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1 Veranstaltung - Nachrichten , 28.06.2021 :

Tages-Chronologie von Montag, 28. Juni 2021

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Veranstaltungskalender:



- Montag, 28. Juni 2021 um 19.00 Uhr -


Vortrag von Prof. Dr. Andreas Zick: Proteste, Konflikte, Krisen: Spaltet Corona die Gesellschaft?


Veranstaltungsort:

Ravensberger Spinnerei / Volkshochschule
Historischer Saal
Ravensberger Park 1
33607 Bielefeld

www.vhs-bielefeld.de


Hinweis:

Präsenz-Veranstaltung: Keine Anmeldung erforderlich. Wir bitten um die Nutzung einer Schutzmaske bis zum Sitzplatz. Für ausreichenden Abstand und Lüftung ist gesorgt.


Die Bundesregierung und die Mehrzahl der Parteien finden bisher keine Erklärung für die Proteste der Jugendlichen, für Ausschreitungen und Plünderungen. Sie reagieren mit den üblichen Verurteilungen.

Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler argumentieren differenzierter: Schon früher habe es Gewaltausbrüche im öffentlichen Raum gegeben. Nun sehen sie in den Corona-Virus-Beschränkungen eine Ursache: "Da ist viel aufgestauter Ärger vorhanden", da es "viele Verlierer durch Corona" gebe. Hinzu komme, dass Menschen, die "wie eingesperrt" waren, aggressiver seien.

Der Konflikt- und Gewaltforscher Andreas Zick wird die "Corona-Proteste" in den Zusammenhang seiner Untersuchungen zu den aktuellen Protestbewegungen von Jugendlichen stellen: "Aus Sicht der Forschung haben wir noch keinen richtigen Begriff. Ist es Protest, ist eine
Bewegung? Aufstand bezeichnet es ganz gut." Er merkt kritisch an: "Wir haben in vielen gesellschaftlichen Bereichen die Jugend aus dem Blick verloren, obgleich Studien zeigen, dass das Politik-Interesse, die Beschäftigung mit globalen Herausforderungen wie dem Klimaschutz, die Gestaltung der Zukunft und viele andere Themen für Jugendliche enorm wichtig sind."

Die Veranstaltung wird eine Analyse der aktuellen Proteste bieten, die tiefer greift als die Verurteilungen von Protesten und Krawallen. Sie soll den Zusammenhang mit der Lebenslage von Jugendlichen thematisieren und die Forderungen und Aktionen des Jugendprotests ansprechen.

Nicht zuletzt soll auch die zunehmende Vereinnahmung der unterschiedlichen Protestbewegungen durch rechte und rechtsextremistische Gruppen und deren Bedeutung für Formen und Forderungen des Protestes diskutiert werden.


Andreas Zick ist Professor für Sozialisation und Konfliktforschung und leitet seit April 2013 das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) an der Universität Bielefeld.


Veranstalterin: Volkshochschule Bielefeld in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

www.vhs-bielefeld.de

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Pressespiegel überregional


Jüdische Allgemeine Online, 28.06.2021:
Würdigung / Margot Friedländer mit Jeanette-Wolff-Medaille ausgezeichnet

Jüdische Allgemeine Online, 28.06.2021:
Zentralrat der Juden / "Ein jüdisches Haus des Wissens"

MiGAZIN, 28.06.2021:
Antisemitismus-Paragraf / Gesetz für Einbürgerung von Nachfahren NS-Verfolgter beschlossen

Der Tagesspiegel Online, 28.06.2021:
Stefan Räpple nennt Bundesrepublik "letzten Dreck" / Ex-AfD-Politiker wegen Aufruf zu Sturz der Regierung angeklagt

Neue Westfälische, 28.06.2021:
Zwei AfD-Aussteiger aus NRW bieten tiefen Einblick

MiGAZIN, 28.06.2021:
Bund-Länder-Umfrage / Über 270 Polizisten unter Rechtsextremismus-Verdacht

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Montag, 28. Juni 2021


Am 7. April 2016 wurde "Die Opfer des Nationalsozialismus aus Oerlinghausen. Ein Erinnerungsbuch" - auf der Internetseite der Stadt Oerlinghausen auch als Download abrufbar - von Jürgen Hartmann vorgestellt.

Am 19. Mai 1945 wurde Fritz Reuter - NS-Propagandaleiter, Oerlinghausen - nach der Befreiung der Stadt, durch Verbände der amerikanischen Armee am 1. April 1945 - nach nur 24 Tagen aus der Haft entlassen.

