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Nachrichten , 04.08.2021 :

Tages-Chronologie von Mittwoch, 4. August 2021

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Pressespiegel überregional


Jüdische Allgemeine Online, 04.08.2021:
Deutschland / 17 Ermittlungen wegen NS-Verbrechen

Jüdische Allgemeine Online, 04.08.2021:
Thüringen / Radrennen über Blutstraße, vorbei an Massengräbern

Nordkurier Online, 04.08.2021:
Schändung / Gedenkstätte für Konzentrationslager mit Hakenkreuzen besprüht

Jüdische Allgemeine Online, 04.08.2021:
Sicherheit / Gemischte Bilanz

Jüdische Allgemeine Online, 04.08.2021:
Berlin / Zwölf Millionen Euro für 31 Einzelvorhaben

Berliner Zeitung Online, 04.08.2021:
Innenministerium: Rechtsextreme Aktionen in Brandenburg nehmen zu

MiGAZIN, 04.08.2021:
Studie / Starker Anstieg antisemitischer Taten im Südwesten

Der Tagesspiegel Online, 04.08.2021:
Der Quälgeist aus Thüringen / Die Union wird das Thema Maaßen nicht los

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Mittwoch, 4. August 2021


Im Jahr 1828 wurde in Bünde ein jüdischer Friedhof angelegt, im Jahr 1896 wurde dieser geschlossen und der Synagogengemeinde Bünde nur ein Randstück auf dem städtischen Friedhof (Feldstraße) zugewiesen.

Am 2. August 2021 wurde in der Stadt Herford am Sockel des Rathauses eine Gedenktafel, zur Erinnerung an die Verfolgung der Herforder Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus, öffentlich eingeweiht.

Für den 5. August 2021 um 14.30 Uhr ist eine Sitzung der "Frauengruppe" der "Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen" im "Kreisverband Herford", im "Haus unter den Linden" (HudL) in Herford angekündigt.

Am 30. Juli 2021 - zwischen 4.00 und 5.00 Uhr - rief eine sechsköpfige Gruppe von Männern - in der Nähe der Synagoge in der Kampstraße in der Innenstadt von Minden - mehrfach und laut die Parole "Sieg Heil".

Am 4. August 2021 fanden in Detmold Kundgebungen sowie "Spaziergänge" von Corona-Leugnenden der Gruppe "Lippe für Freiheit, Frieden und menschliches Miteinander", mit insgesamt 8 Teilnehmenden statt.


www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/a-b/497-buende-nordrhein-westfalen

www.buginithi.de

www.buchfreund.de/de/d/p/59218570/juden-sind-in-dieser-stadt-unerwuenscht

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Westfalen-Blatt / Bünder Zeitung, 04.08.2021:
Alles Kraut und Rüben?

Westfalen-Blatt / Bünder Zeitung, 04.08.2021:
Heute im Lokalteil / Jüdische Gräber verwahrlost?

Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt, 04.08.2021:
Erinnerung an Völkermord

Westfalen-Blatt / Bünder Zeitung, 04.08.2021:
Gedenktafel am Rathaus erinnert an Völkermord

Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt, 04.08.2021:
Frauengruppe trifft sich um HudL

Mindener Tageblatt, 04.08.2021:
Anzeige wegen Nazi-Parole

Mindener Tageblatt, 04.08.2021:
Minden / Unbekannte sollen Nazi-Parole gebrüllt haben

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Westfalen-Blatt / Bünder Zeitung, 04.08.2021:

Alles Kraut und Rüben?

Jüdische Gräber auf dem Feldmark-Friedhof wirken verwahrlost - Stadt ist zuständig

Von Hilko Raske

Bünde (WB). Dieser Anblick irritiert: Wer auf dem Bünder Feldmark-Friedhof zufällig den Bereich mit den jüdischen Gräbern betritt, muss teilweise schon genau hinschauen, um die Grabsteine zu entdecken. Unkraut wuchert über die einzelnen Grabstätten, das Areal hinterlässt einen Eindruck der Verwahrlosung.

Wie erklärt sich das? Immerhin legt die neue Friedhofssatzung, die der Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause verabschiedet hat, fest, dass "alle Grabstätten im Rahmen der Vorgaben dauernd in würdigem Zustand gehalten werden". Und für die Vernachlässigung der Grabpflege behält sich die Stadt als Trägerin des Friedhofs Sanktionen vor.

