www.hiergeblieben.de

Westfalen-Blatt / Höxtersche Zeitung , 07.08.2021 :

Neues Buch über Familie Löwenherz

Autor Detlev Herbst besucht Villa

Lauenförde (WB). Im September erscheint das vom Heimat- und Geschichtsverein Lauenförde im Holzmindener Verlag Jörg Mitzkat herausgegebene Buch "Von der Holzwarenfabrik zur Herlag - Die Kaufmannsfamilie Löwenherz aus Lauenförde".

Das haben Vorstandsmitglieder des Vereins jetzt zum Anlass genommen, gemeinsam mit Autor Detlev Herbst die "Villa Löwenherz" zu besuchen. Das imposante Gebäude an der Würgasser Straße beherbergt seit 1978 das europaweit bekannte Hotel für Motorradfahrer. Martha Kuckuck leitet gemeinsam mit ihrem Bruder Stephan den Betrieb, den ihre Eltern Norbert und Paula Pirone gegründet haben.

Martha Kuckuck führte die Gäste durch die Räumlichkeiten und erläuterte die zahlreichen noch erkennbaren Hinweise auf die Familie Löwenherz, die das Gebäude 1905 bezogen hatte und Mitte der 1930er Jahre vom NS-Regime aus ihrem Heimatort vertrieben wurde.

Bildunterschrift: Peter Siebert und Annegret Gauding vom "Heimat- und Geschichtsverein" (vorne) mit Martha Kuckuck sowie Buchautor Detlev Herbst und seiner Enkelin Charlotte.

_______________________________________________


Westfalen-Blatt / Höxtersche Zeitung, 24.11.2014:

Villa erinnert an Familie Löwenherz

Buch erschienen: Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser - Portrait der Herlag-Fabrikanten

Von Michael Robrecht

Beverungen / Lauenförde (WB). Der jüdische Fabrikant Hermann Löwenherz, die Kindermöbel- und Puppenwagenfabrik in Lauenförde, jüdische Friedhöfe, Synagogen, Lebenswege und Gemeinden: Ein neues Buch beschreibt die Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser.

Jüdisches Leben im Weserbergland sei seit dem späten Mittelalter nachweisbar und seit Mitte des 19. Jahrhunderts fest im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben der Region verankert. Das berichten die Buchautoren Detlev Herbst und Berndt Schaller. Dieses Leben bis in die 1940er Jahre ist heute ein Stück vergangener, gewaltsam zerstörter Geschichte. Die seit langem ansässigen jüdischen Familien wurden in der NS-Zeit sämtlich vertrieben oder deportiert und ermordet. "Geblieben sind nur wenige Spuren, die mehr und verblassen", sagen die Autoren.

Detlev Herbst hat auf der Suche nach den Spuren jüdischen Lebens in Uslar, Bodenfelde, Lippoldsberg und Lauenförde nicht nur in Archiven geforscht, sondern auch die letzte Chance ergriffen, Zeitzeugen zu interviewen und auf diese Art und Weise auch persönlich gefärbte individuelle Erinnerungen an die Bürger jüdischen Glaubens zu erhalten. Professor Schaller hat sich auf die letzten sichtbaren Zeugnisse der jüdischen Kultur zwischen Solling und Weser konzentriert und die Friedhöfe in Bild und Text dokumentiert. Alle erkennbaren hebräischen Texte auf den Grabsteinen wurden für dieses Buch übersetzt.

Die vorliegende mehr als 400-seitige Dokumentation ist somit ein Versuch, dem Vergessen entgegen zu wirken. Sie geht den Stationen der jüdischen Geschichte vor Ort nach - von den Anfängen im ausgehenden Mittelalter über so nachhaltige Geschäftsgründungen wie der Möbelfabrik Herlag in Lauenförde oder dem Kaufhaus Kalenberg in Uslar bis zur Vertreibung und Auslöschung. Es werden die Lebenswege jüdischer Bürger der letzten Generationen beschrieben und die noch erhaltenen Bestände der jüdischen Friedhöfe als historische Quelle erschlossen. In einem Memorbuch sind alle einheimischen jüdischen Kinder, Frauen und Männer, die dem deutschen Rassenwahn zum Opfer fielen und ohne Namen an unbekanntem Ort geblieben sind, verzeichnet.

