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1 Veranstaltung - Nachrichten , 02.08.2021 :

Tages-Chronologie von Montag, 2. August 2021

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Veranstaltungskalender:



- Montag, 2. August 2021 um 10.30 Uhr -


Enthüllung / Einweihung der Gedenktafel an die Verfolgung der Sinti und Roma in Herford


Veranstaltungsort:

Rathaus
Rathausplatz 1
32052 Herford


Am 2. August 2021 wird um 10.30 Uhr am Herforder Rathaus die Gedenktafel zur Erinnerung an die Verfolgung der Herforder Sinti und Roma der Öffentlichkeit übergeben. Sie befindet sich am Sockel des Rathauses links neben der Haupttreppe.

Nach der Begrüßung durch Tim Kähler (Bürgermeister) folgen Grußworte von Stefan Schwartze, MdB und von Oswald Marschall (Verein Deutscher Sinti e.V. Minden, für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma). Nach der Übergabe des Tafel gibt Gisela Küster (Vorsitzende des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken e.V.) einen kurzen Einblick in die Schicksale der Sinti und Roma in Herford. Untermalt wird die Veranstaltung durch Musik von Django Reinhardt.

Der Tafeltext unter den Worten "Deutschland war für mich immer Heimat, bedeutete aber auch immer Angst" des Herforder Sinto Alfred Lessing, der seine Kindheit in Herford verbrachte, lautet:

"Hier im Herforder Rathaus befand sich zur Zeit des Nationalsozialismus in Zimmer 23 das Jugendamt der Stadt Herford. Es observierte Familien der Sinti und Roma und half aktiv bei deren Verfolgung in Herford. Die dafür zuständige Fürsorgerin Helene Rollmann betrieb die Trennung der Kinder mehrerer Herforder Sinti-Familien vom Elternhaus und erlaubte unter anderem Zwangssterilisationen. Das Jugendamt unterstützte auch die Untersuchungen der Rassenhygienischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamts unter Dr. Robert Ritter in Berlin, in denen die Kinder als "Zigeuner" klassifiziert wurden.

Roma und Sinti - im Volksmund als "Zigeuner" bezeichnet - leben seit einigen hundert Jahren in Herford. In den Jahren 1933 bis 1945 unterlagen sie besonderer Verfolgung. Betroffen waren hier etwa 17 Familien. Mindestens zehn Sinti und Roma aus Herford wurden in den KZs ermordet. Eine Entschädigung wurde ihnen nach 1945 mit der Begründung, dass sie nicht aus rassistischen, sondern aus asozialen Gründen diskriminiert worden waren, verweigert."

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Pressespiegel überregional


Neue Westfälische Online, 02.08.2021:
Erst Schreie, dann Stille: Wie die Nazis 4.300 Sinti und Roma ermordeten

Jüdische Allgemeine Online, 02.08.2021:
Erinnerung / Gedenken an ermordete Sinti und Roma

MiGAZIN, 02.08.2021:
"Liquidation" vor 77 Jahren / Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma erneut digital

Mitteldeutscher Rundfunk, 02.08.2021:
Im September Prozessauftakt zum Angriff auf jüdisches Restaurant in Chemnitz

Jüdische Allgemeine Online, 02.08.2021:
Berlin / Staatsschutz ermittelt nach Angriff auf Synagoge

die tageszeitung Online, 02.08.2021:
Rechtsextremer Anschlag in Halle / Hoffen auf weitere Hilfe

MiGAZIN, 02.08.2021:
Prozess-Termin / Versicherung fordert 2,9 Millionen Schadensersatz für Brandstiftung an Flüchtlingsunterkunft

Westdeutscher Rundfunk Köln, 02.08.2021:
Nach Nazi-Affäre: AfD will Landesvorstand Helferich für Ämter sperren

die tageszeitung Online, 02.08.2021:
Corona-Proteste am Wochenende / Ein Jubiläum mit Gewalt

Jüdische Allgemeine Online, 02.08.2021:
Berlin / "Querdenken": Polizei ermittelt nach Angriff auf Gewerkschafter

Blick nach Rechts, 02.08.2021:
"Ein Gespräch mit Martin Sellner" - Interview mit dem Identitären als Selbstdarstellung

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Montag, 2. August 2021


Am 2. August 2021 wurde in der Stadt Herford am Sockel des Rathauses eine Gedenktafel, zur Erinnerung an die Verfolgung der Herforder Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus, öffentlich eingeweiht.