Die Gründe dafür kann Jörg Militzer nennen. Militzer ist ausgewiesener Kenner der Stadtgeschichte, bietet regelmäßig auch Führungen zur Bünder Historie an. Ein Schwerpunkt ist die Geschichte der Jüdischen Gemeinde - und dazu zählen auch ihre Begräbnisstätten.

"Nach jüdischer Tradition wird ein Grab, nachdem es angelegt wurde, eigentlich sich selber überlassen. Nach unserem Verständnis einer würdigen Grabpflege sieht das dann aus wie Kraut und Rüben", erklärt der Stadthistoriker. Der Friedhof werde in der jüdischen Tradition als Ort von ewigem Bestand aufgefasst. Das habe Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Konflikt zwischen der Jüdischen Gemeinde in Bünde und der Stadtverwaltung geführt. "Der alte jüdische Friedhof befand sich nämlich gegenüber dem Markt-Gymnasium - dort, wo heute das Mahnmal steht." Die Stadt habe damals ein Auge auf das Grundstück geworfen, wollte die Nutzung als Friedhof aufheben. Damit sei die Jüdische Gemeinde nicht einverstanden gewesen. "Die Stadt kam dann mit dem Argument, dass das Grundwasser gefährdet wird. Dem konnte man nichts entgegensetzen."

Der alte Friedhof sei in der Folge stillgelegt worden, die Jüdische Gemeinde habe im Tausch Belegrechte für ein Randstück des Feldmark-Friedhofs erhalten. "Einige der alten Grabsteine sollen dann dort aufgestellt worden sein. Einige Familien hatten den Wunsch geäußert, dass die alten Steine dorthin gebracht werden, wo die neuen Gräber sind."

Noch bis in die 1950er Jahre hätten aber Grabsteine auf dem alten Friedhof gestanden. Dann seien die Steine einfach abtransportiert worden. "Den Friedhof zu bebauen hat man sich aber nicht getraut." Seit 1950 habe es jüdische Bestattungen nur noch auf dem Feldmark-Friedhof gegeben, die letzte in den 1980er Jahren. "Danach sind die Belegrechte wahrscheinlich der Stadt zugefallen."

Das kann Doris Greiner-Rietz, Sprecherin der Stadtverwaltung, bestätigen. "Für die jüdischen Gräber ist die Stadt zuständig. Der Bauhof kümmert sich zweimal im Jahr um die Pflege dieser Gräber." In der Vergangenheit, so Militzer, habe die Gruppe Netzwerk des Markt-Gymnasiums manchmal Gräber freigeschnitten. Das sei aber ein zweischneidiges Schwert, gibt er zu bedenken. "Das muss man wirklich abwägen - die jüdische Tradition und die traditionell christliche Friedhofskultur unterscheiden sich ganz stark."

Bildunterschrift: Das Grab der Familie Spanier. Auf den ersten Blick wirkt der Bereich des Friedhofs, wo sich die jüdischen Grabstätten befinden, ungepflegt.

Bildunterschrift: Die Grabstätte der Familie Levison. Nach ihr wurde eine Straße in Bünde benannt.

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Westfalen-Blatt / Bünder Zeitung, 04.08.2021:

Heute im Lokalteil / Jüdische Gräber verwahrlost?

Bünde. Die Gräber der Jüdischen Gemeinde in Bünde sind auf dem Feldmark-Friedhof zu finden. Für den Betrachter wirken sie verwahrlost. Das hängt mit einer Besonderheit der jüdischen Bestattungskultur zusammen, sagt Stadthistoriker Jörg Militzer.

Lokales Bünde

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Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt, 04.08.2021:

Erinnerung an Völkermord

Gedenktafel am Rathaus eingeweiht

Von Niklas Gohrbandt

Herford (HK). Am 2. August 1944 ermordeten die Nationalsozialisten in Auschwitz-Birkenau mehr als 4.000 Frauen, Kinder, Alte und Kranke, die sie durch ihre ethnische Zugehörigkeit zu den Sinti und Roma als lebensunwert betrachteten.

"Diese Tafel erweist meinen Leuten und mir Ehre und Respekt."
Oswald Marshall

Seit einigen Jahren gilt dieser Tag deswegen als europäischer Holocaust-Gedenktag für die ermordeten Sinti und Roma Europas.

