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3 Veranstaltungen - Nachrichten ,
19.06.2021 :
Tages-Chronologie von Samstag, 19. Juni 2021
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Veranstaltungskalender:
- Samstag, 19. Juni 2021 um 15.00 Uhr -
Demonstration: Gleiche Rechte für alle Menschen - gegen Rassismus und AusGrenzung!
Auftaktkundgebung:
Siegfriedplatz
33615 Bielefeld
Am 10. Dezember 2020 waren wir das letzte Mal gemeinsam auf der Straße. Seit dem sind mindestens 700 weitere Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrunken, obwohl zahlreiche zivile Rettungsmissionen - oft gegen staatliche Verhinderungsbemühungen - unermüdlich versuchen, die Menschen zu retten.
Die Push-Backs nach Libyen gehen unvermindert weiter, auch die Situation an den anderen EU-Außengrenzen ist mit dem unmenschlichen Lagersystem unverändert.
Von den 47.000 Menschen, die seit 2020 in Italien gelandet sind, hat Deutschland - trotz Zusicherung einer "solidarischer Beteiligung" bislang lediglich 246 Menschen freiwillig aufgenommen.
Grund genug, endlich mal wieder unsere anhaltende Empörung über die menschenverachtende EU-Grenzpolitik zum Ausdruck zu bringen!
Wir begreifen uns mit dieser Demonstration aber auch als Teil des gerade gegründeten Bündnisses "Solidarisch geht anders! Raus aus der Krise, nicht zurück - gleiche Rechte für alle Menschen!" (www.solidarischgehtanders.org)
Diese Kampagne verbindet die Kämpfe für das Klima, internationale und soziale Gerechtigkeit, gute Sorge-Bedingungen und solidarische Gesundheitsversorgung zu einer gemeinsamen Bewegung.
Unsere gemeinsame Überzeugung ist es, dass die genannten Krisen ausschließlich durch transnationale und solidarische Lösungen überwunden werden können.
Kein Zurück in eine Normalität weltweiter Ausbeutung und Profitmaximierung, sondern ein "Weiter" in Richtung solidarischer Gesellschaften.
Für diese Überzeugung wollen wir am 19. Juni 2021 gemeinsam streiten!
Veranstalterin: Seebrücke Bielefeld: www.facebook.com/seebrueckeBi
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- Samstag, 19. Juni 2021 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung: "Eva, Simon und die Anderen" - Jüdische Geschichte und Kultur im Raum Herford
Veranstaltungsort:
Gedenk-, Dokumentations-
und Begegnungsstätte Zellentrakt
Rathausplatz 1
32052 Herford
www.kuratorium-herford.de
www.zellentrakt.de
www.instagram.com/gedenkstaettezellentrakthf/?hl=de
www.twitter.com/HFzellentrakt
Anmeldung erforderlich:
Unter den jeweils aktuell geltenden Bedingungen der Corona-Schutzverordnung öffnet die Gedenkstätte Zellentrakt ab dem 29. Mai 2021 wieder für Besucherinnen und Besucher.
Jeweils samstags und sonntags ist die Gedenkstätte von 14.00 bis 16.00 Uhr für höchstens zehn Besucherinnen, Besucher gleichzeitig zugänglich.
Erforderlich ist eine Anmeldung unter (05221) 189257 oder info@zellentrakt.de.
Ein spontaner Besuch ist nur möglich, wenn die Kapazitäten nicht ausgefüllt sind. Ein Nachweis von Test, Impf-Status oder Genesung ist nicht erforderlich, zur Nachverfolgung werden die Daten erfasst. Die Einhaltung alles Hygiene-Bedingungen (Maske, Abstand, Desinfektion) wird vorausgesetzt.
Die Ausstellung:
Die Ausstellung ist der Beitrag des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken e.V. und der Gedenkstätte Zellentrakt zum Festival-Jahr "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland": Am 11. Dezember 321 erlässt der römische Kaiser Konstantin ein Edikt. Es legt fest, dass jüdische Menschen städtische Ämter in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns, bekleiden dürfen und sollen. Dieses Edikt belegt eindeutig, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike wichtiger integrativer Bestandteil der europäischen Kultur sind. 2021 steht Deutschland in besonderem Fokus, denn in diesem Jahr werden Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1.700 Jahren auf dem Territorium des heutigen Deutschlands leben.
1988 wurde in Herford die Ausstellung "Juden in Herford - 700 Jahre jüdische Geschichte und jüdische Kultur in Herford" gezeigt, die erste umfassende Darstellung zum Thema. Aus Anlass des Festival-Jahres zeigt das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V., das in Folge der damaligen Ausstellung entstanden ist, eine um zahlreiche neue Forschungen und Aspekte ergänzte Ausstellung, die auch die Jüdischen Gemeinden Vlotho, Bünde und Enger mit in den Blick nimmt.
