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1 Veranstaltung - Nachrichten , 08.05.2021 :

Tages-Chronologie von Samstag, 8. Mai 2021

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Veranstaltungskalender:



- Samstag, 8. Mai 2021 um 15.00 Uhr -


Online-Vortrag: "In den Blickpunkt gerückt … " - Stolpersteine in Bad Oeynhausen gegen das Vergessen


Der Link zur Veranstaltung wird eine Stunde vorher geschaltet: www.gruene-badoeynhausen.de


Ortsverband und Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen laden laden zu einem digitalen Vortrag über unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger im Nationalsozialismus bis 1945 ein.


Stefanie Hillebrand, die Stadtarchivarin der Stadt Bad Oeynhausen, wird in dem rund einstündigen Vortrag über die jeweiligen Einzelschicksale berichten. Wo lebten sie in Bad Oeynhausen, wer waren sie und was geschah mit ihnen?

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Pressespiegel überregional


Blick nach Rechts, 08.05.2021:
Medienanstalt erhöht Druck auf Ken Jebsen

Spiegel Online, 08.05.2021:
Gerüchte über Kandidatur / Höcke tritt nicht für den Bundestag an

Süddeutsche Zeitung Online, 08.05.2021:
Thüringer AfD stellt Liste mit Bundestagskandidaten auf

Der Tagesspiegel Online, 08.05.2021:
Parteitage sollen in "Groß-Zelt" stattfinden / Termine für Wahl der Spitzenkandidaten der Berliner AfD stehen fest

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www.hiergeblieben.de - Zusammenfassung - Samstag, 8. Mai 2021


Am 7. Mai 1961 wurde in Oerlinghausen mit einem zwiespältigen Medienecho das Germanengehöft II, als einziges nicht-römisches archäologische Freilichtmuseum zwischen der Nordsee und Schwarzwald, eröffnet.

Am 2. April 1945 befreiten amerikanische Soldaten die im "Stammlager 326 (VI K) Senne" Überlebenden, etwa 8.500 Gefangenen, bis dahin hatten insgesamt 307.679 Rotarmisten das Stalag Senne durchlaufen.

Am 8. Mai 2021 nahmen 130 Erwachsene und 30 Kinder, darunter viele Familien mit Babys, Kleinkindern - am im Wesentlichen von Victor Harder, Udo Neikes organisierten "Friedensspaziergang" in Espelkamp teil.

Am 24. April 2021 sprach Frank Kegel beim siebten - von Udo Neikes organisierten "Friedensspaziergang" in Espelkamp - im Zusammenhang mit den Corona-Schutzmaßnahmen, von einem "Überwachungsstaat".

Am 24. April 2021 demonstrierten in Espelkamp beinah 225 Erwachsene und 55 Kinder gegen die Corona-Test-Pflicht - in zahlreichen Redebeiträgen als "Test-Diktatur" bezeichnet - für Schülerinnen sowie Schüler.

Am 7. Mai 2021 musste der Mindener "Autokorso für die Freiheit - Gemeinsam gegen den Lockdown!" des "AfD"-"Kreisverbandes Minden-Lübbecke"- frühzeitig von Anmelder Sebastian Landwehr aufgelöst werden.

Am 7. Mai 2021 sprach das Amtsgericht Lemgo drei Angeklagte vom Vorwurf der "Sachbeschädigung", am ehemaligen Tagungslokal in Detmold der "AfD", frei - ein Verfahren, gegen ein vierten, wurde abgetrennt.

Am 6. Mai 2021 fand in Lemgo eine Demonstration (Motto: "Gegen staatliche Repression - Solidarität mit den Angeklagten in Lemgo!") mit über 100 Teilnehmenden statt, der Prozessbeginn war am 7. Mai 2021.

Am 26. August 2020 fanden - durch den Polizeilichen Staatsschutz OWL sowie Staatsanwaltschaft Detmold - Hausdurchsuchungen in Lemgo bei vier Personen - darunter drei Mitglieder der Partei "Die Linke" - statt.

Für den 9. Mai 2021 bewirbt "Querdenken - 5231" im "Telegram-Info-Kanal" in Detmold, unter dem Motto "Detmold steht auf ... und trinkt Kaffee", ab 14.00 Uhr ein Picknick an der "Oberen Mühle" (Neustadt 31).

Am 8. Mai 2021 nahm Gerd Ulrich, Detmold, mit Barett in Düsseldorf an einer Demonstration der Gruppen "Aktiv gegen Polizeigewalt" sowie "Veteranen für Recht und Freiheit" vom Hauptbahnhof zum Landtag teil.

Am 8. Mai 2021 wurde auf dem "Telegram-Info-Kanal" von "Querdenken (5231 - Detmold)" in Bezug auf den "Spaziergang" am 10. Mai 2021 das Video "Impfung - Die Endlösung der Menschheitsfrage" verlinkt.

Am 8. Mai 2021 nominierte eine Mehrheit des "AfD"-"Kreisverband Gütersloh" den Kreisvorsitzenden Axel Nußbaum anstelle Udo Hemmelgarn, als Kandidaten zur Wahl des Bundestages am 26. September 2021.

Für den 11. Mai 2021 ist eine weitere Versammlung, der extrem rechten Pandemie-Leugnenden von "Wir für SHS", die "Reichsbürger" eingeschlossen, vor dem Rathaus in Schloß Holte-Stukenbrock angekündigt.

Am 10. Mai 2021 werden, zwischen 18.00 und 19.30 Uhr, auf dem Berliner Platz in Gütersloh 160 Corona-Leugnende zu dem inzwischen 24. "Lichterspaziergang" (Versammlungsleitung: Michael Hönsch) erwartet.

Am 3. Mai 2021 fand in Gütersloh mit etwa 180 Teilnehmenden der 23., 60-minütige "Lichterspaziergang" gegen die Corona-Schutzmaßnahmen mit einer anschließenden Kundgebung auf dem Berliner Platz statt.

Für den 9. Mai 2021 ist, von 14.00 bis 16.00 Uhr, am ZOB-Rietberg ein "Spaziergang für Grundrechte" als "OWL Treff "BiLiPaRi"", unter dem Motto "Mit Mutti gegen "Mutti"" ("Kommt mit eurer Mutti") angekündigt.

Am 8. Mai 2021 war auf dem Dreiecksplatz in Gütersloh eine "Mahnwache" mit 16 Beteiligten für "alle von den Corona-Schutzmaßnahmen Betroffenen", von der "Lichterspaziergang"-Initiative angemeldet worden.

