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Lippische Landes-Zeitung , 20.05.2021 :

Fenster-Projekt zur Erinnerung

Detmold. Das Fenster-Projekt der Lippischen Landeskirche für das Gespräch mit Kulturschaffenden zum Gedenken an 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland geht in die zweite Woche. Ab Freitag, 21. Mai, stellt Silke Budde ihr Werk "Das Eifersuchtsopfer" in der Lortzingstraße 4 aus.

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Lippische Landes-Zeitung, 17.05.2021:

1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Performance an der Gedenkstätte "Alte Synagoge" und Kunst in den Fenstern

Detmold. Mit einem Open-Air-Kunstprojekt haben die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe und die Geschwister-Scholl-Gesamtschule an der Gedenkstätte einen Akzent im Gedenkjahr "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" gesetzt. Außerdem ist ein weiteres Projekt gestartet worden, indem über 19 Wochen hinweg Kunst zu sehen sein wird.

Bereits 2018 war mit Schülern (Kunstkurs Jahrgangsstufe 11 unter Leitung von Lehrerin Dorle Timmerhues-Gottschalk) der Geschwister-Scholl-Gesamtschule und der evangelischen Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe, Bettina Hanke-Postma, eine Projektidee entwickelt worden, mit einer Kunstaktion auf das lange jüdische Leben in Detmold und Lippe aufmerksam zu machen.

Das Ergebnis sind acht Stoffbahnen mit deutschen und hebräischen Texten aus den heiligen Schriften der Preisungen beziehungsweise der Psalmen, die zwischen den Säulen an der Gedenkstätte am Platz der Alten Synagoge an der Exterstraße vorübergehend installiert wurden. Mit Bedacht war für die Performance der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkrieges gewählt worden.

Detmolds stellvertretende Bürgermeisterin Christ-Dore Richter betonte so auch in ihrem Grußwort, wie wichtig für Jugendliche die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte ist, damit sie ihre Zukunft im demokratischen Sinne gestalten können.

In Anwesenheit von Schulleiter Christoph Trappe und einigen beteiligten Schülern des Kunstkurses der Gesamtschule, erläuterte Bettina Hanke-Postma den Weg von der Idee zur Umsetzung: Die Auseinandersetzung mit den Psalmtexten und deren bildliche Umsetzung, aber auch das Annähern an den Ort der Gedenkstätte mit einer persönlichen Begehung. Ihr besonderer Dank galt der Stadt Detmold, deren städtischer Bauhof ganz unkompliziert die Installation der Fahnen realisierte.

Da die augenblicklichen Corona-bedingten Umstände eine längere Ausstellung an der Gedenkstätte nicht ermöglichten, sollen die Fahnen als Wanderausstellung interessierten Schulen und Organisationen zur Verfügung gestellt werden. Ansprechpartnerin ist Bettina Hanke-Postma unter der Mail-Adresse GfcjZ@t-online.de.

Außerdem hat das Fenster-Projekt zum 1.700-jährigen Gedenken an jüdisches Leben in Deutschland begonnen. Über 19 Wochen hinweg stellen Künstlerinnen und Künstler im Fenster der Lortzingstraße 4 ein Werk aus. Dieses hat laut Pressemitteilung jeweils Bezug zu dem am jeweiligen Shabbat in der Synagoge, dem jüdischen Gotteshaus, verlesenen Text aus der Tora, den fünf Büchern Mose.

Auf Einladung der Lippischen Landeskirche beteiligen sich Kunstschaffende an dem Projekt. Sie orientieren sich dabei an der Bibelübersetzung, die der gebürtige Detmolder Leopold Zunz für die jüdische Gemeinschaft geschaffen hat. Der Ort ist symbolisch gewählt. Die Lortzingstraße 4 in Detmold befindet sich gegenüber der ehemaligen neuen Synagoge Detmold, die 1907 eingeweiht und 1938 zerstört wurde. Von ihr geblieben ist ein Gedenkstein, der an den Ort und seine Zerstörung erinnert.

Das Fenster, in dem nun Kunstwerke zu den Lesungstexten hängen, blickt hinaus auf die neue Bebauung und den Gedenkstein. Die Aktion erinnert an das, was auf der gegenüberliegenden Straßenseite geschehen könnte, wären nicht Synagoge und jüdischen Menschen der Vernichtung zum Opfer gefallen. Die Beiträge wechseln jeweils am Freitagnachmittag, um den Beginn des Shabbat zu kennzeichnen. Der erste Beitrag von Maik Fleck beschäftigt sich zum Beispiel mit dem Beginn des 4. Buches Mose.

Bildunterschrift: An der Gedenkstätte: Stellvertretende Bürgermeisterin Christ-Dore Richter (von links), Christoph Trappe, Leiter Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Bettina Hanke-Postma, evangelische Vorsitzende Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, mit Schülern des Kunstprojektes.

Bildunterschrift: Fenster-Projekte: Ein Bild von Maik Fleck.

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Bis 25. September 2021 läuft zum Gedenken an 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland das Fenster-Projekt des Beauftragten der Lippischen Landeskirche in Detmold für das Gespräch mit Kulturschaffenden.

Am 8. Mai 2021 fügten die Gesellschaft für Christlich Jüdische Zusammenarbeit in Lippe, und Geschwister-Scholl-Schule in Detmold Stoffbahnen an der Gedenkstätte am Platz der Alten Synagoge (Exterstraße) an.

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