Am 5., 8., 12., 17., 24., 29. August 2021 lädt die "Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne" zu öffentlichen Führungen durch die Gedenkstätte, sowie auch den Besuch des Ehrenfriedhofs sowjetischer Kriegstote ein.

Am 31. Juli 2021 führte der "AfD"-"Kreisverband Gütersloh" in Schloß Holte-Stukenbrock eine Kundgebung zum Wahlauftakt im Kreis Gütersloh, mit Roger Beckamp, Axel Nußbaum, Klaus Lange, Kai Röchter durch.

Am 25. Juli 2021 kündigte der "AfD"-"Kreisverband Gütersloh" in Schloß Holte-Stukenbrock für den 31. Juli 2021, eine Kundgebung zum Wahlauftakt (Roger Beckamp, Axel Nußbaum, Klaus Lange, Kai Röchter) an.


www.zellentrakt.de

www.stalag326.de

www.facebook.com/B%C3%BCndnis-gegen-Rechts-im-Kreis-G%C3%BCtersloh-424624995037921

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 02.08.2021:
Gedenktafel für ermordete Sinti und Roma in Herford

Radio Herford, 02.08.2021:
Herforder Gedenktafel für verfolgte Sinti und Roma

Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 02.08.2021:
Führungen in der Gedenkstätte Stalag

Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 02.08.2021:
Heute im Lokalteil / Führungen in der Gedenkstätte Stalag

Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 02.08.2021:
Pfiffe, Plakate und Buh-Rufe gegen AfD

Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 02.08.2021:
Heute im Lokalteil / Buh-Rufe und Plakate gegen die AfD

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WDR-Nachrichten aus Ostwestfalen-Lippe, 02.08.2021:

Gedenktafel für ermordete Sinti und Roma in Herford

02.08.2021 - 14.57 Uhr

Am Herforder Rathaus erinnert ab sofort eine Gedenktafel an die Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit.

Anlässlich des Gedenktages zum Völkermord an Sinti und Roma fand die Gedenkfeier am Montag am Herforder Rathaus statt. Zur Zeit des Nationalsozialismus befand sich hier das Jugendamt.

Jugendamtsmitarbeiter halfen bei Verfolgung von Sinti und Roma

Die Mitarbeitenden observierten damals Familien der Sinti und Roma und halfen aktiv bei deren Verfolgung. Darüber informiert die Tafel des Kuratoriums "Erinnern Forschen Gedenken". Es erinnert unter anderem an die Zwangssterilisation mehrerer Mitglieder von Sinti-Familien.

Die Tafel befindet sich am Sockel des Rathauses links neben der Haupttreppe. Über einen QR-Code sind weitere Informationen über die Verfolgung der Sinti und Roma abrufbar. Die Tafel ist überschrieben mit den Worten des Herforder Sinto Alfred Lessing: "Deutschland war für mich immer Heimat, bedeutete aber auch immer Angst".

Mindestens zehn Sinti und Roma aus Herford wurden ermordet

Roma und Sinti leben seit einigen hundert Jahren in Herford. In den Jahren 1933 bis 1945 unterlagen sie besonderer Verfolgung. Aus 17 Herforder Familien wurden Männer, Frauen und Kinder verfolgt. Mindestens zehn von ihnen wurden in Konzentrationslagern ermordet.