Am 4. Mai 2021 schrieb das Ordnungsamt der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock - bei der Versammlung der extrem rechten Pandemie-Leugnenden von "Wir für SHS" - sechs Anzeigen, wegen Masken-Verweigerung.

Am 3. Mai 2021 fand in Gütersloh mit etwa 180 Teilnehmenden der 23., 60-minütige "Lichterspaziergang" gegen die Corona-Schutzmaßnahmen mit einer anschließenden Kundgebung auf dem Berliner Platz statt.

Am 19. April 2021 fand unter dem Motto "Gemeinsam - mutig - stark" - mit mehr als 450 Teilnehmenden ein "Lichterspaziergang", gegen die Corona-Schutzmaßnahmen durch die Innenstadt von Rietberg - statt.

Am 8. Mai 2021 schrieb das "Recherche Kollektiv Ostwestfalen", dass an mindestens 14 Versammlungen, von "Grundrechte Paderborn" Gerd und Anna-Maria Ulrich, Detmold von der verbotenen "HDJ" teilnahmen.


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Artikel-Einträge in der Datenbank:


Lippische Landes-Zeitung, 08./09.05.2021:
Die Wiedereröffnung des "Germanengehöfts"

Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 08./09.05.2021:
Appell zum Jahrestag

Mindener Tageblatt, 08./09.05.2021:
AfD-Autokorso muss aufgelöst werden

Radio Lippe, 08.05.2021:
AfD-Tagungsgebäude beschmiert - Mitglieder der Linksjugend in Lemgo freigesprochen

Lippische Landes-Zeitung, 08./09.05.2021:
Freispruch für linke Aktivisten

Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 08./09.05.2021:
Demo sorgt Sonntag für Verkehrsbehinderungen

Neue Westfälische Online, 08.05.2021:
Zahl der Demos im Kreis Gütersloh gegen Corona-Maßnahmen deutlich gestiegen

Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 08./09.05.2021:
Kennzeichen GT / Von "Dünnschiss" und "Corona-Schafen"

Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 08./09.05.2021:
Demo sorgt Sonntag für Verkehrsbehinderungen

Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 08./09.05.2021:
Was treibt die Menschen auf die Straße?

Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 08./09.05.2021:
Gütersloh: Corona-Demos - was treibt Menschen auf die Straße?

Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 08.05.2021:
Stadt verhängt Ordnungsgeld

Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 08./09.05.2021:
Heute im Lokalteil / Bußgeld für Masken-Verweigerer

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Lippische Landes-Zeitung, 08./09.05.2021:

Die Wiedereröffnung des "Germanengehöfts"

Vor 60 Jahren öffnete das zu diesem Zeitpunkt einzige nicht-römische archäologische Freilichtmuseum zwischen Nordsee und Schwarzwald seine Pforten / Es entwickelte sich schnell zum Besuchermagneten

Karl Banghard

Oerlinghausen. Am 7. Mai 1961 startete in Oerlinghausen ein Projekt, das in der Wirtschaftswunderzeit ohne Vergleich war: die Inbetriebnahme einer vorgeschichtlichen Freilichtanlage. Es war eine Eröffnung mit durchaus zwiespältigem, aber auch einem breiten und internationalen Medienecho. Zu diesem Zeitpunkt war es das einzige nicht-römische archäologische Freilichtmuseum zwischen Nordsee und Schwarzwald.

Finanziert wurde der Aufbau ausschließlich durch private Spenden und Bürgschaften. Die vorzustreckenden Baukosten betrugen mehr als 50.000 DM, nach dem damaligen Geldwert eine nicht unerhebliche Summe. Ein vergleichbar hohes privates, auf viele Schultern verteiltes, kulturelles Engagement in einer Kleinstadt hatte und hat einen hohen Seltenheitswert. Auch heutige Crowdfunding-Projekte kamen bislang bei archäologischen Freilichtanlagen nicht an solche Dimensionen heran. Hauptgrund dafür ist, dass eine Bildungsstätte für alle in der Regel weniger Spenden zieht als ein elitäres Kulturprojekt.

Die Besucherzahlen waren im ersten Geschäftsjahr überwältigend: Es konnten beinahe 60.000 Eintrittskarten verkauft werden. Als touristische Destination rückte das "Germanengehöft" damit aus dem Stand unmittelbar hinter das Hermannsdenkmal und die Externsteine. 1936 hatte man schon einmal auf dem Barkhauser Berg ein Germanengehöft errichtet. Es fand im Januar 1946 ein prosaisches Ende. Damals verkaufte die Stadt Oerlinghausen die Gebäude für 252 Reichsmark auf Abbruch. Das Strohdach ging an einen Pferdeschlachter als Einstreu, die wertvollen Balken und Türen an eine Schreinerei.

Schon in diesem Jahr plante der Museumsgründer Hermann Diekmann ein neues Germanengehöft. Sein Konzept zur Inneneinrichtung von 1946 zeigt eine atemberaubende Kontinuität. Die Einrichtungsskizzen spiegelten bis ins kleinste Detail die Präsentation der NS-Zeit. Ab Januar 1952 plante Diekmann den Neuaufbau mit Hans Reinerth, dem Direktor des Pfahlbaumuseums Unteruhldingen. Vor 1945 hatte Reinerth den "Reichsbund für Deutsche Vorgeschichte" des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg geleitet, unter dessen wissenschaftlicher und weltanschaulicher Betreuung das Germanengehöft stand.

Die fünf neuen Häuser entsprachen exakt den Ausbauplänen der Anlage von 1938. Damals sollte hier das zentrale Archäologie-Museum für den NS-Gau Westfalen Nord etabliert werden. Auch die Nachkriegsbesucher strömten durch ein Haupthaus, durch kleine Stallungen, durch eine Schmiede, durch eine Töpferei und schließlich durch ein Nebengebäude. Später wurde die Vermittlung durch eine Lautsprecheranlage gesteuert. Ein Backofen und Bienenstände nach eisenzeitlichen Vorbildern ergänzten das Ensemble.

Im Vergleich zu den anderen Kultureinrichtungen gab man sich betont jung, modisch und niedrigschwellig. Diese Linie hatte man nicht immer im Griff, Peinlichkeiten wie die Beschränkung auf blonde, blauäugige, jungfräuliche und jugendliche Besucherführerinnen führten immer wieder zu kritischen Medienberichten. So sahen Zeitungen wie etwa die New York Times oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung nicht ganz zu Unrecht eine Renaissance des völkischen Germanenbildes. Die Süddeutsche Zeitung hingegen nahm es ironisch und widmete der Sache ein Streiflicht.

