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1 Veranstaltung - Nachrichten ,
29.05.2021 :
Tages-Chronologie von Samstag, 29. Mai 2021
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Veranstaltungskalender:
- Samstag, 29. Mai 2021 von 14.00 bis 16.00 Uhr -
Ausstellung: "Eva, Simon und die Anderen" - Jüdische Geschichte und Kultur im Raum Herford
Veranstaltungsort:
Gedenk-, Dokumentations-
und Begegnungsstätte Zellentrakt
Rathausplatz 1
32052 Herford
www.kuratorium-herford.de
www.zellentrakt.de
www.instagram.com/gedenkstaettezellentrakthf/?hl=de
www.twitter.com/HFzellentrakt
Anmeldung erforderlich:
Unter den jeweils aktuell geltenden Bedingungen der Corona-Schutzverordnung öffnet die Gedenkstätte Zellentrakt ab dem 29. Mai 2021 wieder für Besucherinnen und Besucher.
Jeweils samstags und sonntags ist die Gedenkstätte von 14.00 bis 16.00 Uhr für höchstens zehn Besucherinnen, Besucher gleichzeitig zugänglich.
Erforderlich ist eine Anmeldung unter (05221) 189257 oder info@zellentrakt.de.
Ein spontaner Besuch ist nur möglich, wenn die Kapazitäten nicht ausgefüllt sind. Ein Nachweis von Test, Impf-Status oder Genesung ist nicht erforderlich, zur Nachverfolgung werden die Daten erfasst. Die Einhaltung alles Hygiene-Bedingungen (Maske, Abstand, Desinfektion) wird vorausgesetzt.
Die Ausstellung:
Die Ausstellung ist der Beitrag des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken e.V. und der Gedenkstätte Zellentrakt zum Festival-Jahr "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland": Am 11. Dezember 321 erlässt der römische Kaiser Konstantin ein Edikt. Es legt fest, dass jüdische Menschen städtische Ämter in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns, bekleiden dürfen und sollen. Dieses Edikt belegt eindeutig, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike wichtiger integrativer Bestandteil der europäischen Kultur sind. 2021 steht Deutschland in besonderem Fokus, denn in diesem Jahr werden Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1.700 Jahren auf dem Territorium des heutigen Deutschlands leben.
1988 wurde in Herford die Ausstellung "Juden in Herford - 700 Jahre jüdische Geschichte und jüdische Kultur in Herford" gezeigt, die erste umfassende Darstellung zum Thema. Aus Anlass des Festival-Jahres zeigt das Kuratorium Erinnern Forschen Gedenken e.V., das in Folge der damaligen Ausstellung entstanden ist, eine um zahlreiche neue Forschungen und Aspekte ergänzte Ausstellung, die auch die Jüdischen Gemeinden Vlotho, Bünde und Enger mit in den Blick nimmt.
Das Design der Ausstellung nimmt sich das "Denkmal für die ermordeten Juden Europas", kurz "Holocaust-Mahnmal" in Berlin zum Vorbild. Graue Stelen versinnbildlichen den Verlust für Deutschland und den Raum Herford durch den Holocaust. In der Ausstellung stehen aber nicht die Verfolgungs- und Vernichtungs-Zeiten, sondern gerade die fragile "Normalität" und der Alltag der Juden in der Stadt Herford, in Bünde, Vlotho, Enger und Spenge im Mittelpunkt. Kulturelle und wirtschaftliche Höhen und Verluste werden dargestellt und der Beitrag der Juden zur Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft gezeigt. Der Wiederbeginn nach 1945 und die aktuelle Situation der jüdischen Gemeinschaft im Raum Herford sowie Entwicklungen des Antisemitismus in Deutschland und dem Raum Herford stehen am Ende der Ausstellung.
Die Ausstellung besteht aus zwölf chronologisch und thematisch angeordneten Stelen mit je vier Seiten. Der Rundgang in der Ausstellung ist markiert und die Stelen sind unten nummeriert. Sie sollten von rechts aus umgangen und betrachtet werden. In acht Vitrinen finden sich Exponate, die Beschriftungen dazu sind jeweils links neben / hinter den Vitrinen angebracht. Auf drei Touchscreen-Stationen können kurze Filmsequenzen zu verschiedenen Themen abgerufen werden. Im Flur außerhalb des Zellentraktes finden sich Tafeln zur historischen Juden-Feindschaft und dem aktuellen Antisemitismus.
