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Westfalen-Blatt / Zeitung für Gütersloh ,
12.05.2021 :
Anderer Wahlkreis für Hemmelgarn
Kreis Gütersloh (dl). Udo Hemmelgarn, Bundestagsabgeordneter der Alternative für Deutschland (AfD), tritt bei der Bundestagswahl nicht mehr für den Wahlkreis 131 Gütersloh an. Das Westfalen-Blatt hat nach den Gründen gefragt.
Herr Hemmelgarn, bei der Bundestagswahl im September treten nicht Sie, sondern Axel Nußbaum als Kandidat für den Bundestagswahlkreis 131 Gütersloh an. Warum verzichten Sie auf eine erneute Kandidatur?
Hemmelgarn: Ich wollte keine Kampfkandidatur. Es ist viel wichtiger, dass die AfD in Ostwestfalen-Lippe für jeden Wahlkreis einen Kandidaten stellt. Hätte Herr Nußbaum nicht vehement darauf bestanden, für den Wahlkreis 131 zu kandidieren, wäre ich angetreten. So ist es mir jetzt egal.
Wie geht es jetzt für Sie weiter?
Hemmelgarn: Am Wochenende stellt die AfD die Landesliste auf. Da würde es mir eine große Freude bereiten, wenn Herr Nußbaum den Mut aufbrächte, gegen mich zu kandidieren.
Also treten Sie für einen anderen Wahlkreis an?
Hemmelgarn: Mir sind bislang zwei andere Wahlkreise angeboten worden. Es muss also nicht Gütersloh sein. Dass ich mich der Region dennoch verbunden fühle, davon können Sie ausgehen. Aber wichtiger ist, dass alle Wahlkreise besetzt werden. Ich bezeichne mich auch als Ostwestfale, bin aktuell das einzige AfD-Bundestagsmitglied aus OWL. Seit sieben Jahren bin ich Sprecher des AfD-Bezirksverbands Detmold / Ostwestfalen. Solch eine Kontinuität ist bei der AfD selten. Daher denke ich, dass ich meine Arbeit ganz ordentlich mache.
Bildunterschrift: Seit 2017 ist Udo Hemmelgarn aus Harsewinkel Mitglied für die AfD im Bundestag.
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Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 11.05.2021:
Offener Streit innerhalb der AfD
Der Bundestagsabgeordnete Udo Hemmelgarn überlässt seinen Gütersloher Wahlkreis Axel Nußbaum / Auf den ersten Blick sieht das wie Kapitulation aus, aber in Wirklichkeit kann sich der Neue seines Einzugs nach Berlin keineswegs sicher sein
Ludger Osterkamp
Gütersloh. Der heimische AfD-Bundestagsabgeordnete Udo Hemmelgarn muss sich einen neuen Wahlkreis suchen. Bei der Versammlung am Wochenende in Gütersloh stimmte die Mehrheit der Mitglieder dafür, den Kreisvorsitzenden Axel Nußbaum anstelle von Hemmelgarn als ihren Kandidaten für die Bundestagswahl zu nominieren. Zwar kam es zu keiner Kampfabstimmung, gleichwohl trat ein offener Konflikt zutage, der sich auch durch den Kreisverband zieht.
So bezichtigte Nußbaum seinen Kontrahenten, ein schlechter Verlierer zu sein. Hemmelgarn habe direkt nach der Wahl die Versammlungsstätte verlassen und nicht mal gratuliert. Hemmelgarn wiederum hält Nußbaum vor, sehr auf den eigenen Vorteil und an dem Aufbau von Seilschaften interessiert zu sein. Konstruktive, zukunftsgerichtete Politik lasse sich mit ihm nur schwer betreiben. Hemmelgarn kündigte an, nun für einen anderen Wahlkreis in OWL zu kandidieren. Mehrere Kreisverbände hätten ihn dazu ermuntert.
"Dann wird Axel eine bittere Erfahrung machen müssen"
"Soll der Axel in Gütersloh mal die Arbeit machen, meinetwegen", sagte der 62-jährige Harsewinkeler. Er sei dem offenen Machtkampf in seinem Stamm-Wahlkreis aus gutem Grund ausgewichen. "Andere AfD-Wahlkreise haben Mühe, einen eigenen Kandidaten zu finden, dort kann ich nun einspringen." Auf diese Weise sei ein weiterer Bewerber aus OWL gesichert. Wegen der Ressentiments, denen AfDler häufig ausgesetzt seien, habe die Partei gelegentlich Schwierigkeiten, Kandidaten zu finden, erst recht, wenn es sich um aussichtslose Posten handele, denn mehr als einen Abgeordneten werde die OWL-AfD kaum nach Berlin entsenden können.
"Ich verstehe mich ohnehin als Abgeordneter für ganz Ostwestfalen-Lippe", sagte Hemmelgarn, seit 2014 Sprecher des Bezirksverbandes. Nach seiner Wahl zum Bundestagskandidaten in einem der noch offenen OWL-Wahlkreise werde er bei den Aufstellungsversammlungen für die Landesliste Mitte Mai für einen vorderen Listenplatz kandidieren, einen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit zum erneuten Einzug in den Bundestag berechtige. Sollte Nußbaum bei der Landesliste versuchen, ihm diesen Platz ebenfalls streitig zu machen, "wird Axel die bittere Erfahrung machen müssen, dass er auf Bezirksebene leider isoliert ist".
