaus, an.
Mutmaßlich in der Nacht auf den 9. Januar 2022 wurden im Detmolder Ortsteil Berlebeck verschiedene NS-Symbole wie Hakenkreuze, sowie neonazistische Parolen wie "Nazi-Kiez", "Zecken umnieten" aufgesprüht.
Am 7. Januar 2022 führten 18 Pandemie-Leugnende der "Freiheitsboten Detmold", um den Neonazi Gerd Ulrich, eine "Schilder-Aktion" in Detmold, "Lagesche Straße", gegen die Eindämmung der Pandemie durch.
Am 3. Januar 2022 beteiligten sich in Detmold 131 erwachsene Pandemie-Leugnende, im Schulterschluss mit beispielsweise Neonazi Gerd Ulrich, oder Rolf-Arno Maertzke ("AfD"), am vierten "Lichterspaziergang".
Am 30. Dezember 2021 führten 20 Pandemie-Leugnende der "Freiheitsboten Detmold", um Neonazi Gerd Ulrich, eine Corona-"Schilder-Aktion" an der "Lemgoer Straße" und "Ernst-Hilker-Straße" in Detmold durch.
Am 27. Dezember 2021 fand ein unangemeldeter (polizeilich tolerierter) "Lichterspaziergang" in Detmold, mit 36 Personen, statt - ein Drittel von Teilnahmen an den "Schilder-Aktionen", von Gerd Ulrich - bekannt.
Am 23. Dezember 2021 führten 21 Pandemie-Leugnende der "Freiheitsboten Detmold", um Neonazi Gerd Ulrich, eine "Schilder-Aktion" an der "Barntruper Straße" in Detmold, gegen die Corona-Maßnahmen durch.
Am 20. Dezember 2021 führten über 30 Pandemie-Leugnende - nach dem Abzug der Polizei - sowie einer Ansprache auf dem Detmolder Marktplatz - ungestört, einen "Lichterspaziergang" in der Innenstadt durch.
Am 20. Dezember 2021 verstreuten sich, nach dem Eintreffen der Polizei zunächst 26 Corona-Leugnende, darunter ein "AfD"-Funktionär, bei ihrer unangemeldeten "Lichter"-Aktion, auf dem Marktplatz in Detmold.
Für den 20. Dezember 2021, 18.00 Uhr, wurde von Pandemie-Leugnenden, die zweite "Lichter"-Aktion auf dem Marktplatz Detmold angekündigt - an der ersten, am 13. Dezember 2021, nahmen elf Personen teil.
Am 18. Dezember 2021 fand der von Corona-Leugnenden beworbene erneute "Spaziergang" in Detmold - nachdem der am 11. Dezember 2021, von Polizei-Kräften - weitgehend - unterbunden wurde - nicht statt.
Für den 18. Dezember 2021 riefen Corona-Leugnende zum (unangemeldeten) "Spaziergang" in Detmold, Wallgraben, auf, nachdem der am 11. Dezember 2021 von der Polizei - weitgehend - unterbunden wurde.
Am 11. Dezember 2021 wurde ein unangemeldeter "Spaziergang" von Pandemie-Leugnenden in Detmold von der Polizei zunächst unterbunden, danach, durch die Auflösung des Kessels für kurze Zeit ermöglicht.
Am 10. Januar 2022 nahmen beim dritten (wiederum nicht angemeldeten) "Spaziergang" in Schloß Holte-Stukenbrock "etwa 70" Pandemie-Leugnende teil, Ordnungsdienst und Polizei verzichteten auf Kontrollen.
Am 3. Januar 2022 nahmen "mehr als 100" Pandemie-Leugnende beim zweiten, wieder unangemeldeten, "Spaziergang" in Schloß Holte-Stukenbrock teil, Ordnungsdienst, sowie Polizei verzichteten auf Kontrollen.
Am 27. Dezember 2021 nahmen "etwa 80" Corona-Leugnende - auch Mitglieder vom "AfD"-"Stadtverband Schloß Holte-Stukenbrock" - am ersten, unangemeldeten, "Spaziergang" in Schloß Holte-Stukenbrock teil.
Am 10. Januar 2022 führten 27 erwachsene Pandemie-Leugnende, Auftakt am "Brunnentempel", Kurpark um 17.00 Uhr, einen Pandemie-"Spaziergang - "Wir gehen spazieren (mit Kerze) in Bad Meinberg" durch.