Wissenschaftlichkeit statt Mythos

Der Vorstand des neu gegründeten Trägervereins distanzierte sich deutlich von der völkischen Geschichtsforschung. Unterlaufen wurde dies durch zahlreiche kleine Grenzüberschreitungen der extremen Rechten, die 1961 in Westdeutschland etwas mehr in die Offensive gingen. In ihren Medien wurde die Wiedereröffnung gefeiert, zahlreiche Organisationen und Funktionsträger aus dem Spektrum besuchten die Anlage. Die Anknüpfung wurde durch viele Details erleichtert: So stammte beispielsweise der Briefkopf von Wilhelm Petersen, dem prominentesten NS-Germanenmaler.

Im Februar 1974 brannten die Häuser komplett ab. Davon konnte sich der Betrieb im Verlauf der 1970er Jahre nicht substanziell erholen. Unkenrufe, dass der Brand nun endlich das Ende des Germanengehöfts bedeuten würde, gab es zuhauf. Einige der deutschen Leitmedien sagten ein endgültiges Ende voraus, etwa die Zeit vom 21. Mai 1976. Diese Prognosen bewahrheiteten sich jedoch nicht. Denn 1979 begann mit Unterstützung von Stadt und Landesverband Lippe ein fulminanter Neustart mit einem für die Bundesrepublik neuartigen prähistorischen Freilichtmuseums-Konzept.

Die neuen Geldgeber bestanden auf einer konsequenten Hinwendung zur modernen Siedlungsarchäologie. Man nannte die Anlage nun nicht mehr Germanengehöft sondern Archäologisches Freilichtmuseum. Es entstand der große Rundgang, der heute noch im Wesentlichen Bestand hat. Zusammen mit dem Berliner Museumsdorf Düppel hat Oerlinghausen das Thema lebendige Archäologie in der westdeutschen Nachkriegsgeschichte wieder salonfähig gemacht. Diese Pionierleistung hat einen Durchbruch markiert - im Fach konnte wieder über vorgeschichtliche Freilichtanlagen nachgedacht werden.

Bildunterschrift: Die frisch gebaute Freilichtanlage in einer Luftaufnahme.

Bildunterschrift: Bereits am 29. Mai 1963 konnte der 100.000ste Besucher begrüßt werden. Es war der kleine Wolfgang Teuber aus Senne II.

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Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 08./09.05.2021:

Appell zum Jahrestag

Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock zum Kriegsende vor 76 Jahren

Schloß Holte-Stukenbrock WBDer Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock erinnert zum 8. Mai an das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945.

"Deutsche Soldaten üben an den Grenzen Russlands den Krieg."
Hubert Kniesburges

Unter dem Motto "Wir erinnern uns und werden diese Tage nicht vergessen" würdigt der Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock den 8. Mai 1945 als den Tag der Befreiung vom Hitler-Faschismus. "Mehr als 50 Millionen Menschen verloren in diesem Krieg und durch den Terror des NS-Regimes ihr Leben, darunter waren sechs Millionen Juden und die 27 Millionen Frauen und Männer aus der Sowjetunion. Zu diesen Toten zählen auch die im Stalag 326 in Stukenbrock zu Tode gequälten 65.000 sowjetischen Kriegsgefangenen sowie die dort ums Leben gekommenen Gefangenen aus Polen, Frankreich, Italien und Jugoslawien", so der Vorsitzende des Arbeitskreises, Hubert Kniesburges.

Jetzt, 80 Jahre nach dem völkerrechtswidrigen Überfall der deutschen Wehrmacht auf die damalige Sowjetunion werde erneut das alte Feindbild Russland belebt. "Deutsche Soldaten üben mit Soldaten anderer NATO-Staaten an den Grenzen Russlands den Krieg. Als Antwort baut Russland die Truppenkonzentration an der Westgrenze deutlich aus. Das trägt nicht zur Vertrauensbildung bei, ist allerdings aus geostrategischen Gründen mindestens nachvollziehbar angesichts der NATO-Politik", sagt Kniesburges. Von vielen Menschen werde diese Konfrontation als Bedrohung angesehen.

"Es ist endlich Zeit, das Verhältnis unseres Landes zu Russland zu normalisieren. Dazu sind besonders die Regierungen beider Länder aufgefordert. Der Frieden mit Russland und den ehemaligen Ländern der UdSSR muss deutsche Staatsdoktrin werden", so Kniesburges.

"Es kann nur Frieden im Einklang mit Russland geben."
Eugen Drewermann

Der Arbeitskreis wolle zum Antikriegstag am Samstag, 4. September, auf dem Sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock das Bekenntnis zu Frieden und guter Nachbarschaft zu den Völkern Europas erneuern.

"Es kann nur Frieden im Einklang mit Russland geben", hat Professor Eugen Drewermann am 5. September 2020 in Stukenbrock gesagt.

Eine geplante Gedenkstätte von nationaler Bedeutung in Stukenbrock, die die Verbrechen der Wehrmacht verdeutlicht, die das Leiden der Gefangenen für die Besucher erlebbar macht und die Rolle der Roten Armee bei der Befreiung vom Hitler-Faschismus würdigt, sollte ein deutliches Zeichen sein, aus der Vergangenheit gelernt zu haben, so Kniesburges.

www.blumen-fuer-stukenbrock.eu

Bildunterschrift: Hubert Kniesburges, Vorsitzender des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock (links), beim Antikriegstag im September 2020 mit dem Gastredner der Veranstaltung auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof, Eugen Drewermann.

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Mindener Tageblatt, 08./09.05.2021:

AfD-Autokorso muss aufgelöst werden

Organisator zieht nach Verkehrsverstößen einiger Teilnehmer die Notbremse / Zuvor gibt es überraschenden Gegenprotest

Fabian Terwey, Thomas Lieske und Patrick Schwemling

Minden. "Gemeinsam gegen den Lockdown! Gemeinsam für die Freiheit!" Unter diesem Motto protestierte der AfD-Kreisverband Minden-Lübbecke am Freitagabend mit einem Autokorso quer durch Minden gegen die Corona-Auflagen. Dabei kam es zu einem überraschenden Gegenprotest.

Rund zehn Minuten, bevor sich die mehr als 60 Fahrzeuge große Kolonne um 18 Uhr vom Simeonsplatz aus aufmachte, positionierten sich laut Polizeiangaben 14 Personen auf der Gegenseite der Portastraße und entrollten ein großes Banner mit der Aufschrift "Ganz Minden hasst die AfD!" Diese nicht angemeldete Aktion wurde von vielen Fahrzeugen und deren Insassen, die nicht an der Demo teilnahmen, mit einem Hupen und Klatschen honoriert. Die Polizei stellte die Personalien der Gegendemonstranten fest und wird laut Einsatzleiter Thomas Brakemann nun weitere Schritte gegen diese einleiten.