Geschichtlich interessant ist die Biografie der jüdischen Fabrikantenfamilie Löwenherz, deren Villa mit dem Weserrenaissance-Giebel, dem heutigen Biker-Hotel in Lauenförde, bis heute die Menschen an früheres jüdisches Leben erinnert. Die wohlhabende Familie Löwenherz war in Lauenförde sehr angesehen und hat viel zur wirtschaftlichen Entwicklung des Ortes beigetragen. Unter der Leitung von Hermann Löwenherz, entstand die Herlag, die bis 1999 in Lauenförde Kinderwagen, Spielzeug und Kindermöbel hergestellt hat und in deren Hallen noch heute ein Werksverkauf (Waren Firma Ketteler) angeboten wird.

1876 begannen die Löwenherz` den Holzhandel- und Flößereibetrieb des Vaters auszubauen. Herz Löwenherz nutzte die Fertigstellung der Sollingbahn zwischen Ottbergen und Northeim 1878 (durch die Lauenförde einen Bahnanschluss an die Wirtschaftszentren im Osten und Westen erreichte) und gründete die H. Löwenherz Holzwarenfabrik mit Dampfsägewerk. Die Lauenförder besaßen einen Bahnanschluss und beschäftigten 20 Mitarbeiter. Baumstammhandel mit Holz aus dem nahen Solling, die neuartige industriemäßige Herstellung von Klappstühlen und Gartenmöbeln sowie Kinder- und Puppenmöbel sowie Kinderkarren machten den Betrieb deutschlandweit und auch im Ausland bekannt.

Familie Löwenherz kam zu Wohlstand und übernahm viele Kosten der kleinen Jüdischen Gemeinde Lauenförde, die an die Synagogengemeinde Beverungen zu entrichten waren. Als Herz Löwenherz 1898 starb, hatte die Fabrik 220 Mitarbeiter. Nachfolger Hermann Löwenherz war größter Arbeitgeber in Lauenförde, er stiftete viel: so die Volksschule und das Gemeindehaus. Auch der Bau der Weserbrücke zwischen Beverungen und Lauenförde 1902 ging auf seine Initiative zurück. 1904 baute er die große Villa, kaufte 1912 die in Konkurs gegangene Tafelglashütte mit Gut Amelith. Seit 1924 hieß die Löwenherz-Firma Herlag. 1930 zerstörte ein Großfeuer die Werksanlagen, 1931 war die Herlag mit 400 Beschäftigten erneut größter Arbeitgeber.

Hermanns Ehefrau Toni Löwenherz zog 1936 - nach Enteignung der Villa durch die Nazis und Umwandlung in ein Lager für Arbeitsdienstmaiden - in ihr Haus nach Göttingen und nahm sich dort mitten im Krieg 1942 das Leben. Die Herlag wurde 1937 bereits von Geschäftsführer Erich Rose an seinen Sohn Günter übergeben. Der musste das Unternehmen auf Druck an Herlag-Vorstandschef Walter Hoffmann abgeben. Seit 1939 wurden dort dann Munitionskisten und Hocker und Schränke für Wohnbaracken produziert.

"Spuren jüdischer Geschichte zwischen Weser und Solling", 19,80 Euro, ISBN: 978-3-940751-92-8, Autoren: Detlev Herbst, Berndt Schaller, 408 Seiten, Verlag Jörg Mitzkat, Auflage 1.000 Stück.

Bildunterschrift: Hermann Löwenherz hat 1904 mit seiner Familie die heute noch erhaltene und als Motorradfahrer-Hotel genutzte Villa in der Würgassen Straße in Lauenförde gebaut. Das große Haus des Kommerzienrates gilt als eines der vornehmsten Häuser der Kaiserzeit im Weserbergland.

Bildunterschrift: Spuren jüdischer Geschichte sind überall im Weserbergland zu finden. In vielen Orten gibt es Friedhöfe - oft an Stadträndern.

Bildunterschrift: Hermann Löwenherz, Fabrikant in Lauenförde.

_______________________________________________


Neue Westfälische - Höxtersche Kreiszeitung, 03.11.2014:

Gegen das Vergessen

Neues Buch: "Auf den Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser"

Lauenförde (nw/sf). Jüdisches Leben zwischen Solling und Weser ist seit dem späten Mittelalter nachweisbar und seit Mitte des 19. Jahrhunderts fest im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben der Region verankert. Mit den "Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser" befassen sich die Autoren Detlev Herbst und Berndt Schaller in ihrem gleichnamigen Buch.