Am 10. Januar 2022 nahmen in Paderborn "in der Spitze 2.500" (Polizei) Corona-Leugnende an einer von der (extrem rechten) Gruppe "Grundrechte Paderborn" angemeldeten Demonstration, "Lichterumzug" teil.
Am 3. Januar 2022 sagte der (extrem rechte) Influencer Tim Kellner (Horn-Bad Meinberg), als Redner bei dem Paderborner "Spaziergang": "Der Faschismus ist wieder da in Deutschland, zeigt seine wahre Fratze."
Am 3. Januar 2022 nahmen in Paderborn am "Spaziergang", der extrem rechten Corona-Leugnenden von "Grundrechte Paderborn", mit 600 Mitwirkenden, auch "Personen aus dem rechtsextremen Spektrum" teil.
Am 27. Dezember 2021 löste die Polizei eine unangemeldete Versammlung, von etwa 300 Menschen mit Lichtern und Kerzen vor der Herz-Jesu-Kirche in Paderborn auf, es wurden mehrere Strafanzeigen gestellt.
Am 10. Januar 2022 fand in der Innenstadt von Salzkotten ein "Spaziergang" von Pandemie-Leugnenden mit 70 Teilnehmenden (am 3. Januar 2022: 30) statt - laut der Kreispolizeibehörde, blieb "alles friedlich".
Am 27. Dezember 2021 löste die Polizei auch in Salzkotten einen unangemeldeten "Spaziergang" von 23 Personen auf und leitete ein Strafverfahren wegen Abhaltens einer nicht angemeldeten Versammlung ein.
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 10.01.2022:
"Krankenmorde" im Nationalsozialismus
Westfalen-Blatt, 10.01.2022:
Demo gegen "Querdenker"
Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 10.01.2022:
Fünf verletzte Polizisten, vier Anzeigen, zwei Neonazis erkannt
Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 10.01.2022:
Bielefeld: Bilanz der Polizei nach den Corona-Demos
Radio Lippe, 10.01.2022:
Mehrfach Nazi-Graffitis an Turnhalle in Detmold-Berlebeck
Lippische Landes-Zeitung Online, 10.01.2022:
Berlebecker Turnhalle mit Nazi-Symbolen beschmiert
Neue Westfälische Online, 10.01.2022:
2.500 Teilnehmer bei Corona-Spaziergang in Paderborn
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Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 10.01.2022:
"Krankenmorde" im Nationalsozialismus
In der Volkshochschule ist bis Ende Februar die Ausstellung "Krankenmorde und Deportationen aus Bielefeld und Bethel im Nationalsozialismus" zu sehen / Sie beschäftigt sich mit den Biografien der Opfer
Heimo Stefula
Bielefeld. An die Lebens- und Leidensgeschichten zahlreicher Patienten in Bielefeld und Bethel während der NS-Zeit erinnert eine Ausstellung in der Volkshochschule. Der Professor im Bereich Sozialwesen an der Fachhochschule Bielefeld, Claus Melter, trägt seit fast fünf Jahren gemeinsam mit einer Forschungsgruppe von Studierenden Fakten zusammen, die den Weg von Behinderten und psychisch kranken, sowie "nicht arbeitsfähigen" Menschen in Nazi-Tötungslagern in ganz Deutschland nachzeichnen. Die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit können nun auf gut zwanzig Schautafeln im Kleinen Saal der Volkshochschule besichtigt, die Biografien der Opfer nachverfolgt werden.
Viele dieser Leidenswege endeten danach bereits in den ersten Kriegsjahren, 1940 / 1941 bei der Aktion "T4" (später "Aktion Brandt"), bei der die Nazis in ihrem Reich über 70.000 "unwerte Leben" auslöschten. An viele dieser Leidenswege wird auf Stolpersteinen im Bielefelder Stadtgebiet erinnert. So auch an Erna Kronshage aus Sennestadt (damals Senne II). Sie wurde amtsärztlich wegen "Überforderung" untersucht und hernach wegen der Diagnose Schizophrenie in die Provinzial-Heilanstalt Gütersloh eingeliefert. Der Anstaltsdirektor beantragte eine "Unfruchtbarmachung" gemäß dem "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses". Die Zwangssterilisation erfolgte 1943.
Von Gütersloh aus wurde Kronshage mit hundert weiteren Frauen und Männer in die Gauheilanstalt Tiegenhof im heutigen Polen transportiert, wo sie wenige Monate später verstarb, sie war 22 Jahre jung. Das Jugendvolxtheater der Theaterwerkstatt Bethel inszenierte 2018 ihre persönliche Geschichte.