Im Zellenflur verdeutlichen eine Installation und zahlreiche Exponate Beispiele der jüdischen Kultur: Ein gedeckter Tisch zum Shabbat-Mahl, eine Platte mit Mazzen für Pessach, das Modell der Herforder Synagoge und am Ende des Flurs das Heiligste in der Synagoge, die Thora. Der hier gezeigte, aus dem Feuer der Pogromnacht gerettete, Rest steht zugleich für den Versuch der Zerstörung der jüdischen Kultur ab 1933.
Ergänzungen zur Ausstellung:
Die Ausstellung im Zellentrakt wird ergänzt durch an 20 Orten jüdischen Lebens im Kreis Herford (Synagogen, Friedhöfen und Wohnorten) angebrachte QR-Codes mit Hörtexten zur Selbsterkundung, die auch über www.zellentrakt.de abgerufen werden können.
Auf www.youtube.com/watch?v=uD6KsDkeOfg sind erste Einblicke in die Ausstellung sowie zahlreiche Original-Dokumente und viele Exponate zur über 700-jährigen jüdischen Geschichte und Kultur im Raum Herford, die zu einem Besuch anregen sollen, zu sehen.
Schirmherrschaft der Ausstellung:
Landrat Jürgen Müller, Herford
Bürgermeister Tim Kähler, Herford
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung NRW und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.
Leihgeber und Unterstützerinnen:
Landesarchiv NRW Westfalen, Münster; Landesarchiv NRW Ostwestfalen, Detmold; Centrum Judaicum Berlin (CJ); The Central Archives for the History of the Jewish People Jerusalem; Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland, Heidelberg; Widukind-Museum Enger; Städtisches Museum Herford; Jüdisches Museum Westfalen in Dorsten; Netzwerk-Gruppe Bünde; Christina Whitelaw (NB); Werner Brakensiek, Enger; Norbert Sahrhage, Spenge; Günter Schölzel, Geschichte Vlotho; Jörg Militzer, Bünde; Lutz Brade, Herford
Kooperationspartnerinnen:
Jüdische Gemeinde Herford-Detmold
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Herford e.V.
Evangelische Erwachsenenbildung - Kirchenkreisverband Herford-Lübbecke-Minden-Vlotho
Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold
Fachstelle NRWeltoffen im Kreis Herford
Mendel-Grundmann-Gesellschaft e.V., Vlotho
Kreisheimatverein Herford
Museen und Archive im Kreis Herford
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Pressespiegel überregional
Rheinische Post Online, 29.05.2021:
Polizeiakademie Hessen / Polizei-Nachwuchswerbung aus Versehen auf rechtem Portal gelandet
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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Samstag, 29. Mai 2021
In der Nacht auf den 15. Mai 2021 wurde vor einem Baumarkt in Lage eine Regenbogen-Fahne - teilweise in Brand gesetzt - laut Kreispolizeibehörde Lippe, irrtümlich eine "Werbeaktionsflagge eines Baumarktes".
Am 28. Mai 2021 wurde in einem Streifenwagen, der Kreispolizeibehörde Lippe, beim Herunterklappen der Sonnenblende (Fahrerseite) ein aufgemaltes (etwa 1,5 mal 1,5 Zentimeter großes) Hakenkreuz entdeckt.
Am 28. April 2021 dozierte Patrizia John, Masterstudentin der Friedens- und Konfliktforschung, online zum Geschehen "Gestrandet zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien. Flüchtende an der EU-Außengrenze".
www.hiergeblieben.de
www.lippische-landeskirche.de
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Artikel-Einträge in der Datenbank:
Lippische Landes-Zeitung, 29./30.05.2021:
Flagge brennt, Staatsschutz ermittelt
Neue Westfälische, 29./30.05.2021:
Hakenkreuz in Streifenwagen
Lippische Landes-Zeitung, 29./30.05.2021:
Tausende Flüchtlinge stecken fest
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Lippische Landes-Zeitung, 29./30.05.2021:
Flagge brennt, Staatsschutz ermittelt
Lage (lob). Nachdem Unbekannte vor etwa zwei Wochen eine Flagge vor dem Lagenser Toom-Baumarkt an der Detmolder Straße in Brand gesteckt hatten, ermittelt nun der Staatsschutz. Denn es handelte sich dabei nicht, wie zunächst geschrieben, um eine Werbeaktionsflagge des Marktes, sondern um eine so genannte Regenbogen-Flagge, die dort anlässlich des internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie am 17. Mai aufgehängt worden war.