Jetzt wurde eine Gedenktafel für die Herforder Opfer an der Vorderseite des Rathauses im Beisein von Bürgermeister Tim Kähler, dem Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze und Oswald Marshall, Vorsitzender des Vereins Deutscher Sinti Minden und stellvertretender Vorsitzender des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, eingeweiht. Kähler mahnte, aus Fehlern der Geschichte zu lernen, und betonte, dass die Bundestagswahl nicht nur eine Klima-Wahl, sondern auch eine Wahl für Toleranz und Akzeptanz sei.

Schwartze wies auf die Rolle lokaler Gedenk- und Informationstafeln hin, denn sie "stellen einen individuellen Bezug zu Menschen in der Heimat her". Besonders junge Menschen wüssten heute oft zu wenig über Geschichte, um beurteilen zu können, welche Gefahren von Nationalismus und Ausgrenzung ausgehen.

Marshalls Worte regten zu Nachdenken an: "Diese Tafel erweist meinen Leuten und mir Ehre und Respekt." Sie stelle einen Bezug zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft her. Marshall erinnerte die Politik an ihre Verantwortung, gesellschaftliche Minderheiten zu schützen, und betonte, dass er sich wünsche, dass der Völkermord an den Sinti und Roma während des Holocaust stärker in die nationale Gedenkkultur Einzug finde.

Abschließende Worte der Vorsitzenden des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken folgten. Gisela Küster erzählte vom Schicksal einer Herforder Familie. Die Kinder wurden von den Eltern getrennt, in Heime verschleppt und zwangssterilisiert, ihr Vater in Neuengamme ermordet. Nach dem Krieg blieb ihnen die Anerkennung und Wiedergutmachung verwehrt, nachdem die zuständigen Ämter ihre Leidensgeschichte mit "Verwahrlosung und Asozialität" erklärten. Die Kinder blieben bis in die 50er-Jahre in den Heimen.

Bildunterschrift: Die Gedenktafel erinnert an den Völkermord. Eine Entschädigung wurde den Roma und Sinti verwehrt.

Bildunterschrift: Oswald Marshall, Gisela Küster, Tim Kähler und Stefan Schwartze (von links) weihen die Gedenktafel am Rathaus ein.

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Westfalen-Blatt / Bünder Zeitung, 04.08.2021:

Gedenktafel am Rathaus erinnert an Völkermord

Herford (HK/ng). Am 2. August 1944 ermordeten die Nationalsozialisten in Auschwitz-Birkenau mehr als 4.000 Frauen, Kinder, Alte und Kranke, die sie durch ihre ethnische Zugehörigkeit zu den Sinti und Roma als lebensunwert betrachteten. Seit einigen Jahren gilt dieser Tag deswegen als europäischer Gedenktag für die ermordeten Sinti und Roma.

Jetzt wurde eine Gedenktafel für die Herforder Opfer am Rathaus im Beisein von Bürgermeister Tim Kähler, dem Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze und Oswald Marshall, Vorsitzender des Vereins Deutscher Sinti Minden und stellvertretender Vorsitzender des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, eingeweiht. Kähler mahnte, aus Fehlern der Geschichte zu lernen, und betonte, dass die Bundestagswahl nicht nur eine Klima-Wahl, sondern auch eine Wahl für Toleranz und Akzeptanz sei.

Marshall regte zu Nachdenken an: "Diese Tafel erweist meinen Leuten und mir Ehre und Respekt." Sie stelle einen Bezug zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft her. Marshall erinnerte die Politik an ihre Verantwortung, gesellschaftliche Minderheiten zu schützen, und betonte, dass er sich wünsche, dass der Völkermord an den Sinti und Roma während des Holocaust stärker in die nationale Gedenkkultur Einzug finde.

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Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt, 04.08.2021:

Frauengruppe trifft sich um HudL

Herford (HK). Die Ost- und Westpreußische Frauengruppe kommt zu ihrem ersten Treffen zusammen. Termin ist am Donnerstag, 5. August, um 14.30 Uhr im Haus unter den Linden.

