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Mindener Tageblatt ,
10.05.2021 :
Durchgeblättert / Farbenlehre mit Win-Win
Jürgen Langenkämper
Wenn am Weserstrand eine rote Fahne gehisst ist, heißt das nicht, dass man nicht schwimmen darf, sondern es bedeutet nur, dass man es auf eigene Gefahr tut und niemand auf einen aufpasst. Das hatten vor ein paar Jahren Russlanddeutsche missverstanden. Sie hielten die Fahne irrtümlich für ein politisches Signal - und holten sie sehr zum Erstaunen der Weser-Freunde vom Mast.
Eine blaue Fahne mit gelben Sternen ist dagegen ein politisches Signal - pro Europa. Ein blaues Banner ohne Sterne - vielleicht noch mit rotem Schriftzug - zeugt hingegen vom Gegenteil - contra Europa.
Die mal als europakritische Partei gegründete Alternative für Deutschland hat allerdings gegenwärtig mehr damit zu tun, ganz andere Dinge zu leugnen, um auf Stimmenfang zu gehen - zum Beispiel Corona-Schutzmaßnahmen. Und dabei kamen einige ihrer Anhänger gerade erst mit der zuerst genannten Farbe in Konflikt: Beim Autokorso bretterten sie, dem Führungsduo folgend, bei Rot über Ampeln.
Nun weiß jeder, dass die AfD-Gefolgsleute dabei nicht Opfer politischer Ränkespiele wurden, sondern schlicht gegen die StVO verstiegen. Aber vielleicht können die Rotlichtsünder ja noch mit anwaltlicher Hilfe gegen Punkte und Bußgelder angehen. Das wäre dann eine echte Win-Win-Situation für den rechten Anwalt an der Spitze und für seine Kanzlei.
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Mindener Tageblatt, 08.05.2021:
AfD-Autokorso muss aufgelöst werden
Organisator zieht nach Verkehrsverstößen einiger Teilnehmer die Notbremse / Zuvor gibt es überraschenden Gegenprotest
Fabian Terwey, Thomas Lieske und Patrick Schwemling
Minden. "Gemeinsam gegen den Lockdown! Gemeinsam für die Freiheit!" Unter diesem Motto protestierte der AfD-Kreisverband Minden-Lübbecke am Freitagabend mit einem Autokorso quer durch Minden gegen die Corona-Auflagen. Dabei kam es zu einem überraschenden Gegenprotest.
Rund zehn Minuten, bevor sich die mehr als 60 Fahrzeuge große Kolonne um 18 Uhr vom Simeonsplatz aus aufmachte, positionierten sich laut Polizeiangaben 14 Personen auf der Gegenseite der Portastraße und entrollten ein großes Banner mit der Aufschrift "Ganz Minden hasst die AfD!" Diese nicht angemeldete Aktion wurde von vielen Fahrzeugen und deren Insassen, die nicht an der Demo teilnahmen, mit einem Hupen und Klatschen honoriert. Die Polizei stellte die Personalien der Gegendemonstranten fest und wird laut Einsatzleiter Thomas Brakemann nun weitere Schritte gegen diese einleiten.
Davon unbeeindruckt machte sich der Autokorso dann pünktlich auf den Weg durch Minden. Bereits am Startpunkt hatte es an der Portastraße einige Beinahe-Unfälle gegeben. "Am Ende ist alles jedoch ohne Unfall über die Bühne gegangen", erklärte Brakemann.
Über die Portastraße fuhr der von der Polizei eskortierte Zug über Rodenbeck und Bärenkämpen, ehe die Versammlung noch vor der Rückkehr an den Startort an der Kreuzung Ringstraße / Hahler Straße aufgelöst werden musste. Zu diesem Zeitpunkt umfasste der Autokorso noch etwa 20 der zunächst rund 65 gestarteten Fahrzeuge.
"Ich habe Angst, dass einige von euch den Führerschein verlieren", sagte AfD-Kreisvorsitzender Sebastian Landwehr per Megafon, ehe er zusammen mit dem AfD-Landtagsabgeordneten Thomas Röckemann die Teilnehmer über die Auflösung des Autokorsos informierte. Grund dafür sei laut Landwehr ein "Zwischenfall am Ende des Autokorsos" gewesen.
Diesen Vorfall konkretisierte Brakemann auf MT-Anfrage: "Einige Teilnehmer, die nicht mehr im Verbund fuhren und somit nicht mehr Teil der Versammlung waren, sind über rote Ampeln gefahren. Wir mussten deswegen mehrere Anzeigen anfertigen." Der Zug habe sich jedoch sehr lange zusammengehalten, ehe er in Bärenkämpen auseinanderbrach und letztlich auf der Ringstraße sein Ende fand.
Zuvor hatten etliche Autos innerhalb des Zuges laut gehupt. Dass dies zu unterlassen sei, hatte der Polizei-Einsatzleiter dem Organisator Landwehr im Vorfeld mitgeteilt. Die Polizei war zunächst mit acht Fahrzeugen am Simeonsplatz. Zudem hatten Kräfte die neuralgischen Punkte, wie etwa an der Birne, gesichert.
Bildunterschrift: 14 Unbekannte positionierten sich mit einem Anti-AfD-Banner auf der Gegenseite des Korsos.
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Am 7. Mai 2021 musste der Mindener "Autokorso für die Freiheit - Gemeinsam gegen den Lockdown!" des "AfD"-"Kreisverbandes Minden-Lübbecke"- frühzeitig von Anmelder Sebastian Landwehr aufgelöst werden.
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