Am 26. April 1945 wurde Fritz Reuter - NS-Propagandaleiter, Oerlinghausen - nach der Befreiung der Stadt durch Verbände der amerikanischen Armee am 1. April 1945 - inhaftiert, und am 19. Mai 1945 entlassen.

Am 1. April 1945 befreiten Verbände der amerikanischen Armee, zu Fuß und auf Panzern, Lipperreihe, am 3. April 1945 nahmen die Alliierten Oerlinghausen, nach Häuserkämpfen mit Truppen der Waffen-SS, ein.

Bis 25. September 2021 läuft zum Gedenken an 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland das Fenster-Projekt des Beauftragten der Lippischen Landeskirche in Detmold für das Gespräch mit Kulturschaffenden.

Am 28. Juni 2021 führte der "Kreisverband Minden-Lübbecke" der "AfD" - mit Martin E. Renner, Jörn König und Udo Hemmelgarn - Bundestagsabgeordnete, eine Veranstaltung auf dem Marktplatz in Minden durch.


www.oerlinghausen.de/de-wAssets/docs/Erinnerungsbuch_NS-Opfer_Oerlinghausen_dritte_Ausgabe_2019.pdf

www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/m-o/1515-oerlinghausen-nordrhein-westfalen

www.lippische-landeskirche.de

www.gfcjz-lippe.de

www.gedenkbuch-detmold.de

www.jg-hf-dt.de

www.minden-luebbecke.de/Service/Integration/NRWeltoffen

www.facebook.com/MindenGegenRechts

www.lap-minden.de

www.facebook.com/pages/category/Personal-Blog/Mindentr%C3%A4gtmaske-107983864488651

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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Lippische Landes-Zeitung, 28.06.2021:
Die Tagebücher des Fritz Reuter

Lippische Landes-Zeitung, 28.06.2021:
Projekt von Künstlern

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Lippische Landes-Zeitung, 28.06.2021:

Die Tagebücher des Fritz Reuter

Stadtgeschichte: Der Oerlinghauser NS-Propagandaleiter soll bei Kriegsende 1945 von den eigenen Leuten erschossen werden / Die anrückenden Alliierten retten ihn und stecken ihn ins Lager

Horst Biere

Oerlinghausen. Es ist der 3. April 1945, Ostermontag, kurz vor Kriegsende. In Oerlinghausen tobt seit zwei Tagen ein gnadenloser Straßenkampf. Die amerikanischen Truppen stoßen mühsam von Haus zu Haus vor. Ein größenwahnsinniger Wehrmachtskommandant hat die Stadt zur Festung erklärt. Die Stadtverwaltung mit Nazi-Bürgermeister Friedrich Möller an der Spitze, vernichtet im Rathaus (heute Fliesenhaus) alle wichtigen Dokumente. Mit dabei ist Fritz Reuter, Oerlinghausens NS-Propagandaleiter.

Da Reuter kurz zuvor mit den verzweifelt kämpfenden jungen Soldaten Kontakt hatte, schlägt er dem kommandierenden Leutnant die Übergabe der Stadt vor. Das bedeutet für den Kommandanten blanken Hochverrat. Er lässt sofort einen Trupp Soldaten zur Erschießung Fritz Reuters zusammenstellen. Doch der hat Riesenglück: Die Kämpfe mit den vorrückenden Amerikanern auf der Hauptstraße verhindern die Exekution. Das beschreibt er in seinen Tagebuchaufzeichnungen, die seit kurzem vorliegen.

Fritz Reuter, der mit seiner Familie an der Detmolder Straße in der Nähe des Sternenkrugs wohnte, gehörte zu den Nazi-Größen in der Bergstadt. "Er soll mehrere Oerlinghauser während der Kriegszeit denunziert haben", sagt Heinz Risse über ihn. Der heute 94-jährige Risse erinnert sich daran, dass Reuter offenbar Bürger angezeigt habe, die den damals verbotenen "Feindsender" BBC abgehört haben sollen.

NS-Mann Reuter, der hauptberuflich als Entwürfe-Zeichner, also Designer, in der damaligen Weberei arbeitete, hat in seinem Tagebuch die letzten Kriegsmonate in Oerlinghausen in Stichworten festgehalten. So berichtet er über Treffen mit Bürgermeister Möller und den Lehrern Otto Elbracht und Bruno Hunke sowie Edwin Warneken und Ortsgruppenleiter Paul Reuter im Herbst 1944, um einen Volkssturm zur Verteidigung der Bergstadt aufzustellen. Zu Fritz Reuters Aufgaben gehörte ebenfalls eine Sammelaktion der "Volksopfer" noch im Januar 1945. Volksopfer sind zumeist Kleider- und Sachspenden gewesen, die man dringend als Kriegsmaterial benötigte.