Davon unbeeindruckt machte sich der Autokorso dann pünktlich auf den Weg durch Minden. Bereits am Startpunkt hatte es an der Portastraße einige Beinahe-Unfälle gegeben. "Am Ende ist alles jedoch ohne Unfall über die Bühne gegangen", erklärte Brakemann.

Über die Portastraße fuhr der von der Polizei eskortierte Zug über Rodenbeck und Bärenkämpen, ehe die Versammlung noch vor der Rückkehr an den Startort an der Kreuzung Ringstraße / Hahler Straße aufgelöst werden musste. Zu diesem Zeitpunkt umfasste der Autokorso noch etwa 20 der zunächst rund 65 gestarteten Fahrzeuge.

"Ich habe Angst, dass einige von euch den Führerschein verlieren", sagte AfD-Kreisvorsitzender Sebastian Landwehr per Megafon, ehe er zusammen mit dem AfD-Landtagsabgeordneten Thomas Röckemann die Teilnehmer über die Auflösung des Autokorsos informierte. Grund dafür sei laut Landwehr ein "Zwischenfall am Ende des Autokorsos" gewesen.

Diesen Vorfall konkretisierte Brakemann auf MT-Anfrage: "Einige Teilnehmer, die nicht mehr im Verbund fuhren und somit nicht mehr Teil der Versammlung waren, sind über rote Ampeln gefahren. Wir mussten deswegen mehrere Anzeigen anfertigen." Der Zug habe sich jedoch sehr lange zusammengehalten, ehe er in Bärenkämpen auseinanderbrach und letztlich auf der Ringstraße sein Ende fand.

Zuvor hatten etliche Autos innerhalb des Zuges laut gehupt. Dass dies zu unterlassen sei, hatte der Polizei-Einsatzleiter dem Organisator Landwehr im Vorfeld mitgeteilt. Die Polizei war zunächst mit acht Fahrzeugen am Simeonsplatz. Zudem hatten Kräfte die neuralgischen Punkte, wie etwa an der Birne, gesichert.

Bildunterschrift: 14 Unbekannte positionierten sich mit einem Anti-AfD-Banner auf der Gegenseite des Korsos.

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Radio Lippe, 08.05.2021:

AfD-Tagungsgebäude beschmiert - Mitglieder der Linksjugend in Lemgo freigesprochen

Im Strafverfahren gegen Mitglieder der Linksjugend in Lemgo sind drei Männer freigesprochen worden.

Sie sollen vor fünf Jahren die Fassade des Plantagenecks in Detmold beschmiert haben, weil sich da zu der Zeit regelmäßig die AfD traf. So stand es jedenfalls in der Anklage, jetzt sind die drei freigesprochen worden.

Weil offenbar sowohl von links als auch von rechts versucht worden ist, das Verfahren zu politisieren, schließt das Amtsgericht in Lemgo eine Pressemitteilung zu dem Urteil mit dem Satz: das Gericht entscheidet nach Recht und Gesetz - und nicht nach Parteibuch.

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Lippische Landes-Zeitung, 08./09.05.2021:

Freispruch für linke Aktivisten

Gericht sieht zu viele Widersprüche in Zeugenaussagen

Janet König

Detmold / Lemgo. Ein Hakenkreuz, das von einer Faust zerschlagen wird. Darunter der Schriftzug: "Gib Rassismus keine Chance". Diese Graffiti-Schmiererei sollen Aktivisten der Lemgoer Linksjugend im September 2016 an ein ehemaliges AfD-Tagungslokal in Detmold gesprüht haben. Der Fall kam Jahre später auf den Tisch, weil ein ehemaliges Mitglied dieser linken Szene im November 2019 aus Frust über eine Anzeige wegen mutmaßlicher Pöbeleien vor dem Parteibüro der Linken vier Linksaktivisten und sich selbst belastet hatte. Erst daraufhin hatte die Polizei die Ermittlungen aufgenommen.

Doch vor dem Amtsgericht verstrickt sich der Hauptbelastungszeuge gestern in zu viele Widersprüche. Richter Uwe Kaboth teilt daher am Ende die Auffassung der Staatsanwaltschaft nicht, wonach der vom Zeugen beschriebene Vorwurf im Kern trotz aller Unstimmigkeiten wahr sein müsse. Das Gericht spricht drei Angeklagte frei. Das vierte Verfahren wird abgetrennt, da der Angeklagte im Rollstuhl sitze und aus Sorge vor einer Covid-Ansteckung nicht hatte kommen wollen.

"Es mag sein, dass der Zeuge Sie zu Recht belastet hat, das weiß ich nicht. Aber das reicht nicht", begründet der Richter sein Urteil. "Die Widersprüche sind derart auffällig - und gerade hier kommt es auf Glaubwürdigkeit an." Denn die Aussage des 30-Jährigen sei neben weniger Indizien das Einzige, was die schweigenden Männer auf der Anklagebank belaste.

Aus deren Augen blitzt so etwas wie Erleichterung über die Masken hinweg. Nur der jüngste Beschuldigte (20) soll wegen unerlaubten Waffenbesitzes 250 Euro zahlen. Die Polizei hatte bei der Durchsuchung seines Jugendzimmers im Sommer 2020 einen Schlagring gefunden.

Hausdurchsuchungen "hatten Hand und Fuß"

In Saal 102 scheint die Sachbeschädigung am Ende nur eine Nebenrolle zu spielen; die Verteidigung hält das gesamte Verfahren für eine Farce und spricht von "nicht fairen" Ermittlungsmethoden. "Eines der angeblichen Autos, mit dem die Gruppe zum Tatort gefahren sein soll, war schon ein Jahr zuvor abgemeldet worden", sagt Verteidiger Sebastian Nickel. Diese Diskrepanz in der Aussage des Hauptbelastungszeugen hätten die Ermittler nicht einmal hinterfragt.

Richter Kaboth kann diese Tatsache nicht ignorieren, lehnt es aber ab, die Durchsuchungen als unzulässig zu betrachten. "Das wurde mehrfach geprüft, hatte Hand und Fuß." Etwas anders sieht das Verteidiger Umut Polat. "Obwohl es keinen Schaden gegeben hat, wurden gleich vier Wohnungen durchsucht. Das ist nicht verhältnismäßig." Die AfD hatte die Schmierereien nach eigenen Angaben in einer dreistündigen Aktion selbst beseitigt.

