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Mindener Tageblatt ,
19.05.2021 :
Trauer um die Opfer
Polizei schützt Mindener Synagoge
Minden (mt/och). Zwischen Israel und dem Gazastreifen eskaliert die Gewalt. In Deutschland gab es daraufhin Proteste, mit teils antiisraelischen, aber auch antisemitischen Äußerungen. In einigen Städten wurden Synagogen angegriffen.
Das veranlasst den Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Minden zu einer Stellungnahme: "Mit Bestürzung sehen wir die Bilder aus Israel und den palästinensischen Gebieten. Wir trauern um alle Opfer und unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer dieser andauernden Gewalt."
Leider sei diese Gewalt inzwischen auch in Deutschland angekommen, heißt es weiter. "Diesen Terror, der erneut undifferenziert und kollektiv Jüdinnen und Juden hier vor Ort für Ereignisse in Israel in Haftung nimmt und damit eine zutiefst antisemitische Haltung offenbart, lehnen wir entschieden ab."
Ein positives Zeichen sei jedoch, dass jemand an das Tor zur Mindener Synagoge Rosen zum Zeichen der Solidarität gehängt habe.
Die GCJZ hoffe auf eine baldige Entspannung der Lage durch "das Stoppen der terroristischen Raketen-Angriffe auf Israel". Langfristig hoffe die GCJZ auf weitere multilaterale Abkommen im Nahen Osten mit Israel, um den Friedensprozess voranzubringen.
Die Jüdische Gemeinde selber möchte sich nicht zu der aktuellen Lage äußern. Solidarisch mit der Gemeinde erklärt sich auch die Wählervereinigung "Wir für Minden". Die Ausschreitungen in mehreren deutschen Städten kritisiert sie scharf: "Wir sind in Gedanken bei der Jüdischen Gemeinde in Minden und hoffen, dass uns solche Ausschreitungen in Minden erspart bleiben."
Rosen als Zeichen der Solidarität an den Zaun gehängt
Seit dem 12. Mai wird die Mindener Synagoge rund um die Uhr von der Polizei beschützt. Das bestätigt Pressesprecher Ralf Steinmeyer. Die Polizei habe Kontakt zu den Verantwortlichen der Gemeinde aufgenommen, mit denen sie ohnehin in ständigem Austausch stehe. Das habe sich über die Jahre sehr bewährt.
Proteste gegen die israelische Politik habe es in Minden nach Kenntnis der Polizei bislang nicht gegeben. Allerdings hätten vergangenen Mittwoch rund 200 überwiegend türkischstämmige Personen in Espelkamp protestiert.
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Seit dem 12. Mai 2021 beschützt die Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke nach Übergriffen in NRW, rund um die Uhr die Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde Minden wie auch die Alte Synagoge Petershagen.
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