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Nachrichten ,
03.08.2021 :
Tages-Chronologie von Dienstag, 3. August 2021
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Pressespiegel überregional
Jüdische Allgemeine Online, 03.08.2021:
Berlin / Gedenken an ermordete Sinti und Roma
Jüdische Allgemeine Online, 03.08.2021:
Erinnerung / Arolsen Archives unterstützen Schulen bei Besuch von KZ-Gedenkstätten
Jüdische Allgemeine Online, 03.08.2021:
Zentralrat der Juden / "Moderner Ort jüdischen Denkens"
Jüdische Allgemeine Online, 03.08.2021:
"Gewalt und möglicherweise Terror"
Neue Westfälische, 03.08.2021:
Gewalttat bei Berliner Demo verurteilt
die tageszeitung Online, 03.08.2021:
Ämtersperre gegen AfD-Kandidaten / Für den Bundestag reicht’s noch
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Dienstag, 3. August 2021
Am 2. August 2021 wurde in der Stadt Herford am Sockel des Rathauses eine Gedenktafel, zur Erinnerung an die Verfolgung der Herforder Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus, öffentlich eingeweiht.
Am 5., 8., 12., 17., 24., 29. August 2021 lädt die "Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne" zu öffentlichen Führungen durch die Gedenkstätte, sowie auch den Besuch des Ehrenfriedhofs sowjetischer Kriegstote ein.
Für den 5. August 2021 um 14.30 Uhr ist eine Sitzung der "Frauengruppe" der "Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen" im "Kreisverband Herford", im "Haus unter den Linden" (HudL) in Herford angekündigt.
Am 3. August 2021 ordnete der Minister des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen - im ersten Halbjahr 2021 in Nordrhein-Westfalen - 206 Straftaten dem Unterbegriff "antisemitisch" zu: Drucksache 17/14746.
www.zellentrakt.de
www.stalag326.de
www.mobile-beratung-nrw.de
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Neue Westfälische - Herford und Enger / Spenge, 03.08.2021:
Gedenktafel erinnert an die Verfolgung der Sinti und Roma
Neue Westfälische - Herford und Enger / Spenge, 03.08.2021:
Tafel erinnert an ermordete Sinti und Roma
Neue Westfälische - Tageblatt für Schloß Holte-Stukenbrock, 03.08.2021:
Stalag-Gedenkstätte ist wieder geöffnet
Neue Westfälische - Herford und Enger / Spenge, 03.08.2021:
Frauengruppe trifft sich wieder
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Neue Westfälische - Herford und Enger / Spenge, 03.08.2021:
Gedenktafel erinnert an die Verfolgung der Sinti und Roma
Mindestens zehn Sinti und Roma aus Herford wurden in Konzentrationslagern ermordet / Die Gedenktafel will erinnern und Mahnung für die Zukunft sein
Ralf Bittner
Herford. "Deutschland war für mich immer Heimat, bedeutete aber auch immer Angst", steht oben auf der Gedenktafel, die am 2. August, dem Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma, am Rathaus angebracht und der Öffentlichkeit übergeben wurde. Von der Idee im Jahre 2004 hatte es 17 Jahre gedauert, auch weil noch Widerstände überwunden und Akzeptanz geschaffen werden musste, so Bürgermeister Tim Kähler kurz vor der Enthüllung der Tafel.
Das Zitat auf der Tafel stammt von Sinti-Musiker Alfred Lessing, der seine Kindheit in Herford verbrachte. Seine 1993 erschienene Autobiografie "Mein Leben im Versteck: Wie ein deutscher Sinti den Holocaust überlebte" gehört zu den wenigen Zeugnissen von Sinti und Roma aus der Region, in denen außer in den Täter-Akten nachzulesen ist, wie die Sinti und Roma zum Ziel der nationalsozialistischen Verfolgung wurden. Ein Foto darunter zeigt ein Schild mit der Aufschrift "Juden, Zigeuner, Landstreicher und Vagabunden sind an diesem Ort unerwünscht". Schilder wie dieses standen von 1933 bis 1945 an vielen Orten.
Zwei kurze Texte erinnern an die Roma und Sinti - im Volksmund als "Zigeuner" bezeichnet - die seit einigen hundert Jahren in Herford leben und von 1933 bis 1945 besonderer Verfolgung unterlagen. "Betroffen waren hier etwa 17 Familien. Mindestens zehn Sinti und Roma aus Herford wurden in den KZs ermordet", heißt es dort.
Bürgermeister und Verwaltungen machten mit
Außerdem erinnert die Tafel daran, dass Sinti und Roma nach 1945 eine Entschädigung mit der Begründung verwehrt wurde, "dass sie nicht aus rassistischen, sondern aus asozialen Gründen diskriminiert worden waren".