Der 30-jährige Zeuge, der ja selbst bei der Tat dabei gewesen sein soll, gehört seit zweieinhalb Jahren einer umstrittenen Rocker-Gruppe an, die laut Polat über Facebook Stimmung gegen Flüchtlinge macht. "Wissen Sie, in welchen Kreisen Sie verkehren?", fragt Polat den Zeugen. "Ja, aber wir befinden uns auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit", erwidert der.

Während die Verteidiger hinter den Anschuldigungen ein klares politisches Motiv vermuten, schätzt Oberstaatsanwaltschaft Ralf Vetter diese eher als persönliche Retourkutsche ein. Obwohl der Zeuge die Rollen der Beteiligten nun anders gewichtet habe, blieben die Kerndetails gleich. "Ich bin fest davon überzeugt, dass sich der Vorfall so zugetragen hat", sagt Vetter. Zwei Fotos vom beschmierten Objekt, die aus der Fotokladde eines Angeklagten stammen, würden zumindest eine weitere Verbindung zur Tat herstellen. Dem Gericht reicht das nicht.

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Neue Westfälische Online, 08.05.2021:

Zahl der Demos im Kreis Gütersloh gegen Corona-Maßnahmen deutlich gestiegen

08.05.2021 - 12.05 Uhr

Im Kreis Gütersloh gehen in den nächsten Tagen bei fünf Demonstrationen Menschen gegen die Pandemie-Maßnahmen auf die Straße. Der Gütersloher Lichterspaziergang-Bewegung fehlte zuletzt einer ihrer führenden Köpfe.

Christian Bröder

Gütersloh. Seit Beginn der Pandemie hat es im Kreis Gütersloh fast 50 angemeldete Demonstrationen im Zusammenhang mit Corona-Protesten gegeben. "Wir verbuchen hierbei einen deutlichen Anstieg", erklärt Katharina Felsch, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde. Nach sechs Kundgebungen im Jahr 2020, hat sich die Anzahl im laufenden Jahr auf 41 Veranstaltungen erhöht. Auch an diesem Wochenende gehen in der Region wieder Menschen gegen die Covid-19-Politik der Bundesregierung und die Schutzmaßnahmen auf die Straße. Von Samstag bis Dienstag finden insgesamt fünf Veranstaltungen statt, die offiziell angemeldet worden sind.

Bei der größten Kundgebung werden am Muttertag in Rietberg 250 Teilnehmer erwartet, die zwischen 14 und 17 Uhr vom Zentralen Omnibusbahnhof aus mit Lautsprechern, Transparenten und Bollerwagen durch die Stadt ziehen wollen. Unter dem Motto "Mit Mutti gegen "Mutti"", zu verstehen als Affront gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat ein aus Bürgern der Regionen Bielefeld, Lippe, Paderborn und Rietberg formiertes Bündnis "OWL-Treff BiLiPaRi" auch über die Sozialen Netzwerke zu der Veranstaltung eingeladen. Es soll ein "Spaziergang für Grundrechte, Freiheit und Gesundheit für alle von den Corona-Schutzmaßnahmen Betroffenen" durchgeführt werden. Dieser Slogan, unter dem auch der so genannte Rietberger Lichterspaziergang am 19. April lief, wird in der Regel von der Gütersloher Lichterspaziergang-Bewegung genutzt.

Bereits 23 Lichterspaziergänge in Gütersloh

Diese hatte sich am vergangenen Montag bereits zum 23. Mal zusammengefunden, um gegen die Corona-Maßnahmen und die Notbremse der Bundesregierung auf die Straße zu gehen. Etwa 180 Teilnehmer nahmen an einem gut 60-minütigen Fußmarsch durch das Stadtgebiet und der anschließenden Kundgebung auf dem Berliner Platz teil. Was Ende des vergangenen Jahres als Lichtermarsch gestartet ist, war nun als "Spaziergang für alle von den Corona-Schutzmaßnahmen Betroffenen, Grundrechte ... " angemeldet. Die NW war vor Ort: Nicht unter den Teilnehmern der Demonstration ist diesmal wie auch in der Woche davor einer der Köpfe der Initiative gewesen - die Gütersloherin Maria Eing.

Die 56-Jährige, gelernte Kinderkrankenschwester und Fachkraft einer Kita, ist bislang als Versammlungsleiterin und Sprecherin des Organisationsteams öffentlich, unter anderem bei Facebook, in Erscheinung getreten. Quasi ein Gesicht der Kundgebungen, deren Teilnehmer im Gros aus "Corona-Skeptikern" bestehe, wie Michael Hönsch es passend formuliert findet. Der 54-Jährige vertritt Maria Eing am vergangenen Montagabend als Versammlungsleiter. Warum das nötig ist? "Sie ist erkrankt. Sie hat ein Kratzen im Hals und einen leichten Schnupfen", erklärt Hönsch. Im Vorfeld der Kundgebung verbreitete Gerüchte, nach denen Eing an Corona erkrankt sei und sich im Krankenhaus befinden solle, streitet ihr Stellvertreter ab. "Nein, das ist nicht der Fall. Sie liegt nicht im Krankenhaus und ist definitiv zu Hause."

"Mit 13 Personen hat es mal angefangen"

In einem Mail-Austausch mit der NW äußert sich Maria Eing am Mittwochmorgen kurz persönlich: "Zu meiner Gesundheit beziehe ich keine Stellung." Weitere Fragen bleiben unbeantwortet. In ihrer Abwesenheit machen bei der Demo zu Wochenbeginn deutlich mehr Menschen vom Grundrecht der Versammlungsfreiheit Gebrauch als noch in den Anfängen. Diesmal sind 160 Teilnehmer angemeldet. "Mit 13 Personen hat es mal angefangen", erinnert sich die Polizeihauptkommissarin, die an diesem Abend als Einsatzleiterin vor Ort ist. Seit dem 7. Dezember treffen sich montags in Gütersloh Menschen, um gegen die aus ihrer Sicht überzogenen Schutzmaßnahmen und die Einschränkung ihrer Grundrechte zu protestieren. Außer der Reihe ist für diesen Samstag eine Mahnwache auf dem Gütersloher Dreiecksplatz mit 16 Beteiligten angemeldet worden. Zudem ist von Privatpersonen für kommenden Montagabend in Rietberg am ZOB eine weitere Kundgebung geplant sowie am nächsten Dienstag in Schloß Holte-Stukenbrock.