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Mindener Tageblatt, 04.08.2021:

Anzeige wegen Nazi-Parole

Einem anonymen Hinweis zufolge sollen in der Stadt mehrere Männer "Sieg Heil" gerufen haben / Die Polizei weiß davon bisher nichts, kennt die Täter aber vielleicht

Nina Könemann

Minden. Nazi-Parolen um vier Uhr morgens in der Innenstadt? Wenn man einem anonymen Schreiben glaubt, das die Redaktion am gestrigen Dienstag postalisch und ohne Absender erreichte, ist am Freitagmorgen eine Gruppe unbekannter Männer durch die Stadt gezogen und hat dabei unter anderem mehrfach laut und aggressiv "Sieg Heil" gerufen. Der Verfasser des Briefes stellt deswegen unter anderem Anzeige wegen Verbreitens von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen (Paragraf 86 Strafgesetzbuch). Das Schreiben ist ursprünglich an die Staatsanwaltschaft Bielefeld adressiert. "Aus Angst vor Vergeltungsaktionen ziehe ich es vor, anonym zu bleiben", heißt es am Ende.

Die Anzeige selbst lag am gestrigen Dienstag noch nicht bei der Staatsanwaltschaft in Bielefeld vor. "Die entsprechende Abteilung bei uns im Haus hat einen solchen Vorgang noch nicht aufgenommen", informierte Sprecher Moritz Kutkuhn auf MT-Anfrage. Auf Grund der Vielzahl von Zusendungen könne es aber sein, dass der Brief in den kommenden Tagen erst registriert werde. Der Staatsschutz Bielefeld, der eigentlich für Verbrechen nach Paragraf 86 zuständig ist, antwortete gestern nicht auf eine entsprechende Anfrage zum Vorgang.

Im Schreiben, das dem MT offenbar als Kopie zugesandt wurde, geht der Unbekannte Ankläger genauer auf das Geschehen ein, das er beobachtet haben will: "Zwischen 4 und 5 Uhr am Morgen des 30. Juli marschierte eine Gruppe Unbekannter über den Martinikirchhof, die Martinitreppe und den Marktplatz." Dabei hätten die Mitglieder mehrfach und laut die Nazi-Parole gerufen. "Die Gruppe bestand augenscheinlich aus fünf jungen Männern, einer mit einer weißen Kapuze, der Rest eher dunkel gekleidet. Eine Person hat ein Fahrrad geschoben." Weil die Tat in der Nähe der Synagoge stattgefunden habe, stelle die Person außerdem Anzeige wegen Paragraf 120 des Strafgesetzbuchs (Androhung eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit) sowie Paragraf 130 (Volksverhetzung).

Einer der Männer filmte den Einsatz. Sein Handy wurde beschlagnahmt.

Auch bei der Mindener Polizei war der Vorfall bis gestern nicht anhängig. Allerdings, berichtet Sprecher Thomas Bensch, könne das Beobachtete im Zusammenhang mit einem größeren Einsatz stehen, der zur gleichen Zeit in der Mindener Innenstadt stattgefunden habe. "Einer Streifenwagenbesatzung, die um 4.25 Uhr in der Obermarktstraße unterwegs war, hörte Geschrei auf dem Marktplatz. Daraufhin wurden zwei weitere Fahrzeuge von der Leitstelle angefordert." Die Polizisten hätten vor Ort eine sechsköpfige Gruppe von Männern angetroffen, die durch Gebrüll und Randale aufgefallen seien. Sie hätten auch mehrere Glasflaschen zerschlagen, es habe allerdings keinen Fremdschaden gegeben. "Die Betroffenen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren wurden von der Polizei überprüft." Einer von ihnen habe das Geschehen mit dem Handy gefilmt. "Es wurde beschlagnahmt. Er wird wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes angezeigt", so Bensch. Der 16-Jährige sei mit auf die Wache genommen und dort von seinen Eltern abgeholt worden. Gegen 5 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen.

Rufe wie "Sieg Heil" oder andere Hinweise zum rechten Milieu seien von den Kollegen nicht dokumentiert worden. "Das hätten sie sicherlich getan", so Bensch. Die Personalien der sechs Beteiligten lägen der Polizei aber vor. Sollte noch eine Anzeige beim Staatsschutz eingehen, könne also ein Zusammenhang geprüft werden.

Die Autorin ist erreichbar unter Telefon (0571) 882618 und Nina.Koenemann@MT.de.

Bildunterschrift: Mehrere laut rufende Männer sollen die Ruhe in der Innenstadt am Freitagmorgen gestört haben.

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Mindener Tageblatt, 04.08.2021:

Minden / Unbekannte sollen Nazi-Parole gebrüllt haben

In der Innenstadt sollen Unbekannte am Freitag Nazi-Parolen gebrüllt haben. Das MT wurde anonym informiert. Der Polizei liegt noch nichts vor, sie kennt die Täter aber vielleicht trotzdem.

Seite 2

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