Der Anstaltsdirektor beantragte eine Unfruchtbarmachung
Nicht einmal halb so alt wie Kronshage wurde Hermann Federmann, er litt an Epilepsie, war geistig behindert - und Jude. Er kam mit acht Jahren nach Bethel, in das Haus Patmos. Zwei Jahre später, 1940, wurde er mit 157 weiteren psychisch Kranken jüdischer Abstammung in die Landes-Pflegeanstalt Wunstorf, einer Sammelstelle für jüdische psychisch Kranke, verlegt. Kurz darauf, am Tag seiner weiteren Verlegung nach Brandenburg in die dortige "T4-Tötungsfabrik", wurde der kleine Federmann ermordet, in die Gaskammer geschickt. Auch Kurt Simon lebte im Haus Patmos, auch er Jude und geistig behindert. Er kam über Wunstorf nach Brandenburg und erlebte das gleiche Schicksal. Sein Stolperstein wurde am Ebenezerweg in Gadderbaum verlegt.
Ausstellungsinitiator Claus Melter betont ausdrücklich, dass er und sein junges Forschungsteam nicht die Täter, nicht die Verantwortlichen für die Patienten-Verlegungen in den Mittelpunkt der Ausstellung stellt, sondern die Biografien der Opfer. Das ist ihm freilich gelungen - auf den Kranken, jüdisch oder nicht, liegt der Fokus der Schautafeln. Auf den Texten dieser Tafeln, die vereinzelt eine auffällige Ähnlichkeit mit "Wikipedia"-Einträgen haben, tauchen immer wieder die Begriffe "Verlegung aus Bethel nach ... " (mal mit, mal ohne Anführungszeichen) sowie "Deportation" auf. Das wirft im Zusammenhang mit Überstellungen von Patienten in andere Krankeneinrichtungen Fragen auf. Fragen, die die von Bodelschwinghschen Anstalten längst beantwortet sieht: "Der Quellenbestand in Bethel ist überdurchschnittlich", so Bethel-Sprecher Johann Vollmer. Dieser weist außerdem darauf hin, dass die Gütersloher Heilanstalt keineswegs eine "Zwischenanstalt" gewesen sei, wie es die Ausstellung mitunter vermuten ließe, und vermisst einen hinreichend sensiblen Umgang mit datenschutzrelevanten Patienten-Akten.
Der 52-jährige Claus Melter kündigt an, nach der Ausstellung ein Begleitbuch zu veröffentlichen, und stellt in einer kurzen Einführung fest, dass auch dieses Buch und diese Ausstellung Teil der wichtigen Erinnerungskultur sei. Die Co-Kuratorin der Ausstellung, Lusie Kuzniak, bemerkt dazu: „Die Zeit heilt nicht alle Wunden.“
Bildunterschrift: Luisa Kuznik (Sozialarbeiterin), Tim Linnemann (Sozialarbeiter in der Justiz), Sevim Dik (Schulsozialarbeiterin), Professor Claus Melter (Fachhochschule Bielefeld). Links auf der Schautafel die Leidensgeschichte der Erna Kronshage.
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Westfalen-Blatt, 10.01.2022:
Demo gegen "Querdenker"
Rund 2.500 Menschen haben am Samstag in Minden ihre Solidarität mit der durch die so genannten Querdenker bedrohten Landrätin Anna Bölling (CDU) bekundet. Am Montagabend hatte eine Gruppe demonstrierender "Querdenker" versucht, zum Privathaus der Landrätin zu gelangen - die Polizei konnte sie wenige Meter vor dem Haus aufhalten. Deutschlandweit gab es am Wochenende aber auch erneute Proteste von Gegnern der Corona-Politik.
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Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 10.01.2022:
Fünf verletzte Polizisten, vier Anzeigen, zwei Neonazis erkannt
Corona-Demo-Bilanz nach Großeinsatz wegen der "Spaziergänger" und von Gegendemonstranten / Polizei stellte unter den so genannten Spaziergängern "überwiegend friedliches, regierungskritisches bürgerliches Klientel" fest
Jens Reichenbach
Bielefeld. Trotz des überwiegend friedlichen Verlaufs der Spaziergänge von Corona-Gegnern und Querdenkern am Freitagabend in Bielefeld meldet die Polizei am späten Freitagabend vier verletzte Beamte und eine Festnahme. Darüber hinaus wurden Anzeigen wegen Widerstands, wegen Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Beleidigung gefertigt.
