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Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt , 17.05.2021 :

"Die zionistische Politik ist schuld"

Mehrere hundert Palästinenser und Sympathisanten bei Mahnwache am Rathaus - Kritik an deutschen Medien

Von Bernd Bexte

Herford (HK). Die Stimmung ist hoch emotional, zeitweilig aufgeheizt. Verzweiflung und Wut schwingen in den Redebeiträge mit, auch wenn Außenstehende, die des Arabischen nicht mächtig sind, sie nicht immer verstehen können. Hunderte Palästinenser aus der Region kommen am Sonntag vor dem Rathaus zusammen, um auf die Lage in ihrer Heimat aufmerksam machen zu wollen, die seit Tagen vom gegenseitigen Beschuss der israelischen und palästinensischen Seite erschüttert wird.

Für die Anwesenden ist klar, dass Israel der Aggressor ist, grundlos Kinder, Frauen und Männer töte. Jahrzehntelange Demütigung, Unterdrückung und Vertreibung zwecks Siedlungsbau hätten nun zur Reaktion aus dem Gazastreifen geführt. "Darüber berichten die deutschen Medien aber nicht richtig. Wir kennen die Wahrheit", sagt ein Redner. "Schaut euch auch die andere Seite an", appelliert er an die deutsche Öffentlichkeit, die allerdings spärlich vertreten ist. Man habe nichts gegen Juden, betonen mehrere Redner, meist junge Männer. "Es ist die zionistische Politik, die schuld ist." Und immer wieder ertönt lautstark "Allahu Akbar" (Gott ist am größten) über den Platz, auf den die Organisatoren zwecks Corona-Abstand zuvor Kreidekreuze als Standmarkierung auf das Kopfsteinpflaster gemalt haben. Das islamische Zentrum Herford hat die Kundgebung angemeldet. Yousef Taha, in Herford geborener Deutscher palästinensischer Herkunft, ist dessen Sprecher. "Die Haltung der deutschen Politik ist einseitig auf Seiten Israels", kritisiert er vor allem CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet. Zu den Raketen der Hamas äußert er sich auf Nachfrage nicht näher. Nur so viel: "Jedes Volk hat das Recht auf Widerstand."

Am Ende bedankt sich Taha über Lautsprecher bei Polizei und Ordnungsamt.

Bildunterschrift: Hunderte Palästinenser sowie Sympathisanten aus anderen arabischen und muslimisch geprägten Ländern sind auf den Rathausplatz gekommen. Die Veranstalter weisen immer wieder darauf hin, Abstand zu halten.

Bildunterschrift: Die Polizei ist mit etwa 15 Einsatzwagen und einem Großaufgebot vor Ort. Es bleibt alles friedlich.

Bildunterschrift: In hoch emotionalen, zu Teil aufpeitschenden Redebeiträgen machen vor allem junge Männer ihrer Verzweiflung Luft.

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Westfalen-Blatt / Herforder Kreisblatt, 15./16.05.2021:

Plakate gegen Gewalt

Demonstration gegen Konflikt im Nahen Osten auf Altem Markt

Herford (HK/rec). Beim Protest gegen den Gewaltausbruch im Nahen Osten auf dem Alten Markt sind palästinensische Flaggen zu sehen, aber keine israelischen. Spruchbänder und Plakate verurteilen das Vorgehen der israelischen Polizei gegen palästinensische Familien in Ost-Jerusalem, nicht aber den Raketenbeschuss der Hamas aus dem Gaza-Streifen.

Die 25 von der Gruppe für Menschenrechte und Demokratie zusammengetrommelten Teilnehmer möchten eine von ihnen wahrgenommene "Schieflage" in der Medienberichterstattung korrigieren. Gabi Bieberstein aus dem Organisations-Team, aber auch Berthold Keunecke, Synodalbeauftragter für Friedensbildung im evangelischen Kirchenkreis, sehen in Schlagzeilen und Kurznachrichten vor allem die Palästinenser an den Pranger gestellt: "Sie schießen mit Raketen und Israel reagiert darauf. Das bleibt hängen. So ist es aber nicht."

Ihre tief reichenden Kenntnisse über die Genese und Ursachen des Konflikts erfährt man in persönlichen Gesprächen mit den Teilnehmern - so wie auch in länger dauernden Hintergrundberichten in Hörfunk, Fernsehen und Presse die politischen und an dem Konflikt interessierten Kräfte auf beiden Seiten ausdrücklich benannt werden. Doch auf dem Alten Markt, auf dem das Interesse der Passanten an öffnenden Eisdielen, Bäckereien und Cafés sichtbar höher ist, reicht es eben auch nur für Schlagworte.

Bildunterschrift: Gut 25 Teilnehmer protestieren auf dem Alten Markt gegen die Gewalt im Nahen Osten.

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Am 16. Mai 2021 wurden auf einer Anti-Israel-Kundgebung ("Die zionistische Politik ist schuld") in Herford mit mehr als zweihundert Teilnehmenden antisemitische Stereotype, Vorurteile und Feindbilder verbreitet.

Am 14. Mai 2021 nahm die mit Antisemitismus-Vorwürfen behaftete nordrhein-westfälische Sprecherin der Partei "Die Linke" - Inge Höger - vorderst an der Anti-Israel-"Mahnwache", am Alten Markt in Herford, teil.

Am 14. Mai 2021 fand in Herford am Alten Markt eine "Mahnwache" - der "Gruppe für Menschenrechte und Demokratie" (Gabi Bieberstein) gegen die "israelische Besatzung" - "Vertreibung der Palästinenser", statt.

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