Demonstranten haben "andere Wahrnehmung"

Die Gründe, die die Menschen auf die Straße treiben? Man wolle Solidarität mit denen bekunden, die von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie betroffen seien, erklärt Michael Hönsch seine Sicht der Dinge. Er sagt, dass es nicht hinnehmbar sei, dass man "so viele Maßnahmen auferlegt" bekäme, und dass so viele Menschen ihren Job verlieren würden. Er sagt auch, wie er Corona betrachtet: "Für die meisten von uns ist es eine besondere Form der Grippe, die ihre Tücken hat." Die Teilnehmer des Gütersloher Spaziergangs, laut einer vormals veröffentlichen Pressemitteilung "Bürger, die eine andere Wahrnehmung hinsichtlich des Pandemie-Weltgeschehens und ein anderes Wissen dazu haben", sind in der vergangenen Woche von der Martin-Luther-Kirche aus eine Stunde lang über die Neuenkirchener Straße und Hohenzollernstraße zurück zum Ausgangspunkt spaziert.

Polizei registriert selten Regelverstöße

Auf dem Berliner Platz findet die Abschlusskundgebung statt. Einige wenige tragen keinen Mund- und Nasen-Schutz. "Diese haben aber in der Regel ein Attest auf Befreiung von der Masken-Pflicht", erklärt die Polizistin. Drei Einsatzwagen und ein Mountainbiker begleiten die Protestler. Die Bilanz aus Sicht der Beamten: "Es gab keine Unruhen oder Auffälligkeiten, man hat sich an die Vorgaben gehalten." Das sei aus Sicht der Kreispolizeibehörde auch die generelle Wahrnehmung, sagt Katharina Felsch: "Grundsätzlich halten sich die Teilnehmer der Demos an die Absprachen. Aber wir gucken ganz genau hin und Verstöße werden von uns, gemeinsam mit den Kollegen vom Ordnungsamt, geahndet." Auch für kommenden Montag ist wieder eine Veranstaltung in Gütersloh angemeldet. Erwartet werden zwischen 18 und 19.30 Uhr auf dem Berliner Platz 160 Teilnehmer. Es soll wieder demonstriert werden, "friedlich, aber bestimmt", sagt Michael Hönsch noch. Und dass er seinen Posten als Versammlungsleiter dann vermutlich wieder los sei.

Bildunterschrift: Im Kreis Gütersloh hat die Anzahl an Anti-Corona-Demonstrationen, wie hier der Lichterspaziergang am 19. April in Rietberg, deutlich zugenommen.

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Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 08./09.05.2021:

Kennzeichen GT / Von "Dünnschiss" und "Corona-Schafen"

Kommentar: Das Beschimpfen wird alltäglich / Wollen wir der Entwicklung nichts entgegensetzen?

Jeanette Salzmann

Die Mail von neulich trägt sogar einen ordentlichen Absender. Hier die Kopie eines Satzes daraus: "Meine Meinung zu Ihren Schwachsinnigen News ist die das man die ganze Corona Lügenpresse und die Schabracken Stasipomerance ins Nirvana schicken sollte, samt den korrupten Pack vom RKI mit Ihren täglichen Lügenzahlen. Auch die Presse gibt ihren geistigen Dünnschiss jeden Tag zum besten und die Coronaschafe glauben den ganzen korrupten Mist auch noch." In der NW-Redaktion wissen wir im Kollegenkreis manchmal nicht, ob wir über solche Zuschriften lachen oder weinen sollen. In jedem Fall stimmt es uns nachdenklich.

Das Beschimpfen wird alltäglich. Mag dieses Verhalten schon vorher spürbar gewesen sein, so scheint die Pandemie wie ein Brandbeschleuniger zu wirken. "Es gibt klare Verrohungstendenzen in unserem Land", sagt Innenminister Horst Seehofer in dieser Woche. Den Rechtsextremismus bezeichnete er abermals als "größte Bedrohung für die Sicherheit in unserem Land". Mit fast 45.000 Delikten erreicht die politisch motivierte Kriminalität ihren höchsten Stand seit der Einführung der Statistik im Jahr 2001. Die Statistik erfasst unter dem Begriff "Corona" auch Straftaten, die im Zusammenhang mit Verstößen gegen Pandemie-Auflagen begangen wurden. Für die Sicherheitsbehörden seien die neuen Koalitionen aus Verschwörern, Impf-Gegnern, Reichsbürgern und anderen Extremisten problematisch, die auf Demonstrationen zu beobachten seien, so Seehofer.

Auch Angriffe auf Amtsträger haben sich verdoppelt. "Erst gestern, als ich jemanden höflich ansprach, er möchte doch bitte in der Innenstadt eine Maske aufsetzen, wurde der sehr unflätig - "Ey, was willst du, Alter, ich hau dir gleich auf die Mappe!"", erzählt Bürgermeister Norbert Morkes. Und so wie ihm gehe es seinen Mitarbeitern tagtäglich. Es sind nicht nur die Beschäftigten beim Ordnungsamt, die ein Lied davon singen können, wie oft sie bei der Arbeit verbal angegriffen werden. "Es sind leider auch die Menschen hinter den Schreibtischen, im sozialen Dienst, im Bürgerbüro ebenso wie Pflegekräfte im Krankenhaus", sagt Anke Unger, Regionalgeschäftsführerin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Durch die Corona-Pandemie hätten die Übergriffe, die Beleidigungen, Drohungen und Tätlichkeiten noch zugenommen.

Vor diesem Hintergrund macht die Protestaktion in Rietberg am Sonntag mit dem Titel "Mit Mutti gegen Mutti" nur noch ratlos. Dabei handelt es sich um einen "Spaziergang für Grundrechte, Freiheit und Gesundheit für alle von den Corona-Schutzmaßnahmen Betroffenen". Mit der zweiten Mutti im Titel dürfte Kanzlerin Angela Merkel gemeint sein, für die sich der Spitzname Mutti eingebürgert hat. Wer die anderen Muttis sind, muss man mal abwarten. Es wird aufgefordert: "Kommt mit eurer Mutti und der gesamten Familie!" Billige Provokation. Die Aufforderung ist gleichzusetzen mit dem Satz "Ey, was willst du, Alter?" Und wieder rücken Ordnungsamt und Polizei aus, um das bunte Treiben zu begleiten.

An diesem Wochenende wird es im Kreis Gütersloh voraussichtlich den 300. Corona-Toten geben. Die Intensivstationen sind immer noch gut gefüllt, die Zahl der Infektionen anhaltend hoch. Dass das Krisenmanagement von Bund und Land keine Eins plus mit Sternchen verdient, darüber sind sich wohl alle einig. Aber was die Protestaktionen zum jetzigen Zeitpunkt ausrichten sollen, scheint selbst den Veranstaltern unklar zu sein. Mit viel Wohlwollen nennen wir es einfach "Isolationsmüdigkeit", die hier ihren Ausdruck findet. Bleibt trotzdem zu hoffen, dass Spaziergänger am Sonntag mit Mutti einen anderen Weg wählen als den von den Organisatoren vorgeschlagenen.