Dieses trägt den Untertitel "Die Synagogengemeinden Bodenfelde-Uslar-Lippoldsberg und Lauenförde" und ist im Verlag Jörg Mitzkat (Holzminden) erschienen. Es ist eine Dokumentation der jüdischen Geschichte aus den vergangenen vier Jahrhunderten, festgehalten auf mehr als 400 Seiten mit zahlreichen Bildern. Das jüdische Leben sei heute ein Stück vergangener, gewaltsam zerstörter Geschichte, sagt Verleger Jörg Mitzkat. "Die seit langem ansässigen jüdischen Familien wurden in der NS-Zeit sämtlich vertrieben oder deportiert und ermordet. Geblieben sind nur wenige Spuren, die mehr und mehr verblassen."

Berndt Schaller (Göttingen) hat sich auf die letzten sichtbaren Zeugnisse der jüdischen Kultur zwischen Weser und Solling konzentriert und die Friedhöfe in Text und Bild dokumentiert. Alle erkennbaren hebräischen Texte auf den Grabsteinen wurden für dieses Buch übersetzt. Detlev Herbst (Volpriehausen) hat auf der Suche nach Spuren jüdischen Lebens in Lauenförde, Uslar, Bodenfeld und Lippoldsberg nicht nur in Archiven geforscht, sondern auch die letzte Chance ergriffen, Zeitzeugen zu interviewen und auf diese Art und Weise auch persönlich gefärbte und individuelle Erinnerungen an die Bürger jüdischen Glaubens zu erhalten.

Die nun vorliegende gut 400-seitige Dokumentation sei somit ein Versuch, "dem Vergessen entgegen zu wirken", so Mitzkat. Sie geht den Stationen der jüdischen Geschichte vor Ort nach - von den Anfängen im ausgehenden Mittelalter über so nachhaltige Geschäftsgründungen wie der Möbelfabrik Herlag in Lauenförde oder dem Kaufhaus Kahlberg in Uslar bis zur Vertreibung und Auslöschung. Allein die Familie Löwenstein, die Herlag gründete, beschäftigte in Lauenförde in Spitzenzeiten mehr als 400 Menschen.

Es werden die Lebenswege jüdischer Bürger der letzten Generationen beschrieben und die noch erhaltenen Bestände der jüdischen Friedhöfe als historische Quellen erschlossen. In einem Memorbuch sind alle einheimischen jüdischen Kinder, Frauen und Männer, die dem deutschen Rassenwahn zum Opfer fielen und ohne Namen an unbekannten Orten geblieben sind, verzeichnet. Das Werk enthält zudem eine ausführliche Literaturliste.

Info / 1.000 Stück

Die Dokumentation "Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser" beschäftigt sich mit den Synagogengemeinden Bodenfelde-Uslar-Lippoldsberg und Lauenförde - so der Untertitel.

Sie ist im Verlag Jörg Mitzkat (Holzminden) erschienen.

Die Erstauflage beträgt 1.000 Stück.

Erschienen in der Reihe "Beiträge zur Geschichte des Sollings und des Wesertals".

Autoren sind Detlev Herbst (Volpriehausen) und Bernd Schaller (Göttingen), Fotografien lieferte Ralf König (Güntersen).

Das Buch umfasst 408 Seiten, kostet 19,80 Euro und ist im Buchhandel erhältlich.

Bestellnummer: ISBN 978-3-940751-92-8.

Bildunterschrift: Erinnerungen: Die Villa Löwenherz in Lauenförde auf einer alten Postkartenansicht.

_______________________________________________


Im September 2021 erscheint im Verlag Jörg Mitzkat das Buch: "Von der Holzwarenfabrik zur Herlag - Die Kaufmannsfamilie Löwenherz aus Lauenförde", hrsg. vom: Heimat- und Geschichtsverein Lauenförde e.V.

Am 16. Oktober 2014 wurde das Buch: "Auf den Spuren jüdischer Geschichte zwischen Solling und Weser - Die Synagogengemeinden Bodenfelde-Uslar-Lippoldsberg und Lauenförde" im Verlag Jörg Mitzkat verlegt.

_______________________________________________


www.jacob-pins.de/?article_id=448&clang=0

www.mitzkat.de

07./08.08.2021

zurück