Gisela Küster vom "Kuratorium Erinnern, Forschen und Gedenken" erinnert in ihrer Rede auch an die Rolle der damaligen Verwaltungen bei der Verfolgung: "Im Herforder Rathaus befand sich zur Zeit des Nationalsozialismus in Zimmer 23 das Jugendamt der Stadt Herford. Es observierte Familien der Sinti und Roma und half aktiv bei deren Verfolgung." Die dafür zuständige Fürsorgerin Helene Rollmann betrieb die Trennung der Kinder mehrerer Herforder Sinti-Familien vom Elternhaus und erlaubte unter anderem Zwangssterilisationen.
Dabei handelten Bürgermeister und Behörden oft in vorauseilendem Gehorsam. So rühmte sich schon Anfang 1936 der Hiddenhauser Bürgermeister, dass sein Ort "zigeunerfrei" sei, und fantasierte davon, "Zigeunern" keine Wander- und Gewerbescheine ausstellen und ihre Kinder in Anstalten unterbringen zu wollen, obwohl es dafür noch keine rechtliche Grundlage gab.
Ähnlich reagierten die Bürgermeister von Enger, Ennigloh, Vlotho oder Spenge, und auch die Zeitungen beteiligten sich an der Hetze. "Die Gedenktafel verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft", sagte Oswald Marschall (Sinti und Roma Minden, für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma). "Sie ist Auftrag und Verpflichtung an die Politik, künftig die Rechte und Würde unserer Minderheit zu bewahren."
Auch für Bürgermeister Tim Kähler ist die Tafel Ausdruck der Akzeptanz der historischen Schuld und des daraus folgenden Auftrags, dafür zu sorgen, "dass es nicht wieder geschieht". Dass sei um so dringlicher in Zeiten von zunehmendem Hass und zunehmender Gewalt, und in Zeiten, in denen sich immer mehr Menschen gegen eine Gesellschaft aussprechen, in der alle Menschen gleichberechtigt und friedlich zusammenleben und von einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung gewählt werden.
Erinnerung muss Mahnung für die Zukunft sein
Der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze freute sich ebenfalls, dass mit der Tafel ein weiterer Erinnerungsort geschaffen worden sei, mahnte aber an, dass die Erinnerungsorte auch mit Leben gefüllt werden, damit die Menschen erfahren, was von 1933 bis 1945 in Deutschland geschah. "Ihr tragt keine Schuld für das was passiert ist, aber ihr macht euch schuldig, wenn es euch nicht interessiert", zitierte er die kürzlich verstorbene Auschwitz-Überlebende und Antifaschistin Esther Bejarano. Ziel des Erinnerns müsse es sein, dafür zu sorgen, dass sich ein Zivilisationsbruch wie der Holocaust nicht wiederhole.
Über einen QR-Code können weitere Informationen abgerufen werden.
Bildunterschrift: Diese Tafel erinnert am Rathaus an die Verfolgung der Sinti und Roma im Dritten Reich. Enthüllt wurde sie am 2. August, dem Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma.
Bildunterschrift: Für Oswald Marschall (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma) ist die Tafel ein Auftrag an die Politik, die Rechte von Minderheiten zu wahren.
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Neue Westfälische - Herford und Enger / Spenge, 03.08.2021:
Tafel erinnert an ermordete Sinti und Roma
Herford. Mindestens zehn Sinti und Roma aus Herford wurden in Konzentrationslagern ermordet. Die Gedenktafel will erinnern und Mahnung für die Zukunft sein.
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Neue Westfälische - Tageblatt für Schloß Holte-Stukenbrock, 03.08.2021:
Stalag-Gedenkstätte ist wieder geöffnet
Schloß Holte-Stukenbrock (sk). Die Gedenkstätte Stalag 326 bietet wieder Führungen an, und zwar am 5., 8., 12., 17., 24. und 29. August. Eine Führung beginnt in der Dauerausstellung im ehemaligen Arrestgebäude des Stalag 326 und endet auf dem Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter. Im Mittelpunkt der Führung steht vor allem das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen. Da sich die Gedenkstätte auf dem Gelände der Polizeischule befindet, müssen Besucher einen gültigen Personalausweis vorweisen. Außerdem müssen sie entweder geimpft oder genesen sein beziehungsweise einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Jeder Gast respektive jede Familie erhält als Geschenk das Buch "Das Stammlager 326 (VI K) Senne 1941 - 1945 - Sowjetische Kriegsgefangene als Opfer des nationalsozialistischen Weltanschauungskrieges" des Autorenteams Hüser / Otto.
Treffpunkt am Donnerstag, 5. August, ist um 12.15 Uhr an der an der Pforte der Polizeischule, Lippstädter Weg 26. Die Führung dauert etwa eineinhalb Stunden. Verbindliche Anmeldungen sind zwingend erforderlich unter:
www.stalag326.de
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Neue Westfälische - Herford und Enger / Spenge, 03.08.2021:
Frauengruppe trifft sich wieder
Herford. Die Ost- und Westpreußische Frauengruppe trifft sich nach langer Corona-Pause wieder am Donnerstag, 5. August, im Bürgerzentrum Haus unter den Linden, Unter den Linden 12. Beginn ist um 14.30 Uhr.
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