Was hilft nun gegen Hass? Und was machen wir, wenn sich diese Verrohungstendenz nach der Pandemie nicht verflüchtigt? Strengere Maßnahmen? Mehr Ordnungshüter? Vielleicht versuchen wir es zunächst mit mehr Musik, Kunst und Kultur, um die Menschen an einer anderen Stelle des Bewusstseins zu treffen und eine andere Saite der Seele wieder zum Klingen zu bringen. Und bevor jetzt die nächsten "Kommentare" folgen, mögen deren Verfasser bessere Vorschläge machen. Und diskutieren statt beleidigen. Das wäre ein guter Anfang.

Senden Sie uns Ihren Leserbrief an: guetersloh@nw.de

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Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 08./09.05.2021:

Demo sorgt Sonntag für Verkehrsbehinderungen

Bei der Polizei wurde eine Protestaktion mit 250 Personen angemeldet / Los geht es um 14 Uhr

Rietberg (mav). Weil am Sonntagnachmittag ein Demonstrationszug durch die Rietberger Altstadt zieht, müssen sich Verkehrsteilnehmer zwischen 14 und 17 Uhr auf Behinderungen einstellen.

Die Protestaktion, zu der eine Einladung in den Sozialen Medien zu finden ist, läuft passend zum Muttertag unter dem Motto "Mit Mutti gegen Mutti", wobei mit letzterem Bundeskanzlerin Merkel gemeint sein dürfte. Die Demonstrationsteilnehmer - angemeldet sind nach Aussage von Katharina Felsch von der Kreispolizei Gütersloh 250 den Corona-Schutzmaßnahmen gegenüber kritisch eingestellte Personen - treffen sich am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Torfweg (siehe auch den Bericht auf der ersten Lokalseite).

Von dort geht es ab 14 Uhr entlang der Ems (An der Bleiche) in Richtung Altstadt. Weiter geht’s geradeaus über die Rathausstraße hinweg auf den Westwall Richtung Süden und über Rathausstraße, Klingenhagen, Klosterstraße, Emsstraße und An der Bleiche zurück zum ZOB, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden wird. Gegen 17 Uhr soll die "Versammlung in Form eines Aufzugs" - so die offizielle Bezeichnung - beendet sein.

"Wir werden den Zug begleiten", verkündete Polizeisprecherin Katharina Felsch, die den Veranstalter der Demo nicht nennen darf, weil es sich um eine Privatperson handelt. Aufruf, Formulierungen und Route für Sonntag erinnern stark an den "Lichterspaziergang" vom 19. April, als in der Rietberger City gut 500 Teilnehmer gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße gingen. Aufhänger war seinerzeit die unerlaubte Öffnung des Biergartens vom Café Päusken am 1. April, die von Polizei und Ordnungsamt unterbunden wurde.

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Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 08./09.05.2021:

Was treibt die Menschen auf die Straße?

Im Kreis Gütersloh protestieren in den nächsten Tagen bei fünf Anti-Corona-Demonstrationen Bürger gegen die Pandemie-Maßnahmen / Der Lichterspaziergang-Bewegung fehlte zuletzt einer ihrer führenden Köpfe

Christian Bröder

Gütersloh. Seit Beginn der Pandemie sind im Kreis Gütersloh fast 50 Demonstrationen im Zusammenhang mit Corona-Protesten angemeldet worden. "Wir verbuchen hierbei einen deutlichen Anstieg", erklärt Katharina Felsch, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde. Nach sechs Kundgebungen im Jahr 2020 hat sich die Anzahl im laufenden Jahr auf 41 Veranstaltungen erhöht. Auch an diesem Wochenende gehen in der Region wieder Menschen gegen die Covid-19-Politik der Bundesregierung und die Schutzmaßnahmen auf die Straße. Von Samstag bis Dienstag finden insgesamt fünf Veranstaltungen statt, die offiziell angemeldet worden sind.

Bei der größten Kundgebung werden am Muttertag in Rietberg 250 Teilnehmer erwartet, die zwischen 14 und 17 Uhr vom Zentralen Omnibusbahnhof aus mit Lautsprechern, Transparenten und Bollerwagen durch die Stadt ziehen wollen. Unter dem Motto "Mit Mutti gegen "Mutti"", zu verstehen als Affront gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel, hat ein aus Bürgern der Regionen Bielefeld, Lippe, Paderborn und Rietberg formiertes Bündnis "OWL-Treff BiLiPaRi" auch über die Sozialen Netzwerke zu der Veranstaltung eingeladen. Es soll ein "Spaziergang für Grundrechte, Freiheit und Gesundheit für alle von den Corona-Schutzmaßnahmen Betroffenen" durchgeführt werden. Dieser Slogan, unter dem auch der so genannte Rietberger Lichterspaziergang am 19. April lief, wird in der Regel von der Gütersloher Lichterspaziergang-Bewegung genutzt.

Bereits 23 Lichterspaziergänge in Gütersloh

Diese hatte sich am vergangenen Montag bereits zum 23. Mal zusammengefunden, um gegen die Corona-Maßnahmen und die Notbremse der Bundesregierung auf die Straße zu gehen. Etwa 180 Teilnehmer nahmen an einem gut 60-minütigen Fußmarsch durch das Stadtgebiet und der anschließenden Kundgebung auf dem Berliner Platz teil. Was Ende 2020 als Lichtermarsch gestartet ist, war nun als "Spaziergang für alle von den Corona-Schutzmaßnahmen Betroffenen, Grundrechte ... " angemeldet. Die NW war vor Ort: Nicht unter den Teilnehmern der Demonstration ist diesmal wie auch in der Woche davor einer der Köpfe der Initiative gewesen - die Gütersloherin Maria Eing.

Die gelernte Krankenschwester und Fachkraft einer Kita ist bislang, unter anderem bei Facebook, als Versammlungsleiterin und Sprecherin öffentlich in Erscheinung getreten. Quasi ein Gesicht der Kundgebungen, deren Teilnehmer im Gros aus "Corona-Skeptikern" bestehe, wie Michael Hönsch es passend formuliert findet. Der 54-Jährige vertritt Maria Eing am vergangenen Montag als Versammlungsleiter. Warum das nötig ist? "Sie ist erkrankt. Sie hat ein Kratzen im Hals und einen leichten Schnupfen", erklärt Hönsch. Im Vorfeld der Kundgebung verbreitete Gerüchte, nach denen Eing an Corona erkrankt sei und sich im Krankenhaus befinden solle, streitet ihr Stellvertreter ab. "Nein, das ist nicht der Fall. Sie liegt nicht im Krankenhaus und ist definitiv zu Hause."

