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Die Glocke , 08.06.2021 :

Gütersloher Musiker spielen auf Neonazi-Konzerten

Herford (bor). Die Wewelsburg in Büren, das Hermannsdenkmal in Detmold und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica: "Diese Orte werden immer wieder von Rechtsextremisten instrumentalisiert", sagt Janine Tappe von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) OWL. Die Stätten übten eine hohe Anziehungskraft aus und würden als Treffpunkt der Szene genutzt - wenngleich sich etwa das Kreismuseum Wewelsburg mit Händen und Füßen dagegen wehre, von Neonazis vereinnahmt zu werden. Insgesamt schätzt die MBR die Anzahl der Rechtsextremisten in OWL auf mehrere hundert Personen - auch wenn seriöse Angaben darüber schwierig zu treffen seien. Ein Überblick über einige rechtsextreme Akteure in Westfalen:

"Reichsbürger": Selbsternannte "Reichsbürger" leugnen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland. Sie sind oft lose in Gruppen organisiert und gelten als sehr waffenaffin. Allein 162 Personen aus der NRW-Szene haben einen Waffenschein. Das zeigt ein aktueller Bericht der NRW-Landesregierung, den die Grünen im Landtag angefordert hatten. "Das Phänomen der Reichsbürger ist stärker im ländlichen Raum als in Ballungszentren verbreitet", teilt die Landesregierung im Bericht mit und weist auf Gruppen aus Preußisch-Oldendorf und Bünde hin. Auch die MBR sieht die "Reichsbürger" in OWL "fest verankert".

Neonazi-Bands: "In OWL haben Neonazi-Bands eine lange Tradition", informiert die MBR. Die Landesregierung nennt die rechtsextreme Musikgruppe "Sleipnir" sowie den Rapper "MaKss Damage" - beide sind aus Gütersloh und spielen den Angaben zufolge regelmäßig bei Neonazi-Konzerten.

Ursula H.: Die bis November 2020 in Bielefeld inhaftierte Holocaust-Leugnerin Ursula H. (92) aus Vlotho gilt als "alte Dame" der Szene. Die Demonstrationen für ihre Freilassung dominierten die regionale Straßenpolitik der Neonazis in Westfalen. Die MBR beobachtete unter den zuletzt 230 Demonstranten "eine Gemengelage aus jüngeren Neonazis um die Partei "Die Rechte", Holocaust-Leugnern und "Reichsbürgern"".

"Identitäre Bewegung" / Burschenschaften: Zum Netzwerk "Neue Rechte", das versucht, seinen rechtsextremen Ansichten einen intellektuellen Anstrich zu verleihen, zählt die "Identitäre Bewegung". Der Vereinssitz der völkischen Gruppe, die vom Bundesverfassungsschutz beobachtet wird, ist im Herbst 2020 von Rostock nach Salzkotten (Kreis Paderborn) verlegt worden. In Bielefeld und Paderborn fielen die sich als hip gebenden Mitglieder durch das Aufhängen von Nazi-Bannern und -Flyern auf, auch in Sozialen Medien sind sie aktiv. Die Bielefelder Burschenschaft "Normannia-Nibelungen" hält laut NRW-Landesregierung enge Verbindungen zur "Identitären Bewegung".

Bildunterschrift: Bei Demonstrationen für die Holocaust-Leugnerin Ursula H. trafen sich zuletzt viele Akteure der rechtsextremen Szene in OWL.

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Am 8. Juni 2021 informierte "Die Glocke", über die extrem rechte Szene in Ostwestfalen-Lippe - sowie das Angebot / die Arbeit der "Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus OWL / Regierungsbezirk Detmold".

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www.mobim.info


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