Wie zerschnitten das Tischtuch zwischen den beiden aktuell exponiertesten Köpfen der Kreis-AfD ist, zeigt sich auch daran, dass Nußbaum seit gut zwei Monaten nicht mehr dem Mitarbeiterteam im Wahlkreisbüro von Hemmelgarn angehört. "Ich bin für einen fairen und offenen Umgang miteinander. Daher blieb mir nichts anders übrig, als zu kündigen", sagte Nußbaum, der seit 2019 für Hemmelgarn gearbeitet hatte. In einem offenen Brief an andere Parteimitglieder soll er die Kündigung mit distanzierenden Worten zu Hemmelgarn und den generellen Haltungen vieler Mandatsträger begründet haben - ein Brief, der bei den Parteigranden nicht gut angekommen sei, wie es heißt.
"Ich sehe keinen Grund, die erheblichen Differenzen zu leugnen", sagte Nußbaum. Der 58-jährige Gütersloher führt den AfD-Kreisverband seit November 2020; sein Vorgänger Johannes Brinkrolf (Rheda-Wiedenbrück) hatte den Vorsitz zuvor nach internem Streit zur Verfügung gestellt. Nach einem erheblichen Einbruch bei den Mitgliederzahlen, ausgelöst durch den Konflikt der beiden Lager, habe sich die Entwicklung stabilisiert, so Nußbaum. "Ich gehe sogar davon aus, dass wir nun rasch wachsen werden." Die aktuelle Zahl der Mitglieder im Kreisgebiet liege bei 97. Viele der Neumitglieder seien Russlanddeutsche, aber längst nicht alle.
Nach der Verlesung des Ergebnisses den Saal verlassen
An der Wahlkreisversammlung, abgehalten in Präsenz und ohne Einladung der Medienvertreter, nahmen laut Nußbaum 29 stimmberechtigte Mitglieder teil. Dass trotz eines fehlenden Gegenkandidaten nur 19 davon für ihn stimmten, finde er "ehrlich und okay", so Nußbaum. Man müsse akzeptieren, dass die Anhänger von Hemmelgarn "und den anderen Vertretern der alten Garde" nicht in der Lage gewesen seien, für ihn, Nußbaum, zu stimmen; nach der Verlesung des Wahlergebnisses hätten sie dann auch prompt den Saal verlassen. "Die jüngeren, frischen Mitglieder dagegen, die in der Politik noch etwas bewegen wollen, die waren alle auf meiner Seite."
Inhaltlich wolle er sich im Bundestag für die Themen Gesundheit, Arbeit und Soziales einsetzen. Ihm gehe es um "bezahlbaren Wohnraum für die legal hier lebende Bevölkerung". Die momentane AfD-Politik auf Bundesebene sei ihm viel zu zahm. Kommentar Hemmelgarn: "Axel gibt gern den knallharten Nationalpatrioten."
Bildunterschrift: Seit 2017 im Bundestag: Udo Hemmelgarn (62).
Bildunterschrift: Will nach Berlin: AfD-Kreisvorsitzender Axel Nußbaum.
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Westfalen-Blatt / Zeitung für Gütersloh, 11.05.2021:
AfD nominiert Axel Nußbaum für Wahl
Kreis Gütersloh (WB). Der AfD-Kreisverband Gütersloh hat Axel Nußbaum als Kandidat für die Bundestagswahl bestimmt. Laut Mitteilung gab es keinen Gegenkandidaten.
Nußbaum betonte in seiner Bewerbungsrede, dass er sich im Bundestag für die Themen Gesundheit, Arbeit und Soziales einsetzen möchte. "Die aktuell gut sichtbare Macht der Pharma-Lobby muss gebrochen werden", sagte er.
Unter dem Begriff "Sozial" versteht Nußbaum laut Mitteilung mitunter bezahlbaren Wohnraum "für die legal hier lebende Bevölkerung". Regulative Eingriffe des Staats wie etwa die Mietpreisbremse oder die zahlreichen Energieeinsparverordnungen seien genau das Gegenteil davon und machten das Bauen und Wohnen deutlich teurer. Stattdessen habe der Staat für ein investitionsfreundliches Klima nach den Regeln der Marktwirtschaft zu sorgen. Ein neues wie auch immer geartetes Lastenausgleichsgesetz müsse unbedingt verhindert werden. Es sei Aufgabe aller Abgeordneten, die Heimat zu schützen und zu bewahren, so Nußbaum, der in der Region Ostwestfalen aufgewachsen ist. "Ich möchte mich für meine Heimat im Bundestag stark machen und die Interessen der Region dort vertreten. Unsere Heimat muss eine stärkere Stimme in Berlin erhalten." Nußbaum ist laut Mitteilung verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter. Er sitzt für die AfD im Kreistag und leitet den AfD-Kreisverband.
