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Neue Westfälische - Tageblatt für Enger-Spenge , 21.05.2021 :

Den Gedenkort würdig präsentieren

Politik ist einig: Franziska-Spiegel-Gedenkstein soll umgestaltet werden

Mareike Patock

Spenge. Der kleine Stein, der ein wenig abseits der Straße im Hückerholz steht, soll an das grausame Schicksal von Franziska Spiegel erinnern. Nicht weit entfernt von seinem Standort ist die jüdische Frau im November 1944 - ein halbes Jahr vor Ende des Krieges - von den Nazis kaltblütig ermordet worden.

Um die Erinnerung an sie wach zu halten, ist das Mahnmal 1991 errichtet worden.

Der Zustand des Gedenkorts allerdings lässt zu wünschen übrig. Darum hat sich jetzt der Kulturausschuss damit befasst, wie das Umfeld und der Gedenkstein würdig umgestaltet werden können.

Die Partei "Die Linke" in Spenge hatte zuvor den Rat und den Spenger Bürgermeister aufgefordert, den Gedenkort "endlich in einen würdigen Zustand zu bringen".

Heute erinnerten nur noch "ein kleiner, inzwischen verdreckter Stein mit einer Plakette, eine kleine von Freiwilligen gezimmerte Bank aus Paletten, einige Blumen und ein Straßenschild" an Franziska Spiegel, schrieb Eric Brennemann und betonte: "Wir sind entsetzt über den Zustand des Franziska-Spiegel-Denkmals in Hücker-Aschen."

Durch seine Lage im Wald weise der Stein regelmäßig Grünverfärbungen auf, teilte auch die Stadt Spenge mit.

Und da die Gedenkstätte bislang über keine Abgrenzung oder Einfriedung verfüge, wirkten abgestellte LED-Kerzen und Kränze immer etwas "unaufgeräumt".

Einstimmig votierten die Ausschuss-Mitglieder für den Vorschlag der Verwaltung, um den Gedenkstein eine Einfriedung aus Steinen zu errichten, die 10 bis 15 Zentimeter hoch sein soll. Im Inneren soll diese mit Rindenmulch aufgefüllt werden.

So könne man die Gedenkstätte von ihrer natürlichen Umgebung im Wald abgrenzen, gleichzeitig aber ihre bisherige Charakteristik erhalten, hatte die Verwaltung argumentiert.

Schon im Juni könnte der Stein eingefriedet werden, sagte Nicole Bertram von der Stadt Spenge. Außerdem soll der Bauhof regelmäßig an der Gedenkstelle vorbeischauen, um zum Beispiel auch Unrat oder alte Kränze zu entfernen. "Dort sollte eine kontinuierliche Pflege gegeben sein", betonte Lars Hartwig (CDU).

Und auch Wolfgang Günther (SPD) unterstrich: "Eine konstante Pflege sollte gewährleistet sein."

"Wir sind uns alle einig, Gedenkorten dieser Art Wertschätzung entgegen zu bringen", sagte die Ausschuss-Vorsitzende Annegret Beckmann (SPD).

Bildunterschrift: Der Gedenkstein im Hückerholz soll an das Schicksal der ermordeten Jüdin Franziska Spiegel erinnern.

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Am 4. November 1944 wurde die Jüdin Franziska Spiegel (6. Mai 1905) von SS-Männern, im Hücker­holz in der Nähe von Spenge, hingerichtet (Halsschuss), auf ihren Rücken war der Zettel "Sie war Jüdin" geheftet.

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www.hücker-aschen.de/html/franziska_spiegel.htm


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