Das Design der Ausstellung nimmt sich das "Denkmal für die ermordeten Juden Europas", kurz "Holocaust-Mahnmal" in Berlin zum Vorbild. Graue Stelen versinnbildlichen den Verlust für Deutschland und den Raum Herford durch den Holocaust. In der Ausstellung stehen aber nicht die Verfolgungs- und Vernichtungs-Zeiten, sondern gerade die fragile "Normalität" und der Alltag der Juden in der Stadt Herford, in Bünde, Vlotho, Enger und Spenge im Mittelpunkt. Kulturelle und wirtschaftliche Höhen und Verluste werden dargestellt und der Beitrag der Juden zur Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft gezeigt. Der Wiederbeginn nach 1945 und die aktuelle Situation der jüdischen Gemeinschaft im Raum Herford sowie Entwicklungen des Antisemitismus in Deutschland und dem Raum Herford stehen am Ende der Ausstellung.
Die Ausstellung besteht aus zwölf chronologisch und thematisch angeordneten Stelen mit je vier Seiten. Der Rundgang in der Ausstellung ist markiert und die Stelen sind unten nummeriert. Sie sollten von rechts aus umgangen und betrachtet werden. In acht Vitrinen finden sich Exponate, die Beschriftungen dazu sind jeweils links neben / hinter den Vitrinen angebracht. Auf drei Touchscreen-Stationen können kurze Filmsequenzen zu verschiedenen Themen abgerufen werden. Im Flur außerhalb des Zellentraktes finden sich Tafeln zur historischen Juden-Feindschaft und dem aktuellen Antisemitismus.
Im Zellenflur verdeutlichen eine Installation und zahlreiche Exponate Beispiele der jüdischen Kultur: Ein gedeckter Tisch zum Shabbat-Mahl, eine Platte mit Mazzen für Pessach, das Modell der Herforder Synagoge und am Ende des Flurs das Heiligste in der Synagoge, die Thora. Der hier gezeigte, aus dem Feuer der Pogromnacht gerettete, Rest steht zugleich für den Versuch der Zerstörung der jüdischen Kultur ab 1933.
Ergänzungen zur Ausstellung:
Die Ausstellung im Zellentrakt wird ergänzt durch an 20 Orten jüdischen Lebens im Kreis Herford (Synagogen, Friedhöfen und Wohnorten) angebrachte QR-Codes mit Hörtexten zur Selbsterkundung, die auch über www.zellentrakt.de abgerufen werden können.
Auf www.youtube.com/watch?v=uD6KsDkeOfg sind erste Einblicke in die Ausstellung sowie zahlreiche Original-Dokumente und viele Exponate zur über 700-jährigen jüdischen Geschichte und Kultur im Raum Herford, die zu einem Besuch anregen sollen, zu sehen.
Schirmherrschaft der Ausstellung:
Landrat Jürgen Müller, Herford
Bürgermeister Tim Kähler, Herford
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung NRW und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.
Leihgeber und Unterstützerinnen:
Landesarchiv NRW Westfalen, Münster; Landesarchiv NRW Ostwestfalen, Detmold; Centrum Judaicum Berlin (CJ); The Central Archives for the History of the Jewish People Jerusalem; Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland, Heidelberg; Widukind-Museum Enger; Städtisches Museum Herford; Jüdisches Museum Westfalen in Dorsten; Netzwerk-Gruppe Bünde; Christina Whitelaw (NB); Werner Brakensiek, Enger; Norbert Sahrhage, Spenge; Günter Schölzel, Geschichte Vlotho; Jörg Militzer, Bünde; Lutz Brade, Herford
Kooperationspartnerinnen:
Jüdische Gemeinde Herford-Detmold
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Herford e.V.
Evangelische Erwachsenenbildung - Kirchenkreisverband Herford-Lübbecke-Minden-Vlotho
Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold
Fachstelle NRWeltoffen im Kreis Herford
Mendel-Grundmann-Gesellschaft e.V., Vlotho
Kreisheimatverein Herford
Museen und Archive im Kreis Herford
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- Samstag, 19. Juni 2021 um 11.30 Uhr -
Aktionstag: Wir klagen an: Menschenrechte sind unverhandelbar
Veranstaltungsort:
Markt
32423 Minden
In einer Presseerklärung vom 17. Juni 2021 der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen Annette Kurschus heißt es:
"Wir können viel mehr Menschen eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben geben, eine Chance auf eine sichere Bleibe. Es ist und bleibt falsch, Menschen ertrinken zu lassen - egal aus welchem Grund und mit welcher Perspektive sie sich nach Europa aufgemacht haben.