Am 31. März, kurz bevor die alliierten Truppen die Stadt erreichen, wird der Bau von Panzersperren auf den Straßen Richtung Senne befohlen. Dann bricht das Chaos aus und in drei blutigen Tagen erkämpfen sich die amerikanischen Soldaten den Weg durch den Teutoburger Wald. Fritz Reuter wird von den Alliierten nach der Machtübernahme als Nazi-Verantwortlicher verhaftet und wandert ins Gefängnis. "Nach 24 Tagen Einzelhaft am 19. Mai 1945 um 11 Uhr entlassen" steht in seinem Tagebuch.

Reuter wird vorerst auf freien Fuß gesetzt, muss sich an den Aufräumarbeiten beteiligen, kann aber auch seinen Arbeitsplatz in der Weberei wieder einnehmen. Doch die Ermittlungen gegen ihn laufen weiter. Mitte August 1945 verhaftet man Reuter an seiner Arbeitsstelle und verfrachtet ihn in ein Straflager nach Recklinghausen. Gemeinsam mit 8.600 Internierten haust Reuter im Recklinghauser Lager unter "schrecklichen Bedingungen" wie er schreibt, "in Baracken mit dreistöckigen Betten, knappem Essen, Läuse". Immer wieder gibt es Verhöre und Schläge von der englischen Lagerleitung und ihren Hilfstruppen. Er notiert: "Als ich eingeliefert wurde, wurde nur noch wenig geschlagen, auch steckte man den Männern kaum noch brennende Zigaretten oder Zigarren in die Nasenlöcher."

Kurz vor Weihnachten 1945 wird Fritz Reuter ins Lager Staumühle in der Senne verlegt. Das Lager auf dem heutigen Gebiet von Hövelhof gilt als große Entnazifizierungsstelle der Engländer. Viele Wirtschaftsbosse des Ruhrgebiets, hohe Nazi-Funktionäre, aber auch Firmenchefs aus Westfalen sitzen hier ein. Auch in Staumühle sind die Lebensbedingungen für die Internierten äußerst miserabel. Die Gefangenen liegen auf Strohsäcken in den kaum beheizten Baracken, besitzen nur eine Wolldecke. Zu essen gibt es Steckrüben, Grütze mit Haferflocken, zu Weihnachten sogar einmal süße Mehlsuppe und Nudeln. Hunger, Krankheiten und Langeweile beherrschen den Alltag. Mitte Juni 1947 geht Fritz Reuters Lagerhaft in Staumühle zu Ende. Man stellt ihm einen "Persilschein", einen "Kenn- und Meldeschein für aus der Internierung entlassene Personen" aus, und er kehrt nach Oerlinghausen zurück.

Original-Dokumente

Die Tagebuchaufzeichnungen und Original-Skizzen aus dem Nachlass von Fritz Reuter wurden dieser Zeitung von seinem Neffen Hans Reuter aus Fürth übersandt.

Die wertvollen Schriftstücke werden künftig ein wichtiger Baustein von Dokumentationen sein, die gegenwärtig über die Straflager in der Senne aufbereitet werden.

Verantwortlich sind hier: Oliver Nickel für das Stalag 326 und Christa Labudda für das Lager Staumühle.

Bildunterschrift: Fritz Reuter schrieb seine Erlebnisse im Lager Staumühle nicht nur in Form von Tagebuchnotizen auf, er zeichnete auch das Lagerleben.

Bildunterschrift: Fritz Reuter hat später gesellschaftlich wieder Fuß gefasst. Im Jahre 1955 errang er sogar die Königswürde der Oerlinghauser Schützen - zusammen mit seiner Königin Luise Schling.

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Lippische Landes-Zeitung, 28.06.2021:

Projekt von Künstlern

Detmold. Die Ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-West weist noch einmal auf das Fenster-Projekt ostwestfälischer Künstler und Künstlerinnen hin. Jede Woche freitags wird ein neues Werk im Fenster des Dienstzimmers Lortzingstraße 4 ausgestellt. Künstler beschäftigen sich dort mit der jeweiligen Shabbat-Lesung in der Synagoge. In dieser Woche stellt eine Schülergruppe des Detmolder Stadtgymnasiums aus. Am Donnerstag, 1. Juli, besteht Gelegenheit, um 10.15 Uhr mit den Schülern vor der Lortzingstraße 4 ins Gespräch zu kommen.

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