Polizeisprecherin Sonja Rehmert betonte am Abend: "Der Polizei ist es mit starken Kräften gelungen, Auseinandersetzungen zwischen Gruppierungen von "Spaziergängern" aus der regierungs- und Corona-kritischen Szene und dem linken und bürgerlichen Spektrum zu verhindern." Zudem sei es gelungen, einen Aufzug der "Spaziergänger" durch die Bielefelder Altstadt zu verhindern.
Die beiden Versammlungen der Kritiker der Corona-Politik - eine angezeigte vom Bürgerpark aus und eine unangemeldete am Kesselbrink - wurden laut Polizei jeweils von weit mehr als 750 Teilnehmern besucht. Somit fanden für beide die Corona-Schutzverordnung Anwendung.
Die Polizei stoppte die Demo, nachdem sie vom Bürgerpark kommend schnell angewachsen war, auf der Alfred-Bozi-Straße, um auf die ab sofort geltende 3G-Regel hinzuweisen. Die Versammlungsleiterin beendete daraufhin die Demo sofort.
"Die Teilnehmer bewegten sich entgegen der Vorgaben weiterhin durch die Innenstadt."
Am Übergang von Bleich- und Heeper Straße zum Kesselbrink versuchten Demonstranten "mit dem Druck der Menschenmasse eine Polizei-Absperrung zu überwinden", erklärte Rehmert. "Dabei wurden fünf Polizeibeamte durch den Einsatz von Pfefferspray leicht verletzt, verblieben aber ebenfalls dienstfähig."
Eine der Personen, die versucht hatte, die Kette zu durchbrechen, wurde in Gewahrsam genommen. "Es wurde Strafanzeige wegen Widerstands gegen Polizeibeamte erstattet."
Gegen weitere Demonstranten wurden drei Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung, Beleidigung und Landfriedensbruchs erstattet.
Die Polizei Bielefeld stellte unter den "Spaziergängern" überwiegend friedliches, regierungs- und Corona-kritisches bürgerliches Klientel fest. Es wurden aber auch zwei Mitglieder der rechtsextremen Neonazi-Partei "Die Rechte" unter den Teilnehmern erkannt.
Eine koordinierte Führung der Menschenmassen durch Einzelpersonen, die eine faktische Leitung übernahmen, konnte die Polizei nicht feststellen.
Weil sich die Teilnehmer der Aufzüge weitgehend friedlich verhielten, "waren polizeiliche Zwangsmaßnahmen nicht geboten", so Rehmert. "Die Polizei begleitete die Aufzüge. In der Nähe des Kesselbrink kam es schließlich zum Zusammenschluss beider Aufzüge."
Laut Rehmert hatte es eine Rechtsgüterabwägung zwischen den Folgen der Fortsetzung der Versammlung und der Auflösung sowie deren Durchsetzung gegeben. "Hier zum Beispiel zwischen begangenen Verstößen und der Gefahr für die öffentliche Sicherheit und dem Recht auf freie Meinungsäußerung und körperliche Unversehrtheit."
Zudem habe das "Unterlassen der Anzeige einer Versammlung nach oberverwaltungsgerichtlicher Entscheidung nicht den Verlust des Schutzes der Versammlungsfreiheit zur Folge", heißt es von der Polizei.
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Neue Westfälische - Bielefelder Tageblatt, 10.01.2022:
Bielefeld: Bilanz der Polizei nach den Corona-Demos
Bielefeld. Freitagabend demonstrierten Corona-kritische Menschen, ebenso deren Kritiker. Die Polizei sorgte für Ordnung auf der Straße und zieht eine gemischte Bilanz.
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Radio Lippe, 10.01.2022:
Mehrfach Nazi-Graffitis an Turnhalle in Detmold-Berlebeck
In Detmold sind in der vergangenen Woche mehrfach rechtsradikale Symbole und Sprüche an Wände gesprüht worden. Ziel der vermutlich rechten Graffiti-Sprayer war die Turnhalle in Berlebeck.
Auf Fotos, die uns hier in der Redaktion vorliegen, sind unter anderem Hakenkreuze und der Spruch "Wer Deutschland liebt, ist Antisemit", zu sehen.
Die Ermittlungen hat der Staatsschutz in Bielefeld übernommen.