Die betreffende Sachbearbeiterin habe die Anzeige nun nach Bielefeld weitergeleitet, bestätigt Lars Ridderbusch von der lippischen Polizei-Pressestelle auf Anfrage.
Auf die Frage, warum zunächst lediglich von einer "Werbeaktionsflagge" die Rede war, mutmaßt Ridderbusch: "Nach wie vor scheint es so zu sein, dass nicht jeder die Bedeutung der Regenbogen-Flagge kennt."
Gleichwohl sei davon auszugehen, dass hinter der Beschädigung eine Botschaft stecke. Deshalb sei nun auch der Staatsschutz eingeschaltet worden. Große Hoffnungen, dass der oder die Täter gefunden werden, hat die Polizei jedoch momentan nicht. Sie bittet nach wie vor um Hinweise unter Tel. (05232) 95950.
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Neue Westfälische, 29./30.05.2021:
Hakenkreuz in Streifenwagen
Bielefelds Polizeipräsidentin Giere: "Unerträglich"
Detmold (lnw). Nach dem Fund eines Hakenkreuzes in einem Streifenwagen der Polizei des Kreises Lippe hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Einer Beamtin war das aufgemalte verbotene Zeichen am Freitag am Fahrzeughimmel beim Herunterklappen der Sonnenblende auf der Fahrerseite aufgefallen. Das teilte die Polizei in Bielefeld mit. Die Beamtin habe sofort ihre Vorgesetzten informiert. Die schalteten anschließend den Staatsschutz ein. Der wird bei politisch motivierten Straftaten aktiv.
Der Streifenwagen war Mitte Mai als Neuwagen von der Polizei im Kreis Lippe übernommen worden. Das aufgemalte Hakenkreuz ist laut Mitteilung etwa 1,5 mal 1,5 Zentimeter groß und nur bei umgeklappter Sonnenblende sichtbar.
"Noch ist nicht klar, mit welcher Motivation und durch wen dieses Kennzeichen in dem Streifenwagen angebracht wurde. Fest steht: das Hakenkreuz ist ein verfassungsfeindliches, verbotenes Symbol. Die Schmiererei ist unerträglich und wir werden alles daran setzen, nachzuverfolgen, wer der Verfasser ist", sagte Bielefelds Polizeipräsidentin Katharina Giere laut Mitteilung. Da der Streifenwagen in einer externen Werkstatt war, kommen nicht nur Beschäftigte der Polizei für die Straftat infrage.
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Lippische Landes-Zeitung, 29./30.05.2021:
Tausende Flüchtlinge stecken fest
Friedensforscherin berichtet aus Sarajevo
Kreis Lippe. Direkt an der EU-Außengrenze zu Kroatien, in Bosnien-Herzegowina, sitzen Tausende Menschen auf der Flucht fest. Wie es ihnen ergeht, hat Patrizia John in einem Online-Vortrag vorgestellt. Dieter Bökemeier, Landespfarrer für Diakonie, Ökumene und Migration, begrüßte 25 Gäste.
Sie waren laut Pressemitteilung der Einladung der Lippischen Landeskirche und des Forums Offenes Detmold gefolgt. Patrizia John, Masterstudentin der Friedens- und Konfliktforschung, bereist die Region für Forschungszwecke und berichtete live aus der Hauptstadt Sarajevo. Aktuell leben rund 8.000 Geflüchtete aus Afghanistan, Pakistan, dem Iran, aus Syrien, dem Irak und aus Marokko in dem Gebiet.
Patrizia John bot Einblicke in die politische Zerrissenheit des Landes, das mit der Fluchtsituation völlig überfordert sei. Das komplizierte politische System mit einer Regierung in der Republica Srpska sowie zehn lokalen Kantonsregierungen in der Föderation Bosnien und Herzegowina und seiner Hauptstadt Sarajevo führe zur totalen Dysfunktion. Hilfsgelder der EU versickerten im bürokratischen Dickicht.
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