Auch für die Menschen in den überfüllten Lagern an den EU-Außengrenzen sei Hilfe möglich. Nach wie vor stehen zahlreiche Kommunen und Städte in Deutschland und Europa bereit, um aus Seenot gerettete Menschen direkt aufzunehmen. Jedoch: Sie dürfen nicht helfen. Ich frage mich: Was hindert uns, endlich sichtbare und wirksame Zeichen der Menschlichkeit zu setzen? Ich fürchte, da stehen nicht die Grenzen unserer Möglichkeiten im Weg, sondern die Grenzen unseres Mitgefühls und unserer Barmherzigkeit."
Dies gilt es, auf die Straße zu bringen - mit einem Gang durch die Mindener Innenstadt um 11.30 Uhr und einer Kundgebung auf dem Markt vor dem Rathaus ab 12.00 Uhr, von wo auch der Gang durch die Stadt ausgeht.
Veranstalterin: Zivilgesellschaftliches Bündnis Seebrücke Minden: www.facebook.com/seebrueckeminden
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Pressespiegel überregional
Norddeutscher Rundfunk, 19.06.2021:
Streit um "Flügel" und V-Männer: Weiter Grabenkämpfe bei AfD
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Samstag, 19. Juni 2021
Am 26. September 2019 stimmte der Rat der Stadt Detmold, einem Antrag von Joanne Herzberg - für die Verlegung von fünf Stolpersteinen für Emilie Esther Frank, Moritz, Johanna, Gerda sowie Fritz Herzberg zu.
Am 4. Dezember 2017 wurde das - "Gedenkbuch für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Detmold" - der Historikerin Gudrun Mitschke-Buchholz aus Detmold, als digitale Fassung freigeschaltet.
Am 31. März 2011 hat der Rat der Stadt Detmold mehrheitlich den Beschluss gefasst, individuelle Formen des Erinnerns und Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in der Stadt Detmold zu unterstützen.
Am 19. Juni 2021 um 01.45 Uhr (Notruf der Polizei) drohte einer von vier Männern an einer Unterkunft für Geflüchtete in Lage-Ehlenbruch nach einer rassistischen Beleidigung einer Bewohnerin, ein Feuer zu legen.
www.gedenkbuch-detmold.de
www.stadtarchiv.detmold.de
www.jg-hf-dt.de
www.gfcjz-lippe.de
www.hiergeblieben.de
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Lippische Landes-Zeitung, 19./20.06.2021:
Gedenken an den Stolpersteinen für die Familie Herzberg
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Lippische Landes-Zeitung, 19./20.06.2021:
Gedenken an den Stolpersteinen für die Familie Herzberg
Erinnerung zum 100. Geburtstag
Detmold. Fred Herzberg, am 11. Juni 1921 als Fritz in Detmold geboren, lebte mit den Eltern und seiner Schwester Gerda in der Langen Straße 21 und damit in der Nähe zum Schloss, Konzerten im Park und zum Theater.
"Heute liegen dort Stolpersteine zum Erinnern und Gedenken für Fred und seine Familie. Seine Eltern, seine Schwester und seine Großmutter überlebten den Holocaust nicht, sie hatten keine Chance dem Völkermord zu entkommen", schreibt die Christlich-Jüdische Gesellschaft in einer Mitteilung. Fritz verließ im Februar 1939 Deutschland, beschwert mit der uneinlösbaren Aufgabe, nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie zu retten. Am Ende dieser Reise war aus Fritz Fred geworden, und dieser Weg führte ihn nie wieder nach Deutschland und Detmold zurück.
Zu seinem 100. Geburtstag gedachten der Vorstand und Mitglieder der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe am Platz der im letzten Jahr verlegten Stolpersteine an das Schicksal von Fred Herzberg. Gudrun Mitschke-Buchholz, Detmolder Historikerin und Mitarbeiterin des Stadtarchivs, berichtete in ihrer Rede mit nachdrücklichen Worten vom Lebensweg Freds, der nach seiner Auswanderung im Jahr 1947 in die USA ein neues Leben aufnahm, eine Familie gründete, Vater zweier Kinder wurde und in St. Louis ein anderes, eher europäisch geprägtes Leben führte. Seine Vergangenheit spielte dort keine offen ausgesprochene Rolle, sondern war für ihn selbst und seine Familie zu einem sehr wirkmächtigen Tabu geworden.
"Das Trauma kennt keine Zeit. Und so begleitete Fred der Verlust seiner Familie sein Leben lang", so Gudrun Mitschke-Buchholz, die 2013 in einem Buch mit dem Titel "Lebenslängliche Reise. Briefe der jüdischen Familie Herzberg 1939 - 1946" die Geschichte der Familie erstmals der Öffentlichkeit vorstellte.
Mehr Informationen zu den Opfern stehen unter www.stadtarchiv.detmold.de und www.gedenkbuch-detmold.de.
Bildunterschrift: Das Foto zeigt Joanne Herzberg an den Stolpersteinen der Familie Herzberg an der Langen Straße 21 in Detmold.
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