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Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock ,
08.05.2021 :
Appell zum Jahrestag
Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock zum Kriegsende vor 76 Jahren
Schloß Holte-Stukenbrock WBDer Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock erinnert zum 8. Mai an das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945.
"Deutsche Soldaten üben an den Grenzen Russlands den Krieg."
Hubert Kniesburges
Unter dem Motto "Wir erinnern uns und werden diese Tage nicht vergessen" würdigt der Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock den 8. Mai 1945 als den Tag der Befreiung vom Hitler-Faschismus. "Mehr als 50 Millionen Menschen verloren in diesem Krieg und durch den Terror des NS-Regimes ihr Leben, darunter waren sechs Millionen Juden und die 27 Millionen Frauen und Männer aus der Sowjetunion. Zu diesen Toten zählen auch die im Stalag 326 in Stukenbrock zu Tode gequälten 65.000 sowjetischen Kriegsgefangenen sowie die dort ums Leben gekommenen Gefangenen aus Polen, Frankreich, Italien und Jugoslawien", so der Vorsitzende des Arbeitskreises, Hubert Kniesburges.
Jetzt, 80 Jahre nach dem völkerrechtswidrigen Überfall der deutschen Wehrmacht auf die damalige Sowjetunion werde erneut das alte Feindbild Russland belebt. "Deutsche Soldaten üben mit Soldaten anderer NATO-Staaten an den Grenzen Russlands den Krieg. Als Antwort baut Russland die Truppenkonzentration an der Westgrenze deutlich aus. Das trägt nicht zur Vertrauensbildung bei, ist allerdings aus geostrategischen Gründen mindestens nachvollziehbar angesichts der NATO-Politik", sagt Kniesburges. Von vielen Menschen werde diese Konfrontation als Bedrohung angesehen.
"Es ist endlich Zeit, das Verhältnis unseres Landes zu Russland zu normalisieren. Dazu sind besonders die Regierungen beider Länder aufgefordert. Der Frieden mit Russland und den ehemaligen Ländern der UdSSR muss deutsche Staatsdoktrin werden", so Kniesburges.
"Es kann nur Frieden im Einklang mit Russland geben."
Eugen Drewermann
Der Arbeitskreis wolle zum Antikriegstag am Samstag, 4. September, auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock das Bekenntnis zu Frieden und guter Nachbarschaft zu den Völkern Europas erneuern.
"Es kann nur Frieden im Einklang mit Russland geben", hat Professor Eugen Drewermann am 5. September 2020 in Stukenbrock gesagt.
Eine geplante Gedenkstätte von nationaler Bedeutung in Stukenbrock, die die Verbrechen der Wehrmacht verdeutlicht, die das Leiden der Gefangenen für die Besucher erlebbar macht und die Rolle der Roten Armee bei der Befreiung vom Hitler-Faschismus würdigt, sollte ein deutliches Zeichen sein, aus der Vergangenheit gelernt zu haben, so Kniesburges.
www.blumen-fuer-stukenbrock.eu
Bildunterschrift: Hubert Kniesburges, Vorsitzender des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock (links), beim Antikriegstag im September 2020 mit dem Gastredner der Veranstaltung auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof, Eugen Drewermann.
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Am 2. April 1945 befreiten amerikanische Soldaten die im "Stammlager 326 (VI K) Senne" Überlebenden, etwa 8.500 Gefangenen, bis dahin hatten insgesamt 307.679 Rotarmisten das Stalag Senne durchlaufen.
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www.blumen-fuer-stukenbrock.eu
www.stalag326.de
08./09.05.2021
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