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2 Artikel ,
01.06.2021 :
Pressespiegel überregional
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Übersicht:
MiGAZIN, 01.06.2021:
Decoding Antisemitism / Experte: Künstliche Intelligenz kann Antisemitismus im Netz bekämpfen
Mitteldeutscher Rundfunk, 01.06.2021:
ICE von Leipzig nach Berlin / Mutmaßliche Rechtsextreme beleidigen Zugreisende und zeigen Hitlergruß
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MiGAZIN, 01.06.2021:
Decoding Antisemitism / Experte: Künstliche Intelligenz kann Antisemitismus im Netz bekämpfen
01.06.2021 - 05.22 Uhr
Mit künstlicher Intelligenz sagt Steffen Jost Antisemitismus im Netz den Kampf an. Im Rahmen eines Forschungsprojekts sollen Algorithmen trainiert werden, rechtsextreme und antisemitische Kommentare zu erkennen.
Von Franziska Hein
Der Berliner Antisemitismus-Experte Steffen Jost setzt zur Bekämpfung von Juden-Hass auf Künstliche Intelligenz. "Künstliche Intelligenz kann uns dabei helfen, Antisemitismus im Netz zu bekämpfen", sagte der Programmdirektor der Berliner Alfred Landecker Foundation dem "Evangelischen Pressedienst". Die Stiftung will mit dem von ihr geförderten Projekt "Decoding Antisemitism" (Deutsch: Antisemitismus entschlüsseln) vor allem versteckte Hetze erkennbar machen.
Das Internet sei kein sicherer Raum für Jüdinnen und Juden, sagte Jost. Studien zeigten, dass 70 bis 90 Prozent der befragten Jüdinnen und Juden im Netz häufig Hass und Anfeindungen erleben. Das Problem habe in den vergangenen Jahren offline wie online zugenommen. Beides sei nicht voneinander zu trennen.
"Im Internet zeigen sich besonders die subtilen Formen des Antisemitismus stärker", erklärte der Experte. In Kommentarspalten von Nachrichtenportalen oder Sozialen Netzwerken werde nicht nur direkt auf Nationalsozialismus und Holocaust angespielt, sondern immer häufiger auf Thesen einer jüdischen Weltverschwörung. Leser und Community-Manager der Plattformen könnten diese Metaphern nicht immer auf Anhieb dechiffrieren.
Algorithmen trainieren
Bei "Decoding Antisemitism", das von einem interdisziplinären Expertenteam des Zentrums für Antisemitismus-Forschung der Technischen Universität Berlin und des King s College London umgesetzt wird, gehe es darum zu erkennen, welche Codes im Internet verwendet werden, um gegen Juden zu hetzen, erläuterte Jost.
In einem nächsten Schritt solle ein digitales Programm entstehen, das auf Basis einer Datenbank für antisemitische Codes Plattformen dabei helfen soll, solche Kommentare schneller zu erkennen. "Wir können Algorithmen trainieren, Kommentare zu erkennen, die problematisch sind."
Frühwarnsystem für Rechtsextremismus
Ein weiteres von der Stiftung geförderte Projekt ist ein Thinktank, der ein Frühwarnsystem für rechtsextreme Radikalisierungsprozesse etablieren will. Das "Center für Monitoring, Analyse und Strategie" (CeMAS) habe dabei beispielsweise den Messenger-Dienst Telegram im Blick.
In offenen Chat-Gruppen tauschten Tausende Mitglieder antisemitische und verschwörungsideologische Inhalte aus, darunter der ehemalige Kochbuchautor Attila Hildmann, sagte Jost. "Was in diesen Gruppen passiert, müssen wir frühzeitig öffentlich machen, damit wir der Radikalisierung Einzelner und Taten wie die versuchte Erstürmung des Reichstags Ende August vergangenen Jahres möglichst vorbeugen." (epd/mig)
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Mitteldeutscher Rundfunk, 01.06.2021:
ICE von Leipzig nach Berlin / Mutmaßliche Rechtsextreme beleidigen Zugreisende und zeigen Hitlergruß
01.06.2021 - 17.33 Uhr
Von MDR Sachsen-Anhalt
Insgesamt acht Männer sollen im ICE von Leipzig nach Berlin eine junge Frau beleidigt und bedroht haben. Als die Gruppe am Hauptbahnhof Wittenberg den Zug verließ, wurde sie von Beamten der Landespolizei befragt. Wie die Ermittlungen ergaben, sollen die Männer in Leipzig an einer Demonstration teilgenommen haben.
Nach einem Zwischenfall in einem Intercityexpress zwischen Leipzig und Berlin ermittelt die Bundespolizei gegen acht Tatverdächtige im Alter von 19 bis 22 Jahren unter anderem wegen Beleidigung, Bedrohung und Volksverhetzung.
Eine junge Frau habe die Männer am Samstag in dem Zug aufgefordert, ihren Mund-Nase-Schutz aufzusetzen, teilte die Bundespolizei am Dienstag mit. Daraufhin sollen die Männer die Frau beleidigt, mehrfach den "Hitlergruß" gezeigt und rechtsradikale Parolen geäußert haben. Als die Gruppe am Hauptbahnhof Wittenberg den Zug verließ, wurde sie von Beamten der Landespolizei befragt. Während des Aussteigens soll einer der Männer der Frau sein Geschlechtsteil gezeigt haben.
Aussagen aus Wittenberg werden in Berlin bestätigt
Wie die Ermittlungen ergaben, sollen die Männer in Leipzig an einer Demonstration teilgenommen haben. Auf der Fahrt Richtung Berlin teilte dann ein Reisender der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau mit, dass sich in dem Zug eine Gruppe junger Männer befinde, die andere Reisende bedrohe, beleidige, sich rassistisch äußere und nicht den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz trage. Nach Ankunft des Zuges in Berlin-Südkreuz hätten dann weitere Zeugen und die Geschädigte befragt werden können, die die Angaben bestätigt hätten.
Bildunterschrift: Auf dem Hauptbahnhof Wittenberg griff die Polizei zu.
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