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Lippische Landes-Zeitung Online, 10.01.2022:
Berlebecker Turnhalle mit Nazi-Symbolen beschmiert
10.01.2022 - 15.17 Uhr
Lorraine Brinkmann
Detmold-Berlebeck. Bereits in der vergangenen Woche sind der Polizei zahlreiche Graffitis an der Turnhalle in Berlebeck gemeldet worden, fast allesamt mit rechtsradikalem Inhalt. So sind etwa Hakenkreuze und Sätze wie "Wer Deutschland liebt, ist Antisemit" auf die Wände der Turnhalle gesprüht worden. Zu den Hintergründen und möglichen Tatverdächtigen ist bisher nichts bekannt.
Da es sich bei den Schmierereien offensichtlich um eine politisch motivierte Tat handelt, hat der Staatsschutz in Bielefeld die Ermittlungen übernommen.
Bildunterschrift: Der Polizei wurden zahlreiche rechtsradikale Schmierereien gemeldet. Jetzt ermittelt der Staatsschutz (Symbolbild).
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Neue Westfälische Online, 10.01.2022:
2.500 Teilnehmer bei Corona-Spaziergang in Paderborn
Tausende Menschen ziehen am Montagabend durch die Innenstadt - vier Mal mehr als noch vor einer Woche.
Hans-Hermann Igges, Birger Berbüsse
Paderborn. So eine große Demonstration hat die Stadt Paderborn wohl lange nicht mehr erlebt: Bis zu 2.500 Menschen haben am Montagabend an einem so genannten "Spaziergang" teilgenommen, mit dem bundesweit gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert wird. In der Vorwoche waren noch 600 Personen auf die Straße gegangen - diese Zahl hat sich jetzt mehr als vervierfacht.
Die Demonstration begann um 18.30 Uhr. Bereits zu diesem Zeitpunkt zählte die Polizei knapp 1.500 Menschen. Während des dann folgenden Spaziergangs durch die Paderborner Innenstadt, kamen den Angaben der Ordnungshüter aber immer mehr hinzu.
Etliche Teilnehmer hielten Schilder mit Protest-Bekundungen wie "Nieder mit der Corona-Diktatur" oder "My Body, my Choice" hoch, vor dem Zug trugen mehrere Personen ein Banner mit der Aufschrift "Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung". Dieser Slogan wurde von den Spaziergängern auch immer wieder lauthals angestimmt.
Teilnehmerzahl soll verdoppelt werden
Zum Abschluss versammelte sich die Menge auf dem Maspernplatz, wo es freie Redebeiträge gab, in denen es unter anderem um die Corona-Maßnahmen und das Impfen ging. Die Veranstalter kündigten an, die Teilnehmerzahl am nächsten Montag "verdoppeln" zu wollen. Nach etwa zwei Stunden war der zur Großveranstaltung mutierte Spaziergang beendet.
Die Paderborner Polizei sprach am Abend gegenüber nw.de von einer friedlichen Veranstaltung, Straftaten seien nicht verzeichnet worden. Anders sah das bei der Einhaltung der Hygiene-Regeln aus: Zwar riefen die Veranstalter immer wieder dazu auf, Maske zu tragen und Abstand zu halten. Daran hielten sich die Teilnehmer aber "eher weniger", wie es Polizei-Sprecherin Corinna Koptik formuliert. Das deckt sich auch mit Beobachtungen vor Ort und Fotos, die den Spaziergang dokumentieren.
Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit, weil ansonsten alles friedlich abgelaufen sei, und auch um eine mögliche Eskalation zu vermeiden, sei die Polizei nicht eingeschritten, erläutert Koptik. Allerdings wird einem in Sozialen Medien geäußerten Verdacht nachgegangen, einer der Redner bei der Abschlusskundgebung auf dem Maspernplatz habe den Hitlergruß gezeigt. "Wir prüfen das", bestätigt die Polizei-Sprecherin.
Information / Verdopplung in Salzkotten
Auch im benachbarten Salzkotten gingen deutlich mehr Personen auf die Straße als noch in der Woche zuvor. Dort waren beim jüngsten Spaziergang 30 Teilnehmer gezählt worden, jetzt nahmen etwa 70 Personen an dem Spaziergang durch die Sälzerstadt teil. Auch hier blieb laut Polizei alles friedlich. (ber)
Bildunterschrift: Ohne großen Abstand und vielfach ohne Masken laufen die "Spaziergänger" durch Paderborn.
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