Umdenken durch Gespräche mit Betroffenen

"Wer vor der Gedenktafel stehen bleibt und liest, was dort steht, sucht vielleicht das Gespräch mit einem Sinto oder Roma", sagt Oswald Marschall vom Zentralrat der deutschen Sinti und Roma. Nur durch Gespräche und Kontakt mit ihnen könne ein Umdenken geschehen.

Entschädigung verweigert

Eine Entschädigung wurde den Sinti und Roma nach 1945 verweigert, heißt es auf der Gedenktafel. Diese Entscheidung wurde damit begründet, dass sie nicht aus rassistischen, sondern aus "asozialen Gründen" diskriminiert worden seien.

Fast 500.000 ermordete Sinti und Roma in NS-Zeit

Der internationale Gedenktag zum Genozid an Sinti und Roma findet am 2. August statt. An diesem Tag wurden 1944 fast 3.000 Insassen des so genannten "Zigeuner-Lagers" im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet. Schätzungsweise wurden bis zu 500.000 Sinti und Roma während der NS-Zeit getötet.

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Radio Herford, 02.08.2021:

Herforder Gedenktafel für verfolgte Sinti und Roma

Vorm Herforder Rathaus wird Montagvormittag eine Gedenktafel enthüllt, die an die Verfolgung der Herforder Sinti und Roma erinnert. Die Tafel befindet sich am Sockel des Rathauses links neben der Haupttreppe. Vor Ort sind unter anderem Bürgermeister Tim Kähler und Oswald Marschall vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma.

Gisela Küster, Vorsitzende des Kuratoriums "Erinnern Forschen Gedenken", wird einen kurzen Einblick in Schicksale von Herforder Sinti und Roma geben.

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Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 02.08.2021:

Führungen in der Gedenkstätte Stalag

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Förderverein der Gedenkstätte Stalag 326 bietet wieder regelmäßig Führungen an. Die Führung beginnt in der Dauerausstellung im ehemaligen Arrestgebäude des Stalag 326 (VI K) Senne und endet am Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter. Im Mittelpunkt der Führung steht vor allem das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen. Jeder Gast beziehungsweise jede Familie erhält als Geschenk das Buch "Das Stammlager 326 (VI K) Senne 1941 - 1945 -Sowjetische Kriegsgefangene als Opfer des nationalsozialistischen Weltanschauungskrieges" (Hüser / Otto). Der nächste Termin ist am Donnerstag, 5. August, Treffpunkt um 12.15 Uhr an der an der Pforte der Polizeischule, Lippstädter Weg 26. Anmeldung über buchung@stalag326.de.

Weitere Termine: Sonntag, 8. August, 14.45 Uhr; Donnerstag, 12. August, 15.45 Uhr; Dienstag, 17. August, 10.15 Uhr; Dienstag, 24. August, 15.45 Uhr; Sonntag, 29. August, 14.45 Uhr.

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Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 02.08.2021:

Heute im Lokalteil / Führungen in der Gedenkstätte Stalag

Schloß Holte-Stukenbrock. Der Förderverein der Gedenkstätte Stalag 326 kann wieder Führungen durch die Ausstellung und über den Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter anbieten. Die Besucher erhalten das Buch über die Gedenkstätte als Geschenk.

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Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 02.08.2021:

Pfiffe, Plakate und Buh-Rufe gegen AfD

Etwa 100 Menschen begleiteten am Samstag die Kundgebung auf dem Holter Kirchplatz

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mit Pfiffen und Buh-Rufen ist die Kundgebung der rechtspopulistischen Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) am Samstag auf dem Holter Kirchplatz begleitet worden.

Etwa 100 Menschen haben ihrem Unmut Luft gemacht. "Wir brauchen euch hier nicht", zogen sie gegen die AfD zu Felde, die mit ihrem Bundestagskandidaten Klaus Lange, dem Kölner Landtagsabgeordneten Roger Beckamp und Kai Röchter auf Schloß Holte-Stukenbrock vertreten war. "Wir haben den Mut, uns anschreien zu lassen", sagte Beckamp.