In einem Mail-Austausch mit der NW äußert sich Maria Eing am Mittwochmorgen kurz persönlich: "Zu meiner Gesundheit beziehe ich keine Stellung." Weitere Fragen bleiben unbeantwortet. In ihrer Abwesenheit machen bei der Demo zu Wochenbeginn deutlich mehr Menschen vom Grundrecht der Versammlungsfreiheit Gebrauch als noch in den Anfängen. Diesmal sind 160 Teilnehmer angemeldet. "Mit 13 Personen hat es mal angefangen", erinnert sich die Polizeihauptkommissarin, die an diesem Abend als Einsatzleiterin vor Ort ist.

Seit dem 7. Dezember treffen sich montags in Gütersloh Menschen, um gegen die aus ihrer Sicht überzogenen Schutzmaßnahmen und die Einschränkung ihrer Grundrechte zu protestieren. Außer der Reihe ist für diesen Samstag eine Mahnwache auf dem Gütersloher Dreiecksplatz mit 16 Beteiligten angemeldet worden. Zudem ist von Privatpersonen für kommenden Montagabend in Rietberg am ZOB eine weitere Kundgebung geplant sowie am nächsten Dienstag in Schloß Holte-Stukenbrock.

Die Gründe, die die Menschen auf die Straße treiben? Man wolle Solidarität mit denen bekunden, die von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie betroffen seien, erklärt Michael Hönsch seine Sicht der Dinge. Er sagt, dass es nicht hinnehmbar sei, dass man "so viele Maßnahmen auferlegt" bekäme und dass so viele Menschen ihren Job verlieren würden. Er sagt auch, wie er Corona betrachtet: "Für die meisten von uns ist es eine besondere Form der Grippe, die ihre Tücken hat."

Die Teilnehmer des Gütersloher Spaziergangs, laut einer vormals veröffentlichen Pressemitteilung "Bürger, die eine andere Wahrnehmung hinsichtlich des Pandemie-Weltgeschehens und ein anderes Wissen dazu haben", sind in der vergangenen Woche von der Martin-Luther-Kirche aus eine Stunde lang über die Neuenkirchener Straße und Hohenzollernstraße zurück zum Ausgangspunkt spaziert.

Auf dem Berliner Platz findet die Abschlusskundgebung statt. Einige wenige tragen keinen Mund- und Nasen-Schutz. "Diese haben aber in der Regel ein Attest auf Befreiung von der Masken-Pflicht", erklärt die Polizistin. Drei Einsatzwagen und ein Mountainbiker begleiten die Protestler. Die Bilanz aus Sicht der Beamten: "Es gab keine Unruhen oder Auffälligkeiten, man hat sich an die Vorgaben gehalten."

Das sei aus Sicht der Kreispolizeibehörde auch die generelle Wahrnehmung, sagt Katharina Felsch: "Grundsätzlich halten sich die Teilnehmer der Demos an die Absprachen. Aber wir gucken ganz genau hin, und Verstöße werden von uns, gemeinsam mit den Kollegen vom Ordnungsamt, geahndet."

Auch für nächsten Montag ist wieder eine Veranstaltung in Gütersloh angemeldet. Erwartet werden zwischen 18 und 19.30 Uhr auf dem Berliner Platz 160 Teilnehmer. Es soll wieder demonstriert werden, "friedlich, aber bestimm"“, sagt Michael Hönsch noch. Und dass er seinen Posten als Versammlungsleiter dann vermutlich wieder los sei.

Bildunterschrift: Im Kreis Gütersloh hat die Anzahl an Anti-Corona-Demonstrationen, wie hier der Lichterspaziergang am 19. April in Rietberg, deutlich zugenommen. Fast 50 Veranstaltungen sind seit Beginn der Pandemie angemeldet worden.

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Neue Westfälische - Gütersloher Zeitung, 08./09.05.2021:

Gütersloh: Corona-Demos - was treibt Menschen auf die Straße?

Die Zahl der Proteste gegen die Corona-Restriktionen im Kreis Gütersloh hat zugenommen. Auch an diesem Wochenende demonstrieren in der Region wieder Menschen gegen die Covid-19-Politik und Schutzmaßnahmen. Von Samstag bis Dienstag finden fünf Veranstaltungen statt. Was treibt die Menschen auf die Straße?

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Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 08.05.2021:

Stadt verhängt Ordnungsgeld

Masken-Verweigerer bei Lichterspaziergang

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms). Die Stadt verhängt gegen sechs Teilnehmer des so genannten Lichterspaziergangs Bußgelder wegen des Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung. Seit Wochen treffen sich dienstags Menschen, um gegen die Corona-Schutzmaßnahmen zu demonstrieren.

Bisher waren immer 25 Teilnehmer angemeldet - das ist die magische Zahl, bei der auf den Mund-Nasen-Schutz verzichtet werden darf. Sind es mehr, müssen die Teilnehmer - ausgenommen Kinder bis zum Alter von 14 Jahren - den Mund-Nasen-Schutz tragen. "Es waren immer mehr als 25 Personen, angeblich waren das Personen, die sich spontan der Demo angeschlossen haben. Das war aber nicht so. Bisher haben wir ein Auge zugedrückt, jetzt habe ich gesagt: Es reicht!"

Emine Bikliq aus dem Ordnungsamt hat ihr Team angewiesen, auf Einhaltung der Corona-Schutzverordnung zu bestehen. "Es waren am Dienstag sechs Personen, die sich weigerten, Masken zu tragen. Sie hatten gar keine dabei." Die Personalien sind festgestellt worden, zur Unterstützung war die Polizei vertreten. "Wir werden auch künftig strikt gegen Verstöße vorgehen", sagt Emine Bikliq.

Es werde gleich ein Bußgeld erhoben, nicht das weniger starke Verwarngeld. Das Bußgeld beträgt 50 Euro plus 28,50 Euro Zustellgebühr pro Person.

"Für nächsten Dienstag ist wieder eine Demonstration angemeldet. Wir werden wieder genau kontrollieren."

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Westfalen-Blatt / Zeitung für Schloß Holte-Stukenbrock, 08./09.05.2021:

Heute im Lokalteil / Bußgeld für Masken-Verweigerer

Schloß Holte-Stukenbrock. Die Stadt greift durch. Hat sie es bisher toleriert, dass bei so genannten Lichterspaziergängen zur Demonstration gegen Corona-Einschränkungen mehr als 25 Menschen teilnehmen, werden jetzt an Masken-Verweigerer Bußgelder verhängt.

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