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Neue Westfälische Online, 10.11.2020:
Dieser Gütersloher ist neuer Vorstandssprecher der AfD im Kreis Gütersloh
10.11.2020 - 09.14 Uhr
Axel Nußbaum folgt auf Johannes Brinkrolf, der sein Amt aus Verärgerung niedergelegt hatte. Ihren Versammlungsort hatte die Partei aus Sorge vor Protesten wieder geheim gehalten.
Ludger Osterkamp
Gütersloh. Axel Nußbaum ist neuer Vorstandssprecher der AfD im Kreis Gütersloh. Der Kreisparteitag wählte den 57-jährigen Gütersloher am Samstag zum Nachfolger von Johannes Brinkrolf aus Rheda-Wiedenbrück, der sein Amt nach internem Streit vor einigen Wochen zur Verfügung gestellt hatte.
Nußbaum erhielt 17 von 19 Stimmen. Er hatte den Vorsitz nach dem Rückzug Brinkrolfs bereits kommissarisch inne. Die Beteiligung an der Versammlung sei vergleichsweise gering gewesen, so Nußbaum, weil einige Mitglieder zur Anti-Corona-Demonstration nach Leipzig gefahren seien. Der Kreisverband hatte seinen Parteitag zuvor nicht öffentlich bekannt gegeben. Das sei geschehen, um den Versammlungsort zu schützen, so Nußbaum. Geleitet wurde die Versammlung von Markus Wagner, dem Fraktionsvorsitzenden der AfD im Landtag.
Zwei Russlanddeutsche im Vorstand
Zu Nußbaums Stellvertretern wählten die Mitglieder Alexander Alt (Steinhagen) und Torsten Drescher (Gütersloh) - Alt wurde kürzlich zum Vorsitzenden der Kreistagsfraktion gewählt, Drescher zum Vorsitzenden der Gütersloher Ratsfraktion. Den Posten des Schatzmeisters übernimmt Arno Niederastroth (Gütersloh), zu Beisitzern bestimmte die Versammlung Marc Wortmeier, Maxim Dyck (beide Gütersloh), Ruben Equit (Versmold) und Andreas Janzen (Verl).
Nußbaum führt einen Verband, der aktuell 102 Mitglieder zählt. Die Zahl sei zuletzt etwas gesunken, bestätigte der neue Kreisvorsitzende. Das habe mit Todesfällen, aber auch mit strengeren Aufnahmekriterien zu tun. "Wir gucken inzwischen etwas genauer hin, wer uns beitreten will", so Nußbaum. Dass der Kreisverband von Russlanddeutschen unterwandert werde - eine Behauptung, die im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Brinkrolf erhoben wurde -, wies Nußbaum zurück: "Wir haben mit Dyck und Janzen zwar zwei Russlanddeutsche im Vorstand, aber insgesamt sind es unter allen Mitgliedern nur sechs oder sieben oder acht."
Der neue Vorsitzende ist beim Bundestagsabgeordneten Hemmelgarn angestellt
Er selbst zähle nicht dazu, so der neue Vorsitzende. Geboren in Bielefeld, lebe er seit 1966 in Gütersloh. Beruflich sei er früher in der Gastronomie tätig gewesen, bevor er 2004 selbstständiger Handelsvertreter für die PM International AG, ein Vertrieb für Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetika, wurde. Das Geschäft entwickelte sich laut Nußbaum derart erfolgreich, dass er es 2013 Nachfolgern übergeben konnte, aber daraus immer noch Vergütungen bezieht. "Das ist wie eine lebenslange Rente."
Seit zwei Jahren sei er außerdem im Mitarbeiterteam des AfD-Bundestagsabgeordneten und Bezirksvorsitzenden Udo Hemmelgarn (Harsewinkel) angestellt. Er kümmere sich um dessen Parteiarbeit im Wahlkreis und im Bezirk, so Nußbaum. Hemmelgarn werde 2021 erneut für den Bundestag kandidieren.
Bildunterschrift: Axel Nußbaum erhielt 17 von 19 Stimmen (Symbolfoto).
Bildunterschrift: Der 57-jährige Axel Nußbaum ist Nachfolger von Johannes Brinkrolf.
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Am 10. Mai 2021 bezifferte Axel Nußbaum, der Vorsitzende des völkischen "Kreisverbands Gütersloh", der Partei "Alternative für Deutschland", die aktuelle Zahl der Mitglieder der "AfD" im Kreis Gütersloh - mit 97.
Am 8. Mai 2021 nominierte eine Mehrheit des "AfD"-"Kreisverband Gütersloh" den Kreisvorsitzenden Axel Nußbaum anstelle Udo Hemmelgarn, als Kandidaten zur Wahl des Bundestages am 26. September 2021.
Am 7. November 2020 wurde Axel Nußbaum aus Gütersloh auf einem Parteitag des "AfD"-"Kreisverbandes Gütersloh", zum Nachfolger von Johannes Brinkrolf aus Rheda-Wiedenbrück zum neuen Sprecher gewählt.
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