Eine weitere angemeldete Demonstration war die des Kreisverbandes Gütersloh der Partei "Die Partei". Kreisvorsitzender Benjamin Hollerung: "Wir machen die Mahnwache gegen die Wahnmache." Die Demonstranten blieben am zugewiesenen Platz.

Bündnis 90 / Die Grünen hatten eine Kundgebung angemeldet, waren aber an den Bahnhof platziert worden. Daraufhin wurde die Demo wieder abgesagt. Grüne fanden sich als "mündige Bürger" ein. Mit dabei ihr Bundestagskandidat Nik Riesmeier. "Ich freue mich über den demokratischen Schulterschluss für eine offene und tolerante Gesellschaft", so Riesmeier.

SPD-Bundestagskandidat Dr. Ulrich Kros war ebenfalls dabei. "Ich bin hier, um Flagge zu zeigen. Die AfD tritt provokativ auf, wir sollten physisch dagegen stehen. Es ist eine demokratische Tugend, sich nicht wegzuducken. Wir dürfen uns nicht an Auftritte der AfD gewöhnen. Die Gesellschaft ist bunt genug ohne AfD." SPD-Vorsitzender Metin Eser: "Wir waren mehr als die." Dabei war die FDP. Vorsitzender Oliver Pretel: "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Bruno Reinke (Grüne): "Ich habe die CDU vermisst. Einen Schmusekurs muss man nicht fahren."

Der Einsatzleiter der Polizei, Oliver Ney, griff mit seinen Kollegen mehrfach ein. Die Grünen bewegte er dazu, ihre Fahne einzurollen, da sie ja "zufällig und privat" da waren. Als es laut wurde, haben Polizisten mit den Leuten gesprochen, bis es wieder leiser wurde.

Kai Röchter von der AfD aus Schloß Holte-Stukenbrock: "Wir haben nicht nur die größtmögliche Aufmerksamkeit erzielt, sondern auch öffentlich gezeigt, dass wir als AfD aktiv und beharrlich für das Grundrecht der Meinungsfreiheit eintreten. Wir lassen uns vom Gegröle der Grünen nicht abhalten, unser Programm und unsere Meinung öffentlich und klar zu darzustellen." Die Gründung des AfD-Stadtverbands werde noch vor der Bundestagswahl stattfinden. Mehr Bilder zum Thema in den Fotogalerien auf www.westfalen-blatt.de.

Bildunterschrift: Für Roger Beckamp (rechts) gibt es Buh-Rufe, keiner will sich mit dem AfD-Mann argumentativ auseinandersetzen.

Kommentar

Ein gutes Zeichen, dass es den demokratischen Schulterschluss der Menschen gibt, die die AfD für eine extremistische Partei halten. Diese Partei reklamiert für sich, die Meinungsfreiheit zu achten, hält aber die Tatsache, dass der Verfassungsschutz sie unter Beobachtung hat, als Wahlkampfinstrument. "Es geht darum, die AfD klein zu kriegen", sagt Peter Eichenseher, AfD-Stadtverordneter aus Bad Driburg. Er verbucht es als Erfolg der AfD, dass so viele Menschen bei der Kundgebung waren.

Die AfD ignorieren oder sich dagegen stellen? Verschafft Aufmerksamkeit Auftrieb? Ignorieren ist wohl keine Alternative, man muss schon klar Stellung beziehen.

Monika Schönfeld

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Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 02.08.2021:

Heute im Lokalteil / Buh-Rufe und Plakate gegen die AfD

Schloß Holte-Stukenbrock. Mit Pfiffen, Buh-Rufen, Krach mit Rasseln und Plakaten haben etwa 100 Menschen auf dem Holter Kirchplatz gegen die Kundgebung der rechtspopulistischen Partei "Alternative für Deutschland" demonstriert. Die AfD wertet den Auftritt in Schloß Holte-Stukenbrock als Erfolg.

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